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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Sauls Hass auf David – Jonatans Eintreten für David

1 Saul nun redete mit seinem Sohn Jonatan und mit all seinen Knechten, dass er David töten wolle. Jonatan aber, der Sohn Sauls, hatte großen Gefallen an David.

2 Und Jonatan berichtete es David und sagte: Mein Vater Saul sucht dich zu töten. Nun hüte dich doch morgen und bleibe im Versteck sitzen und verbirg dich!

3 Ich aber will hinausgehen und mich auf dem Feld neben meinen Vater stellen, wo du bist, und ich will mit meinem Vater über dich reden und sehen, wie es steht, und es dir berichten.

4 Und Jonatan redete mit seinem Vater Saul Gutes von David und sagte zu ihm: Der König versündige sich nicht an seinem Knecht, an David! Denn er hat sich nicht an dir versündigt, und seine Taten sind dir sehr nützlich.

5 Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt und den Philister erschlagen, und der Herr hat ganz Israel eine große Rettung verschafft. Du hast es gesehen und dich {darüber} gefreut. Warum willst du dich an unschuldigem Blut versündigen, dass du David ohne Ursache tötest?

6 Und Saul hörte auf die Stimme Jonatans, und Saul schwor: So wahr der Herr lebt, wenn er getötet wird!

7 Da rief Jonatan David, und Jonatan berichtete ihm alle diese Worte. Und Jonatan brachte David zu Saul, und er diente ihm wie früher.

Erneuter Mordversuch Sauls an David – Davids Flucht zu Samuel

8 Und es kam wieder zum Krieg. David zog aus und kämpfte gegen die Philister und brachte ihnen eine große Niederlage bei, sodass sie vor ihm flohen.

9 Und ein böser Geist von dem Herrn kam über Saul, als er in seinem Haus saß, seinen Speer in seiner Hand. David aber spielte {auf der Zither}[1]w. spielte mit der Hand.

10 Und Saul suchte David mit dem Speer an die Wand zu spießen. Aber er wich aus vor Saul, sodass er den Speer in die Wand stieß. Und David floh und entrann in jener Nacht.

11 Da sandte Saul Boten in das Haus Davids, um ihn zu bewachen und ihn {dann} am Morgen zu töten. Aber seine Frau Michal teilte es David mit: Wenn du nicht in dieser Nacht dein Leben rettest, dann wirst du morgen umgebracht werden.

12 Und Michal ließ David durchs Fenster hinab. Und er eilte fort, floh und entrann.

13 Und Michal nahm den Terafim[2]d. h. der Hausgötze und legte ihn aufs Bett und legte ein Geflecht von Ziegenhaar[3]d. i. ein Schutz gegen Mücken an sein Kopfende und bedeckte ihn mit einem Tuch[4]o. mit der Decke.

14 Und Saul sandte Boten, um David zu holen. Und sie sagte: Er ist krank.

15 Da sandte Saul noch einmal Boten, nach David zu sehen, und sagte: Bringt ihn im Bett zu mir herauf, damit ich ihn töte!

16 Und die Boten kamen, und siehe, der Terafim[2]d. h. der Hausgötze {lag} im Bett, und das Geflecht von Ziegenhaar an seinem Kopfende.

17 Da sagte Saul zu Michal: Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind entfliehen lassen, dass er entrinnen konnte? Und Michal antwortete Saul: Er sagte zu mir: Lass mich gehen, sonst töte ich dich![5]w. warum sollte ich dich töten?

18 David aber war geflohen und hatte sich gerettet. Und er kam zu Samuel nach Rama und berichtete ihm alles, was Saul ihm angetan hatte. Dann ging er mit Samuel, und sie wohnten in Najot.

19 Und es wurde Saul berichtet: Siehe, David ist in Najot[6]d. h. Wohnungen; vielleicht die Wohnungen der Prophetenschüler; vgl. V.20 in Rama.

20 Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Als sie aber die Schar[7]so mit LXX, syr. und aram. Üs. Das hebr. Wort bedeutet so viel wie »ehrwürdige Gesellschaft«. der Propheten, die weissagten[8]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung, sahen und Samuel dabeistehen, wie er sie leitete, kam der Geist Gottes über die Boten Sauls, und auch sie weissagten[8]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung.

21 Und man berichtete es Saul, und er sandte andere Boten, und auch die weissagten[8]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung. Und Saul sandte zum dritten Mal Boten, und auch sie weissagten[1]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung.

22 Da ging auch er nach Rama und kam an die große Zisterne, die in Sechu ist. Und er fragte: Wo sind Samuel und David? Man antwortete {ihm}: Siehe, in Najot in Rama.

23 Und er ging von dort[2]so mit LXX nach Najot in Rama. Und auch über ihn kam der Geist Gottes, und er ging daher und weissagte[1]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung, bis er in Najot in Rama ankam.

24 Und auch er zog seine Oberkleider aus, und auch er weissagte[1]d. i. hier prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung vor Samuel, und er fiel hin {und lag} nackt {da} den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: Ist auch Saul unter den Propheten[3]o. unter den prophetisch Ergriffenen?

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Jonatan als Fürsprecher Davids

1 Saul sprach zu seinem Sohn Jonatan und zu seinen Offizieren ganz offen darüber, dass er David umbringen wolle. Jonatan aber hatte David lieb gewonnen,

2 deshalb warnte er ihn: »Mein Vater will dich töten. Nimm dich morgen in Acht und halte dich von früh an versteckt.

3 Ich werde mit meinem Vater aufs freie Feld hinausgehen und dort, in der Nähe deines Verstecks, mit ihm über dich sprechen. Ich werde seine Stimmung erkunden und dir dann Bescheid geben.«

4 Jonatan setzte sich bei seinem Vater für David ein und sagte: »Mein König, vergehe dich nicht an deinem Diener David! Er hat dir doch nichts getan, im Gegenteil: Er hat dir gute Dienste geleistet.

5 Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, als er gegen Goliat antrat; durch ihn hat der HERR ganz Israel geholfen. Du hast es selber gesehen und dich darüber gefreut. Warum willst du dich jetzt an ihm vergehen und einen Unschuldigen ohne jeden Grund umbringen?«

6 Saul ließ sich von Jonatan umstimmen und schwor: »So gewiss der HERR lebt: David soll nicht sterben!«

7 Jonatan rief David zu sich und erzählte ihm alles. Dann brachte er ihn zu Saul, und David stand wieder in Sauls Diensten wie zuvor.

Saul trachtet David nach dem Leben

8 Von Neuem kam es zum Kampf mit den Philistern und David zog gegen sie ins Feld. Er brachte ihnen eine schwere Niederlage bei und schlug sie in die Flucht.

9 Als David heimgekehrt war, kam wieder der böse Geist über Saul, den der HERR ihm schickte. David spielte vor dem König auf der Harfe, während dieser mit dem Speer in der Hand dasaß.

10 Plötzlich schleuderte Saul den Speer auf David, um ihn zu durchbohren; doch David konnte ausweichen und der Speer fuhr in die Wand. David flüchtete sich in sein Haus. Da es schon Abend war,

11 schickte Saul bewaffnete Männer aus, die das Haus Davids bewachen und ihn am nächsten Morgen umbringen sollten. Michal warnte David und sagte zu ihm: »Wenn du dich nicht noch heute Nacht in Sicherheit bringst, bist du morgen ein toter Mann.«

12 Sie ließ David durchs Fenster hinab und er entkam.

13 Nun legte Michal die geschnitzte Figur des Hausgottes ins Bett, deckte sie mit einem Mantel zu und legte ans Kopfende ein Geflecht aus Ziegenhaar.

14 Als Saul seine Leute schickte, um David zu holen, sagte sie zu ihnen: »Er ist krank.«

15 Saul schickte die Männer noch einmal hin und befahl ihnen, bis zu David vorzudringen. »Bringt ihn samt dem Bett«, sagte er, »damit ich ihn töten kann.«

16 Als sie ins Haus eindrangen, fanden sie im Bett nur den Hausgott und das Geflecht aus Ziegenhaar.

17 Saul stellte seine Tochter zur Rede: »Warum hast du mich hintergangen und meinen Feind entkommen lassen?« Aber Michal erwiderte: »Er hat gedroht, mich zu töten, wenn ich ihn nicht gehen lasse.«

Saul bei den Propheten in Rama

18 David war geflohen und hatte sich in Sicherheit gebracht. Er kam zu Samuel nach Rama und erzählte ihm, was Saul ihm alles angetan hatte. Dann ging er mit Samuel in die Wohnsiedlung der Propheten und blieb dort.

19 Als Saul erfuhr, dass David in der Prophetensiedlung in Rama war,

20 schickte er bewaffnete Männer, die ihn festnehmen sollten. Sie kamen gerade dazu, wie die ganze Gemeinschaft der Propheten in ekstatischer Begeisterung tanzte und sang. Samuel als ihr Vorsteher stand dabei. Da kam der Geist Gottes auch über die Männer Sauls und sie gerieten in denselben Zustand wie die Propheten.

21 Als es Saul berichtet wurde, schickte er andere Boten, aber auch die wurden von der Begeisterung der Propheten angesteckt. Da schickte Saul ein drittes Mal Boten, doch denen erging es ebenso.

22 Nun machte sich Saul selbst auf den Weg nach Rama. Bei der großen Zisterne in Sechu erkundigte er sich, wo Samuel und David zu finden seien, und bekam die Antwort: »Da drüben, in der Prophetensiedlung in Rama!«

23 Als er dorthin ging, versetzte der Geist Gottes auch ihn in ekstatische Begeisterung, und in diesem Zustand legte er den Weg bis zur Siedlung in Rama zurück.

24 Dort angekommen, warf er auch noch seine Kleider ab und schrie und tanzte vor Samuel herum, bis er erschöpft zu Boden fiel. Den Rest des Tages und die ganze Nacht lag er nackt auf der Erde. Daher kommt die Redensart: »Ist Saul auch unter die Propheten geraten?«

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