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Passionszeit - "40 Tage ohne"

Auf den Spuren des Fastens zu den biblischen Ursprüngen

„Vierzig Tage ohne“ ist den meisten ein Begriff. Fasten ist angesagt. Ob auf Schokolade, Fleisch, Rauchen, Alkohol, Fernsehen, Internet, Smartphone - Fasten ist vielfältig und hat doch eine Grundlage: Verzicht; eben „40 Tage ohne“.

Doch woher diese Tradition kommt, ist oftmals nicht bekannt. Die Tradition des Fastens in der westlichen Welt geht auf die frühe christliche Kirche zurück. Schon etwa seit dem vierten Jahrhundert sollen sich Christen mit Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Diese Fastenzeit beginnt für Christen am Aschermittwoch und endet am Ostersonnabend, nach 46 Tagen. Da die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, verbleiben also 40 Fastentage.

Die vierzig Tage haben dabei einen biblischen Hintergrund. In der Bibel ist zu lesen, dass sich Jesus nach seiner Taufe vierzig Tage und Nächte in die Wüste zurückzog, ohne zu essen und zu trinken.

40-tägige Dauer der Fastenzeit

Biblischer Hintergrund:

„Bevor Jesus begann, zunächst in Galiläa öffentlich zu wirken und seine Jünger zu berufen, wurde er nach biblischer Überlieferung nach seiner Taufe durch den Geist zunächst in die Wüste geführt, in der er vierzig Tage und Nächte fastete. Als er nach dieser Zeit hungrig war, wurde er durch den Teufel versucht (nachzulesen in Mt 4).

Jesu Versuchung

"Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.“(Mt 4,1f)

Österliche Fastenzeit

Vorbereitungszeit auf Ostern ab Aschermittwoch (Mittwoch in der siebten Woche vor Ostern) – die Sonntage der Fastenzeit sind Herrenfeste.

Im christlichen Festkalender geht die österliche Fastenzeit (Quadragesima) dem Osterfest voran, das durch das Konzil von Nicäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgesetzt wurde. Ostern ist daher ein beweglicher Festtermin, der auf die Zeit zwischen den 22. März und den 25. April (Ostergrenzen) fallen kann. Der Termin der Fastenzeit definiert sich entsprechend im Verhältnis zu Ostern durch die Länge der Fastenzeit.

In Bezug auf das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4, 2) legte bereits die frühe Kirche die Länge der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte fest und beging die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Karsamstag, die dem Osterfest vorausgehen, als Fastenzeit. Das Ende der Fastnachtszeit liegt auf dem Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern (Invocabit). Als die Synode von Benevent 1091 die Sonntage in der Fastenzeit als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausnahm, rückte deshalb der Beginn der Fastenzeit um 6 (Wochen-)Tage vor. Die Fastnacht endet seitdem am Dienstag nach dem 7. Sonntag vor Ostern (Estomihi) und die Fastenzeit beginnt mit dem folgenden Mittwoch, dem Aschermittwoch.

Aschermittwoch

Der Begriff bezieht sich auf das Kreuz aus Asche, das Priester Gläubigen an diesem Tag zu Beginn der Fastenzeit auf die Stirn zeichnen. Es soll die Menschen daran erinnern, dass sie vergänglich sind. Die Asche stammt von Palmzweigen und wird im Gottesdienst gesegnet. Aschermittwoch ist stets der 46. Tag vor Ostersonntag.

Traditionell sollen Katholiken in der Fastenzeit an Aschermittwoch sowie an allen Freitagen kein Fleisch essen.

An Aschermittwoch und Karfreitag ist nur eine Hauptmahlzeit erlaubt. Die Fastenzeit gilt als gebundene Zeit, da Christen in dieser Zeit an gewisse Verpflichtungen gebunden:

Die Pflicht zum Fasten, d.h. zum Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier, die verpflichtende Mitfeier der Karwoche und der österlichen Gottesdienste sowie auch die Teilnahme an der Osterbeichte.

In der katholischen Tradition etwa wird die Fastenzeit auch "Österliche Bußzeit" genannt.

Auch viele evangelische Christen fasten, obgleich sie nicht dazu verpflichtet sind. Damit handhaben sie es so wie Dr. Martin Luther, der zwar selber auch fastete, sich jedoch gegen einen damals vorherrschenden Zwang zum Fasten aussprach: „Kein Christ ist zu den Werken, die Gott nicht geboten hat, verpflichtet.“ Gemeinsam ist allen Christen der Gedanke hinter der Praxis des Fastens, und zwar die bewusste Ausrichtung auf die bevorstehende Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi.

Theologischer Gedanke des Fastens

Durch die Praxis des Fastens möchten sich Christen bewusst daran erinnern, dass sie den Weg Jesu mitgehen, der durch Leiden und Tod zum Leben führt. Für sie sind es vierzig Tage der Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit.

Das beinhaltet auch immer wieder neu, sich zu besinnen, Buße zu tun und umzukehren, um als Nachfolger Christi, eben als Christen, zu leben. Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens rief Jesus die Menschen dazu auf: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium (Mk 1,21)“. Die Umkehr zu einem Leben, das Gott ehrt und gefällt, das ist der wesentliche Impuls der Wochen vor Ostern.

Wir haben einige Sendungen rund um das Thema Fasten hier zusammengestellt.

Doku: "Weniger bringt mehr?! Wenn Christen fasten."

Hinter den Kulissen - mehr Informationen über die Bibel TV Dokumentation "Weniger bringt mehr?!Wenn Christen fasten."