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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Ahabs Siege über Aram – Bund mit dem König von Aram
1 Und Ben-Hadad, der König von Aram, versammelte seine ganze Heeresmacht: 32 Könige waren mit ihm und Pferd und Wagen. Und er zog herauf und belagerte Samaria und kämpfte gegen es.
2 Und er sandte Boten zu Ahab, dem König von Israel, in die Stadt
3 und ließ ihm sagen: So spricht Ben-Hadad: Dein Silber und dein Gold gehören mir, und deine Frauen und deine edlen Söhne gehören mir.
4 Da antwortete der König von Israel und sagte: Nach deinem Wort, mein Herr {und} König: Dein bin ich mit allem, was mir gehört.
5 Und die Boten kamen zurück und sagten: So spricht Ben-Hadad: Jawohl, ich habe zu dir gesandt und gesagt: Dein Silber und dein Gold und deine Frauen und deine Söhne sollst du mir geben.
6 Fürwahr, wenn ich morgen um diese Zeit meine Knechte zu dir sende, dann werden sie dein Haus und die Häuser deiner Knechte gründlich durchsuchen. Und es wird geschehen, alles in deinen Augen Begehrenswerte[2]LXX, Vulg. und die syr. Üs. : alles in ihren Augen Begehrenswerte werden sie in ihre Gewalt bringen und mitnehmen.
7 Da berief der König von Israel alle Ältesten des Landes und sagte: Erkennt doch und seht, dass dieser Böses sucht! Denn er hat zu mir gesandt wegen meiner Frauen und meiner Söhne und wegen meines Silbers und meines Goldes, und ich habe ihm nichts verweigert.
8 Da sagten alle Ältesten und alles Volk zu ihm: Höre nicht {auf ihn} und willige nicht ein!
9 So sagte er {denn} zu den Boten Ben-Hadads: Sagt meinem Herrn, dem König: Alles, weswegen du zuerst zu deinem Knecht gesandt hast, will ich tun; aber diese Sache kann ich nicht tun. Und die Boten gingen hin und brachten ihm Antwort.
10 Da sandte Ben-Hadad zu ihm und ließ {ihm} sagen: So sollen mir die Götter tun und so sollen sie hinzufügen[3]eine hebr. Schwurformel, wenn der Schutt[4]w. der Staub von Samaria ausreichen sollte für die hohlen Hände all des {Kriegs} volkes, das in meinem Gefolge ist!
11 Der König von Israel aber antwortete und sagte: Sagt {ihm}: Wer {das Schwert} umgürtet, rühme sich nicht wie einer, der {es wieder} ablegt!
12 Und es geschah, als er dieses Wort hörte – er zechte gerade im Zeltlager[1]w. trank gerade in den Hütten, er und die Könige –, da sagte er zu seinen Knechten: Zum Angriff! Und sie stellten sich zum Angriff auf.[2]w. Richtet {die Belagerungsmaschinen} auf! Und sie richteten {sie} auf.
13 Und siehe, ein Prophet trat zu Ahab, dem König von Israel, und sagte: So spricht der Herr: Hast du diese ganze gewaltige Menge gesehen? Siehe, ich gebe sie heute in deine Hand, und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin.
14 Da sagte Ahab: Durch wen? Und er sagte: So spricht der Herr: Durch die Leute der Provinzstatthalter[3]w. die Jungen der Obersten der Provinzen. – Mit dem Wort »Jungen« sind Offiziere gemeint.. Und er sagte: Wer soll den Kampf eröffnen? Er sagte: Du.
15 Da musterte er die Leute der Provinzstatthalter[3]w. die Jungen der Obersten der Provinzen. – Mit dem Wort »Jungen« sind Offiziere gemeint.; es waren 232. Und nach ihnen musterte er das ganze Volk, alle Söhne Israel, 7000 {Mann}.
16 Und sie zogen aus am Mittag. Ben-Hadad aber trank und berauschte sich im Zeltlager[4]w. in den Hütten, er und die Könige, die 32 Könige, die ihm halfen.
17 Und die Leute der Provinzstatthalter[3]w. die Jungen der Obersten der Provinzen. – Mit dem Wort »Jungen« sind Offiziere gemeint. zogen zuerst aus. Und Ben-Hadad sandte {Leute aus} , und man berichtete ihm: Männer aus Samaria sind ausgezogen.
18 Da sagte er: Wenn sie zum Frieden ausgezogen sind, greift sie lebendig, und wenn sie zum Kampf ausgezogen sind, greift sie {auch} lebendig!
19 Als jene aber aus der Stadt herausgezogen waren – die Leute der Provinzstatthalter[3]w. die Jungen der Obersten der Provinzen. – Mit dem Wort »Jungen« sind Offiziere gemeint. und das Heer, das ihnen folgte –,
20 da schlugen sie jeder seinen Gegner[5]w. seinen Mann, sodass die Aramäer flohen; und Israel jagte ihnen nach. Ben-Hadad, der König von Aram, entkam aber auf einem Pferd mit {einigen} Gespannen.
21 Da zog der König von Israel aus und schlug die Pferde und die Kriegswagen, und er richtete unter den Aramäern eine große Niederlage an[6]w. er schlug Aram – ein großer Schlag.
22 Da trat der Prophet zum König von Israel und sagte zu ihm: Wohlan, zeige dich mutig[7]o. sammle Kräfte o. Verstärkung und erkenne und sieh zu, was du {jetzt} tun musst! Denn bei der Wiederkehr des Jahres[8]d. h. im folgenden Frühjahr wird der König von Aram {erneut} gegen dich heraufziehen.
23 Und die Knechte des Königs von Aram sagten zu ihm: Ihre Götter sind Berggötter, darum waren sie uns überlegen. Lasst uns jedoch in der Ebene mit ihnen kämpfen, {dann wird es sich zeigen, } ob wir ihnen nicht überlegen sein werden!
24 Diese {eine} Sache aber musst du tun: Entferne die Könige, jeden von seiner Stellung, und setze Statthalter an ihre Stelle!
25 Und du, stelle dir ein Heer auf[9]w. zähle dir ein Heer wie das Heer, das dir verloren ging[10]w. das dir gefallen ist, und Pferde wie die {verlorenen} Pferde und Kriegswagen wie die {verlorenen} Kriegswagen! Dann wollen wir in der Ebene mit ihnen kämpfen {und sehen} , ob wir ihnen nicht überlegen sein werden. Und er hörte auf ihre Stimme und machte es so.
26 Und es geschah bei der Wiederkehr des Jahres[8]d. h. im folgenden Frühjahr, da musterte Ben-Hadad die Aramäer und zog hinauf nach Afek[11]d. i. in der Ebene Jesreel zum Kampf mit Israel.
27 Und die Söhne Israel wurden gemustert und {mit Vorrat} versorgt und zogen ihnen entgegen. Und die Söhne Israel lagerten sich ihnen gegenüber wie zwei kleine Herden Ziegen[12]Die Bedeutung »kleine Herde« ist nicht gesichert. Andere üs. : wie zwei zu früh geworfene Zicklein. Die Aramäer aber füllten das Land.
28 Da trat der Mann Gottes herzu und sprach zum König von Israel und sagte: So spricht der Herr: Weil die Aramäer gesagt haben: Der Herr ist ein Gott der Berge, aber ein Gott der Täler ist er nicht! – darum will ich diese ganze gewaltige Menge in deine Hand geben; und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
29 Und sie lagerten einander gegenüber sieben Tage lang. Und es geschah am siebten Tag, da kam es zum Kampf[1]w. da rückte der Kampf heran, und die Söhne Israel schlugen die Aramäer, 100000 Mann zu Fuß, an einem Tag.
30 Und die Übrigen flohen nach Afek in die Stadt. Da fiel die Mauer auf die 27000 Mann, die übrig geblieben waren. Und Ben-Hadad floh und kam in die Stadt {und verkroch sich} von Kammer zu Kammer.
Ahabs Bund mit dem König der Aramäer – Gottes Gerichtsandrohung
31 Da sagten seine Diener zu ihm: Sieh doch, wir haben gehört, dass die Könige des Hauses Israel gnädige Könige sind. Lass uns doch Sacktuch um unsere Hüften legen und Stricke um unsere Köpfe und zum König von Israel hinausgehen! Vielleicht lässt er dich[2]w. deine Seele am Leben.
32 So gürteten sie Sacktuch um ihre Hüften und {legten} Stricke um ihre Köpfe und kamen zum König von Israel und sagten: Dein Knecht Ben-Hadad lässt {dir} sagen: Lass mich doch[3]w. Lass doch meine Seele am Leben! Und er sagte: Lebt er noch? Er ist mein Bruder.
33 Und die Männer nahmen es als ein gutes Vorzeichen und eilten, sich es von ihm bestätigen zu lassen[4]w. beeilten sich, es von ihm als unwiderruflich festzuhalten, und sagten: {Ja, } Ben-Hadad ist dein Bruder. Und er sagte: Geht, holt ihn! Da ging Ben-Hadad zu ihm hinaus, und der ließ ihn {zu sich} auf den Wagen steigen.
34 Und Ben-Hadad[5]w. Und er sagte: Die Städte, die mein Vater deinem Vater genommen hat, will ich {dir} zurückgeben, und du kannst dir Straßen in Damaskus anlegen, wie sie mein Vater in Samaria angelegt hat. – Und ich {, sagte der König von Israel, } will dich mit diesem Bund[6]o. Vertrag ziehen lassen. Und er schloss einen Bund[6]o. Vertrag mit ihm und ließ ihn ziehen.
35 Und ein Mann von den Prophetensöhnen[7]o. Prophetenschülern sagte zu seinem Gefährten auf das Wort des Herrn hin: Schlag mich doch! Aber der Mann weigerte sich, ihn zu schlagen.
36 Da sagte er zu ihm: Dafür, dass du nicht auf die Stimme des Herrn gehört hast – siehe, sobald du von mir weggehst, wird dich ein Löwe schlagen[8]d. h. töten. Und als er von ihm wegging, da fand ihn ein Löwe und schlug[9]d. h. tötete ihn.
37 Und er fand einen anderen Mann und sagte: Schlag mich doch! Und der Mann schlug ihn, schlug und verwundete ihn.
38 Da ging der Prophet hin und stellte sich an den Weg, {um} dem König {zu begegnen}. Und er machte sich unkenntlich durch eine Binde über seinen Augen.
39 Und es geschah, als der König vorüberging, da schrie er dem König zu und sagte: Dein Knecht war ausgezogen mitten in den Kampf, und siehe, da wandte sich ein Mann herzu und brachte einen {anderen} Mann zu mir und sagte: Bewache diesen Mann! Sollte er etwa vermisst werden, dann soll dein Leben für sein Leben einstehen, oder du sollst ein Talent Silber darwiegen.
40 Und es geschah, während dein Knecht da und dort zu tun hatte, da war er nicht {mehr} da. Und der König von Israel sagte zu ihm: So ist dein Urteil {gesprochen} , du selbst hast entschieden.
41 Da entfernte er schnell die Binde von seinen Augen, und der König von Israel erkannte ihn, dass er {einer} von den Propheten war.
42 Und er sagte zu ihm: So spricht der Herr: Weil du den Mann, auf dem mein Bann lag[10]w. den Mann meines Bannes; d. h. der dem Tod geweiht war, aus der Hand gelassen hast, soll dein Leben für sein Leben einstehen und dein Volk für sein Volk!
43 Da ging der König von Israel {weg} in sein Haus, missmutig und wütend, und kam nach Samaria.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
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Die Überheblichkeit des Syrerkönigs
1 Der syrische König Ben-Hadad bot seine ganze Heeresmacht auf. Zweiunddreißig Vasallenkönige folgten ihm mit ihren Truppen; auch eine große Zahl von Pferden mit Streitwagen waren dabei. Er zog vor Samaria, schloss die Stadt ein und begann mit den Vorbereitungen zum Angriff.
2 Dann schickte er Boten in die Stadt zu Ahab, dem König von Israel,
3 und ließ ihm sagen: »So spricht Ben-Hadad: ›Dein Silber und dein Gold gehören mir, und genauso deine Frauen und deine edelstgeborenen Söhne. Gib sie heraus!‹«
4 Der König von Israel antwortete ihm: »Ich unterwerfe mich dir, mein Herr und König! Alles, was ich habe, gehört dir.«
5 Aber die Boten Ben-Hadads kamen zum zweiten Mal und sagten: »So spricht Ben-Hadad: ›Ich habe dir gesagt: Gib mir dein Silber und Gold, deine Frauen und deine Söhne.
