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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Gericht über die politischen und geistlichen Führer Jerusalems und die reichen Frauen

1 Denn siehe, der Herr, der Herr der Heerscharen, nimmt von Jerusalem und von Juda Stütze und Stab hinweg, jede Stütze des Brotes und jede Stütze des Wassers:

2 Held und Kriegsmann, Richter und Prophet und Wahrsager und Ältesten;

3 den Obersten von fünfzig {Mann} und den Angesehenen und den Ratgeber und den geschickten Zauberer[7]o. den geschickten Handwerker und den Beschwörungskünstler.

4 Dann mache ich junge Männer zu ihren Obersten, und Mutwillige sollen über sie herrschen.

5 Da wird sich das Volk {bedrängen} , Mann gegen Mann und jeder gegen seinen Nächsten. Sie werden frech auftreten, der Junge gegen den Alten und der Verachtete gegen den Geehrten.

6 Dann wird jemand seinen Bruder im Haus seines Vaters packen {und sagen}: Du hast {noch} einen Mantel, Anführer sollst du uns sein! Und dieser Trümmerhaufen sei unter deiner Hand!

7 Doch der wird an jenem Tag {seine Stimme} erheben: Ich will kein Wundarzt sein, und in meinem Haus ist kein Brot und kein Mantel. Macht mich nicht zum Anführer des Volkes! –

8 Denn Jerusalem ist gestürzt und Juda gefallen, weil ihre Zunge und ihre Taten gegen den Herrn sind, um den Augen seiner Herrlichkeit zu trotzen.

9 Dass sie die Person[1]Andere üs. : die Frechheit ihrer Gesichter ansehen, zeugt gegen sie. Und von ihrer Sünde sprechen sie offen wie Sodom, sie verschweigen sie nicht. Wehe ihrer Seele! Denn sich selbst tun sie Böses an.

10 Sagt vom Gerechten, dass {es ihm} gut {gehen wird}[2]Die meisten nehmen ein Abschreibversehen an und übersetzen: Heil dem Gerechten, denn es geht {ihm} gut; vgl. V.11, denn die Frucht ihrer Taten werden sie genießen.

11 Wehe dem Gottlosen! {Es wird ihm} schlecht {gehen} , denn das Tun seiner Hände wird ihm vergolten.

12 {Ach, } mein Volk, seine Antreiber[3]o. Machthaber sind Mutwillige, und Frauen[4]LXX: Wucherer beherrschen es. Mein Volk, deine Führer sind Verführer, und den Weg, den du gehen sollst[5]w. den Weg deiner Pfade, verwirren sie.

13 Der Herr steht da zum Rechtsstreit, und er tritt auf, um die Völker[6]Die griech. und syr. Üs. lesen: mein Volk zu richten.

14 Der Herr wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und dessen Obersten: Ihr, ihr habt den Weinberg abgeweidet, das dem Elenden Geraubte ist in euren Häusern.

15 Was {fällt} euch {ein} ? Mein Volk zertretet ihr, und das Gesicht der Elenden zermalmt ihr!, spricht der Herr, der Herr der Heerscharen[7]w. ist der Ausspruch des Herrn, des Herrn der Heerscharen.

16 Und der Herr sprach: Weil die Töchter Zions hochmütig sind und mit hochgerecktem Hals dahergehen und verführerische Blicke werfen[8]o. sich die Augen schminken, {weil sie} trippelnd einherstolzieren und mit ihren Fußspangen klirren:

17 Deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions grindig machen, und der Herr wird ihre Stirn[9]o. ihre Scham entblößen.

18 An jenem Tag wird der Herr wegnehmen den Schmuck der Fußspangen und Stirnbänder[10]o. der Sönnchen und Halbmonde;

19 die Ohrgehänge und Armketten und Schleier;

20 die Kopfbunde und Schrittkettchen und Gürtel und Riechfläschchen[11]w. die Gehäuse der Seele und Amulette;

21 die Fingerringe und Nasenringe;

22 die Prachtkleider und Mäntel und Umschlagtücher und Beutel;

23 die Handspiegel und Hemden und Turbane und Überwürfe[12]d. h. weite Schleier, die über Kopf und Schulter geworfen werden.

24 Und es wird geschehen, statt des Wohlgeruchs[13]o. Balsamöls wird Moder sein und statt des Gürtels ein Strick, statt des Lockenwerks eine Glatze und statt des Prunkgewandes ein umgürteter Sack, ein Brandmal statt Schönheit.

25 Deine Männer werden durchs Schwert fallen und deine Helden im Krieg.

26 Da werden ihre[14]d. h. der Tochter Zion Tore klagen und trauern, und vereinsamt sitzt sie am Boden.

Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung 2016

Gericht über die Amtsträger Jerusalems: 3,1–15

1 Denn siehe, Gott, der HERR der Heerscharen, / nimmt von Jerusalem und Juda jede Stütze und Stützung, jede Unterstützung mit Brot / und jede Unterstützung mit Wasser:

2 den Helden und Krieger, / den Richter und den Propheten, / den Wahrsager und den Ältesten,

3 den Anführer von Fünfzig, den Angesehenen, den Ratgeber, / den weisen Zauberer und den klugen Beschwörer.

4 Ich mache junge Burschen zu ihren Anführern / und Mutwillige sollen über sie herrschen.

5 Dann bedrängt im Volk einer den andern / und jeder seinen Nächsten. Die Jungen sind frech zu den Alten, / die Geringen zu den Geehrten.

6 Dann packt einer seinen Bruder im Haus seines Vaters: Du hast einen Mantel, / sei unser Wortführer / und dieser Trümmerhaufen sei unter deiner Gewalt!

7 Der aber wird an jenem Tag seine Stimme erheben: / Ich bin doch kein Wundarzt und in meinem Haus gibt es kein Brot / und keinen Mantel. Macht mich nicht zum Wortführer des Volkes!

8 Ja, Jerusalem ist gestürzt und Juda gefallen; / denn ihre Worte und ihre Taten richteten sich gegen den HERRN, / um den Augen seiner Herrlichkeit zu trotzen.

9 Der Ausdruck ihrer Gesichter klagte sie an / und wie Sodom taten sie ihre Sünde kund, verhehlten sie nicht. / Wehe ihnen, denn sie erwiesen sich selbst Böses.

10 Sagt: Der Gerechte, ja glücklich ist er; / denn sie werden die Frucht ihrer Taten essen.

11 Wehe dem Frevler, ihm geht es schlecht; / denn was er mit seinen Händen vollbracht hat, wird ihm angetan!

12 Mein Volk - seine Antreiber waren Ausbeuter / und Frauen beherrschten es. Mein Volk, die, welche dir Schritte vorgaben, leiteten in die Irre / und den Weg deiner Pfade haben sie verwirrt.

13 Der HERR hat sich hingestellt zum Rechtsstreit; / er steht da, die Völker zu richten.

14 Der HERR geht ins Gericht / mit den Ältesten seines Volkes und seinen Anführern: Ihr, ihr habt den Weinberg verwüstet; / das dem Armen Geraubte ist in euren Häusern.

15 Wie kommt ihr dazu, mein Volk zu zerschlagen? / Ihr zermalmt das Gesicht der Armen - / Spruch des Herrn, des GOTTES der Heerscharen.

Gericht über die Töchter Zions: 3,16–4,1

16 Der HERR sprach: Weil die Töchter Zions hochmütig sind, ihre Hälse recken und mit verführerischen Blicken daherkommen, immerzu trippelnd umherlaufen und mit ihren Fußspangen klirren,

17 wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions mit Schorf bedecken und der HERR wird ihre Schläfen kahl werden lassen.

18 An jenem Tag wird der Herr den Schmuck wegnehmen: die Fußspangen, die kleinen Sonnen und Monde,

19 die Ohrgehänge und Armkettchen, die Schleier

20 und Turbane, die Fußkettchen und die Prachtgürtel, die Riechfläschchen und die Amulette,

21 die Fingerringe und Nasenringe,

22 die Festkleider und Umhänge, die Umschlagtücher und Täschchen

23 und die Spiegel, die feinen Schleier, die Schals und Kopftücher.

24 So wird es sein: Statt Balsam wird Moder sein, / statt eines Gürtels ein Strick, statt kunstvoller Locken eine Glatze, statt eines Festkleides ein gegürteter Sack, / Brandmal statt Schönheit.

25 Deine Männer fallen durchs Schwert, / deine jungen Krieger im Kampf.

26 Dann werden ihre Tore klagen und trauern, / vereinsamt sitzt sie am Boden.

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