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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Davids Bundestreue gegenüber Saul in der Höhle bei En-Gedi

1 Und David zog von dort hinauf und blieb auf den Bergfesten von En-Gedi.

2 Und es geschah, als Saul von der Verfolgung der Philister zurückgekehrt war, berichtete man ihm: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi.

3 Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, um David und seine Männer in Richtung auf die Steinbockfelsen zu suchen.

4 Und er kam zu den Schafhürden am Weg, wo eine Höhle war, und Saul ging hinein, um seine Füße zu bedecken[8]d. i. seine Notdurft zu verrichten. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.

5 Da sagten die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Siehe, ich werde deinen Feind in deine Hand geben, damit du mit ihm tun kannst[9]w. tust, wie es gut ist in deinen Augen. Und David stand auf und schnitt heimlich einen Zipfel von dem Oberkleid Sauls ab.

6 Aber danach geschah es, da schlug dem David das Herz, weil er den Zipfel {vom Oberkleid} Sauls abgeschnitten hatte.

7 Und er sagte zu seinen Männern: Das sei vor dem Herrn fern von mir[10]w. {Etwas} Entweihtes {sei es} mir vor dem Herrn, dass ich so etwas an meinem Herrn, dem Gesalbten des Herrn, tun sollte, meine Hand an ihn zu legen, denn er ist der Gesalbte des Herrn!

8 Und David wehrte seinen Männern[11]o. trennte seine Männer voneinander; o. riss seine Männer herunter mit {diesen} Worten und erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen[1]w. sich gegen Saul zu erheben. Und Saul stand auf, {trat} aus der Höhle heraus und zog seines Weges.

9 Danach machte David sich auf, ging aus der Höhle hinaus und rief hinter Saul her: Mein Herr und König! Und Saul sah sich um, und David neigte sein Gesicht zur Erde[2]d. i. auf die Knie fallen, sodass man mit dem Gesicht die Erde berühren kann und warf sich nieder.

10 Da sagte David zu Saul: Warum hörst du auf die Worte von Menschen, die sagen: Siehe, David sucht dein Unglück?

11 Siehe, an diesem Tag haben deine Augen gesehen, dass der Herr dich heute in meine Hand gegeben hat in der Höhle. Und man drängte {mich}[3]w. sagte, o. dachte, dich umzubringen. Aber ich habe dich verschont[4]so mit LXX, aram. und syr. Üs. ; Mas. T. und lat. Üs. : {mein Auge} ist deinetwegen geflossen; d. h. hat deinetwegen geweint und dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen, denn er ist der Gesalbte des Herrn!

12 Sieh, mein Vater, ja, sieh den Zipfel deines Oberkleides in meiner Hand! Denn dass ich einen Zipfel deines Oberkleides abgeschnitten und dich nicht umgebracht habe, daran erkenne und sieh, dass meine Hand rein ist von Bosheit und Aufruhr[5]w. in meiner Hand nicht Böses und {Treue} bruch sind! Ich habe mich nicht an dir versündigt. Du aber stellst meinem Leben nach, um es {mir} zu nehmen.

13 Der Herr richte zwischen mir und dir, und möge der Herr mich an dir rächen! Aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.

14 Wie das alte Sprichwort sagt: Von den Gottlosen kommt Gottlosigkeit; aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.

15 Hinter wem zieht der König von Israel her? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!

16 So sei denn der Herr Richter und richte zwischen mir und dir! Er sehe darein und führe meine Rechtssache[6]w. streite meinen Rechtsstreit und verschaffe mir Recht gegen dich[7]w. aus deiner Hand!

17 Und es geschah, als David diese Worte an Saul beendet hatte, sagte Saul: Ist das {nicht} deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte.

18 Dann sagte er zu David: Du bist gerechter als ich. Denn du hast mir Gutes erwiesen, ich aber habe dir Böses erwiesen.

19 Du hast heute bewiesen, wie du Gutes an mir getan hast, als der Herr mich in deine Hand ausgeliefert hatte und du mich nicht umgebracht hast.

20 Denn wenn jemand seinen Feind findet, lässt er ihn dann im Guten seinen Weg gehen? So möge der Herr dir Gutes vergelten für das, was du heute an mir getan hast!

21 Und nun siehe, ich habe erkannt, dass du König, ja, König werden wirst und dass in deiner Hand das Königtum Israels Bestand haben wird.

22 So schwöre mir nun bei dem Herrn, dass du meine Nachkommen[8]w. meinen Samen nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus dem Haus meines Vaters!

23 Und David schwor es Saul. Und Saul ging in sein Haus zurück. David aber und seine Männer stiegen auf die Burg hinauf.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

David beschämt Saul

1 Von dort aus zog sich David in die schwer zugänglichen Berge bei En-Gedi zurück.

2 Saul schlug inzwischen die Philister in die Flucht und verfolgte sie. Als er heimkehrte, wurde ihm gemeldet: »David ist jetzt in der Bergwüste bei En-Gedi!«

3 Saul nahm 3000 der besten Kriegsleute aus ganz Israel mit. Östlich der Steinbockfelsen machte er sich auf die Suche nach David und seinen Männern.

4 Als er an den Schafhürden vorbeikam, ging er in die nahe gelegene Höhle, um seine Notdurft zu verrichten. Hinten in dieser Höhle saß David mit seinen Männern.

5 Die flüsterten ihm zu: »Heute ist der Tag, von dem der HERR zu dir gesagt hat: ›Ich gebe deinen Feind in deine Hand. Du kannst mit ihm machen, was du willst.‹« David stand auf und schnitt heimlich einen Zipfel von Sauls Gewand ab.

6 Hinterher schlug ihm aber doch das Gewissen, weil er das gewagt hatte.

7 Er sagte zu seinen Leuten: »Der HERR bewahre mich davor, dass ich Hand an meinen Gebieter lege, an den gesalbten König des HERRN! Denn das ist und bleibt er.«

8 Er wies seine Männer zurecht und verbot ihnen, sich an Saul zu vergreifen. Als Saul die Höhle verlassen hatte, um seinen Weg fortzusetzen,

9 kam David heraus und rief ihm nach: »Mein Herr und König!« Saul drehte sich um und David warf sich ehrerbietig vor ihm nieder.

10 Er sagte: »Warum lässt du dir einreden, dass ich dich ins Verderben stürzen will?

11 Heute kannst du dich mit eigenen Augen vom Gegenteil überzeugen. Hier in der Höhle hatte der HERR dich in meine Hand gegeben; meine Leute haben mir zugesetzt, dass ich dich umbringen soll. Aber ich habe dich geschont, weil ich dachte: ›Ich werde nicht Hand an meinen Gebieter legen; denn er ist der gesalbte König des HERRN.‹

12 Mein Vater, sieh diesen Zipfel deines Gewandes hier in meiner Hand! Ich hätte dich töten können, aber ich habe nur dieses Stück von deinem Gewand abgeschnitten. Daran musst du doch erkennen, dass ich kein Verräter bin und dir nichts Böses antun will. Ich habe dir nichts getan, und doch stellst du mir nach und willst mich umbringen.

13 Der HERR soll Richter zwischen uns sein! Er soll dich strafen für das Unrecht, das du mir antust; aber ich selbst werde meine Hand nicht gegen dich erheben.

14 Du kennst das Sprichwort: ›Nur Verbrecher begehen Verbrechen.‹ Ich werde mich nicht an dir vergreifen.

15 Hinter wem jagst du denn her? Der König von Israel jagt einen toten Hund, ja einen einzigen Floh!

16 Der HERR soll Richter sein und zwischen dir und mir entscheiden. Er soll meinen Streit gegen dich führen und mir zu meinem Recht verhelfen.«

17 Als David ausgeredet hatte, fragte Saul: »Ist das wirklich deine Stimme, mein Sohn David?« Und er brach in lautes Weinen aus.

18 Dann sagte er zu David: »Du bist im Recht gegen mich. Du bist gut zu mir gewesen, obwohl ich dir Böses angetan habe.

19 Heute hast du es bewiesen; denn du hast mich verschont. Der HERR hatte mich in deine Hand gegeben, aber du hast mich nicht getötet.

20 Wo kommt so etwas vor, dass einer seinen Feind in der Hand hat und ihn unbehelligt laufen lässt? Der HERR wird dich dafür belohnen.

21 Ich weiß ja, du wirst König werden und in deiner Hand wird das Königtum in Israel festen Bestand haben.

22 Darum schwöre mir beim HERRN, dass du meine Nachkommen nicht ausrottest, damit mein Andenken in meiner Sippe erhalten bleibt!«

23 David schwor es. Dann kehrte Saul nach Hause zurück, aber David und seine Männer gingen wieder hinauf in ihr Bergversteck.

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