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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Samuels Abschiedspredigt
1 Und Samuel sprach zu ganz Israel: Siehe, ich habe auf eure Stimme gehört in allem, was ihr zu mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt.
2 Und nun siehe, der König zieht vor euch her. Ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne, siehe, sie sind bei euch. Und ich bin vor euch hergegangen[4]w. gewandelt von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.
3 Hier bin ich, zeugt gegen mich vor dem Herrn und vor seinem Gesalbten! Wessen Rind habe ich genommen, oder wessen Esel habe ich genommen? Wen habe ich übervorteilt? Wem habe ich Gewalt angetan? Aus wessen Hand habe ich Bestechungsgeld[5]o. Schweigegeld genommen, um {damit} meine Augen zu verhüllen? So will ich es euch zurückgeben.
4 Sie aber antworteten: Du hast uns nicht übervorteilt und uns keine Gewalt angetan und hast von niemandem irgendetwas angenommen[1]w. hast nicht genommen aus der Hand eines Menschen.
5 Und er sagte zu ihnen: Der Herr ist Zeuge euch gegenüber, und ebenso ist sein Gesalbter heute Zeuge, dass ihr nichts in meiner Hand gefunden habt! Und sie sagten[2]so mit LXX; Mas. T. : er sagte: Er ist Zeuge!
6 Und Samuel sprach zu dem Volk: Der Herr ist es, der Mose und Aaron eingesetzt und eure Väter aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat!
7 Und nun tretet her, dass ich vor dem Herrn mit euch vor Gericht trete über alle Wohltaten[3]w. alle Gerechtigkeiten; d. h. das treue Verhalten Gottes, das dem Volk Gemeinschaft mit Gott ermöglicht und sie aufrechterhält des Herrn, die er an euch und an euren Vätern erwiesen hat!
8 Als Jakob nach Ägypten gekommen war, schrien eure Väter zu dem Herrn um Hilfe. Und der Herr sandte Mose und Aaron, und sie führten eure Väter aus Ägypten heraus und ließen sie in dieser Gegend[4]w. an diesem Ort wohnen.
9 Aber sie vergaßen den Herrn, ihren Gott. Und er verkaufte sie in die Hand Siseras, des Heerobersten von Hazor, und in die Hand der Philister und in die Hand des Königs von Moab, und sie kämpften gegen sie.
10 Da schrien sie um Hilfe zu dem Herrn und sagten: Wir haben gesündigt, dass wir den Herrn verlassen und den Baalim und Astarot gedient haben. Nun aber rette uns aus der Hand unserer Feinde, dann wollen wir dir dienen!
11 Da sandte der Herr Jerubbaal, Bedan[5]LXX und die syr. Üs. : Barak, Jeftah und Samuel und rettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum, sodass ihr sicher wohnen konntet.
12 Als ihr aber saht, dass Nahasch, der König der Söhne Ammon, gegen euch zog, sagtet ihr zu mir: Nein, sondern ein König soll über uns herrschen! – obwohl doch der Herr, euer Gott, euer König ist.
13 Und nun siehe, da ist der König, den ihr erwählt und den ihr erbeten habt; denn siehe, der Herr hat einen König über euch gesetzt.
14 Wenn ihr den Herrn fürchtet und ihm dient, auf seine Stimme hört und dem Mund des Herrn nicht widerspenstig seid und wenn ihr und der König, der über euch regiert, dem Herrn, eurem Gott, nachfolgt {, so wird der Herr mit euch sein} !
15 Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn hört und dem Mund des Herrn widerspenstig seid, so wird die Hand des Herrn gegen euch sein wie gegen eure Väter.
16 So tretet jetzt herzu und seht, was der Herr Großes[6]w. seht diese große Sache, die der Herr vor euren Augen tun wird!
17 Ist jetzt nicht die Weizenernte? Ich will den Herrn anrufen, dass er Donner und Regen sendet. Und ihr sollt erkennen und sehen, dass das Böse, das ihr {darin} begangen[7]w. hinzugefügt habt, euch einen König zu erbitten, groß ist in den Augen des Herrn.
18 Und Samuel rief zu dem Herrn, und der Herr sandte an jenem Tag Donner und Regen. Da fürchtete das ganze Volk den Herrn und Samuel sehr.
19 Und das ganze Volk sagte zu Samuel: Bitte den Herrn, deinen Gott, für deine Knechte, dass wir nicht sterben! Denn zu all unsern Sünden haben wir das Böse begangen[7]w. hinzugefügt, einen König für uns zu erbitten.
20 Samuel aber sagte zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all dieses Böse begangen, doch hört nicht auf, dem Herrn nachzufolgen[8]w. weicht nicht ab von {der Nachfolge} dem Herrn nach, und dient dem Herrn mit eurem ganzen Herzen!
21 Und weicht nicht ab und folgt nicht den nichtigen {Götzen}[1]o. nichts; o. Öde; d. i. eine Bezeichnung für Götzen, besonders bei Jesaja. Dasselbe Wort wird in 1Mo1,2 von der Erde gebraucht vor dem ordnenden Schaffen Gottes: wüst nach, die nichts nützen und nicht retten können, weil sie nichtig sind!
22 Denn der Herr wird sein Volk um seines großen Namens willen nicht verlassen. Denn es hat dem Herrn gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.
23 Auch was mich betrifft – fern sei es von mir[2]w. {etwas} Entweihtes {sei es} mir, dass ich mich an dem Herrn versündigen und aufhören sollte, für euch zu bitten; sondern ich will euch den guten und richtigen Weg lehren.
24 Fürchtet nur den Herrn und dient ihm in Wahrheit[3]o. in Treue mit eurem ganzen Herzen! Denn seht, wie große Dinge er an euch getan hat!
25 Wenn ihr aber dennoch böse handelt, so werdet ihr und euer König weggerafft werden.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Samuels Abschiedsrede
1 Samuel sagte zu den versammelten Männern Israels: »Ich habe eure Bitte erfüllt und euch einen König gegeben.
2 Hier steht er vor euch; er ist von jetzt an euer Anführer. Ich selbst bin schon alt und meine Söhne sind als erwachsene Männer hier unter euch. Von meiner Jugend an bis heute habe ich euch geführt.
3 Ich stelle mich jetzt eurem Urteil. Erhebt vor dem HERRN und seinem gesalbten König Anklage gegen mich, wenn ich irgendein Unrecht begangen habe. Wem habe ich ein Rind oder einen Esel weggenommen? Wen habe ich erpresst, wen unterdrückt? Von wem habe ich mich durch Bestechung dazu bringen lassen, als Richter ein Auge zuzudrücken? Ich bin bereit, für alles Wiedergutmachung zu leisten.«
4 Die Männer Israels antworteten: »Du hast keinen von uns unterdrückt oder erpresst und von niemand etwas angenommen.«
5 Samuel sagte: »Der HERR und sein gesalbter König sind Zeugen dafür, dass ihr kein Unrecht an mir gefunden habt.« »Ja, so ist’s«, riefen die Männer.
6 Dann sagte Samuel zu dem Volk: »Der HERR hat Mose und Aaron eingesetzt und eure Vorfahren durch sie aus Ägypten herausgeführt.
7 Tretet nun her, damit ich euch vor ihm zur Rechenschaft ziehen kann. Ich werde euch alles vorhalten, was der HERR in seiner Treue für euch und eure Vorfahren getan hat.
8 Als Jakob mit seiner Familie nach Ägypten gekommen war und eure Vorfahren in ihrer Not zum HERRN um Hilfe riefen, schickte der HERR ihnen Mose und Aaron, und durch diese beiden führte er sie aus Ägypten und gab ihnen hier in diesem Land eine Heimat.
9 Sie aber vergaßen bald, was der HERR für sie getan hatte, und wandten sich von ihm ab. Deshalb gab der HERR sie ihren Feinden preis: Sisera, dem Heerführer der Stadt Hazor, den Philistern und dem König der Moabiter. Die führten Krieg gegen sie und brachten sie in schwere Bedrängnis.
10 Da riefen sie zum HERRN um Hilfe und sagten: ›Es war unrecht, dass wir dich, unseren Gott, verlassen und stattdessen den Gott Baal und die Göttin Astarte verehrt haben. Befreie uns von unseren Feinden, dann sollst du allein unser Gott sein!‹
11 Da schickte der HERR euch Jerubbaal, Bedan, Jiftach und schließlich mich selbst und half euch gegen alle Feinde rings um euch her, sodass ihr in Frieden und Sicherheit in eurem Land leben konntet.
12 Als ihr aber saht, dass der Ammoniterkönig Nahasch mit seinem Heer gegen euch anrückte, sagtet ihr zu mir: ›Nein, ein König soll uns regieren!‹, obwohl doch der HERR, euer Gott, euer König ist.
13 Nun, ihr habt den König bekommen, den ihr gewollt habt; der HERR hat ihn euch gegeben.
14 Jetzt kommt es darauf an, dass ihr den HERRN ehrt und ihm gehorcht, auf seine Weisungen hört, euch seinen Anordnungen nicht widersetzt und ihm stets treu bleibt, ihr und der König, der über euch herrscht.
15 Wenn ihr aber nicht auf den HERRN hört und euch seinen Anordnungen widersetzt, dann wird der HERR sich gegen euch wenden, wie er es bei euren Vorfahren getan hat.
16 Darum tretet her und gebt acht, was für ein großes Wunder der HERR jetzt vor euren Augen tun wird!
17 Es ist gerade Weizenernte, und ihr wisst, dass zu dieser Zeit niemals Regen fällt. Ich aber werde zum HERRN rufen und ihn bitten, dass er ein Gewitter schickt. Dann werdet ihr einsehen, was für ein großes Unrecht gegen den HERRN ihr begangen habt, als ihr einen König verlangtet.«
18 Samuel rief zum HERRN und der HERR ließ es donnern und regnen. Da bekamen die Israeliten große Angst vor dem HERRN und vor Samuel
19 und sie sagten zu Samuel: »Bitte den HERRN, deinen Gott, für uns, dass wir nicht sterben müssen! Wir sind sündige Menschen, und nun haben wir auch noch die Untat begangen, einen König zu verlangen.«
20 Samuel antwortete ihnen: »Habt keine Angst! Ihr habt zwar all dieses Unrecht getan, aber haltet von jetzt an treu zum HERRN und gehorcht ihm von ganzem Herzen.
21 Lauft nur nicht den ohnmächtigen Götzen nach! Sie können euch nicht helfen und euch nicht retten, weil sie nichts sind.
22 Der HERR bleibt sich selbst treu; er wird euch nicht verstoßen, nachdem er einmal beschlossen hat, euch zu seinem Volk zu machen.
23 Auch ich werde weiter wie bisher mit meinen Gebeten beim HERRN für euch eintreten und euch den guten und geraden Weg weisen. Ich würde ja Schuld auf mich laden, wenn ich damit aufhörte.
24 Aber ihr müsst den HERRN ehren und ihm in Treue und von ganzem Herzen gehorchen. Denkt doch daran, was für gewaltige Dinge er für euch getan hat!
25 Wenn ihr trotz alledem weiter Unrecht tut, werdet ihr samt eurem König weggefegt werden.«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart