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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Drohrede gegen politische Führer und Propheten – Ankündigung der Zerstörung Zions

1 Und ich sprach: Hört doch, ihr Häupter Jakobs und ihr Anführer des Hauses Israel! Ist es nicht an euch, das Recht zu kennen,

2 die ihr das Gute hasst und das Böse liebt, die ihr ihnen die Haut abzieht und das Fleisch von ihren Gebeinen?

3 Und {diejenigen, } die das Fleisch meines Volkes fressen und ihre Haut von ihnen abstreifen und ihre Gebeine zerbrechen und zerstückeln wie in einem Topf und wie Fleisch mitten im Kessel,

4 die werden dann zum Herrn um Hilfe schreien, aber er wird ihnen nicht antworten; und er wird[1]o. er wird sie nicht erhören, sondern wird in jener Zeit sein Angesicht vor ihnen verbergen, ebenso wie sie ihre Taten böse gemacht haben.

5 So spricht der Herr über die Propheten, die mein Volk irreführen: Wenn sie etwas zu beißen haben, rufen sie: Frieden[2]w. Die mit ihren Zähnen Beißenden rufen: Frieden!! Wer ihnen aber nichts ins Maul gibt, gegen den heiligen sie einen Krieg[3]s. Anm. zu Jer6,4.

6 Darum soll es Nacht werden für euch, ohne Vision, und Finsternis soll es für euch werden, ohne Wahrsagung. Die Sonne wird über den Propheten untergehen und der Tag über ihnen schwarz werden.

7 Und die Seher werden beschämt und die Wahrsager zuschanden werden. Sie alle werden den Bart verhüllen, weil keine Antwort Gottes da ist.

8 Ich hingegen, ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist des Herrn, und mit Recht und Stärke, um Jakob zu verkünden sein Verbrechen[4]o. seinen Abfall und Israel seine Sünde.

9 Hört doch dies, ihr Häupter des Hauses Jakob und ihr Anführer des Hauses Israel, die das Recht verabscheuen und alles Gerade krümmen,

10 die Zion mit Blut bauen[5]so mit der griech. , syr. und aram. Üs. ; Mas. T. : der … baut und Jerusalem mit Unrecht!

11 Seine Häupter richten für Bestechung, seine Priester lehren für Lohn, und seine Propheten wahrsagen für Geld. Und {dann} stützen sie sich auf den Herrn und sagen: Ist der Herr {etwa} nicht in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen!

12 Darum wird euretwegen Zion als Acker gepflügt werden, und Jerusalem wird zu Trümmerhaufen und der Berg des Hauses[6]d. i. der Tempelberg zu Waldeshöhen werden.

Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung 2016

DROHREDE GEGEN MACHTHABER: 3,1–12

Drohrede gegen ungerechte Herrscher und Richter: 3,1–4

1 Ich habe gesagt: Hört doch, ihr Häupter Jakobs / und ihr Anführer des Hauses Israel! Ist es nicht eure Pflicht, / das Recht zu kennen?

2 Sie aber hassen das Gute / und lieben das Böse. Sie ziehen ihnen die Haut ab / und das Fleisch von den Knochen.

3 Sie haben das Fleisch meines Volkes gefressen / und ihnen die Haut abgezogen / und ihre Knochen zerhackt; sie haben sie zerstückelt wie für den Kochtopf / und wie Fleisch mitten im Kessel.

4 Wenn sie dann zum HERRN schreien, / wird er ihnen nicht antworten. Er wird sein Angesicht vor ihnen verbergen in jener Zeit, / weil sie so böse gehandelt haben.

Drohrede gegen habgierige Propheten: 3,5–8

5 So spricht der HERR gegen die Propheten: / Sie verführen mein Volk. Haben sie etwas zu beißen, / dann rufen sie: Friede! Wer ihnen aber nichts in den Mund steckt, / dem sagen sie den Krieg an.

6 Darum wird es Nacht für euch, ohne Schauung, / und Finsternis für euch, ohne Wahrsager; die Sonne geht unter über den Propheten / und es verfinstert sich über ihnen der Tag.

7 Die Seher werden zuschanden, / die Wahrsager müssen sich schämen. Sie müssen alle ihren Bart verhüllen; / denn Gottes Antwort bleibt aus.

8 Ich aber bin voller Kraft, / ich habe den Geist des HERRN, / Recht und Stärke, Jakob seine Vergehen vorzuhalten / und Israel seine Sünden.

Drohrede gegen bestechliche Herrscher und Richter: 3,9–12

9 Hört doch dies, ihr Häupter des Hauses Jakob / und ihr Anführer des Hauses Israel, die ihr das Recht verabscheut / und alles krumm macht, was gerade ist!

10 Ihr erbaut Zion mit Blut / und Jerusalem mit Unrecht.

11 Seine Häupter sprechen Recht gegen Bestechung, / ihre Priester lehren gegen Bezahlung. Ihre Propheten wahrsagen für Geld / und sie berufen sich auf den HERRN und sagen: Ist nicht der HERR in unserer Mitte? / Kein Unheil kann über uns kommen.

12 Darum wird um euretwegen / Zion zum Acker, den man umpflügt, Jerusalem wird zu einem Trümmerhaufen, / der Tempelberg zu überwucherten Höhen.

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