ELB, GNB online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Goldenes Kalb – Moses Fürbitte – Gottes Gericht

1 Als nun das Volk sah, dass Mose säumte, vom Berg herabzukommen, versammelte sich das Volk zu Aaron, und sie sagten zu ihm: Auf! Mache uns Götter, die vor uns herziehen[5]o. einen Gott, der vor uns herzieht. – Vielleicht soll durch die Mehrzahl die Verehrung des Kalbes verächtlich als Vielgötterei gebrandmarkt werden.! Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat – wir wissen nicht[6]o. wir haben nicht erkannt, was ihm geschehen ist.

2 Und Aaron sagte zu ihnen: Reißt die goldenen Ringe ab, die an den Ohren eurer Frauen, [7]in LXX nicht enthalteneurer Söhne[7]in LXX nicht enthalten und eurer Töchter sind, und bringt sie zu mir!

3 So riss sich denn das ganze Volk die goldenen Ringe ab, die an ihren Ohren {hingen} , und sie brachten sie zu Aaron.

4 Der nahm {alles} aus ihrer Hand, formte es mit einem Meißel und machte ein gegossenes Kalb[8]o. (mit geringer Veränderung): schmolz es in einem Behälter ein. – »Kalb« ist wohl eine verächtliche Bezeichnung für ein Stierbild. daraus. Und sie sagten: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben[9]o. ist dein Gott … der. . . herausgeführt hat.

5 Als Aaron {das} sah, baute er einen Altar vor ihm, und Aaron rief aus und sagte: Ein Fest für den Herrn ist morgen!

6 So standen sie am folgenden Tag früh auf, opferten Brandopfer und brachten Heilsopfer[10]o. Friedensopfer; o. Abschlussopfer; o. Gemeinschaftsopfer dar. Und das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken. Dann standen sie auf, um sich zu belustigen.

7 Da sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinab! Denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, hat schändlich[11]w. verderbt gehandelt.

8 Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht, sind vor ihm niedergefallen, haben ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben[9]o. ist dein Gott … der. . . herausgeführt hat!

9 Weiter sagte der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk.

10 Und nun lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und ich sie vernichte! Dich aber will ich zu einer großen Nation machen.

11 Mose jedoch flehte den Herrn, seinen Gott[1]o. besänftigte den Herrn, seinen Gott, an und sagte: Wozu, Herr, entbrennt dein Zorn gegen dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast?

12 Wozu sollen die Ägypter sagen: In böser Absicht[2]o. Zum Unglück; w. Im Bösen hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vertilgen? Lass ab von der Glut deines Zornes und lass dich das Unheil gereuen {, das du} über dein Volk {bringen willst} !

13 Denke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und denen du gesagt hast: Ich will eure Nachkommen {so} zahlreich machen wie die Sterne des Himmels, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt habe: »Ich werde {es} euren Nachkommen geben«, das werden sie[3]o. von dem ich geredet habe, das werde ich …, und sie werden für ewig in Besitz nehmen.

14 Da gereute den Herrn das Unheil, von dem er gesagt hatte, er werde es seinem Volk antun.

15 Und Mose wandte sich um und stieg vom Berg hinab, die beiden Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, Tafeln, beschrieben auf ihren beiden Seiten; vorn und hinten waren sie beschrieben.

16 Diese Tafeln waren Gottes Werk, und die Schrift, sie war Gottes Schrift, auf den Tafeln eingegraben.

17 Als nun Josua die Stimme des Volkes bei seinem Lärmen hörte, sagte er zu Mose: Kriegslärm ist im Lager!

18 Der aber antwortete: Es ist kein Schall von Siegesgeschrei[4]w. Siegesgesang bzw. Gesang und kein Schall vom Geschrei[4]w. Siegesgesang bzw. Gesang bei einer Niederlage; den Schall von Gesang[5]LXX: des Weines höre ich.

19 Und es geschah, als Mose sich dem Lager näherte und das Kalb und die Reigentänze sah, da entbrannte der Zorn Moses, und er warf die Tafeln aus seinen Händen und zerschmetterte sie unten am Berg.

20 Dann nahm er das Kalb, das sie gemacht hatten, verbrannte es im Feuer und zermalmte es, bis {es} feiner {Staub} war, streute es auf die Oberfläche des Wassers und gab es den Söhnen Israel zu trinken.

21 Und Mose sagte zu Aaron: Was hat dir dieses Volk getan, dass du eine {so} große Sünde über es gebracht hast?

22 Aaron aber sagte: Der Zorn meines Herrn entbrenne nicht. Du selbst kennst das Volk, dass es böse[6]o. in übler Lage; w. im Bösen ist.

