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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Nathans Gerichtswort und Davids Schuldbekenntnis

1 Und der Herr sandte Nathan zu David. Und er kam zu ihm und sagte zu ihm: Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich und der andere arm.

2 Der Reiche hatte Schafe und Rinder in großer Menge.

3 Der Arme hatte aber nichts als nur ein einziges kleines Lamm[3]w. weibliches Lamm, das er gekauft hatte. Und er ernährte es[4]w. er hielt es am Leben, und es wurde groß bei ihm, zugleich mit seinen Kindern. Von seinem Bissen aß es, aus seinem Becher trank es, und in seinem Schoß schlief es. Es war ihm wie eine Tochter.

4 Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann; dem aber tat es leid, {ein Tier} von seinen Schafen und von seinen Rindern zu nehmen, um es für den Wanderer zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Da nahm er das Lamm[3]w. weibliches Lamm des armen Mannes und richtete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war.

5 Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann, und er sagte zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der das getan hat, ist ein Sohn des Todes.

6 Das Lamm[3]w. weibliches Lamm aber soll er vierfach erstatten, dafür, dass er diese Sache getan hat, und weil es ihm {um den Armen} nicht leid getan hat.

7 Da sagte Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls gerettet,

8 und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wenn es zu wenig war, so hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt.

9 Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen? Uria, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Söhne Ammon.

10 Nun denn, so soll das Schwert von deinem Haus auf ewig nicht weichen, dafür, dass du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, deine Frau zu werden.

11 So spricht der Herr: Siehe, ich lasse aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erstehen und nehme deine Frauen vor deinen Augen weg und gebe sie deinem Nächsten, dass er bei deinen Frauen liegt vor den Augen dieser Sonne!

12 Denn du, du hast es im Verborgenen getan; ich aber, ich werde dies tun vor ganz Israel und vor der Sonne!

13 Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch der Herr deine Sünde hinweggetan[5]w. vorübergehen lassen, du wirst nicht sterben.

14 Nur weil du den Feinden des Herrn durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, muss auch der Sohn, der dir geboren ist, sterben.

15 Und Nathan ging in sein Haus {zurück}. Und der Herr schlug das Kind, das Urias Frau dem David geboren hatte, und es wurde schwer krank.

Davids Bestrafung – Geburt Salomos

16 Und David suchte Gott um des Jungen willen. Und David fastete lange[1]w. fastete ein Fasten; d. h. auch: hielt ein absolutes Fasten. Und wenn er hineinkam, lag er die Nacht über auf der Erde.

17 Und die Ältesten seines Hauses machten sich zu ihm auf, um ihn von der Erde aufzurichten. Aber er wollte nicht und aß kein Brot mit ihnen.

18 Und es geschah am siebten Tag, da starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu berichten, dass das Kind tot sei, denn sie sagten {sich}: Siehe, als das Kind {noch} am Leben war, haben wir zu ihm geredet, und er hat nicht auf unsere Stimme gehört: Wie könnten wir {jetzt} zu ihm sagen: Das Kind ist tot? Er würde Unheil anrichten.

19 Und David sah, dass seine Knechte miteinander flüsterten. Da merkte David, dass das Kind tot war. Und David sagte zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Sie sagten: {Es ist} tot.

20 Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und wechselte seine Kleider und ging ins Haus des Herrn und warf sich {vor ihm} nieder. Dann kam er in sein Haus {zurück} und verlangte {zu essen} , und man setzte ihm Brot vor, und er aß.

21 Da sagten seine Knechte zu ihm: Was ist das für eine Sache, die du tust? Als das Kind lebte, hast du {seinet} wegen gefastet und geweint, sobald aber das Kind gestorben war, bist du aufgestanden und hast gegessen!

22 Da sagte er: Als das Kind noch lebte, habe ich gefastet und geweint, weil ich {mir} sagte: Wer weiß, {vielleicht} wird der Herr mir gnädig sein, und das Kind bleibt am Leben.

23 Jetzt aber, da es tot ist, wozu sollte ich denn fasten? Kann ich es {etwa} noch zurückbringen? Ich gehe {einmal} zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.

24 Und David tröstete seine Frau Batseba. Und er ging zu ihr ein und lag bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Salomo[2]hebr. schelomo; d. h. der Friedliche. Und der Herr liebte ihn.

25 Und er sandte durch den Propheten Nathan hin; und der gab ihm den Namen Jedidja[3]d. h. der Liebling Jahs wegen des Herrn.

Davids Sieg über die Ammoniter

26 Und Joab kämpfte gegen {die Stadt} Rabba der Söhne Ammon und nahm die Königsstadt ein.

27 Und Joab sandte Boten zu David und ließ {ihm} sagen: Ich habe gegen Rabba gekämpft und auch die Wasserstadt[4]d. i. der Stadtteil, der am Bach, dem heutigen Sel Amman, lag eingenommen.

28 Und nun sammle den Rest des {Kriegs} volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein, damit nicht ich es bin, der die Stadt einnimmt, und {nicht} mein Name über ihr ausgerufen wird!

29 Da sammelte David alles {Kriegs} volk und zog nach Rabba, und er kämpfte gegen es und nahm es ein.

30 Und er nahm ihrem König die Krone von seinem Haupt[5]LXX: und nahm die Krone {des Gottes} Milkom von dessen Haupt; vgl. 1Kö11,5. Ihr Gewicht war ein Talent Gold, und ein kostbarer Stein {war an ihr}. Und sie kam auf das Haupt Davids. Und das Plündergut der Stadt brachte er in großer Menge hinaus.

31 Das Volk aber, das darin war, führte er heraus und stellte es an die Steinsäge, an die eisernen Pickel und an die eisernen Beile und ließ sie als Sklaven an den Ziegelformen arbeiten[6]T. ; Mas. T. : ließ sie durch die Ziegelformen gehen. Und so machte er es mit allen Städten der Söhne Ammon. Und David und das ganze Volk kehrten nach Jerusalem zurück.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

David muss sich selbst das Urteil sprechen

1 Deshalb sandte der HERR den Propheten Natan zu David. Natan ging zum König und sagte: »Ich muss dir einen Rechtsfall vortragen: Zwei Männer lebten in derselben Stadt. Der eine war reich, der andere arm.

2 Der Reiche besaß eine große Zahl von Schafen und Rindern.

3 Der Arme hatte nichts außer einem einzigen kleinen Lämmchen. Er hatte es gekauft und zog es zusammen mit seinen Kindern bei sich auf. Es aß von seinem Brot, trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß. Er hielt es wie eine Tochter.

4 Eines Tages bekam der reiche Mann Besuch. Er wollte keines von seinen eigenen Schafen oder Rindern für seinen Gast hergeben. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und setzte es seinem Gast vor.«

5 David brach in heftigen Zorn aus und rief: »So gewiss der HERR lebt: Der Mann, der das getan hat, muss sterben!

6 Und das Lamm muss er vierfach ersetzen – als Strafe dafür, dass er diese Untat begangen und kein Mitleid gehabt hat!«

7 » Du bist der Mann!«, sagte Natan zu David. »Und so spricht der HERR, der Gott Israels: ›Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und dich vor den Nachstellungen Sauls gerettet.

8 Ich habe dir den ganzen Besitz deines Herrn gegeben, habe seine Frauen in deinen Schoß gelegt und dich zum König über Juda und Israel gemacht. Und wenn das noch zu wenig war, hätte ich dir noch dies und das geben können.

9 Warum hast du meine Gebote missachtet und getan, was mir missfällt? Du hast den Hetiter Urija auf dem Gewissen, durch das Schwert der Ammoniter hast du ihn umbringen lassen und dann hast du dir seine Frau genommen.

10 Genauso wird nun das Schwert sich in aller Zukunft in deiner Familie Opfer suchen, weil du mich missachtet und die Frau des Hetiters zu deiner Frau gemacht hast.‹«

11 Und auch das sagte Natan noch: »So spricht der HERR: ›Aus deiner eigenen Familie lasse ich Unglück über dich kommen. Du wirst mit ansehen müssen, wie ich dir deine Frauen wegnehme und sie einem anderen gebe, der am helllichten Tag mit ihnen schlafen wird.

12 Was du heimlich getan hast, will ich im Licht des Tages geschehen lassen und ganz Israel wird es sehen.‹«

David muss die Folgen tragen

13 David sagte zu Natan: »Ich bekenne mich schuldig vor dem HERRN!« Natan erwiderte: »Auch wenn der HERR über deine Schuld hinwegsieht und du nicht sterben musst –

14 der Sohn, den dir Batseba geboren hat, muss sterben, weil du mit deiner Untat den HERRN verhöhnt hast!«

15 Dann ging Natan nach Hause. Der HERR aber ließ das Kind, das Urijas Frau geboren hatte, schwer krank werden.

16 David flehte Gott an, es am Leben zu lassen. Er rührte kein Essen an und legte sich nachts zum Schlafen auf den nackten Boden.

17 Die vertrautesten unter seinen Hofleuten gingen zu ihm und wollten ihn aufheben und ins Bett bringen, aber er ließ es nicht zu und aß auch nicht mit ihnen.

18 Nach einer Woche starb das Kind. Keiner von Davids Dienern wagte ihm zu sagen, dass es tot war. »Schon als das Kind noch lebte, wollte er sich nicht trösten lassen«, sagten sie zueinander. »Wenn er nun erfährt, dass es gestorben ist, wird es für uns gefährlich!«

19 Als David merkte, dass seine Diener miteinander flüsterten, wurde ihm klar, was geschehen war. »Ist das Kind tot?«, fragte er. »Ja«, antworteten sie.

20 Da stand David vom Boden auf, wusch und salbte sich und zog frische Kleider an. Dann ging er ins Heiligtum und warf sich vor dem HERRN nieder. Wieder in seinen Palast zurückgekehrt, ließ er sich etwas zu essen bringen.

21 Seine Leute fragten ihn: »Wie sollen wir das verstehen? Als das Kind noch lebte, hast du geweint und gefastet, und nun, wo es gestorben ist, stehst du auf und isst!«

22 Doch David sagte: »Solange das Kind noch lebte, habe ich gefastet und geweint, weil ich dachte: Vielleicht hat der HERR doch noch Erbarmen mit mir und lässt es am Leben.

23 Aber nun ist es tot; was soll ich mich da noch kasteien? Ich kann es ja doch nicht wieder zum Leben erwecken. Ich folge ihm einmal nach – aber zu mir kommt es nicht mehr zurück.«

24 Dann ging David zu Batseba, seiner Frau, und tröstete sie. Er schlief mit ihr und sie bekam wieder einen Sohn. David gab ihm den Namen Salomo. Der HERR wandte dem Kind seine Liebe zu.

25 Das ließ er David durch den Propheten Natan mitteilen. Der gab ihm den Namen Jedidja, weil der HERR es so gesagt hatte.

Die Unterwerfung der Ammoniter (1 Chr 20,1-3)

26 Joab setzte den Kampf gegen Rabba, die Hauptstadt der Ammoniter, fort und eroberte den unteren Stadtteil.

27 Dann schickte er Boten zu David und ließ ihm melden: »Ich habe zum Sturm auf Rabba angesetzt, die Unterstadt am Fluss ist bereits gefallen.

28 Komm nun mit dem Rest der wehrfähigen Männer Israels hierher und nimm selbst die Oberstadt ein, damit nicht ich als Eroberer der Stadt gelte!«

29 David bot alle Männer Israels auf, zog mit ihnen vor Rabba, griff die Stadt an und eroberte sie.

30 Dem ammonitischen Gott Milkom nahm er die Krone vom Haupt. Sie wog einen Zentner und bestand ganz aus Gold und Edelsteinen. David selbst wurde nun mit ihr gekrönt. Außerdem nahm er aus der Stadt reiche Beute mit.

31 Die Männer der Stadt führte er weg und ließ sie schwere Arbeiten verrichten – mit Steinsägen, mit eisernen Picken, eisernen Äxten und an den Ziegelformen. Ebenso verfuhr David mit den anderen Städten der Ammoniter und ihren Bewohnern. Dann kehrte er mit dem ganzen Heer nach Jerusalem zurück.

Videos zu 2. Samuel 12 (ELB, GNB)