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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Ausrottung des Hauses Ahabs durch Jehu
1 Und Ahab hatte siebzig Söhne in Samaria. Und Jehu schrieb Briefe und sandte sie nach Samaria an die Obersten von Jesreel[2]LXX und Vulg. lesen: an die Obersten der Stadt, an die Ältesten und an die Erzieher {der Söhne} Ahabs, die lauteten:
2 Und nun, wenn dieser Brief zu euch kommt – bei euch sind ja die Söhne eures Herrn und bei euch die Kriegswagen und die Pferde und eine befestigte Stadt und Waffen –,
3 so seht {euch um nach dem} besten und tüchtigsten von den Söhnen eures Herrn und setzt ihn auf den Thron seines Vaters und kämpft für das Haus eures Herrn!
4 Aber sie fürchteten sich über alle Maßen und sagten {sich}: Siehe, die beiden Könige konnten nicht vor ihm bestehen, wie sollten wir da bestehen können?
5 Und der, der über das Haus[3]d. i. über den Königspalast, und der, der über die Stadt {gesetzt} war, und die Ältesten und die Erzieher sandten hin zu Jehu und ließen {ihm} sagen: Deine Knechte sind wir; alles, was du zu uns sagst, wollen wir tun; wir wollen niemanden zum König machen. Tu, was gut ist in deinen Augen!
6 Da schrieb er zum zweiten Mal einen Brief an sie, der lautete: Wenn ihr mir {folgt} und auf meine Stimme hört, dann nehmt die Häupter[4]Das Wort »Haupt« bedeutet im Hebr. sowohl »Kopf« als auch »Oberhaupt, Anführer« und wird hier wohl bewusst doppeldeutig gebraucht. der Männer, der Söhne eures Herrn, und kommt morgen um diese Zeit zu mir nach Jesreel! Und die Königssöhne, siebzig Mann, {waren gerade} bei den Großen der Stadt, die sie aufzogen.
7 Und es geschah, als der Brief zu ihnen kam, nahmen sie die Söhne des Königs und schlachteten sie, siebzig Mann, und legten ihre Köpfe in Körbe und sandten sie zu ihm nach Jesreel.
8 Und der Bote kam und berichtete ihm und sagte: Man hat die Köpfe der Königssöhne gebracht. Da sagte er: Legt sie in zwei Haufen an den Eingang des Tores bis zum Morgen!
9 Und es geschah am Morgen, da ging er hinaus, trat hin und sagte zum ganzen Volk: Ihr seid gerecht! Siehe, ich habe mich gegen meinen Herrn verschworen und habe ihn umgebracht. Wer aber hat alle diese erschlagen?
10 Erkennt also, dass nichts zur Erde fällt von dem Wort des Herrn, das der Herr gegen das Haus Ahabs geredet hat! Der Herr hat getan, was er durch seinen Knecht Elia geredet hat.
11 Und Jehu erschlug alle, die vom Haus Ahabs in Jesreel übrig geblieben waren, alle seine Großen und seine Vertrauten und seine Priester, bis er ihm nicht einen Entkommenen übrig gelassen hatte.
12 Und er machte sich auf, ging hin und zog nach Samaria. Er war bei Bet-Eked-Haroïm[5]d. h. Haus des Sandhaufens der Hirten auf dem Weg,
13 da traf Jehu die Brüder Ahasjas, des Königs von Juda. Und er sagte: Wer seid ihr? Sie sagten: Wir sind die Brüder Ahasjas und ziehen hinab zur Begrüßung der Söhne des Königs und der Söhne der Herrin[1]d. i. der Königinmutter.
14 Da sagte Jehu[2]w. er: Packt sie lebendig! Und sie packten sie lebendig und schlachteten sie bei der Zisterne von Bet-Eked, 42 Mann, und er ließ keinen von ihnen übrig.
15 Dann ging er von dort {weiter} und traf Jonadab, den Sohn Rechabs, der ihm entgegenkam. Und er grüßte[3]w. segnete ihn und sagte zu ihm: Ist dein Herz aufrichtig wie mein Herz gegen dein Herz? Jonadab sagte: Es ist so. – Wenn es so ist, dann gib mir deine Hand – und er gab ihm seine Hand. Da ließ er ihn zu sich auf den Wagen steigen
16 und sagte: Komm mit mir und sieh mein Eifern für den Herrn an! Und man ließ ihn auf seinem Wagen mitfahren.
17 Und als er nach Samaria kam, erschlug er alle, die von Ahab in Samaria übrig geblieben waren, bis er ihn ganz ausgetilgt hatte nach dem Wort des Herrn, das er zu Elia geredet hatte.
Ausrottung des Baalsdienstes durch Jehu
18 Und Jehu versammelte das ganze Volk und sagte zu ihnen: Ahab hat dem Baal ein wenig gedient, Jehu will ihm viel dienen.
19 Und nun, ruft alle Propheten des Baal, alle seine Diener und alle seine Priester zu mir! Kein Mann soll vermisst werden! Denn ich habe ein großes Schlachtopfer für den Baal {vorbereitet}. Keiner, der vermisst wird, soll am Leben bleiben! Jehu handelte aber mit Hinterlist, um die Diener des Baal umzubringen.
20 Und Jehu sagte: Heiligt dem Baal eine Festversammlung! Und man rief sie aus.
21 Und Jehu sandte {Boten} in ganz Israel umher. Da kamen alle Diener des Baal; keiner blieb übrig, der nicht gekommen wäre. Und sie kamen in das Haus des Baal, und das Haus des Baal wurde voll von einem Ende bis zum andern.
22 Und er sagte zu dem, der über die Kleiderkammer {gesetzt} war: Bring {Fest} kleidung heraus für alle Diener des Baal! Und er brachte ihnen die Gewänder heraus.
23 Und Jehu und Jonadab, der Sohn Rechabs, gingen ins Haus des Baal hinein, und er sagte zu den Dienern des Baal: Sucht gründlich nach und seht zu, dass nicht etwa einer von den Dienern des Herrn hier bei euch ist, sondern nur Diener des Baal allein!
24 Und sie gingen hinein, um Schlachtopfer und Brandopfer zuzubereiten. Jehu hatte sich aber draußen achtzig Mann aufgestellt und gesagt: Der Mann, der einen von den Männern entkommen lässt[4]T. ; Mas. T. : Der Mann, der sich retten kann von den Männern, die ich in eure Hände kommen lasse, sein Leben soll für dessen Leben {einstehen}[5]w. seine Seele statt dessen Seele; d. h. statt des Baalsdieners, den er hätte umbringen sollen.
25 Und es geschah, sobald man mit der Zubereitung des Brandopfers fertig war, sagte Jehu zu den Leibwächtern[6]w. Läufer (n) und zu den Offizieren[7]o. Wagenkämpfern; w. zu seinen dritten {Männern auf dem Kriegswagen}: Geht hinein, erschlagt sie! Keiner darf herauskommen! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes. Und die Leibwächter[6]w. Läufer (n) und die Offiziere[8]w. Wagenkämpfer; w. Dritte {Männer auf dem Kriegswagen} warfen sie {hinaus}. Dann gingen sie zum Stadtteil des Hauses des Baal
26 und holten die Gedenksteine[9]hebr. mazzebot; das sind aufrecht hingestellte Steine, die kultisch verehrt wurden des Hauses des Baal heraus und verbrannten sie;
27 und sie rissen den Gedenkstein des Baal nieder; und sie rissen das Haus des Baal nieder und machten Aborte daraus; {die sind dort} bis auf den heutigen Tag.
28 So tilgte Jehu den Baal aus Israel aus.
29 Nur von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt hatte, von denen wich Jehu nicht ab, von den goldenen Kälbern[1]Das Wort Kalb ist hier ein verächtlicher Ausdruck für ein Stierbild., die in Bethel und in Dan waren.
30 Und der Herr sprach zu Jehu: Weil du gut ausgeführt hast, was recht ist in meinen Augen, {und} am Haus Ahabs nach allem getan hast, was in meinem Herzen war, darum sollen dir Söhne der vierten {Generation} auf dem Thron Israels sitzen.
31 Aber Jehu achtete nicht darauf, mit seinem ganzen Herzen im Gesetz des Herrn, des Gottes Israels, zu leben[2]w. zu gehen. Er wich nicht von den Sünden Jerobeams, der Israel zur Sünde verführt hatte.
32 In jenen Tagen begann der Herr, {Teile} in Israel abzuschlagen. Und Hasaël schlug sie im ganzen Gebiet Israels,
33 vom Jordan an nach Sonnenaufgang zu das ganze Land Gilead, die Gaditer und die Rubeniter und die Manassiter, von Aroër an, das am Fluss Arnon {liegt} , sowohl Gilead als auch Baschan.