23 Sie haben nämlich zu mir gesagt: Mach uns Götter, die vor uns hergehen![7]o. Mach uns einen Gott, der vor uns hergeht! Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat – wir wissen nicht[8]o. wir haben nicht erkannt, was ihm geschehen ist.

24 Da fragte ich sie: Wer hat Gold? Sie rissen es sich ab und gaben es mir, und ich warf es ins Feuer, und dieses Kalb ist {daraus} hervorgegangen.

25 Als nun Mose sah, dass das Volk zuchtlos war, denn Aaron hatte es zuchtlos werden lassen zur Schadenfreude ihrer Gegner[9]so mit alten Üs. ; andere Üs. : zum schmutzigen Namen unter ihren Gegnern. Die Bedeutung des hebr. Wortes ist unsicher.,

26 da trat Mose in das Tor des Lagers und rief: Her zu mir, wer für den Herrn ist! Daraufhin versammelten sich bei ihm alle Söhne Levis.

27 Und er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ein jeder lege sein Schwert an die Hüfte! Geht im Lager hin und zurück, von Tor zu Tor, und erschlagt jeder seinen Bruder und seinen Freund und seinen Verwandten!

28 Die Söhne Levis nun handelten nach dem Wort des Mose; und es fielen vom Volk an jenem Tage etwa dreitausend Mann.

29 Darauf sagte Mose: Weiht euch[10]w. füllt eure Hand; vgl. die Anm. zu Kap.28,41 heute für den Herrn – denn jeder {von euch ist} gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder {gewesen}[1]o. ja, jeder {sei} gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder; o. ja, jeder um den Preis seines Sohnes und seines Bruders; o. in seinem Sohn und in seinem Bruder –, um heute Segen auf euch zu bringen!

30 Und es geschah am folgenden Tag, da sagte Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde begangen[2]w. {mit} einer großen Sünde gesündigt. Doch jetzt will ich zum Herrn hinaufsteigen, vielleicht kann ich Sühnung für eure Sünde erwirken.

31 Darauf kehrte Mose zum Herrn zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen[2]w. {mit} einer großen Sünde gesündigt: Sie haben sich einen Gott aus Gold gemacht.

32 Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.

33 Der Herr aber sprach zu Mose: Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus.

34 Und nun gehe hin, führe das Volk an {den Ort} , den ich dir genannt habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung, da werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen.

35 Und der Herr schlug das Volk {mit Unheil} dafür, dass sie das Kalb gemacht hatten[3]Mehrere Üs. lesen: dass sie dem Kalb gedient hatten, das Aaron gemacht hatte.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Der selbst gemachte Gott: das Goldene Kalb (Dtn 9,9-12)

1 Das Volk Israel hatte am Fuß des Berges auf die Rückkehr von Mose gewartet. Als er lange nicht kam, versammelten sich die Männer bei Aaron und forderten: »Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt! Denn was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten hierher geführt hat – niemand weiß es.«

2 Aaron sagte zu ihnen: »Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her!«

3 Alle nahmen ihre goldenen Ohrringe ab und brachten sie zu Aaron.

4 Er schmolz sie ein, goss das Gold in eine Form und machte daraus das Standbild eines Jungstiers. Da riefen sie: »Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten hierher geführt hat!«

5 Aaron errichtete vor dem goldenen Stierbild einen Altar und ließ im Lager bekannt machen: »Morgen feiern wir ein Fest für den HERRN!«

6 Früh am nächsten Morgen brachten die Leute Tiere, die als Brandopfer dargebracht oder für das Opfermahl geschlachtet wurden. Sie setzten sich zum Essen und Trinken nieder und danach begannen sie einen wilden Tanz.

7 Da sagte der HERR zu Mose: »Steig schnell hinunter! Dein Volk, das du aus Ägypten hierher geführt hast, läuft ins Verderben.

8 Sie sind sehr schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen mit meinen Geboten gewiesen habe: Ein gegossenes Kalb haben sie sich gemacht, sie haben es angebetet und ihm Opfer dargebracht und gerufen: ›Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten hierher geführt hat!‹«

Mose tritt bei Gott für sein Volk ein (Dtn 9,13-14. 26-29)

9 Weiter sagte der HERR zu Mose: »Ich habe erkannt, dass dies ein widerspenstiges Volk ist.

10 Deshalb will ich meinen Zorn über sie ausschütten und sie vernichten. Versuche nicht, mich davon abzubringen! Mit dir will ich neu beginnen und deine Nachkommen zu einem großen Volk machen.«

11 Mose aber suchte den HERRN, seinen Gott, umzustimmen und sagte: »Ach HERR, warum willst du deinen Zorn über dein Volk ausschütten, das du zuvor mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hast?

12 Willst du denn, dass die Ägypter von dir sagen: ›Er hat sie nur herausgeführt, um sie dort am Berg zu töten und völlig vom Erdboden auszurotten!‹ Lass ab von deinem Zorn, lass dir das Unheil leidtun, das du über dein Volk bringen willst!

13 Denk doch an Abraham, Isaak und Jakob, die dir treu gedient haben und denen du mit einem feierlichen Eid versprochen hast: ›Ich will eure Nachkommen so zahlreich machen wie die Sterne am Himmel; ich will ihnen das ganze Land, von dem ich zu euch gesprochen habe, für immer zum Besitz geben.‹«

14 Da sah der HERR davon ab, seine Drohung wahr zu machen, und vernichtete sein Volk nicht.

Mose zerbricht die Bundestafeln (Dtn 9,15-17. 21)

15-16 Mose stieg den Berg hinunter. In der Hand hatte er die zwei Steintafeln, die auf beiden Seiten beschrieben waren. Gott selbst hatte die Tafeln gemacht und mit eigener Hand das Bundesgesetz darauf geschrieben.

17 Als Josua das Lärmen und Schreien im Lager hörte, sagte er zu Mose: »Es ist Krieg ausgebrochen!«

18 »Nein«, widersprach Mose, »das hört sich nicht an wie Siegesjubel und auch nicht wie das Klagegeschrei nach einer Niederlage. Ich höre Festgesang!«

19 Als Mose näher kam, sah er das Stierbild und das wild tanzende Volk. Da packte ihn der Zorn und er zerschmetterte die Tafeln auf dem Felsboden am Fuß des Berges.

20 Das Götterbild, das sie gemacht hatten, schmolz er ein und zerstampfte es dann zu Pulver. Das Pulver vermischte er mit Wasser und gab es den Leuten von Israel zu trinken.

21 Zu Aaron aber sagte er: »Was hat dir das Volk getan, dass du es in so schwere Schuld gestürzt hast?«

22 Aaron erwiderte: »Sei nur nicht zornig! Du weißt doch, wie sehr das Volk zum Bösen neigt.

23 Sie drängten mich: ›Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt! Denn was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten hierher geführt hat – niemand weiß es.‹

24 Da sagte ich zu ihnen: ›Wer goldenen Schmuck hat, soll ihn herbringen!‹ Sie gaben mir das Gold, ich warf es ins Feuer und herausgekommen ist dieser Stier!«

Bestrafung der Israeliten und Fürbitte Moses

25 Mose sah, dass das Volk zügellos geworden war; denn Aaron hatte die Zügel schleifen lassen, zur Schadenfreude ihrer Feinde.

26 Darum stellte Mose sich ans Lagertor und rief: »Her zu mir, wer zum HERRN hält!« Alle Leviten sammelten sich um ihn

27 und er sagte zu ihnen: »So spricht der HERR, der Gott Israels: ›Nehmt euer Schwert und geht durch das ganze Lager, von einem Tor zum andern! Tötet alle, die schuldig geworden sind, selbst eure Brüder, Verwandten und Freunde!‹«

28 Die Leviten führten den Befehl aus und töteten an jenem Tag dreitausend Mann.

29 Darauf sagte Mose zu den Leviten: »Weiht euch heute zum Priesterdienst für den HERRN! Weder Sohn noch Bruder habt ihr geschont, darum wird der HERR seinen Segen auf euch legen.«

30 Am folgenden Tag sagte Mose zum Volk: »Ihr habt schwere Schuld auf euch geladen. Darum will ich jetzt zum HERRN hinaufsteigen. Vielleicht kann ich erreichen, dass er euch die Schuld vergibt.«

31 Mose kehrte zum HERRN zurück und sagte: »Ach Herr, das Volk hat sich schwer gegen dich vergangen! Einen Gott aus Gold haben sie gemacht.

32 Vergib doch ihre Schuld! Wenn nicht, dann streiche meinen Namen aus dem Buch, in dem die Namen der Deinen eingetragen sind.«

33 Der HERR aber sagte: »Ich streiche nur den Namen dessen aus meinem Buch, der sich gegen mich vergangen hat.

34 Geh jetzt und führe das Volk an den Ort, den ich dir genannt habe. Mein Engel wird vor dir hergehen. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich dieses Volk für seine Verfehlung bestrafen.«

35 Der HERR aber ließ eine Seuche unter den Israeliten wüten, weil sie Aaron dazu verleitet hatten, für sie das Götzenbild zu machen.

Videos zu 2. Mose 32 (ELB, GNB)