ELB, GNB online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Vom Umgang mit Gott und dem Nächsten
1 Und der Herr redete zu Mose:
2 Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israel und sage zu ihnen: Ihr sollt heilig sein; denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.
3 Ihr sollt jeder seine Mutter und seinen Vater fürchten; und meine Sabbate sollt ihr halten. Ich bin der Herr, euer Gott. –
4 Ihr sollt euch nicht zu den Götzen[5]w. den Nichtigen wenden, und gegossene Götter sollt ihr euch nicht machen. Ich bin der Herr, euer Gott.
5 Und wenn ihr ein Heilsopfer[6]o. Friedensopfer; o. Abschlussopfer; o. Gemeinschaftsopfer dem Herrn opfert, opfert es {so, dass es} euch zum Wohlgefallen {vor Gott dient}.
6 An dem Tag, an dem ihr es opfert, und am nächsten Tag soll es gegessen werden. Was aber bis zum dritten Tag übrig bleibt, soll mit Feuer verbrannt werden.
7 Und wenn es irgend am dritten Tag gegessen wird, ist es Unreines[7]d. h. kultisch unrein gewordenes Opferfleisch; es[8]d. i. das Opfer wird nicht als wohlgefällig betrachtet werden.
8 Wer es isst, wird seine Schuld tragen, denn das Heilige des Herrn hat er entweiht; und diese Person[9]o. Seele soll ausgerottet werden aus ihren Völkern[10]d. h. aus ihrer Volksgemeinschaft.
9 Und wenn ihr die Ernte eures Landes erntet, darfst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und darfst keine Nachlese deiner Ernte halten.
10 Und in deinem Weinberg sollst du nicht nachlesen, und die abgefallenen Beeren deines Weinbergs sollst du nicht auflesen; für den Elenden und für den Fremden sollst du sie lassen. Ich bin der Herr, euer Gott.
11 Ihr sollt nicht stehlen; und ihr sollt nicht lügen und nicht betrügerisch handeln einer gegen den anderen.
12 Und ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, dass du den Namen deines Gottes entweihst. Ich bin der Herr. –
13 Du sollst deinen Nächsten nicht unterdrücken[11]o. erpressen; o. übervorteilen; vgl. Kap.5,23 und sollst {ihn} nicht berauben; der Lohn des Tagelöhners darf über Nacht bis zum Morgen nicht bei dir bleiben.
14 Du sollst einem Tauben nicht fluchen und vor einen Blinden kein Hindernis legen, und du sollst dich fürchten vor deinem Gott. Ich bin der Herr. –
15 Ihr sollt im Gericht nicht Unrecht tun; du sollst die Person des Geringen nicht bevorzugen und die Person des Großen nicht ehren[12]w. das Gesicht des Geringen sollst du nicht erheben und das Gesicht des Großen nicht auszeichnen; in Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten.
16 Du sollst nicht als ein Verleumder unter deinen Volksgenossen[1]w. unter deinen Völkern umhergehen. Du sollst nicht gegen das Blut deines Nächsten auftreten[2]d. h. dem Nächsten nach dem Leben trachten. Ich bin der Herr. –
17 Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst[3]w. Sünde trägst. – Andere üs. : und sollst Sünde auf ihm nicht ertragen.
18 Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
19 Meine Ordnungen sollt ihr halten. Dein Vieh von zweierlei {Art} sollst du sich nicht begatten lassen[4]d. h. verschiedene Arten nicht kreuzen; dein Feld sollst du nicht mit zweierlei {Samen} besäen, und ein Kleid, aus zweierlei Stoff gewebt, soll nicht auf dich kommen.
20 Und wenn ein Mann bei einer Frau zur Begattung liegt, und sie ist eine Sklavin, einem Mann verlobt[5]w. für einen {anderen} Mann bestimmt, und sie ist keineswegs losgekauft, noch ist ihr die Freiheit geschenkt, dann besteht Schadenersatzpflicht. Sie sollen nicht getötet werden, denn sie ist nicht frei gewesen.
21 Und er soll dem Herrn sein Schuldopfer an den Eingang des Zeltes der Begegnung bringen, einen Widder als Schuldopfer.
22 Und der Priester soll für ihn mit dem Widder des Schuldopfers vor dem Herrn Sühnung erwirken für seine Sünde, die er begangen hat; und in Bezug auf seine Sünde[6]w. von seiner Sünde {weg}, die er begangen hat, wird ihm vergeben werden.
23 Und wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume zur Speise pflanzt, dann sollt ihr ihre Früchte als ihre Vorhaut unbeschnitten lassen. Drei Jahre sollen sie euch als unbeschnitten gelten, sie dürfen nicht gegessen werden.
24 Im vierten Jahr sollen all ihre Früchte dem Herrn eine heilige Festgabe[7]w. ein heiliges Freudenfest. – Dieses Fest wurde am Ende der Ernte gefeiert. sein.
25 Und im fünften Jahr sollt ihr ihre Früchte essen, damit ihr Ertrag euch {den Gewinn} vermehrt. Ich bin der Herr, euer Gott.
26 Ihr sollt {Fleisch} nicht {zusammen} mit Blut essen. Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben.
27 Ihr sollt nicht den Rand eures Haupthaares[8]w. Kopfes rund scheren, und den Rand deines Bartes sollst du nicht verderben.
28 Und einen Einschnitt wegen eines Toten[9]w. für die Seele sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte[10]o. tätowierte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der Herr.
29 Du sollst deine Tochter nicht entweihen, sie zur Hurerei anzuhalten, dass das Land nicht Hurerei treibt und das Land voll Schandtaten wird.
30 Meine Sabbate sollt ihr halten, und mein Heiligtum sollt ihr fürchten. Ich bin der Herr.
31 Ihr sollt euch nicht zu den Totengeistern[11]o. zu den Totenbeschwörern und zu den Wahrsagern[12]w. Wissenden, o. Erkennenden wenden; ihr sollt sie nicht aufsuchen, euch an ihnen[13]o. durch sie unrein zu machen. Ich bin der Herr, euer Gott.
32 Vor grauem Haar sollst du aufstehen und die Person[14]w. das Gesicht eines Greises ehren, und du sollst dich fürchten vor deinem Gott. Ich bin der Herr.
33 Und wenn ein Fremder bei dir – in eurem Land – als Fremder wohnt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.
34 Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremde sein, der bei euch als Fremder wohnt; du sollst ihn lieben wie dich selbst. Denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.
35 Ihr sollt nicht Unrecht tun im Gericht, im Längenmaß, im Gewicht und im Hohlmaß.
36 Gerechte Waage, gerechte Gewichtsteine, gerechtes Efa und gerechtes Hin sollt ihr haben. Ich bin der Herr, euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe.
37 Und so sollt ihr all meine Ordnungen und all meine Rechtsbestimmungen halten und sie tun. Ich bin der Herr.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
»Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«
1 Der HERR sagte zu Mose:
2 »Richte der ganzen Gemeinde Israel aus, was ich ihr zu sagen habe: ›Ihr sollt heilig sein; denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.
3 Jeder soll seine Mutter und seinen Vater ehren und den wöchentlichen Ruhetag, meinen Sabbat, beachten. Ich bin der HERR, euer Gott!
4 Wendet euch nicht anderen Göttern zu und macht euch keine Götterbilder. Ich bin der HERR, euer Gott!
5 Wenn ihr mir zu Ehren ein Opfermahl feiert, dann haltet euch an die Vorschriften, damit euer Opfer euch mein Wohlwollen bringt.
6 Esst das Opferfleisch am Tag der Schlachtung und auch noch am Tag danach; aber was am dritten Tag noch übrig ist, muss verbrannt werden.
7 Wenn jemand dann noch davon isst, nehme ich das ganze Opfer nicht an; es ist mir zuwider.
8 Wer davon isst, lädt Schuld auf sich. Er hat entweiht, was mir, dem HERRN, heilig ist. Damit hat er sein Leben verwirkt und muss aus seinem Volk ausgestoßen werden.
9 Wenn ihr erntet, sollt ihr euer Feld nicht bis an den Rand abernten und keine Nachlese halten.
10 Auch eure Weinberge sollt ihr nicht ganz ablesen und die heruntergefallenen Trauben nicht aufheben. Lasst etwas übrig für die Armen und für die Fremden bei euch. Ich bin der HERR, euer Gott!
11 Vergreift euch nicht an fremdem Eigentum. Belügt und betrügt einander nicht.
12 Missbraucht nicht meinen Namen, um etwas Unwahres zu beschwören; denn damit entweiht ihr ihn. Ich bin der HERR!
13 Erpresst und beraubt nicht eure Mitmenschen. Wenn jemand um Tageslohn für euch arbeitet, dann zahlt ihm seinen Lohn noch am selben Tag aus.
14 Sagt nichts Böses über einen Tauben, der es nicht hören und sich nicht wehren kann, und legt einem Blinden keinen Knüppel in den Weg. Nehmt meine Weisungen ernst: Ich bin der HERR!
15 Wenn ihr einen Rechtsfall zu entscheiden habt, dann haltet euch streng an das Recht. Bevorzugt weder den Armen und Schutzlosen noch den Reichen und Mächtigen. Wenn ihr als Richter über einen Mitmenschen das Urteil sprecht, darf allein die Gerechtigkeit den Maßstab abgeben.
16 Verbreitet keine Verleumdungen über eure Mitmenschen. Sucht niemand dadurch aus dem Weg zu schaffen, dass ihr vor Gericht falsche Anschuldigungen gegen ihn vorbringt. Ich bin der HERR!
17 Wenn du etwas gegen deinen Bruder oder deine Schwester hast, dann trage deinen Groll nicht mit dir herum. Rede offen mit ihnen darüber, sonst machst du dich schuldig.
18 Räche dich nicht an deinem Mitmenschen und trage niemand etwas nach. Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Ich bin der HERR!‹
Weitere Weisungen für Gottes heiliges Volk
19 ›Befolgt meine Anordnungen! Kreuzt nicht Tiere verschiedener Art miteinander. Sät nicht auf demselben Acker zwei verschiedene Sorten Saatgut. Tragt auch keine Kleidung, die aus zwei verschiedenen Garnen gewebt ist.
20 Wenn ein Mann mit einer Sklavin schläft, die einem anderen Mann zur Ehe zugesagt, aber noch nicht losgekauft oder freigelassen worden ist, dann muss er mir eine Wiedergutmachung leisten. Die beiden werden nicht mit dem Tod bestraft, weil die Frau noch nicht frei war.
21 Der Mann muss einen Schafbock als Wiedergutmachungsopfer zu mir an den Eingang des Heiligen Zeltes bringen.
22 Mit diesem Opfer bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und ich, der HERR, vergebe dem Betreffenden seine Schuld.
23 Wenn ihr in euer Land kommt und Obstbäume pflanzt, sind die Früchte drei Jahre lang unrein und dürfen nicht gegessen werden.
24 Im vierten Jahr sollen alle Früchte als Dankopfer mir, dem HERRN, geweiht werden.
25 Vom fünften Jahr ab dürft ihr die Früchte essen. Wenn ihr so verfahrt, werden eure Bäume umso mehr Früchte tragen. Ich bin der HERR, euer Gott!
26 Esst kein Fleisch, in dem noch Blut ist. Treibt keine Wahrsagerei oder Zauberei.
27-28 Wenn ihr einen Toten beweint, sollt ihr nicht das Haar abschneiden, den Bart stutzen oder euch Einschnitte am Körper oder Tätowierungen machen. Ich bin der HERR!
29 Entehrt eure Töchter nicht dadurch, dass ihr sie zur Hurerei anhaltet. Sonst wird sich diese Unsitte über das ganze Land verbreiten und euer Land wird mir ein Gräuel.
30 Haltet den Sabbat in Ehren und entweiht nicht mein Heiligtum. Ich bin der HERR!
31 Wendet euch nicht an Wahrsager und an Leute, die die Geister der Toten befragen. Wer das tut, macht sich unrein. Ich bin der HERR, euer Gott!
32 Steht ehrerbietig auf, wenn ein Mensch mit grauem Haar zu euch tritt. Begegnet den Alten mit Achtung und fürchtet euren Gott. Ich bin der HERR!
33 Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben,
34 sondern behandelt sie genau wie euresgleichen. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger lieben wie sich selbst. Denkt daran, dass auch ihr in Ägypten Fremde gewesen seid. Ich bin der HERR, euer Gott!
35-36 Übervorteilt niemand und verwendet keine falschen Maße und Gewichte. Eure Waage muss stimmen, und die Gewichtssteine und die Längen- und Hohlmaße müssen genau der Norm entsprechen. Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgeführt hat!
37 Richtet euch in allem nach meinen Geboten und Weisungen und befolgt sie. Ich bin der HERR!‹«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart