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Pfingsten

Pfingsten und der Heilige Geist sind ein besonderes Phänomen. Die neutestamentliche Erzählung über das „Pfingstwunder" ist herausfordernd und faszinierend zugleich. Bis heute feiern Christen die Geburtsstunde der Gemeinde und versuchen immer wieder neu zu begreifen, wie die dritte Person Gottes handelt und in ihrem Leben wirkt.
Von TB/TC
11.05.2016

Der Heilige Geist als Taube, Cathedra Petri, Petersdom in Rom, Gian Lorenzo Bernini (Quelle: flickr / Lawrence OP CC BY-NC 2.0)

"Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt. Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab."

Apostelgeschichte 2,2-4 (NGÜ)

Pfingsten – Gott schickt seinen Geist

Für die Jesu Jünger war es eine bewegte Zeit: erst Jesu Tod und Auferstehung, dann seine Himmelfahrt und nun das Pfingstwunder: Gott schickte seinen Heiligen Geist. Ein einschneidendes Erlebnis für die Jünger damals mit einer gewaltigen Wirkung – nicht nur für sie, sondern auch für die folgenden Generationen von Gläubigen. In seinen Abschiedsreden hatte Jesus selbst den Heiligen Geist angekündigt und auf seine Funktionen als Helfer, Lehrer, Begleiter und Wegweiser hingewiesen (s. Johannes 14,26 / Apostelgeschichte 1,8).

Geburt der Gemeinde

Der Name „Pfingsten“ leitet sich vom griechischen πεντηκοστή (pentecoste) ab und heißt übersetzt der 50. Tag. Ursprünglich feierten die Juden 50 Tage nach dem Passahfest das Wochenfest, aus Dankbarkeit für den Bund, den Gott mit ihnen am Sinai geschlossen hatte. Das Pfingstereignis stellt zeitlich eine Analogie zu diesem Bund her: Gott verbündet sich nicht nur mit seinem auserwählten Volk, sondern mit allen Menschen (s. Apostelgeschichte 2, 17). Jeder, der an Jesus glaubt, empfängt den Heiligen Geist. Viele Menschen wurden am ersten Pfingstfest von Gottes Geist bewegt, ließen sich taufen und gehörten fortan zur Gemeinde dazu. Für Christen gilt Pfingsten daher als die Geburtsstunde der Gemeinde.

Symbole und Brauchtum

In der Katholischen Kirche wurde das Pfingstfest im 16.-18. Jahrhundert recht eindrücklich nachgestellt. Manche katholischen Gemeinden ließen lebende Tauben frei oder Holztauben mithilfe eines Seils an der Kirchendecke kreisen. Hinzu kamen Weihrauch und persönliche Geschenke, die das Geschenk des Heiligen Geistes symbolisierten. Die Taube als Charakteristikum von Pfingsten bezieht sich unter anderem auf Jesu Taufe mit dem Heiligen Geist (Matthäus 3,16).

Das Pfingstfest heute

Heute feiert die Katholische Kirche Pfingsten als Pfingstnovene, d.h. als ein neuntägiges Gebet zwischen Himmelfahrt und Pfingsten für den Empfang des Heiligen Geistes (vgl. Apostelgeschichte 1,14). In einigen evangelischen Landeskirchen ist die Pfingstfeier ein bevorzugter Tag für Festgottesdienste mit Konfirmation oder einer langen Nacht der offenen Kirchen. Manche Freikirchen oder charismatisch orientierte Gruppierungen veranstalten große Lobpreiskonzerte oder gemeinsame Konferenzen.

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