ELB, GNB online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Elisa und das schwimmende Eisen

1 Und die Söhne der Propheten[1]o. die Prophetenschüler sagten zu Elisa: Sieh doch, der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist zu eng für uns.

2 Lass uns doch an den Jordan gehen und von dort jeder einen Balken holen und uns hier einen Ort herrichten, um dort zu wohnen! Und er sagte: Geht hin!

3 Und einer sagte: Tu uns den Gefallen[2]w. Entschließe dich {mit Selbstüberwindung} ; d. i. ein Ausdruck der Höflichkeit und geh mit deinen Knechten! Und er sagte: Ich will mitgehen.

4 So ging er mit ihnen. Und sie kamen an den Jordan und hieben die Bäume um.

5 Es geschah aber, als einer einen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser. Und er schrie auf und sagte: Ach, mein Herr! Und {dabei} ist es doch geliehen!

6 Der Mann Gottes aber sagte: Wohin ist es gefallen? Und er zeigte ihm die Stelle. Da schnitt er ein {Stück} Holz ab und warf es hinein und brachte das Eisen zum Schwimmen.

7 Und er sagte: Hole es dir heraus! Da streckte er seine Hand aus und nahm es.

Elisa vereitelt die Kriegsabsichten der Aramäer

8 Und der König von Aram führte Krieg gegen Israel; und er beriet sich mit seinen Knechten und sagte: An dem und dem Ort soll mein Lager sein[3]Da die Bedeutung des Wortes nicht gesichert ist, lesen andere mit Textänderung: sollt ihr einen Hinterhalt legen.

9 Da sandte der Mann Gottes zum König von Israel und ließ {ihm} sagen: Hüte dich davor, an diesem Ort vorbeizuziehen! Denn dort kommen die Aramäer herab[4]Andere lesen mit Textänderung: Dort liegen die Aramäer im Hinterhalt.

10 Und der König von Israel sandte hin an den Ort, den der Mann Gottes ihm gesagt und {vor dem} er ihn gewarnt hatte, und war dort auf der Hut. {Das geschah} nicht {nur} einmal und nicht {nur} zweimal.

11 Da wurde das Herz des Königs von Aram über diese Sache {sehr} beunruhigt, und er rief seine Knechte und sagte zu ihnen: Könnt ihr mir nicht mitteilen, wer von den Unseren zum König von Israel {hält} ?

12 Da sagte einer von seinen Knechten: Nein, mein Herr {und} König, aber der Prophet Elisa, der in Israel ist, teilt dem König von Israel die Worte mit, die du in deinem Schlafzimmer redest.

13 Da sagte er: Geht hin und seht, wo er ist! Ich werde hinsenden und ihn holen. Und es wurde ihm berichtet: Siehe, er ist in Dotan.

14 Da sandte er Pferde und Kriegswagen dorthin und ein starkes Heer. Und sie kamen bei Nacht und umringten die Stadt. –

15 Und als der Diener des Mannes Gottes früh aufstand und hinausging, siehe, da umringte ein Heer die Stadt und Pferde und Kriegswagen. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach, mein Herr! Was sollen wir tun?

16 Er aber sagte: Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind.

17 Und Elisa betete und sagte: Herr, öffne doch seine Augen, dass er sieht! Da öffnete der Herr die Augen des Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum.

18 Und sie kamen zu ihm herab. Und Elisa betete zu dem Herrn und sagte: Schlag doch diese Kriegsschar[5]w. diese Nation mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort des Elisa.

19 Und Elisa sagte zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und dies nicht die Stadt. Folgt mir! Ich will euch zu dem Mann führen, den ihr sucht. Und er führte sie nach Samaria.

20 Und es geschah, als sie nach Samaria gekommen waren, da sagte Elisa: Herr, öffne die Augen dieser {Männer} , dass sie sehen! Da öffnete der Herr ihre Augen, und sie sahen. Und siehe, {sie waren} mitten in Samaria.

21 Und der König von Israel sagte zu Elisa, als er sie sah: Soll ich losschlagen, soll ich losschlagen, mein Vater?

22 Er aber sagte: Du sollst nicht schlagen! Würdest du {etwa} die erschlagen, die du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen genommen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken und {dann} zu ihrem Herrn ziehen!

23 Und er richtete ein großes Festmahl für sie aus, und sie aßen und tranken. Dann entließ er sie, und sie zogen zu ihrem Herrn. Und die Streifscharen Arams kamen fortan nicht mehr in das Land Israel.

Hungersnot im belagerten Samaria – Weissagung Elisas – Samarias Rettung

24 Und es geschah danach, da versammelte Ben-Hadad, der König von Aram, sein ganzes Heer und zog herauf und belagerte Samaria.

25 Und es entstand eine große Hungersnot in Samaria; und siehe, sie belagerten es, bis ein Eselskopf für achtzig {Schekel} Silber und ein viertel Kab[1]1 Kab = ein achtzehntel Efa, das sind etwa 1,2 l. Ein viertel Kab fasst also etwa 0,3 l. Taubenmist für fünf {Schekel} Silber {gehandelt} wurden.

26 Und es geschah, als der König von Israel auf der Mauer einherging, da schrie eine Frau ihm zu: Hilf[2]o. Rette, mein Herr und König!

27 Er aber sagte: Hilft dir der Herr nicht, woher sollte ich dir helfen[3]o. dich retten? {Etwa} von der Tenne oder von der Kelterkufe?

28 Und der König sagte zu ihr: Was hast du? Sie sagte: Diese Frau da hat zu mir gesagt: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen! Meinen Sohn wollen wir dann morgen essen.

29 So kochten wir meinen Sohn und aßen ihn. Als ich aber am anderen Tag zu ihr sagte: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn essen! – da hatte sie ihren Sohn versteckt.

30 Und es geschah, als der König die Worte der Frau hörte, da zerriss er seine Kleider, und zwar als er {noch} auf der Mauer einherging; und das Volk sah, und siehe, {er trug} Sacktuch darunter auf seinem Leib[4]w. Fleisch.

31 Und er sagte: So soll mir Gott tun und so hinzufügen, wenn[5]hebr. Schwurformel, die meint: Alles nur erdenkliche Unglück soll Gott mir zufügen, wenn … der Kopf Elisas, des Sohnes Schafats, heute auf ihm bleibt!

32 Elisa aber saß in seinem Haus, und die Ältesten saßen bei ihm. Und der König[6]w. er sandte einen Mann vor sich her. Bevor nun der Bote zu ihm kam, sagte er zu den Ältesten: Habt ihr gesehen, dass dieser Mördersohn hergesandt hat, um mir den Kopf abzuschlagen[7]w. meinen Kopf zu entfernen? Seht zu, sobald der Bote kommt, verschließt die Tür und drängt ihn mit der Tür zurück! Ist nicht der Schall der Tritte seines Herrn hinter ihm {zu hören} ?

33 Noch redete er mit ihnen, siehe, da kam der Bote[8]Andere lesen mit Streichung eines Buchstabens: der König zu ihm herab; und er[9]d. i. der König sagte: Siehe, dieses Unglück {kommt} von dem Herrn. Was soll ich noch {länger} auf den Herrn warten?

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Elischa bringt die ins Wasser gefallene Axt zum Schwimmen

1 Die Männer der Prophetengemeinschaft beklagten sich bei Elischa: »Der Raum, in dem wir zusammenkommen, um dir zuzuhören, ist zu eng.

2 Wir möchten deshalb zum Jordan gehen und dort Bäume fällen. Wenn jeder von uns einen Balken heranschafft, können wir einen neuen Versammlungsraum bauen.« »Geht nur!«, sagte Elischa.

3 Aber einer der Männer bat ihn: »Komm doch mit uns!« Elischa sagte Ja

4 und ging mit. So kamen sie an den Jordan und fällten Bäume.

5 Bei der Arbeit flog plötzlich einem die eiserne Axtklinge vom Stiel und fiel ins Wasser. Laut aufschreiend sagte der Mann zu Elischa: »Herr, was mache ich jetzt? Die Axt war nur geliehen!«

6 Elischa fragte: »Wo ist die Klinge hineingefallen?« Der Mann zeigte ihm die Stelle. Darauf schnitt Elischa sich einen Stock ab, warf ihn an der Stelle ins Wasser und die Klinge kam an die Oberfläche.

7 »Greif sie!«, sagte Elischa. Und der Mann holte sie sich heraus.

Elischa stiftet Frieden zwischen Syrien und Israel

8 Der König von Syrien führte Krieg gegen Israel. Er beriet sich mit seinen Truppenführern und entschied, an welcher Stelle sie sich für einen Überraschungsangriff bereithalten wollten.

9 Da schickte Elischa, der Mann Gottes, einen Boten zum König von Israel, nannte ihm den Ort und warnte ihn: »Mach einen Bogen um die Stelle, denn dort wollen sie dich angreifen!«

10 Darauf ließ der König von Israel die Gegend, vor der ihn der Prophet gewarnt hatte, gut auskundschaften und war dort besonders vorsichtig. So ging es nicht nur ein- oder zweimal, sondern noch öfter.

11 Den König von Syrien beunruhigte die Sache. Er ließ seine Truppenführer zusammenrufen und sagte: »Einer von den Unseren verrät uns an den König von Israel. Könnt ihr mir sagen, wer es ist?«

12 »Nein, nein, mein Herr und König«, antwortete einer von den Truppenführern. »Der Prophet Elischa ist schuld. Er meldet dem König von Israel sogar, was du in deinem Schlafzimmer sagst.«

13 »Findet mir heraus, wo er ist!«, befahl der König. »Dann werde ich ihn schon in meine Gewalt bringen.« Man meldete dem König, Elischa sei in Dotan.