34 Und die übrige Geschichte[3]w. der Rest der Begebenheiten Jehus und alles, was er getan hat, und alle seine Machttaten, ist das nicht geschrieben im Buch der Geschichte[4]w. der Begebenheiten der Tage der Könige von Israel?
35 Und Jehu legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn in Samaria. Und sein Sohn Joahas wurde an seiner Stelle König.
36 Die Tage aber, die Jehu über Israel in Samaria regierte, {betrugen} 28 Jahre.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
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Jehu rottet die Familie Ahabs aus
1 In Samaria gab es siebzig Söhne und Enkel von Ahab. Jehu schickte Briefe an die maßgeblichen Männer der Stadt: an die königlichen Bevollmächtigten in Jesreel, an die Ältesten der Stadt und an die Erzieher der Prinzen. In den Briefen hieß es:
2 »Bei euch sind die Söhne eures Herrn, ihr verfügt über Pferde und Streitwagen, eure Stadt ist gut befestigt und ihr habt Waffen genug.
3 Also sucht den fähigsten unter den Prinzen aus, setzt ihn auf den Thron seines Vaters und kämpft für das Königtum eures Herrn!«
4 Aber die Männer hatten große Angst vor Jehu. Sie sagten: »Mit den zwei Königen ist er schon fertiggeworden, wie sollten wir uns da gegen ihn behaupten können?«
5 Die maßgeblichen Männer – der Palastkommandant, der Stadtkommandant, die Ältesten und die Erzieher – ließen also Jehu mitteilen: »Wir stehen zu deinen Diensten! Wir werden alles ausführen, was du befiehlst. Wir wollen niemand hier zum König machen. Tu, was du für richtig hältst.«
6 Darauf schrieb Jehu ihnen einen zweiten Brief. Darin hieß es: »Wenn ihr auf meiner Seite steht und bereit seid, meinen Befehlen zu folgen, dann kommt morgen um diese Zeit zu mir nach Jesreel und bringt die Köpfe der Söhne eures Herrn mit!« – Die siebzig Königssöhne wurden nämlich in Samaria von den vornehmsten Bürgern der Stadt erzogen. –
7 Die maßgeblichen Männer von Samaria ließen darauf die Prinzen umbringen, siebzig Mann, und ihre Köpfe in Körbe legen und nach Jesreel schaffen.
8 Als Jehu gemeldet wurde, man habe die Köpfe der Königssöhne gebracht, gab er den Befehl, sie in zwei Haufen vor dem Stadttor aufzustapeln und dort bis zum nächsten Morgen liegen zu lassen.
9 Am nächsten Morgen erschien er selbst vor dem Stadttor und sagte zu den Männern, die sich dort einfanden: »Euch trifft keine Schuld! Ich habe die Verschwörung gegen meinen Herrn, den König, angezettelt und ihn getötet. Aber wer hat die hier alle umgebracht?
10 Erkennt daran, dass alles in Erfüllung geht, was der HERR der Familie Ahabs angedroht hat. Der HERR hat getan, was er durch seinen Diener Elija angekündigt hatte.«
11 Darauf ließ Jehu auch noch alle Mitglieder der Familie Ahabs umbringen, die sich in Jesreel befanden, ebenso alle hohen Beamten, Ratgeber und Priester des Königs; keiner kam mit dem Leben davon.
12 Dann machte sich Jehu auf den Weg nach Samaria. Bei Bet-Eked-Roïm
13 traf er auf Verwandte des Königs Ahasja von Juda. Er fragte: »Wer seid ihr?« Sie antworteten: »Wir sind Verwandte von König Ahasja und wollen nach Jesreel, um der königlichen Familie, besonders den Söhnen des Königs und den Söhnen der Königsmutter, einen Besuch abzustatten.«
14 Jehu befahl seinen Leuten: »Nehmt sie gefangen!« Sie wurden gefangen abgeführt und bei der Zisterne von Bet-Eked getötet. Es waren 42 Mann; keiner von ihnen kam mit dem Leben davon.
15 Als Jehu in Richtung Samaria weiterzog, begegnete ihm Jonadab, der Sohn Rechabs. Jehu begrüßte ihn und fragte: »Kann ich mich auf dich verlassen, so wie du dich auf mich verlassen kannst?« Jonadab antwortete: »Du kannst es!« »Dann gib mir deine Hand«, sagte Jehu. Jonadab gab Jehu die Hand. Darauf ließ Jehu ihn zu sich in den Wagen steigen
16 und sagte: »Komm mit und sieh dir an, wie leidenschaftlich ich mich für den HERRN einsetze!« Und Jonadab fuhr mit.
17 In Samaria angekommen tötete Jehu alle, die von Ahabs Verwandtschaft noch übrig geblieben waren. Er rottete die Familie Ahabs vollständig aus. So trat ein, was der HERR durch Elija angekündigt hatte.
Jehu rottet die Verehrer Baals aus
18 Nun versammelte Jehu das Volk von Samaria und verkündete: »Ahab hat Baal zu wenig verehrt; das soll jetzt anders werden!
19 Ruft alle Propheten Baals zusammen, alle seine Priester und alle, die ihn verehren! Keiner darf fehlen, denn ich will zu Ehren Baals ein großes Opferfest veranstalten. Wer nicht kommt, wird mit dem Tod bestraft!« In Wahrheit aber wollte Jehu alle Verehrer Baals umbringen.
20 Er befahl also, eine Festversammlung zu Ehren Baals auszurufen.
21 Er schickte Boten durch das ganze Gebiet Israels und alle Verehrer Baals kamen in Samaria zusammen. Es gab keinen, der dem Aufruf nicht folgte. Sie gingen alle in den Vorhof des Tempels Baals und der ganze Hof war voll von Menschen.
22 Jehu befahl dem Mann, der für die heiligen Gewänder zuständig war: »Gib an alle Verehrer Baals Festgewänder aus!« Als das geschehen war,
23 ging er zusammen mit Jonadab, dem Sohn Rechabs, in den Tempel und rief den Baalsverehrern zu: »Seht euch um und sorgt dafür, dass hier wirklich nur Verehrer Baals anwesend sind! Für Verehrer des HERRN ist hier kein Platz!«
24 Dann traten Jehu und Jonadab an den Altar, um zu Ehren Baals Brandopfer und Mahlopfer darzubringen. Jehu hatte aber außerhalb des Tempelbezirks 80 Mann bereitgestellt und ihnen gesagt: »Wer von euch auch nur einen der Baalsverehrer entwischen lässt, der bezahlt es mit seinem Leben!«
25 Nachdem die Opfer dargebracht waren, gab Jehu der Leibwache und den Offizieren den Befehl: »Kommt herein! Erschlagt sie alle! Keiner darf entkommen!« Da brachten sie alle Verehrer Baals um und warfen die Leichen hinaus. Dann gingen sie in den innersten Bereich des Baals-Tempels,
26 holten die geweihten Pfähle heraus und verbrannten sie.
27 Das Steinmal, das zu Ehren Baals errichtet worden war, schlugen sie in Stücke. Schließlich rissen sie die ganze Tempelanlage nieder; bis heute wird der Platz als öffentlicher Abort benutzt.
Abschließende Bemerkungen über Jehu und seine Regierungszeit
28 So machte Jehu der Verehrung Baals in Israel ein Ende.
29 Nur von dem Götzendienst Jerobeams, zu dem dieser ganz Israel verführt hatte, konnte er nicht lassen: Die goldenen Stierbilder in Bet-El und Dan blieben unangetastet.
30 Der HERR sagte zu Jehu: »Du hast getan, was mir gefällt; alles, was ich der Familie Ahabs zugedacht hatte, hast du ausgeführt. Deshalb werden deine Nachkommen bis in die vierte Generation Könige von Israel sein!«
31 Doch befolgte Jehu das Gesetz des HERRN, des Gottes Israels, nicht mit ungeteiltem Herzen: Er blieb bei dem Götzendienst, zu dem Jerobeam ganz Israel verführt hatte.
32-33 Während der Regierungszeit von Jehu fing der HERR an, das Gebiet Israels zu beschneiden: König Hasaël von Syrien eroberte das ganze Gebiet östlich des Jordans, von der Stadt Aroër, die am Arnon liegt, bis hinauf zum Bergland Gilead und der Landschaft Baschan, das sind die Stammesgebiete von Gad, Ruben und Ost-Manasse.
34 Was es sonst noch über Jehu zu berichten gibt, über seine Taten und Erfolge, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Israel nachzulesen.
35 Als er starb, wurde er in Samaria bestattet. Sein Sohn Joahas wurde sein Nachfolger.
36 28 Jahre lang war Jehu in Samaria König über das Reich Israel gewesen.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart