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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
1 Und es geschah nach diesen Dingen, da versündigten sich der Mundschenk des Königs von Ägypten und der Bäcker gegen ihren Herrn, den König von Ägypten.
2 Und der Pharao wurde zornig über seine beiden Kämmerer, über den Obersten der Mundschenke und über den Obersten der Bäcker;
3 und er gab sie in Gewahrsam, in das Haus des Obersten der Leibwächter, ins Gefängnis, an den Ort, wo Josef gefangen lag.
4 Und der Oberste der Leibwächter gab ihnen Josef bei, und er bediente sie; und sie waren eine Zeit lang in Gewahrsam.
5 Und sie hatten beide einen Traum, jeder seinen Traum in einer Nacht, jeder mit[1]w. nach einer {besonderen} Deutung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten, die im Gefängnis gefangen lagen.
6 Als Josef am Morgen zu ihnen kam und sie sah, siehe, da waren sie traurig[5]o. abgemagert.
7 Und er fragte die Kämmerer des Pharao, die mit ihm im Haus seines Herrn in Gewahrsam waren: Warum sind eure Gesichter heute so traurig?
8 Da sagten sie zu ihm: Wir haben einen Traum gehabt, aber es gibt keinen, der ihn deute. Da sagte Josef zu ihnen: Sind die Deutungen nicht Gottes {Sache} ? Erzählt mir doch!
9 Da erzählte der Oberste der Mundschenke dem Josef seinen Traum und sagte zu ihm: In meinem Traum, siehe, da war ein Weinstock vor mir
10 und an dem Weinstock drei Ranken; und sowie er {Knospen} trieb, kam sein Blütenstand hervor, {und} seine Traubenkämme reiften zu Trauben.
11 Und der Becher des Pharao war in meiner Hand, und ich nahm die Trauben und presste sie in den Becher des Pharao aus und gab den Becher in die Hand des Pharao.
12 Da sagte Josef zu ihm: Das ist seine Deutung: Die drei Ranken, sie {bedeuten} drei Tage.
13 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in deine Stellung einsetzen, und du wirst den Becher des Pharao in seine Hand geben nach der früheren Weise[6]o. nach dem früheren Recht, als du sein Mundschenk warst.
14 Aber denke an mich bei dir, wenn es dir gut geht, und erweise doch Treue[7]o. Gnade an mir, und erwähne mich beim Pharao, und bring mich aus diesem Haus heraus!
15 Denn gestohlen bin ich aus dem Land der Hebräer, und auch hier habe ich gar nichts getan, dass sie mich in den Kerker[1]w. in die Grube gesetzt haben.
16 Als nun der Oberste der Bäcker sah, dass er gut gedeutet hatte, sagte er zu Josef: Auch ich {sah} in meinem Traum, und siehe, drei Körbe mit Weißbrot waren auf meinem Kopf
17 und im obersten Korb allerlei Esswaren des Pharao, Backwerk, und die Vögel fraßen sie aus dem Korb auf meinem Kopf weg.
18 Da antwortete Josef und sagte: Das ist seine Deutung: Die drei Körbe, sie {bedeuten} drei Tage.
19 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben[2]w. weg von dir erheben, o. von dir weg[A>nehmen
20 Und es geschah am dritten Tag, dem Geburtstag des Pharao, da machte er für all seine Knechte ein Mahl; und er erhob das Haupt des Obersten der Mundschenke und das Haupt des Obersten der Bäcker unter seinen Knechten.
21 Und er setzte den Obersten der Mundschenke wieder in sein Schenkamt ein, dass er den Becher in die Hand des Pharao gab,
22 den Obersten der Bäcker aber ließ er hängen, so wie es ihnen Josef gedeutet hatte.
23 Aber der Oberste der Mundschenke dachte nicht {mehr} an Josef und vergaß ihn.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
1-2 Bald danach ließen sich zwei höhere Beamte des Pharaos etwas gegen den Pharao zuschulden kommen, der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker. Ihr Herr, der Pharao, wurde zornig auf sie
3 und ließ sie im Haus des Befehlshabers seiner Leibwache in Haft halten, in dem Gefängnis, in dem auch Josef war.
4 Der Befehlshaber der Leibwache teilte ihnen Josef als Diener zu. Nach einiger Zeit
5 hatte jeder der beiden in der Nacht einen Traum, der für ihn von Bedeutung war.
6 Als Josef am Morgen bei ihnen eintrat, sah er gleich, dass sie in schlechter Stimmung waren.
7 »Warum lasst ihr heute den Kopf hängen?«, fragte er sie.
8 »Wir haben geträumt«, antworteten sie, »und hier im Gefängnis haben wir keinen Traumdeuter, der uns sagen kann, was es bedeutet.« Josef sagte: »Träume zu deuten ist Gottes Sache. Erzählt mir doch einmal, was ihr geträumt habt!«
9 Zuerst erzählte der oberste Mundschenk seinen Traum: »Ich sah vor mir einen Weinstock,
10 und an dem Weinstock waren drei Ranken. Der Saft stieg in die Knospen, sie blühten auf, und schon reiften die Trauben.
11 Ich hatte den Becher des Pharaos in der Hand. Ich nahm die Trauben, presste sie über dem Becher aus und reichte den Becher dem Pharao.«
12 Josef sagte: »Hier ist die Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage.
13 Heute in drei Tagen wird der Pharao dich erhöhen und dich wieder in dein Amt einsetzen. Dann wirst du wieder wie früher sein Mundschenk sein und ihm den Becher reichen.
14 Aber vergiss mich nicht, wenn es dir gut geht! Tu mir den Gefallen und empfiehl mich dem Pharao! Bring mich aus diesem Kerker heraus!
15 Man hat mich aus dem Land der Hebräer entführt, und auch hier in Ägypten habe ich nichts Unrechtes getan. Ich bin ohne jede Schuld in diesem Loch.«
16 Als der oberste Bäcker sah, dass Josef dem Traum eine günstige Deutung gegeben hatte, sagte er: »Auch ich hatte einen Traum, in dem ich selber vorkam! Auf dem Kopf trug ich drei Körbe mit Gebäck, einen über dem andern.
17 Im obersten lagen Backwaren für die Tafel des Pharaos. Da kamen Vögel und fraßen den Korb leer.«
18 Josef sagte: »Hier ist die Deutung: Die drei Körbe sind drei Tage.
19 Heute in drei Tagen wird der Pharao dich erhöhen und an einen Baum hängen. Dann werden die Vögel dein Fleisch fressen.«
20 Drei Tage später feierte der Pharao seinen Geburtstag. Er lud alle seine Hofbeamten zu einem Festmahl ein. Da erhöhte er den obersten Mundschenk und den obersten Bäcker vor ihnen allen:
21 Den einen setzte er wieder in sein Amt ein und er durfte ihm den Becher reichen,
22 den andern ließ er hängen, genau wie Josef es vorausgesagt hatte.
23 Aber der oberste Mundschenk dachte nicht an Josef; er hatte ihn schon vergessen.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart