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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Trauer des Volkes – Zelt außerhalb des Lagers – Moses Verhandlung mit Gott und sein Begehren, die Herrlichkeit Gottes zu sehen
1 Und der Herr redete zu Mose: Geh, ziehe von hier hinauf, du und das Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, in das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will ich es geben!
2 – Und ich werde einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter vertreiben –
3 in ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Denn ich werde nicht in deiner Mitte hinaufziehen – du bist nämlich ein halsstarriges Volk –, damit ich dich nicht auf dem Wege vernichte.
4 Als das Volk diese böse Rede hörte, trauerten sie, und keiner legte seinen Schmuck an.
5 Denn der Herr hatte zu Mose gesagt[4]o. Da sprach der Herr zu Mose: Sprich zu den Söhnen Israel: Ihr seid ein halsstarriges Volk. Zöge ich nur einen Augenblick in deiner Mitte hinauf, so würde ich dich vernichten. Und nun lege deinen Schmuck von dir ab, und ich werde zusehen[5]w. erkennen, was ich für dich tun kann.
6 Da entledigten sich die Söhne Israel ihres Schmuckes, vom Berg Horeb an.
7 Mose nun nahm {jeweils} das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern vom Lager für sich[6]o. für ihn; d. h. für den Herrn, und nannte es: Zelt der Begegnung. Und es geschah, jeder, der den Herrn suchte, ging zum Zelt der Begegnung außerhalb des Lagers hinaus.
8 Es geschah auch, sooft Mose zum Zelt hinausging, dann standen alle Leute auf, und sie traten jeder an den Eingang seines Zeltes und sahen Mose nach, bis er in das Zelt hineinkam.
9 Und es geschah {jedes Mal} , wenn Mose in das Zelt kam, dann stieg die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen; und {der Herr} redete mit Mose.
10 Und das ganze Volk sah die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen. Und das ganze Volk erhob sich, und sie warfen sich nieder, jeder am Eingang seines Zeltes.
11 Und der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet; dann kehrte er {, Mose, } ins Lager zurück. Sein Diener Josua aber, der Sohn des Nun, ein junger Mann, wich nicht aus dem Innern des Zeltes.
12 Mose nun sagte zum Herrn: Siehe, du sagst zu mir: Führe dieses Volk hinauf! – aber du hast mich nicht erkennen lassen, wen du mit mir senden willst, wo du {doch selbst} gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, ja, du hast Gunst gefunden in meinen Augen.
13 Und nun, wenn ich also Gunst gefunden habe in deinen Augen, {dann} lass mich doch[1]o. Und nun, möge ich doch Gunst finden in deinen Augen. Lass mich doch. – Diese Üs. ist auch in Kap.34,9 möglich. deine Wege erkennen, sodass ich dich erkenne, damit ich Gunst finde in deinen Augen, und bedenke, dass diese Nation dein Volk ist!
14 Er antwortete: Mein Angesicht[2]d. h. ich selbst wird {mit} gehen und dich zur Ruhe bringen.[3]o. {Wenn} mein Angesicht {mit} geht, werde ich dich dann zur Ruhe bringen?
15 Er aber sagte zu ihm: Wenn dein Angesicht nicht {mit} geht, dann führe uns nicht von hier hinauf!
16 Woran soll man denn sonst erkennen, dass ich Gunst gefunden habe in deinen Augen, ich und dein Volk? Nicht daran, dass du mit uns gehst und wir, ich und dein Volk, {dadurch} vor jedem Volk auf dem Erdboden ausgezeichnet[4]o. besonders behandelt werden?
17 Der Herr antwortete Mose: Auch diesen Wunsch, den[5]w. diese Sache, die du {jetzt} ausgesprochen hast, werde ich erfüllen; denn du hast Gunst gefunden in meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen.
18 Er aber sagte: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!
19 Er antwortete: Ich werde all meine Güte an deinem Angesicht vorübergehen lassen und den Namen Jahwe vor dir ausrufen: Ich werde[6]o. ausrufen. Und ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme.
20 Dann sprach er: Du kannst {es} nicht {ertragen} , mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.
21 Weiter sagte der Herr: Siehe, {hier} ist ein Platz bei mir, da sollst du dich auf den Felsen stellen.
22 Und es wird geschehen, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, dann werde ich dich in die Felsenhöhle stellen und meine Hand schützend über dich halten, bis ich vorübergegangen bin.
23 Dann werde ich meine Hand wegnehmen, und du wirst mich von hinten sehen; aber mein Angesicht darf nicht gesehen werden.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Die Israeliten suchen Gott gnädig zu stimmen
1 Der HERR sagte zu Mose: »Brecht jetzt auf! Bring das Volk, das du aus Ägypten hierher geführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid als Besitz für ihre Nachkommen versprochen habe,
2-3 dieses Land, das von Milch und Honig überfließt! Ich werde einen Engel mitsenden, der vor euch hergeht, und werde die Völker im Land vor euch vertreiben, die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Aber ich selbst werde nicht mit euch ziehen. Ihr seid ein widerspenstiges Volk und ich müsste euch deshalb unterwegs vernichten.«
4 Als die Leute das hörten, wurden sie traurig, und zum Zeichen ihrer Trauer legten alle ihren Schmuck ab.
5 Da sagte der HERR zu Mose: »Sag den Leuten von Israel: ›Ihr seid zwar ein widerspenstiges Volk, und wenn ich auf dem Weg ins Land auch nur einen Augenblick in eurer Mitte weilen würde, müsste ich euch vernichten. Aber wenn ihr jetzt euren Schmuck für immer ablegt, will ich sehen, was ich für euch tun kann.‹«
6 Da trennten sich die Leute von Israel noch am Berg Horeb von ihrem Schmuck.
Gott gewährt den Israeliten seine Nähe
7 Von da an schlug Mose jedes Mal, wenn das Volk Rast machte, außerhalb des Lagers ein Zelt auf. Er nannte es das Zelt der Begegnung mit Gott. Wer von den Leuten im Volk eine Weisung oder Entscheidung des HERRN suchte, ging aus dem Lager hinaus zum Zelt der Begegnung.
8 Immer wenn Mose zu diesem Zelt ging, standen alle auf und traten an den Eingang ihrer Zelte. Sie blickten ihm nach, bis er ins Zelt hineingegangen war.
9 Sobald Mose hineinging, kam die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen. Dann redete der HERR mit Mose.
10 Wenn die Leute von Israel die Wolkensäule über dem Zelt stehen sahen, warfen sich alle anbetend am Eingang ihrer Zelte nieder.
11 Der HERR sprach mit Mose Auge in Auge wie ein Mensch mit einem andern. Darauf kehrte Mose ins Lager zurück. Sein Diener Josua aber, der Sohn Nuns, damals noch ein junger Mann, blieb stets als Hüter im Zelt.
Mose bittet um Gottes Mitkommen
12 Mose sagte zum HERRN: »Du befiehlst mir: ›Führe das Volk in sein Land!‹, aber du hast mir nicht gesagt, wen du mitschicken wirst. Du hast mir versichert, dass ich in deiner Gunst stehe und dass du mich als deinen Vertrauten betrachtest.
13 Wenn ich wirklich in deiner Gunst stehe, dann bestätige es jetzt und sag mir, was du vorhast. Und bedenke doch, dass diese Leute dein Volk sind!«
14 Der HERR erwiderte: »Ich werde mitgehen, du kannst ruhig sein.«
15 Mose sagte: »Wenn du nicht mitgehst, wäre es besser, du ließest uns hier bleiben.
16 Woran sollen wir denn erkennen, dass wir in deiner Gunst stehen, ich und dein Volk? Doch nur daran, dass du mit uns ziehst und uns dadurch vor allen anderen Bewohnern der Erde auszeichnest, nicht nur mich, sondern auch dein ganzes Volk!«
17 Der HERR antwortete: »Ich werde auch diese Bitte erfüllen, weil du in meiner Gunst stehst und mein Vertrauter bist.«
Mose möchte Gottes Herrlichkeit schauen
18 Nun bat Mose den HERRN: »Lass mich doch den Glanz deiner Herrlichkeit sehen!«
19 Der HERR erwiderte: »Ich werde in meiner ganzen Pracht und Hoheit an dir vorüberziehen und meinen Namen ›der HERR ‹ vor dir ausrufen. Es liegt in meiner freien Entscheidung, wem ich meine Gnade erweise; es ist allein meine Sache, wem ich mein Erbarmen schenke.
20 Trotzdem darfst du mein Gesicht nicht sehen; denn niemand, der mich sieht, bleibt am Leben.«
21 Weiter sagte der HERR: »Hier auf dem Felsen neben mir kannst du stehen.
22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, werde ich dich in einen Felsspalt stellen und dich mit meiner Hand bedecken, bis ich vorüber bin.
23 Dann werde ich meine Hand wegnehmen und du kannst mir nachschauen. Aber von vorn darf mich niemand sehen.«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart