ELB, GNB online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Gemeinschaftsgemäßes Verhalten und Feindesliebe

1 Du sollst kein falsches Gerücht aufnehmen. Du sollst deine Hand nicht dem Schuldigen reichen, um als falscher Zeuge aufzutreten[4]w. um Zeuge der Gewalttat zu sein.

2 Du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen. Und du sollst bei einem Rechtsstreit nicht antworten, indem du dich nach der Mehrheit richtest[5]Die Wendung »sich richten nach« bedeutet eigentlich »jemandem auf einem Abweg folgen«. und so {das Recht} beugst.

3 Auch den Geringen sollst du in seinem Rechtsstreit nicht begünstigen[6]w. ehren, o. auszeichnen; wie 3Mo19,15. –

4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, sollst du sie ihm auf jeden Fall zurückbringen.

5 Wenn du den Esel deines Hassers unter seiner Last zusammengebrochen siehst, dann lass ihn nicht ohne Beistand; du sollst ihn mit ihm zusammen aufrichten[7]so mit LXX; Mas. T. : Du musst ihn auf jeden Fall bei ihm lassen. Nimmt man ein geringes Abschreibversehen an, so könnte es ursprünglich geheißen haben: Du musst ihm auf jeden Fall helfen.. –

6 Du sollst das Recht eines Armen deines Volkes[8]w. das Recht deines Armen in seinem Rechtsstreit nicht beugen.

7 Von einer betrügerischen Angelegenheit[9]o. Von einem Lügenwort halte dich fern. Und den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht umbringen, denn ich werde dem Schuldigen nicht recht geben.

8 Ein Bestechungsgeschenk nimm nicht an; denn das Bestechungsgeschenk macht Sehende blind und verdreht die Sache[10]o. die Worte der Gerechten.

9 Und den Fremden sollst du nicht bedrücken. Ihr wisst ja selbst, wie es dem Fremden zumute ist, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen.

Sabbatjahr und Sabbat

10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seinen Ertrag einsammeln.

11 Aber im siebten sollst du es brachliegen lassen und nicht bestellen[1]o. ruhen lassen, damit die Armen deines Volkes davon essen. Und was sie übrig lassen[2]w. Und ihren Rest, mögen die Tiere des Feldes fressen. Ebenso sollst du es mit deinem Weinberg {und} mit deinem Ölbaum {garten} halten.

12 Sechs Tage sollst du deine Arbeiten verrichten. Aber am siebten Tag sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremde Atem schöpfen.

13 Habt acht auf euch in allem, was ich euch gesagt habe! Den Namen anderer Götter aber dürft ihr nicht bekennen; er soll in deinem Mund nicht gehört werden.

Die drei großen Jahresfeste

14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern.

15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten: Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur festgesetzten Zeit im Monat Abib[3]d. h. Ährenmonat, denn in diesem bist du aus Ägypten gezogen. Und man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen.

16 Ferner das Fest der Ernte, der Erstlinge {vom Ertrag} deiner Arbeit, dessen, was du auf dem Feld säen wirst; und das Fest des Einsammelns am Ende des Jahres[4]d. h. das Fest der Trauben-, Oliven- und Obsternte, die von Juli bis September stattfand, wenn du deinen Arbeitsertrag vom Feld einsammelst.

17 Dreimal im Jahr soll alles unter euch, was männlich ist, vor dem Angesicht des Herrn, Herrn, erscheinen.

Opferregelungen

18 Du darfst das Blut meines Schlachtopfers nicht zusammen mit Gesäuertem darbringen; und das Fett meines Festopfers soll nicht über Nacht bleiben bis zum nächsten Morgen.

19 Das Erste[5]d. h. Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Du sollst ein Böckchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

Schlusswort: Warnung und Verheißung

20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, damit er dich auf dem Weg bewahrt und dich an den Ort bringt, den ich {für dich} bereitet habe.

21 Hüte dich vor ihm, höre auf seine Stimme und widersetze dich ihm nicht[6]so mit geringfügiger Änderung; Mas. T. : verbittere ihn nicht; LXX: sei ihm nicht ungehorsam! Denn er wird euer Vergehen nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm.

22 Doch wenn du willig auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann werde ich Feind deiner Feinde sein und deine Bedränger bedrängen.

23 Denn mein Engel wird vor dir hergehen und wird dich bringen zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hewitern und Jebusitern; und ich werde sie austilgen.

24 Du sollst[7]o. Wenn mein Engel vor dir hergehen wird … und ich sie austilgen werde, 24 dann sollst du dich vor ihren Göttern nicht niederwerfen[8]d. i. um deine Ehrfurcht zu bezeugen; dasselbe Wort wie »anbeten« und ihnen nicht dienen, und du sollst nicht nach ihren Taten tun, sondern du sollst sie[9]d. h. die Gottesbilder ganz und gar niederreißen und ihre Gedenksteine[10]hebr. mazzebot; das sind aufrecht hingestellte Steine, die kultisch verehrt wurden völlig zertrümmern.

25 Und ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, dienen: So wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich werde {alle} Krankheit aus deiner Mitte entfernen.

26 Keine {Frau} in deinem Land wird eine Fehlgeburt haben oder unfruchtbar sein; die Zahl deiner Tage werde ich erfüllen.

27 Meinen Schrecken werde ich vor dir hersenden und alle Völker, zu denen du kommst, in Verwirrung bringen, und ich werde dir den Rücken all deiner Feinde zukehren.

28 Auch werde ich Angst[1]o. Hornissen; o. Wespen vor dir hersenden, damit sie die Hewiter, Kanaaniter und Hetiter vor dir vertreibt.

29 Nicht in einem Jahr werde ich sie vor dir vertreiben, damit das Land nicht eine Öde wird und die wilden Tiere zu deinem Schaden überhandnehmen[2]w. die Tiere des Feldes viel werden gegen dich.

30 Nach und nach werde ich sie vor dir vertreiben, bis du so fruchtbar geworden bist[3]d. h. zahlreich bist, dass du das Land in Besitz nehmen kannst.

31 Und ich werde deine Grenze festsetzen: {Sie soll reichen} vom Schilfmeer bis an das Meer der Philister und von der Wüste bis an den Strom[4]d. h. den Euphrat, denn ich werde die Bewohner des Landes in deine Hand geben, sodass du sie vor dir vertreiben wirst.

32 Du sollst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Bund schließen.

33 Sie sollen nicht in deinem Land wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verführen; denn {dann} würdest du ihren Göttern dienen, und es würde dir zu einer Falle sein[5]o. damit sie dich nicht … verführen, dass du ihren Göttern dienst. Denn es würde dir zu einem Stellholz sein (d. i. eine Vogelfalle).

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit

1 »Bring bei einem Gerichtsverfahren keine Gerüchte vor. Lass dich von jemand, der Unrecht getan hat, nicht für eine falsche Zeugenaussage gewinnen.

2 Schließ dich nicht der Mehrheit an, wenn sie auf der Seite des Unrechts steht. Musst du in einer Gerichtsverhandlung als Zeuge aussagen, so beuge dich nicht einer Mehrheit, die das Recht verdreht.

3 Du darfst aber auch nicht den Armen und Schwachen widerrechtlich begünstigen.

4 Wenn du siehst, dass ein Tier deines Feindes sich verlaufen hat, ein Rind oder ein Esel, dann bring es ihm ohne Zögern zurück!

5 Ist der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammengebrochen und du kommst gerade dazu, so geh nicht weiter, sondern hilf ihm, das Tier wieder auf die Beine zu bringen.

6 Bei einem Gerichtsverfahren darfst du niemand sein Recht vorenthalten, nur weil er arm ist.

7 Verweigere deine Mitwirkung bei einem betrügerischen Prozess. Verurteile keinen Unschuldigen zum Tod; ein solches Unrecht lasse ich nicht durchgehen.

8 Nimm von den Prozessierenden keine Geschenke an; denn das trübt das Urteilsvermögen und verführt die ehrenwertesten Männer dazu, das Recht zu verdrehen.

9 Beutet die Fremden nicht aus, die bei euch leben. Ihr wisst doch, wie es einem Fremden zumute ist, weil ihr selbst in Ägypten als Fremde gelebt habt.«

Anweisungen für Sabbatruhe und Feiertage

10 »Sechs Jahre lang sollst du dein Land bearbeiten und den Ertrag ernten, den es dir bringt.

11 Aber im siebten Jahr lass es brachliegen. Was dann von selbst wächst, sollen die Armen essen, den Rest überlass dem Wild. Ebenso sollst du es mit deinen Weingärten und Ölbäumen halten.

12 Sechs Tage lang sollst du deine Arbeit verrichten, aber am siebten Tag sollst du alles ruhen lassen. Auch dein Rind und dein Esel sollen sich ausruhen; dein Sklave und der Fremde, der bei dir lebt, sollen sich erholen können.

13 Richtet euch nach allem, was ich, der HERR, euch gesagt habe! Betet nicht zu anderen Göttern, erwähnt nicht einmal ihre Namen!

14 Dreimal im Jahr sollt ihr mir zu Ehren ein großes Fest feiern.

15 Haltet als erstes das Fest der Ungesäuerten Brote. Zur festgesetzten Zeit im Frühlingsmonat, dem Monat eures Auszugs aus Ägypten, sollt ihr sieben Tage lang nur solches Brot essen, das ohne Sauerteig zubereitet ist, so wie ich es euch befohlen habe. Niemand soll mit leeren Händen zu meinem Heiligtum kommen.

16 Wenn die ganze Getreideernte eingebracht ist, sollt ihr das Pfingstfest feiern und im Herbst, wenn ihr die Früchte von euren Weinstöcken und Bäumen abgelesen habt, das Fest der Lese.

17 Dreimal im Jahr, zu diesen drei Festen, sollen alle Männer Israels zu mir, dem HERRN, an mein Heiligtum kommen.

18 Zum Blut eines Mahlopfers dürft ihr mir nicht Brot darbringen, das mit Sauerteig zubereitet ist. Das Fett des Opfertieres muss am selben Tag verbrannt werden; es darf nicht bis zum nächsten Morgen aufbewahrt werden.

19 Die erstgeernteten Früchte eurer Felder sollt ihr zum Haus des HERRN, eures Gottes, bringen. Ihr dürft ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.«

Heilszusage und Warnung

20 Der HERR sagte: »Ich verspreche euch, ich werde einen Engel vor euch hersenden, der euch unterwegs beschützt und euch sicher in das Land bringt, das ich für euch bestimmt habe.

21 Haltet euch genau an seine Weisungen! Wenn ihr euch gegen ihn auflehnt, wird er euch das nicht vergeben, denn in seiner Person bin ich selbst mitten unter euch.

22 Wenn ihr ihm aufs Wort gehorcht und alles tut, was ich euch durch ihn sage, werde ich eure Feinde niederwerfen und jeden in die Enge treiben, der euch bedrängt.

23 Mein Engel geht vor euch her und bringt euch in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter. Ich werde alle diese Völker vernichten.

24 Folgt nicht ihrem schlimmen Beispiel! Werft euch nicht vor ihren Göttern nieder, dient ihnen nicht! Stürzt ihre Götzenbilder um und zerschlagt ihre Steinmale.

25 Ehrt mich allein, den HERRN, euren Gott, dann werde ich dafür sorgen, dass es in eurem Land genug zu essen gibt und ihr reichlich Wasser habt. Ich werde auch alle Krankheiten von euch fern halten.

26 Es wird dann in eurem Land keine Frau geben, die eine Fehlgeburt hat oder kinderlos bleibt. Niemand wird vor der Zeit aus dem Leben gerissen werden.

27 Angst und Schrecken werde ich vor euch hersenden. Ich werde die Völker, zu denen ihr kommt, in Verwirrung stürzen; alle eure Feinde werden vor euch die Flucht ergreifen.

28 Panik werde ich vor euch her verbreiten und so die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter vertreiben.

29 Allerdings werde ich sie nicht schon im ersten Jahr vollständig vertreiben, sonst bleiben weite Landstriche unbestellt und verwildern, und das Wild vermehrt sich so stark, dass ihr nicht mehr Herr darüber werdet.

30 Deshalb werde ich sie nur nach und nach vor euch vertreiben, in dem Maß, in dem ihr euch vermehrt und das Land in Besitz nehmen könnt.

31 Zuletzt aber werdet ihr ein Gebiet besitzen, das vom Roten Meer bis zum Mittelmeer und von der Wüste im Süden bis an den Eufrat reicht. Alle Bewohner dieses Landes gebe ich in eure Hand, sodass ihr sie vertreiben könnt.

32 Schließt keinen Bund mit ihnen und lasst euch nicht mit ihren Göttern ein.

33 Sie dürfen nicht mit euch zusammen in eurem Land leben, sonst werden sie euch dazu verleiten, mir untreu zu werden und ihre Götter zu verehren. Und das würde euch den Untergang bringen.«

Videos zu 2. Mose 23 (ELB, GNB)