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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Jakobs Segen über seine Söhne – Sein Tod

1 Und Jakob rief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, und ich will euch verkünden, was euch begegnen wird in künftigen Tagen[2]o. am Ende der Tage.

2 Kommt zusammen und hört, ihr Söhne Jakobs, und hört auf Israel, euren Vater!

3 Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Stärke und der Erstling meiner Kraft! Vorrang an Hoheit und Vorrang an Macht!

4 Du bist übergewallt[3]w. ein Überwallen wie das Wasser, du sollst keinen Vorrang haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen; da hast du es entweiht. Mein Bett hat er bestiegen!

5 Die Brüder Simeon und Levi, Werkzeuge der Gewalttat sind ihre Waffen[4]o. Ratschläge; nach anderen: Beschneidungsmesser.

6 Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat, meine Ehre[5]LXX: meine Leber; was auch so viel wie »meine Seele« o. »mein Herz« bedeuten kann vereinige sich nicht mit ihrer Versammlung! Denn in ihrem Zorn erschlugen sie den Mann, in ihrem Mutwillen lähmten sie den Stier.

7 Verflucht sei ihr Zorn, weil er so gewalttätig, und ihr Grimm, weil er so grausam ist! Ich werde sie verteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel.

8 Juda, du, dich werden deine Brüder preisen[6]s. Anm. zu Kap.29,35! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein. Vor dir werden sich niederbeugen die Söhne deines Vaters.

9 Juda ist ein junger Löwe; vom Raub, mein Sohn, bist du hochgekommen. Er kauert, er lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer will ihn aufreizen?

10 Nicht weicht das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis dass der Schilo kommt[7]d. i. der Herrscherstab; die aram. und syr. Üs. lesen: bis dass der kommt, dem er (der Stab) gehört; andere üs. mit geringfügiger Änderung: bis sein Herrscher kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.

11 An den Weinstock bindet er sein Eselsfüllen, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Kleid und im Blut der Trauben sein Gewand;

12 die Augen sind dunkel[8]LXX: seine Augen funkeln von Wein und weiß die Zähne von Milch[9]o. die Augen sind dunkler als Wein, und weißer die Zähne als Milch.

13 Sebulon wohnt an der Küste der Meere, und an der Küste der Schiffe {liegt} er, seine Seite nach Sidon hin.

14 Issaschar ist ein knochiger Esel, der sich lagert zwischen den Hürden[10]o. der zwischen den beiden Sattelkörben liegt.

15 Und als er sah, dass die Ruhe[11]o. der Ruheplatz gut und dass das Land lieblich war, da beugte er seine Schulter zum Lasttragen und wurde zum fronpflichtigen Knecht.

16 Dan richtet[12]s. Anm. zu Kap.30,6 sein Volk wie einer der Stämme Israels.

17 Dan ist eine Schlange am Weg, eine Hornotter am Pfad, die in die Fersen des Pferdes beißt, und rücklings fällt sein Reiter.

18 Auf deine Rettung, Herr, harre ich!

19 Gad[2]Gad klingt im Hebr. auch an das Wort für »bedrängen« an., Räuberscharen bedrängen ihn, und er, er drängt {ihnen nach auf der} Ferse.

20 Von Asser: Fettes ist sein Brot; und er, königliche Leckerbissen gibt er.

21 Naftali ist eine flüchtige[3]w. losgelassene Hirschkuh; er gibt schöne Worte[4]Andere lesen mit Einfügung eines Buchstabens: Naftali ist eine flüchtige Hirschkuh, die schöne Kälber wirft..

22 Ein junger Fruchtbaum ist Josef, ein junger Fruchtbaum an der Quelle; seine Zweige ranken über die Mauer[5]w. seine Töchter steigen auf über die Mauer.

23 Und es reizen ihn die Bogenschützen[6]w. die Herren der Pfeile und schießen und feinden ihn an;

24 aber sein Bogen bleibt fest, und gelenkig sind die Arme[7]o. ist die Kraft seiner Hände, durch die Hände des Mächtigen Jakobs, von dort, dem Hirten, dem Stein Israels,

25 von dem Gott deines Vaters – der helfe dir – und {von} Gott, dem Allmächtigen[8]so mit anderen hebr. Handschr. , SamPent, LXX und der syr. Üs. ; Mas. T. : der helfe dir – und mit dem Allmächtigen – der segne dich mit Segnungen des Himmels droben, mit Segnungen der Flut[9]o. Tiefe; vgl. 1Mo1,2, die unten liegt, mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes.

26 Die Segnungen deines Vaters überragen die Segnungen der uralten Berge[10]Die Üs. folgt LXX, die hier wohl den besseren Text bewahrt hat. Mas. T. : die Segnungen meiner Erzeuger der Urzeit, das begehrenswerte {Gut} der ewigen Hügel. Sie seien auf dem Haupt Josefs und auf dem Scheitel des Abgesonderten[11]o. des Geweihten; o. des Fürsten; hebr. nasir; die syr. Üs. liest: auf die Krone seiner Brüder unter seinen Brüdern.

27 Benjamin ist ein Wolf, der zerreißt; am Morgen verzehrt er Raub, und am Abend verteilt er Beute.

28 Alle diese sind die zwölf Stämme Israels, und das ist es, was ihr Vater zu ihnen redete. Und er segnete sie, jeden nach seinem Segen, mit dem er sie segnete.

29 Und er befahl ihnen und sagte zu ihnen: Bin ich versammelt zu meinem Volk[12]d. h. zu seinen (bzw. meinen) Vorfahren, dann begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Feld des Hetiters Efron {liegt} ;

30 in der Höhle, die auf dem Feld Machpela gegenüber von Mamre ist, im Land Kanaan, {auf} dem Feld, das Abraham von dem Hetiter Efron zum Erbbegräbnis gekauft hat.

31 Dort haben sie Abraham begraben und seine Frau Sara; dort haben sie Isaak begraben und seine Frau Rebekka; und dort habe ich Lea begraben.

32 Das Feld und die Höhle, die darauf ist, sind Besitz {, gekauft} von den Söhnen[13]w. Kaufbesitz vonseiten der Söhne Het.

33 Und als Jakob damit geendet hatte, seinen Söhnen Befehle zu geben, zog er seine Füße aufs Bett herauf und verschied und wurde zu seinen Völkern[12]d. h. zu seinen (bzw. meinen) Vorfahren versammelt.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Jakob schaut die Zukunft der zwölf Stämme Israels

1 Jakob rief alle seine Söhne zu sich und sagte zu ihnen: »Kommt her, ich will euch wissen lassen, wie es euren Nachkommen ergehen wird.

2 Kommt und hört, meine Söhne, was euer Vater Israel euch zu sagen hat:

3 Du, Ruben, bist mein Erstgeborener, das Zeugnis meiner besten Kraft, weil ich dich als den Ersten zeugte; du bist der Erste auch an Macht und Hoheit!

4 Und doch kannst du nicht Erster bleiben; denn zügellos wie wilde Fluten bist du einst auf mein Bett gestiegen und hast dich dadurch selbst geschändet.

5-6 Ihr beiden Brüder, Simeon und Levi, ihr könnt mich nie dafür gewinnen, mich euren Plänen anzuschließen; denn ihr kennt nichts als Wut und Willkür! Ganz sinnlos habt ihr Männer abgeschlachtet und starke Stiere ohne Grund verstümmelt.

7 Verflucht sei euer wildes Wüten, weil es so roh und grausam ist. Das Urteil über euch hat Gott gesprochen: ›Ihr dürft nicht mehr zusammenbleiben; ich werde euch in Israel zerstreuen!‹

8 Dich, Juda, preisen deine Brüder! Voll Freude jubeln sie dir zu, weil du den Feind im Nacken packst, und in den Staub hinunterzwingst.

9 Mein Sohn, du gleichst dem jungen Löwen, der niemals leer vom Raubzug heimkehrt: Er legt sich neben seine Beute, und keiner wagt ihn aufzustören.

10 Nur dir gehören Thron und Zepter, dein Stamm wird stets den König stellen, bis Schilo kommt, der große Herrscher, dem alle Völker dienen sollen.

11 Ja, Juda lebt im Überfluss: Ganz achtlos bindet er sein Reittier am allerbesten Weinstock fest und wäscht im Traubenblut den Mantel.

12 Der Wein macht seine Augen funkeln und Milch die Zähne blendend weiß.

13 Du, Sebulon, wohnst nah beim Meer, dort, wo die Schiffe einen Hafen finden; bis hin nach Sidon reicht dein Land!

14-15 Du, Issachar, beugst deinen Rücken und schleppst als Sklave schwere Lasten. Genauso wie ein dürrer Esel brichst du darunter in die Knie. Du zahlst den Preis für deine Sehnsucht nach einem schönen, ebnen Land und einem Leben ohne Mühe!

16 Du, Dan, bewahrst das Recht des Volkes! Deswegen wird dein Stamm geachtet von allen Stämmen Israels.

17 Gefährlich bist du wie die Schlange, die auf der Lauer liegt am Wegrand: Sie beißt das Pferd in seine Fesseln, dann stürzt der Reiter rücklings ab. So siegst du über deine Feinde!

18 Ich warte, HERR, auf deine Hilfe!

19 Du, Gad, von Räubern oft bedrängt, lässt dich von ihnen nie berauben; du wehrst sie ab und jagst sie fort!

20 Die Felder Aschers tragen reiche Frucht; in seinem Land wächst nur das Beste, die Speise für des Königs Tisch.

21 Du, Naftali, gleichst einer Hirschkuh, die auf den Bergen frei umherläuft und schöne, starke Junge hat.

22 Du, Josef, bist dem Weinstock gleich, der an der Quelle üppig treibt und seine Mauer überwuchert.

23 Die Feinde fordern dich zum Kampf, beschießen dich mit ihren Pfeilen;

24 doch du bleibst unerschüttert stehen und schießt mit rascher Hand zurück. Bei dir ist Jakobs starker Gott; deswegen führst du Israel und bist des Volkes Schutz und Stärke.

25 Gott, der Gewaltige, ist es, der dir hilft; dich segnet deines Vaters Gott. Er gibt dir Regen aus dem Himmel, gibt Quellen aus der Erdentiefe. Das Leben mehrt und segnet er mit Fruchtbarkeit des Mutterleibes, mit Überfluss aus Mutterbrüsten.

26 Du siehst die Berge, fest und ewig, die hoch bis in die Wolken ragen; dein Reichtum überragt sie alle. Dies alles ist dir vorbehalten, weil du den Segen erben sollst, den ich, dein Vater, einst empfing. Du, Josef, bist der Auserwählte inmitten aller deiner Brüder!

27 Du, Benjamin, bist wie der Wolf, der morgens seinen Raub verschlingt und abends seine Beute teilt.«

28 Mit diesen Worten segnete Jakob seine Söhne. Er gab jedem zum Abschied ein besonderes Segenswort. In die Zukunft blickend, sprach er von den zwölf Stämmen Israels.

29-30 Danach ordnete er an: »Wenn ich tot bin, dann bringt mich ins Land Kanaan und bettet mich zur letzten Ruhe neben meinen Vorfahren, in der Höhle auf dem Feld Machpela östlich von Mamre. Dieses Grundstück hat Abraham von dem Hetiter Efron als Grabstätte für seine Familie erworben.

31 Dort wurden Abraham und Sara zur letzten Ruhe gebettet, dort liegen Isaak und Rebekka, und auch Lea habe ich dort beigesetzt.

32 Das Feld und die Höhle darauf sind unser rechtmäßiges Eigentum; wir haben es von den Hetitern gekauft.«

33 Während Jakob seinen Söhnen diese letzten Anweisungen gab, saß er auf dem Rand seines Bettes. Nun hob er seine Füße aufs Bett und legte sich zurück. Bald darauf starb er und wurde im Tod mit seinen Vorfahren vereint.

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