14 Da schickte er ein großes Heer dorthin, verstärkt durch eine Streitwagenabteilung. Die Truppen rückten bei Nacht an und umzingelten die Stadt.

15 Als der Diener Elischas morgens aufstand und vor die Tür trat, sah er die Stadt von Truppen und Streitwagen umstellt. »Was sollen wir jetzt tun?«, fragte er Elischa.

16 Der gab ihm zur Antwort: »Lass dir keine Angst einjagen, weil es so viele sind! Auf unserer Seite stehen noch mehr.«

17 Darauf betete Elischa: » HERR, öffne doch meinem Diener die Augen!« Da öffnete der HERR ihm die Augen, und er sah: Der ganze Berg, auf dem die Stadt lag, war rings um Elischa bedeckt mit Pferden und Streitwagen aus Feuer.

18 Als die Syrer nun vorrückten, bat Elischa den HERRN: »Schlag sie mit Blindheit!« Und der HERR schlug sie mit Blindheit, wie Elischa es erbeten hatte.

19 Elischa ging ihnen entgegen und sagte zu ihnen: »Ihr müsst den falschen Weg eingeschlagen haben; dies ist nicht die Stadt, die ihr sucht. Folgt mir, ich führe euch zu dem Mann, hinter dem ihr her seid!« Und er führte sie nach Samaria.

20 Dort betete er: » HERR, jetzt öffne ihnen wieder die Augen!« Da öffnete der HERR ihnen die Augen, und sie sahen, dass sie sich mitten in der Stadt Samaria befanden.

21 Als der König von Israel die Syrer sah, fragte er Elischa: »Mein Vater, soll ich sie niedermachen lassen?«

22 »Nein, tu es nicht«, sagte Elischa. »Sogar Soldaten, die du im Kampf gefangen genommen hast, wirst du nicht einfach erschlagen. Gib ihnen lieber etwas zu essen und zu trinken, und dann sollen sie zu ihrem König zurückkehren!«

23 Darauf ließ der König von Israel ein reiches Mahl für sie bereiten. Sie aßen und tranken und durften dann heimkehren. Seitdem unternahmen die Syrer keine Raubzüge mehr in das Gebiet Israels.

Hungersnot im belagerten Samaria

24 Einige Zeit danach zog Ben-Hadad, der König von Syrien, sein Heer zusammen, fiel in Israel ein und belagerte Samaria.

25 Die Nahrungsmittel in der Stadt wurden so knapp, dass man schließlich für einen Eselskopf 80 Silberstücke und für eine Handvoll Taubendreck 5 Silberstücke zahlen musste.

26 Eines Tages, als der König von Israel gerade die Stadtmauer inspizierte, rief eine Frau ihm zu: »Hilf mir doch, mein Herr und König!«

27 Der entgegnete: »Hilft dir der HERR nicht, wie soll ich dir dann helfen? Es ist kein Getreide mehr da und auch kein Wein.

28 Oder bedrückt dich etwas anderes?« Da zeigte sie auf eine andere Frau und rief: »Diese Frau da hatte zu mir gesagt: ›Gib deinen Sohn her, den essen wir heute; morgen essen wir dann den meinen.‹

29 So haben wir also meinen Sohn gekocht und aufgegessen. Als ich aber am folgenden Tag zu ihr sagte: ›Gib deinen Sohn her, wir wollen ihn essen‹, da hatte sie ihn versteckt!«

30 Als der König das hörte, zerriss er sein Gewand. Und weil er oben auf der Mauer stand, konnten alle sehen, dass er darunter auf dem bloßen Leib den Sack trug.

31 Dann rief der König: »Gottes Zorn soll mich treffen, wenn ich nicht heute Elischa, dem Sohn Schafats, den Kopf abschlagen lasse!«

Elischa sagt das Ende der Hungersnot voraus

32 Sofort machte sich der König auf den Weg zu Elischa und ein Bote musste ihm vorauslaufen. Elischa saß in seinem Haus; die Ältesten der Stadt waren um ihn versammelt. Noch ehe der Bote des Königs eintraf, sagte Elischa zu den Ältesten: »Wisst ihr schon, dass der König, dieser Mörder, jemand hergeschickt hat, der mir den Kopf abschlagen soll? Wenn der Mann kommt, schließt die Tür ab und lasst ihn nicht herein! Der König selbst folgt ihm auf dem Fuß!«

33 Elischa hatte noch nicht ausgeredet, da erschien auch schon der König bei ihm und rief: »Wie kann ich noch weiter darauf warten, dass der HERR uns hilft? Er selbst hat uns doch in dieses Unglück gestürzt!«

Videos zu 2. Könige 6 (ELB, GNB)