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Artikel vom: 27.04.2011
39 - Ostern

Ostern beginnt hier mit "Good Friday", das klingt sehr gegensätzlich zu Karfreitag (althochdeutsch kara, „Klage, Kummer, Trauer). Beides hat seine Bedeutung, nur jeweils aus einer anderen Perspektive. Der Tag, an dem Jesus starb war für seine Jünger ein sehr trauriger Tag, gleichzeitig war es aber auch ein sehr guter Tag, auch wenn sie es erst später am Tag der Auferstehung vollständig begreifen sollten.

"Good Friday" ist kein Feiertag hier drüben, genauso wenig wie Ostermontag (Martin hatte Karfreitag aber trotzdem frei, es ist ein Feiertag für Send North, unseren Arbeitgeber). So wird Ostern nicht ganz so groß gefeiert, wie wir das aus Deutschland kennen. Umso mehr erinnern wir uns gerne an frühmorgendliche Ostergottesdienste zurück mit anschließendem Osterfrühstück. Solch eine Ostertradition gibt es hier drüben nicht. Es erscheint uns mehr als ein normaler Sonntag, an dem das Thema schon vorher klar ist. Überhaupt wird die Sonn- oder Feiertagsruhe, die in Deutschland ja auch gerade in Frage gestellt wird, nicht so eng gesehen, was wir ziemlich schade finden. Viele Leute, auch aus der Kirche gehen am Sonntag ihrer normalen Hausarbeit nach (Maschinen reparieren, Holz sägen, Büroarbeit etc.).
Das klingt jetzt alles etwas negativ, und hat sicherlich auch etwas mit dem einsetztenden Kulturschock zu tun, der früher oder später jeden erwischt. Nach den ersten sechs Monaten hier in Galena setzt sich die anfängliche Begeisterung langsam. Dinge, die man am Anfang noch interessant fand, stören auf einmal.
Dazu kommt, dass der erste Winter vorbei ist. Die Straßen sind gerade mit Schneematsch voll, tagsüber taut es, nachts friert alles wieder. Der Schnee beginnt zu schmelzen doch es wird noch ein paar Wochen dauern bis der ganze Schnee weggetaut ist (dieses Jahr 2,5m). Das erste mal können wir den Boden sehen, den Dreck, dazu der Matsch.
Gummistiefel sind das einzige, was nun getragen werden kann, wenn man keine nassen Füße bekommen möchte, auch zum Gottesdienst.
Gerne kannst du dafür beten, dass wir den Kulturschock bald hinter uns lassen :-)

Folgend ein paar Bilder der letzten vier Wochen. Anfang April hatten wir das jährliche Treffen von Send North in Aniak. Das nutzten wir, um am Ende nach Anchorage zum Einkaufen zu fliegen. Dort gönnten wir uns eine Fahrt nach Seward, um dort Wale zu beobachten.

Buckelwal

Hafen von Seward

Orca

Finn im Kleinflugzeug nach Aniak

Matsch und Eis vor der Haustür

Wir konnten noch einmal mit unserem Vermieter sprechen... Seit zwei Wochen haben wir einen schwarzen Labrador, 10 Wochen alt. Der perfekte Familienhund. Er heißt Kiska.

Toller Ausblick auf die Alaskakette auf dem Weg von Aniak nach Anchorage

Schwanzflosse eines Buckelwals

Seelöwen

Silke und Martin


Quelle: Familie Hornfischer
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