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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Zweite Rede des Elihu: Gegen Hiobs Reden über die Ungerechtigkeit Gottes – Keine Rechtsbeugung durch den Allmächtigen
1 Und Elihu erhob {seine Stimme} und sagte:
2 Hört, ihr Weisen, meine Worte und ihr Kundigen, gebt mir Gehör!
3 Denn das Ohr prüft die Worte, und der Gaumen kostet die Speise.
4 Lasst uns nun prüfen, was recht ist, lasst uns untereinander erkennen, was gut ist!
5 Denn Hiob hat gesagt: Ich bin gerecht, und Gott hat mir mein Recht entzogen.
6 Obwohl ich im Recht bin[12]w. Gegen mein Recht, soll ich ein Lügner sein. Mein Geschick[13]o. Mein Pfeil; das hieße dann: die mir vom Pfeil Gottes verursachte Wunde ist unheilbar, ohne dass ich irgendetwas verbrochen hätte[14]w. ohne Verbrechen. –
7 Wer ist ein Mann wie Hiob, der Spott {worte} wie Wasser trinkt
8 und in Gemeinschaft mit denen unterwegs ist, die Unrecht tun, und mit gottlosen Menschen umgeht?
9 Denn er hat {selbst} gesagt: Keinen Nutzen hat ein Mann davon, dass er sich mit Gott befreundet!
10 Darum, ihr Männer mit Verstand, hört mir zu! Fern sei es von Gott, gottlos zu handeln, und vom Allmächtigen, Unrecht zu tun[1]T. ; Mas. T. : Fern sei es von Gott (w. {Etwas} Entweihtes {sei es} für Gott) , weg von Schuld, und der Allmächtige {sei fern} von Unrecht!
11 Sondern des Menschen Tun vergilt er ihm, und nach eines jeden Weg lässt er es ihn finden.
12 Ja, wahrlich, Gott handelt nicht gottlos, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.
13 Wer hat ihm die Erde[2]Eine hebr. Handschr. überliefert, den Sinn verdeutlichend: seine Erde anvertraut? Und wer hat den ganzen Erdkreis hingestellt?
14 Wenn er sein Herz {nur} auf sich selbst richtete, seinen Geist und seinen Atem zu sich zurückzöge,
15 so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden, und der Mensch zum Staub zurückkehren.
16 Und wenn du einsichtig bist[3]so mit LXX, Vulg. , der syr. und aram. Üs. ; Mas. T. : wenn Einsicht {da ist}, höre dies, schenke der Stimme meiner Worte Gehör!
17 Kann denn einer, der das Recht hasst, die Zügel führen? Oder willst du den Gerechten, den Gewaltigen für schuldig erklären, ihn,
18 der zu einem König sagt[4]so mit LXX, Vulg. , der syr. Üs. und einer hebr. Handschr. ; Mas. T. : etwa, um zum König zu sagen »du Ruchloser«, und »du Gottloser« zu den Edlen?
19 Der für die Obersten nicht Partei ergreift[5]w. Der die Gesichter der Obersten nicht erhebt und den Vornehmen nicht vor dem Geringen berücksichtigt[6]w. genau betrachtet? Denn das Werk seiner Hände sind sie alle.
20 In einem Augenblick sterben sie und mitten in der Nacht. Ein Volk wird in Aufruhr versetzt, und sie vergehen. Und er beseitigt[7]so mit einer hebr. Handschr. ; Mas. T. : sie beseitigen den Gewalthaber ohne menschliches Zutun[8]w. und nicht durch eine Hand.
21 Denn seine Augen {wachen} über den Wegen des Menschen, und all seine Schritte sieht er.
22 Da ist keine Dunkelheit und keine Finsternis, worin sich die Übeltäter verbergen könnten.
23 Denn er setzt dem Menschen keine Frist fest[9]T. ; Mas. T. : er richtet auf den Menschen nicht lange {sein Herz}, zu Gott vor Gericht zu kommen.
24 Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle.
25 Daher achtet er auf ihre Taten und stürzt sie um[10]so mit der syr. Üs. ; Mas. T. : er stürzt um über Nacht, dass sie zermalmt daliegen.
26 Wie Gottlose schlägt er sie da, wo alle es sehen[11]w. An Stelle von Gottlosen schlägt er sie an der Stätte der Sehenden,
27 deshalb, weil sie[12]w. sie, die darüber hinaus von seiner Nachfolge[13]w. von hinter ihm her abgewichen sind und all seine Wege nicht bedacht haben,
28 sodass sie das Hilfegeschrei des Geringen zu ihm hinaufdringen ließen und er das Hilfegeschrei der Elenden hörte.
29 Verhält er sich ruhig[14]o. Schafft er Ruhe, wer darf ihn für schuldig erklären? Verbirgt er das Angesicht, wer kann ihn wahrnehmen? Sowohl über einer {ganzen} Nation als auch zugleich über dem Einzelnen[15]o. Sowohl über einer {einzelnen} Nation als auch über der Menschheit insgesamt {wacht er} ,
30 damit nicht ruchlose Menschen Könige sind, dem Volk zu Fallstricken.