6 Aber jetzt sage ich außerdem: Morgen um diese Zeit schicke ich meine Leute zu dir, damit sie dein Haus und die Häuser deiner Minister durchsuchen. Sie werden alles mitnehmen, was ihnen gefällt.‹«
7 Der König rief die Ältesten des Landes zu sich und sagte zu ihnen: »Ihr seht, wie übel dieser Syrer uns mitspielen will. Ich habe ihm meine Frauen und Söhne, mein Gold und Silber zugestanden; aber jetzt will er noch mehr.«
8 »Weigere dich!«, riefen die Ältesten und alle Männer der Stadt. »Geh nicht darauf ein!«
9 Da gab der König den Boten Ben-Hadads den Bescheid: »Sagt zu meinem Herrn, dem König: ›Was du zuerst verlangt hast, werde ich dir geben; aber auf diese Forderung kann ich nicht eingehen.‹« Die Boten überbrachten dem Syrerkönig die Antwort.
10 Da schickte er sie ein drittes Mal zu Ahab und ließ ihm sagen: »Der Fluch der Götter soll mich treffen, wenn Samaria so viel Schutt hergibt, dass jeder von meinen Kriegsleuten auch nur eine Handvoll davon mitnehmen kann!«
11 Aber der König von Israel ließ Ben-Hadad ausrichten: »Wer dem Löwen das Fell abziehen will, muss ihn zuerst erschlagen!«
12 Ben-Hadad zechte gerade mit den Vasallenkönigen in seinem Zelt, als ihm die Antwort gebracht wurde. » Rammböcke ansetzen!«, befahl er seinen Truppenführern. Und sogleich brachten sie die Mauerbrecher in Stellung.
Gott steht zu seinem Volk
13 Da kam ein Prophet zu König Ahab und sagte: »So spricht der HERR: ›Du siehst doch dieses riesige Heer? Ich gebe es heute in deine Hand. Du sollst erkennen, dass ich der HERR bin!‹«
14 »Durch wen soll das geschehen?«, fragte der König und der Prophet antwortete: »So spricht der HERR: ›Durch die Kriegsleute der Provinzverwalter.‹« »Und wer soll die Schlacht eröffnen?« »Du!«, war die Antwort.
15 Der König ließ die Kriegsleute der Provinzverwalter antreten; es waren 232 Mann. Dann ließ er die Männer von Israel antreten; es waren 7000.
16-17 Um die Mittagszeit rückten die Israeliten aus der Stadt aus, an der Spitze die Kriegsleute der Provinzverwalter. Ben-Hadad und die zweiunddreißig Vasallenkönige zechten in ihren Zelten. Der Syrerkönig hatte Späher aufgestellt, die ihm meldeten: »Aus Samaria kommt ein Zug von Männern.«
18 Er befahl: »Wenn sie um Frieden bitten wollen: Nehmt sie gefangen! Wenn sie angreifen: Nehmt sie gefangen!«
19-20 Aber die Israeliten, die aus der Stadt ausgebrochen waren – die Kriegsleute der Provinzverwalter und hinter ihnen das ganze Heer Israels –, machten im Kampf Mann gegen Mann jeden nieder, der sich ihnen in den Weg stellte. Die Syrer ergriffen die Flucht und die Israeliten verfolgten sie. Ben-Hadad entkam zu Pferd zusammen mit den Reitern.
21 Darauf rückte der König von Israel aus und vernichtete die Streitwagenmacht der Feinde. So brachte er den Syrern eine schwere Niederlage bei.
Wie weit reicht die Macht von Israels Gott?
22 Wieder kam der Prophet zum König von Israel und sagte zu ihm: »Sei auf der Hut! Rüste dich für einen neuen Ansturm. Im nächsten Frühjahr wird der König von Syrien wieder gegen dich heranziehen.«
23 Zu König Ben-Hadad aber sagten seine Ratgeber: »Der Gott der Israeliten ist ein Berggott, deshalb waren sie uns überlegen. Wenn wir in der Ebene gegen sie kämpfen, werden wir sie mit Sicherheit besiegen.
24 Wir raten dir also: Setze deine zweiunddreißig Könige ab und ersetze sie durch Provinzstatthalter.
25 Stelle ein Heer auf, das genauso groß ist wie das, das du verloren hast, und auch wieder genauso viele Pferde und Streitwagen. Dann wollen wir in der Ebene gegen sie kämpfen. Du wirst sehen, dass wir sie besiegen.« König Ben-Hadad hörte auf ihren Rat.
26 Im folgenden Frühjahr musterte er seine Truppen und zog mit ihnen nach Afek, um gegen Israel zu kämpfen.
27 Auch die Israeliten sammelten ihr Heer, zogen den Syrern entgegen und schlugen ihr Lager dem Lager der Syrer gegenüber auf. Im Vergleich mit der Masse der Feinde, die das ganze Land bedeckten, wirkten sie wie zwei kleine Ziegenherden.
28 Da kam der Prophet zum König von Israel und sagte zu ihm: »So spricht der HERR: ›Weil diese Syrer behaupten, ich sei ein Gott der Berge und hätte keine Macht in der Ebene, werde ich diese ganze riesige Heeresmacht in deine Hand geben. Daran werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.‹«
29 Sechs Tage lang lagen die beiden Heere einander gegenüber; am siebten Tag kam es zum Kampf. Die Israeliten besiegten die Syrer und töteten von ihnen an diesem einen Tag 100000 Mann.
30a Die Übrigen flohen in die Stadt Afek; aber alle 27000 wurden unter der einstürzenden Stadtmauer begraben.
Der König von Israel verschont seinen Feind
30b Auch Ben-Hadad war in die Stadt geflohen und suchte nach einem sicheren Schlupfwinkel.
31 Da sagten seine Ratgeber zu ihm: »Wir haben gehört, dass die Könige von Israel sich an die Regeln halten, die zwischen den Völkern gelten. Deshalb wollen wir uns den Sack um die Hüften binden, einen Strick um den Hals legen und vor die Stadt hinaus zum König von Israel gehen. Vielleicht können wir erreichen, dass er dir das Leben schenkt.«
32 Die Ratgeber Ben-Hadads zogen also den Sack an, legten sich Stricke um den Hals, gingen zum König von Israel und sagten: »Dein ergebener Diener Ben-Hadad bittet dich: ›Schenke mir das Leben!‹« »Lebt er denn noch?«, erwiderte Ahab. »Er ist doch mein Bruder!«
33 Die Abgesandten Ben-Hadads nahmen dies als ein gutes Zeichen, griffen das Wort auf und versicherten: »Gewiss, Ben-Hadad ist dein Bruder!« »Geht und holt ihn!«, sagte der König. Als Ben-Hadad herauskam, ließ der König von Israel ihn zu sich auf den Wagen steigen.
34 Ben-Hadad sagte zu ihm: »Ich werde dir die Städte zurückgeben, die mein Vater deinem Vater weggenommen hat. Du kannst auch in meiner Hauptstadt Damaskus Handelshäuser gründen, wie es mein Vater in Samaria getan hat.« Der König von Israel erwiderte: »Gut, wenn du mir das schwörst, lasse ich dich frei.« Er schloss mit Ben-Hadad einen Vertrag darüber und ließ ihn unbehelligt ziehen.
Der König von Israel wird zur Rechenschaft gezogen
35 Ein Prophet aus einer Prophetengemeinschaft sagte zu einem andern im Namen des HERRN: »Schlage mich!« Aber der andere weigerte sich, ihn zu schlagen.
36 Da sagte der Prophet: »Du hast dich dem Befehl des HERRN widersetzt. Deshalb wird dich ein Löwe töten, sobald du von mir weggehst.« Als der andere weiterging, fiel ihn ein Löwe an und tötete ihn.
37 Der Prophet traf einen anderen Mann und sagte zu ihm: »Schlage mich!« Der Mann schlug ihn, sodass er blutete.
38 Dann stellte sich der Prophet an dem Weg auf, den der König kommen sollte. Den Kopf hatte er verbunden, sodass ihn niemand als Prophet erkennen konnte.
39 Als der König vorbeikam, sprach der Mann ihn an und sagte: »Mein König, ich bin mit in die Schlacht gezogen. Da brachte mir einer einen Gefangenen und sagte zu mir: ›Bewache ihn! Wenn er entkommt, kostet es dich dein Leben oder einen Zentner Silber.‹
40 Aber ich war zu beschäftigt und auf einmal war der Gefangene nicht mehr da.« Der König sagte: »Du hast selbst das Urteil über dich gesprochen!«
41 Da nahm der Mann die Binde ab, und der König erkannte, dass er es mit einem Propheten zu tun hatte.
42 »So spricht der HERR «, rief der Prophet: »Du hast den Mann freigelassen, den ich unter den Bann gestellt und zum Untergang bestimmt hatte. Deshalb nehme ich dein Leben für seines und deinem Volk wird es ergehen wie dem seinen!«
43 Verstimmt und zornig ging der König weiter und kam in seinen Palast in Samaria.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart