Als neulich das Missionsschiff DOULOS in Kambodscha war, haben Christine und ich vier Tage in Sihanouk Ville verbracht. Wir hatten keine „offizielle Aufgabe“, versuchten aber mit den Leuten auf dem Schiff ins Gespräch zu kommen. Die Überraschung konnte man ihnen oft auf dem Gesicht ablesen, dass ein Ausländer auf der Doulos Khmer spricht. Christine konnte sogar eine Schiffsführung übersetzend begleiten und meinte nachher, dass sie nur zwei Wörter nicht gewusst hätte!
Bunha – Wolframs Sprachassistent – war einer der einheimischen Helfer. Er hat tatsächlich seine Arbeit gekündigt, um zwei Wochen als Übersetzer, Keyboardspieler und „Mädchen für alles“ auf dem Schiff dabei zu sein. Die freiwilligen Khmer und die Besatzung hatten eine herausfordernde Zeit. Für viele Khmer war es ein echtes Problem, dass es nicht zu jeder Mahlzeit Reis gab!
Durch Sturm und Monsunregen konnten einige Einsätze nicht stattfinden, weil die fast 100 Jahre alte Doulos aus dem Hafen fahren musste. Sie hatte schon einen leichten Schaden, weil sie so fest gegen die Puffer am Hafen gedrückt wurde. Erst in den letzten Tagen kam gleichzeitig mit uns das Sonnenwetter an. So strömten auch dann viele zum geöffneten Buchladen.
Bunha lud uns zum Abschlussabend für die kambodschanischen „Kurzzeit-Helfer“ ein, bei dem unter anderem kambodschanische Lieder und ein Tanz vorgeführt wurden. Anschließend durften wir in einem kleinen alten Reisebus mit an den Strand fahren, wo gegrillt werden sollte. Der Abschied vom Schiff war für die engagierten, aber auch ausgepowerten Helfer sehr schwer.
Entsprechend angespannt war die Atmosphäre auf der abendlichen Fahrt zum Strand auf der anderen Seite der Stadt. Insbesondere als der Bus vor dem Strand mehrmals anhielt – einmal weil der geplante Strand wohl nicht zugänglich war, weil es dort kein Licht gäbe. Schließlich sind wir einen Feldweg endlanggeruckelt, um an einen ebenso dunklen Strand außerhalb der Stadt zu fahren. Der Busfahrer begann, einen tellergroßen Grill anzuzünden und ein Grüppchen versuchte mit herumliegendem (Plastik-)Müll und Holz ein Feuer zu machen… Da unser Gästehaus um 22 Uhr schließen würde, mussten Christine und ich eigentlich schon gehen. Verantwortliche Helfer rieten uns aber ab, im Dunkeln diesen Weg zu gehen, es sei zu gefährlich – besonders für Hellhäutige! Diese Warnung sollte sich später als unsere Rettung erweisen, denn glücklicherweise haben wir darauf gehört und sind wir bei der Gruppe geblieben…
Als Grill und Feuer endlich halbwegs brannten – es war noch keiner satt geworden – hieß es, dass wir zurück fahren müssten. Also: Feuer aus, Grill aus und alle in den Bus! Leider war der Feldweg eine Sackgasse und der Bus hatte keinen (funktionierenden?) Rückwärtsgang! Also begutachteten wir unter Handybeleuchtung die morastige Wiese, ob sie sich als Wendeplatz eignen würde… Also: Sicherheitshalber alle raus aus dem Bus, damit er nicht zu tief sinkt. Aber es half nichts. Er steckte fest. Schnell waren die Geschlechterrollen definiert: Das ist Männersache! J Unser Schlammbad half dem Bus und es gab für alle ein „Happy End“.
Außer für eine andere – uns unbekannte – Gruppe, die in der Nähe grillen wollten. Kurz nachdem wir weg waren wurden sie von Gangstern überfallen! GOTT SEI DANK sind Christine und ich bei den Doulos-Helfern geblieben!
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