31 Soll Gott dir etwa sagen: Ich habe mich geirrt, {doch}[16]T. ; Mas. T. : Denn zu Gott – hat er {etwa} gesagt: Ich habe es getragen; d. h. vielleicht: Ich habe gebüßt ich will nicht {mehr} böse handeln;
32 was ich nicht sehe, lehre du mich; wenn ich Unrecht verübt habe, will ich es nicht wieder tun? –
33 Soll nach deinem Sinn er es vergelten, da du {sein Urteil} ja verwirfst? So musst du ja wählen, und nicht ich. Was du erkannt hast, sprich aus!
34 Männer mit Verstand werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört:
35 Hiob redet nicht mit Erkenntnis, und seine Worte sind ohne Einsicht.
36 Ach, dass Hiob doch fort und fort geprüft würde wegen seiner Einwände nach {der Art von} Männern des Unheils!
37 Denn er fügt seiner Sünde {Treue} bruch[1]o. Verbrechen hinzu, in unserer Gegenwart klatscht er {sich Beifall}[2]o. erhebt er unter uns Zweifel und macht seine Worte gegen Gott zahlreich.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
ZWEITE REDE ELIHUS: 34,1–37
Ijobs Verwegenheit: 34,1–9
1 Dann ergriff Elihu das Wort und sprach:
2 Ihr Weisen, hört meine Worte, / ihr Kundigen, leiht mir Gehör!
3 Denn das Ohr prüft die Worte / und der Gaumen schmeckt die Speise.
4 Lasst das Recht uns untersuchen, / erkennen unter uns, was gut ist!
5 Denn Ijob hat gesagt: Ich bin gerecht, / doch Gott hat mir mein Recht entzogen.
6 Meinem Recht zuwider soll ich lügen? / Unheilbar traf mich ohne Schuld der Pfeil.
7 Wo ist ein Mann wie Ijob, / der Lästerung wie Wasser trinkt,
8 der hingeht, um sich zu Übeltätern zu gesellen, / und mit den Frevlern Umgang pflegt?
9 Denn er hat gesagt: Es nützt dem Menschen nichts, / dass er in Freundschaft lebt mit Gott.
Gerechtes Handeln des Allmächtigen: 34,10–37
10 Darum hört mir zu, ihr Männer mit Verstand! / Fern ist es Gott, Unrecht zu tun, / und dem Allmächtigen, Frevel zu üben.
11 Nein, was der Mensch tut, das vergilt er ihm, / nach eines jeden Verhalten lässt er es ihn treffen.
12 Nein, wahrhaftig, nie tut Gott Unrecht / und der Allmächtige beugt nicht das Recht.
13 Wer hat ihm die Erde anvertraut / und wer den ganzen Erdkreis hingestellt?
14 Wenn er seinen Sinn auf ihn richtet, / seinen Geist und Atem zu sich holt,
15 muss alles Fleisch zusammen sterben, / der Mensch zum Staub zurückkehren.
16 Hast du Verstand, so höre dies, / lausche dem Laut meiner Worte!
17 Kann, wer das Recht hasst, Herrschaft führen? / Und willst du den Gerechten, den Erhabenen verklagen,
18 ihn, der zum König sagt: Du Nichtsnutz!, / zu Edelmännern: Bösewicht!,
19 der nicht auf Fürsten Rücksicht nimmt, / vornehm nicht vor arm begünstigt; / denn alle sind sie seiner Hände Werk.
20 Sie sterben plötzlich, mitten in der Nacht; / das Volk gerät in Aufruhr und sie müssen fort. / Starke müssen weichen, / ohne dass eine Hand sich rührt.
21 Denn seine Augen schauen auf des Menschen Wege, / alle seine Schritte sieht er wohl.
22 Keine Finsternis gibt es, keinen Todesschatten, / wo sich die Übeltäter bergen könnten.
23 Denn dem Menschen setzt er keine Frist, / zu Gott ins Gericht zu gehen.
24 Gewaltige knickt er ohne Verhör / und stellt andere an ihren Platz.
25 Wahrhaftig, er kennt ihre Taten, / er stürzt sie bei Nacht und sie werden zermalmt.
26 Wie Frevler schlägt er sie / an einem Ort, wo man es sieht,
27 weil sie von ihm wichen, / nicht achteten auf alle seine Wege.
28 So lässt er des Armen Geschrei zu sich kommen, / er hört das Geschrei der Gebeugten.
29 Hält er sich still, wer spricht ihn schuldig? / Verbirgt er sein Gesicht, wer nimmt ihn wahr? / Über Volk und Mensch wacht er zugleich,
30 damit nicht ein ruchloser Mensch König wird, / dem Volk zur Falle.
31 Denn nicht ist es an Gott, zu sagen: / Geirrt habe ich, ich mache es nicht wieder falsch.
32 Was ich nicht sehe, lehre du mich! / Tat ich Unrecht, ich will es nicht mehr tun.
33 Soll er nach deinem Sinn vergelten, / weil du verwirfst? So musst ja du entscheiden, nicht ich, / und was du weißt, das sage an!
34 Verständige Männer werden zu mir sagen, / ein jeder Weise, der mich hört:
35 Ohne Wissen redet Ijob, / seinen Worten fehlt es an Verständnis.
36 Wohlan, weiter werde Ijob geprüft, / weil er nach der Frevler Art erwidert.
37 Denn Auflehnung fügt er seiner Sünde noch hinzu, / in unserer Mitte höhnt er laut, / mehrt seine Worte gegen Gott.
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