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Dreikönigsfest oder Epiphanias?

Der Evangelist Matthäus berichtet im Weihnachtsevangelium von drei Weisen aus dem Morgenland. Ihnen erscheint der Stern von Bethlehem und leitet Ihnen den Weg zur Jesu Geburtsstätte. Die erste und die letzte Erwähnung der Weisen in der Bibel. Und doch ist Ihre Bedeutung groß genug, um jedes Jahr an sie zu denken.

Von Verena von Scharfenberg 06.01.2014

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Der Evangelist Matthäus berichtet im Weihnachtsevangelium von drei Weisen aus dem Morgenland. Ihnen erscheint der Stern von Bethlehem, der sie zur Geburtsstätte Jesu leitet. Dort angekommen verehren sie das Jesuskind und huldigen es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Nach allgemeiner Auffassung repräsentieren die drei Könige die Welt der Heiden. Zurückgeführt wird dies auf Ihre Bezeichnung Jesu  als „den König der Juden“. So haben bis dahin nur die Römer Jesus bezeichnet. Die jüdischen Führer dagegen nannten ihn„König Israels“.  Erst im 9. Jh. erhielten sie die Namen Caspar, Melchior und Balthasar.  Seit 1164 bewahrt der Kölner Dom im Reliquienschrein über dem Hochaltar die Gebeine der Weisen aus dem Morgenland auf.

Epiphanias

Die drei Könige standen nicht von Anfang an im Mittelpunkt des Festes. Im Zentrum stand vielmehr der neugeborene Messias, die „Erscheinung des Herrn“ (griechisch Ephiphanias). An dem Tag des Festes der Erscheinung des Herrn feiert die Kirche das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu. Drei Ereignissen wird dabei im Besonderen gedacht: den Sterndeutern, die den Sohn Gottes in einem Stall finden, Jesu Taufe im Jordan und die Hochzeit von Kana. In all diesen Ereignissen offenbart sich Gott den Menschen.

Historischer Feiertag

Der 6. Januar ist ein geschichtsträchtiges Datum. Ursprünglich feierte eine christliche Sekte am diesem Datum in Alexandrien das Fest der Taufe Jesu. Sie glaubten, dass mit der Herabkunft des Geistes bei der Taufe die eigentliche Geburt Jesu Christi gefeiert werden solle. Doch das Motiv der drei Weisen, die das Kind in der Krippe finden und als Messias verehren, überlagerte nach und nach das ursprüngliche Fest.

Heutiger Brauch

Am 6. Januar ziehen jährlich rund 500 000 als Könige gekleidete Firmlinge und Kommunionkinder durch die Straßen und sammeln Spenden für bedürftige Kinder auf der ganzen Welt. Sie gehen dazu von Tür zur Tür, singen Lieder und tragen Gedichte vor. Anschließend wird das Haus geweiht, indem mit geweihter Kreide die Jahreszahl und C+M+B (z.B. 20+C+M+B+13) an das Haus geschrieben wird. Der Segensspruch lautet "Christus Mansionem Benedicat" ("Christus segne das Haus"). Landläufig stehen die Buchstaben ebenso für die Namen der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. 
Die Aktion "Dreikönigssingen" gibt es seit 1959 in der katholischen Kirche. Mittlerweile ist sie zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder herangewachsen. Am 5. und 6. Januar werden außerdem Kollekten für die Aktion Dreikönigssingen gehalten.

Liturgische Berücksichtigung

In der katholischen Kirche ist der 6. Januar ein Hochfest und damit eines der bedeutendsten Feste mit eigener Liturgie. Am Sonntag nach Erscheinung des Herrn feiert sie das Fest der Taufe des Herrn, mit dem der Weihnachtsfestkreis endet. Nur im Lesejahr C nach der Leseordnung der katholischen Kirche wird das dem Fest ursprünglich zugehörige Evangelium der Hochzeit zu Kana am Sonntag nach Taufe des Herrn gelesen.
In den evangelischen Kirchen werden die darauf folgenden Sonntage als „Sonntage nach Epiphanias“ gezählt.