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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
1 Und Samuel nahm den Krug mit Öl und goss es auf sein Haupt, und er küsste ihn und sagte: So hat der Herr dich nun zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt!
Zeichen des göttlichen Auftrags für Saul
2 Wenn du heute von mir weggehst, wirst du zwei Männer treffen beim Grab Rahels, an der Grenze von Benjamin, bei Zelzach; die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen ausgezogen bist. Und siehe, dein Vater hat die Sache mit den Eselinnen aufgegeben. Er macht sich um euch Sorgen und sagt: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?
3 Und wenn du von dort weitergehst und du zur Terebinthe Tabor kommst, werden dich dort drei Männer treffen, die zu Gott nach Bethel hinaufgehen. Einer trägt drei Böckchen und einer drei Brote[5]w. drei Fladen Brot, und einer trägt einen Schlauch mit Wein.
4 Und sie werden dich nach deinem Wohlergehen fragen und dir zwei Brote geben, und du sollst sie von ihrer Hand annehmen.
5 Danach wirst du zu dem Hügel Gottes kommen, wo Wachtposten der Philister sind. Und wenn du dort in die Stadt kommst, wirst du einer Schar von Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her Harfe und Tamburin und Flöte und Zither, und sie werden weissagen[6]d. i. hier: prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung.
6 Und der Geist des Herrn wird über dich kommen, und du wirst mit ihnen weissagen[6]d. i. hier: prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden.
7 Und es soll geschehen, wenn bei dir diese Zeichen eintreffen, so tu, was deine Hand finden wird[7]d. h. wozu du in der Lage bist; vgl. Kap.25,8! Denn Gott ist mit dir.
8 Und geh vor mir nach Gilgal hinab! Und siehe, ich werde zu dir hinabkommen, um Brandopfer zu opfern und Heilsopfer[8]o. Friedensopfer; o. Abschlussopfer; o. Gemeinschaftsopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir zu erkennen gebe, was du tun sollst.
9 Und es geschah, als er sich umwandte[1]w. seinen Rücken wandte, um von Samuel wegzugehen, da gab ihm Gott ein anderes Herz[2]w. da wandelte Gott ihm das Herz in ein anderes um. Und alle diese Zeichen trafen an demselben Tag ein.
10 Als sie dorthin an den Hügel kamen, siehe, da kam ihm eine Schar von Propheten entgegen. Und der Geist Gottes kam über ihn, dass er in ihrer Mitte weissagte[3]d. i. hier: prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung.
11 Und es geschah, als alle, die ihn von früher her kannten, sahen, und siehe, er weissagte[3]d. i. hier: prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung mit den Propheten, da sagten die Leute zueinander: Was ist denn mit dem Sohn des Kisch geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten[4]o. unter den prophetisch Ergriffenen?
12 Und einer von dort antwortete und sagte: Wer ist denn ihr Vater? Daher ist es zum Sprichwort geworden: Ist Saul auch unter den Propheten[4]o. unter den prophetisch Ergriffenen?
13 Und als er aufgehört hatte zu weissagen[3]d. i. hier: prophetische Ergriffenheit o. prophetische Begeisterung, kam er auf die Höhe.
14 Und Sauls Onkel sagte zu ihm und zu seinem Knecht: Wo seid ihr hingegangen? Er antwortete: Die Eselinnen zu suchen; und als wir sahen, dass sie nirgends waren, gingen wir zu Samuel.
15 Da sagte der Onkel Sauls: Teile mir doch mit, was Samuel zu euch gesagt hat!
16 Saul antwortete seinem Onkel: Er teilte uns als ganz gewiss mit, dass die Eselinnen gefunden seien. Aber die Sache mit dem Königtum, wovon Samuel geredet hatte, teilte er ihm nicht mit.
Sauls Wahl zum König
17 Und Samuel rief das Volk zusammen zum Herrn nach Mizpa.
18 Und er sprach zu den Söhnen Israel: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten heraufgeführt und euch aus der Hand Ägyptens gerettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten.
19 Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, ihn, der euch ein Retter aus all euren Nöten und Bedrängnissen ist, und habt zu ihm gesagt: Einen König[5]viele hebr. Handschr. , LXX und die lat. Üs. : Nein, sondern einen König (wie Kap.8,19) sollst du über uns setzen! Nun denn, stellt euch auf vor dem Herrn nach euren Stämmen und nach euren Tausendschaften!
20 Und Samuel ließ alle Stämme Israels herantreten. Da wurde der Stamm Benjamin {durchs Los} getroffen.
21 Und er ließ den Stamm Benjamin nach seinen Sippen herantreten. Da wurde die Sippe Matri getroffen; [6]LXX fügt hinzu: Und er ließ die Sippe Matri herantreten, Mann für Mann. da wurde Saul, der Sohn des Kisch, getroffen. Und sie suchten ihn, aber er wurde nicht gefunden.
22 Und sie befragten noch einmal den Herrn: Ist der Mann schon hierhergekommen? Aber der Herr antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Tross versteckt.
23 Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und als er sich mitten unter das Volk stellte, da war er einen Kopf größer[7]w. da war er größer als alles Volk, von seiner Schulter an aufwärts als alles Volk.
24 Und Samuel sagte zu dem ganzen Volk: Habt ihr gesehen, wen der Herr erwählt hat? Denn keiner ist ihm gleich[8]w. wie er im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze Volk, und sie riefen: Es lebe der König!
25 Und Samuel sagte dem Volk das Recht des Königtums und schrieb es in ein Buch und legte es vor den Herrn nieder. Und Samuel entließ das ganze Volk, jeden in sein Haus.
26 Auch Saul ging in sein Haus nach Gibea. Und mit ihm zogen die vom Heer, deren Herz Gott gerührt hatte.
27 Aber einige ruchlose Leute[9]w. Söhne der Bosheit sagten: Wie soll der uns retten? Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als hörte er es nicht[10]w. war wie taub.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Gottes Geist ergreift Besitz von Saul
1 Samuel hatte ein Gefäß mit Öl bei sich. Er goss das Öl Saul auf den Kopf, küsste ihn und sagte: »Hiermit hat der HERR dich zum Anführer seines Volkes Israel gesalbt.«
2 Weiter sagte Samuel: »Wenn du jetzt weggehst, wirst du am Grab Rahels bei Zelzach im Gebiet des Stammes Benjamin zwei Männer treffen. Sie werden zu dir sagen: ›Die Eselinnen, die du suchen gegangen bist, sind gefunden worden. Dein Vater sorgt sich jetzt nicht mehr um sie, sondern um dich, und fragt sich, was er euretwegen unternehmen muss.‹
3 Wenn du dann weitereilst und zur Eiche von Tabor kommst, werden dir drei Männer begegnen, die nach Bet-El zum Heiligtum gehen. Der eine trägt drei Böckchen, der andere drei Brotlaibe und der dritte einen Krug mit Wein.
4 Sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei von den Broten geben. Nimm sie an!
5 Dann wirst du nach Gibeat-Elohim kommen, wo die Philister ihre Posten aufgestellt haben. Vor der Stadt wirst du einer Gruppe von Propheten begegnen, die von der Opferstätte auf der Anhöhe herabkommen. Vor ihnen her werden Musikanten gehen, die auf Harfen, Handpauken, Flöten und Zithern spielen, und die Propheten werden dazu in ekstatischer Begeisterung tanzen und singen.
6 Dann wird der Geist des HERRN auf dich kommen und ihre Begeisterung wird auch dich erfassen. Von da an wirst du wie umgewandelt sein.
7 Diese Zeichen sollen dir eine Bestätigung sein. Wenn sie eintreffen, dann besinn dich nicht lange. Pack die Aufgaben an, die sich dir stellen! Gott wird dir beistehen.«
8 Samuel fügte hinzu: »Geh mir voraus nach Gilgal und warte sieben Tage auf mich. Ich werde dorthin kommen und dem HERRN Opfer darbringen. Dann will ich dich wissen lassen, was du tun sollst.«
9 Als Saul von Samuel wegging, machte Gott ihn zu einem neuen Menschen. Alle Zeichen, die Samuel vorhergesagt hatte, trafen der Reihe nach ein.
10 Schließlich kamen Saul und sein Knecht nach Gibea, wo ihnen tatsächlich eine Gruppe von Propheten begegnete. Der Geist Gottes nahm Besitz von Saul und die ekstatische Begeisterung der Propheten erfasste auch ihn.
11 Als seine Bekannten das sahen, fragten sie einander: »Was ist denn mit dem Sohn von Kisch geschehen? Wie kommt Saul unter die Propheten?«
12 Einer der Umstehenden meinte: »Von denen kennt man ja nicht einmal den Vater!« So entstand die Redensart: »Ist auch Saul unter die Propheten geraten?«
13 Als die ekstatische Begeisterung vorüber war, ging Saul zur Opferstätte hinauf.
14 Sein Onkel sah ihn und den Knecht und fragte sie: »Wo seid ihr gewesen?« »Wir haben die Eselinnen gesucht«, antwortete Saul, »und als wir sie nicht finden konnten, gingen wir zu Samuel.«
15 »Was hat er euch denn gesagt?«, wollte der Onkel wissen.
16 »Dass die Eselinnen gefunden sind«, erwiderte Saul. Aber dass Samuel ihm gesagt hatte, er würde König werden, erzählte er ihm nicht.
Saul wird König über Israel
17 Samuel berief eine Volksversammlung ein. Alle Männer von Israel kamen nach Mizpa zum Heiligtum des HERRN.
18 Dort sagte er zu ihnen: »Der HERR, der Gott Israels, hat euch aus Ägypten herausgeführt, er hat euch aus der Gewalt der Ägypter und aller anderen Feinde befreit
19 und euch aus aller Not und Bedrängnis gerettet. Ihr aber habt euch heute von ihm losgesagt und habt verlangt, dass ich einen König über euch einsetze. Ihr sollt euren Willen haben. Ordnet euch nach Stämmen und Sippen und stellt euch hier vor dem HERRN auf!«
20 Samuel ließ die Oberhäupter der einzelnen Stämme vortreten und befragte den HERRN durch das Los. Das Los fiel auf den Stamm Benjamin.
21 Dann ließ er die Sippenoberhäupter des Stammes Benjamin vortreten. Das Los fiel auf die Sippe Matri und unter den Männern dieser Sippe fiel es auf Saul, den Sohn von Kisch. Doch als sie Saul nach vorn holen wollten, war er nirgends zu finden.
22 Sie fragten den HERRN: »Sind vielleicht nicht alle vorgetreten?« Der HERR antwortete: »Sucht ihn, er hat sich im Lager versteckt!«
23 Sie liefen hin und holten ihn. Als er in ihrer Mitte stand, sah man: Er war einen Kopf größer als alle.
24 Samuel sagte zum Volk: »Hier ist der Mann, den der HERR ausgewählt hat! Seht ihn euch an! Keiner im ganzen Volk ist wie er.« Da riefen alle: »Lang lebe der König!«
25 Samuel machte dem Volk die Rechte des Königs bekannt. Er schrieb sie auf und verwahrte die Urkunde im Heiligtum des HERRN. Dann löste er die Versammlung auf und jeder ging nach Hause.
26 Auch Saul ging heim nach Gibea. Vom Heer Israels begleiteten ihn alle Männer, denen Gott das Herz dazu willig gemacht hatte.
27 Ein paar Nichtsnutze aber spotteten: »Der soll unsere Lage ändern können?« Sie hatten nur Verachtung für ihn übrig und brachten ihm keine Geschenke. Doch Saul schwieg dazu.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart