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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Gesetze vom Sündopfer
1 Und wenn jemand[2]w. eine Seele sündigt, dass er die Stimme der Verfluchung hört, und er war Zeuge, sei es, dass er es gesehen oder gekannt hat – wenn er es nicht meldet, dann soll er seine Schuld tragen[8]o. wenn er es nicht anzeigt und so Schuld auf sich lädt;
2 oder wenn jemand irgendetwas Unreines anrührt, sei es das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das Aas eines unreinen Viehs oder das Aas eines unreinen kriechenden Tieres[9]w. unreinenGewimmels; wie 1Mo1,20 –, ist es ihm auch verborgen, dann ist er {doch} unrein und schuldig.
3 Oder[10]o. und es ist ihm verborgen, dass er unrein und schuldig ist, oder wenn er die Unreinheit eines Menschen anrührt, was seine Unreinheit auch sei, durch die er unrein wird, und es ist ihm verborgen – erkennt er es, dann ist er schuldig.
4 Oder wenn jemand[2]w. eine Seele schwört, indem er unbesonnen mit den Lippen redet, Böses oder Gutes zu tun, nach allem, was ein Mensch mit einem Schwur unbesonnen reden mag, und es ist ihm verborgen – erkennt er es, dann ist er schuldig in einem von diesen.
5 Und es soll geschehen, wenn er in einem von diesen {Dingen} schuldig wird, dann bekenne er, worin er gesündigt hat;
6 und er bringe dem Herrn sein Schuldopfer für seine Sünde, die er begangen hat: ein weibliches {Tier} vom Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege[4]w. Haarige der Ziegen, zum Sündopfer. So soll der Priester wegen seiner Sünde Sühnung für ihn erwirken.
7 Und wenn seine Hand das {zum Kauf} eines Schafes[1]o. einer Ziege; o. eines Lammes Ausreichende nicht aufbringen kann[2]w. nicht erreicht, o. nicht findet, so bringe er für das, worin er gesündigt hat, dem Herrn sein Schuldopfer[3]o. so bringe er, der gesündigt hat, dem Herrn als ein Schuldopfer: zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben; eine zum Sündopfer und eine zum Brandopfer.
8 Und er soll sie zum Priester bringen; und dieser bringe die zum Sündopfer zuerst dar und kneife ihr den Kopf dicht beim Genick ab[4]d. i. mit dem Fingernagel. Er soll ihn aber nicht {völlig} abtrennen.
9 Und er sprenge {etwas} von dem Blut des Sündopfers an die Wand des Altars, das Übrige von dem Blut aber soll an den Fuß des Altars ausgedrückt werden: ein Sündopfer ist es.
10 Und die andere soll er als Brandopfer opfern, nach der Vorschrift. So erwirke der Priester Sühnung für ihn wegen seiner Sünde, die er begangen hat, und es wird ihm vergeben werden.
11 Wenn aber seine Hand zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nicht aufbringen kann, dann bringe er, der gesündigt hat, als seine Opfergabe ein zehntel Efa Weizengrieß zum Sündopfer. Er soll kein Öl darauf tun und keinen Weihrauch darauf legen, denn ein Sündopfer ist es.
12 Und er soll es zum Priester bringen; und der Priester nehme davon seine Hand voll, die Askara[5]d. i. der zu verbrennende Teil des Speisopfers davon, und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen, auf den Feueropfern des Herrn: ein Sündopfer ist es.
13 So erwirke der Priester Sühnung für ihn wegen seiner Sünde, die er begangen hat in einem von diesen {Dingen} , und es wird ihm vergeben werden. Das Sündopfer[6]w. Es aber soll dem Priester gehören wie das Speisopfer.
Schuldopfer
14 Und der Herr redete zu Mose:
15 Wenn jemand[7]w. eine Seele Untreue begeht und aus Versehen an den heiligen Dingen des Herrn sündigt, dann soll er dem Herrn sein Schuldopfer bringen: einen Widder ohne Fehler vom Kleinvieh, nach deiner Schätzung an Schekeln Silber, nach dem Schekel des Heiligtums, zum Schuldopfer.
16 Und worin er an dem Heiligen gesündigt hat, soll er erstatten[8]w. unversehrt o. vollständig machen und ein Fünftel davon noch hinzufügen und es dem Priester geben. Und der Priester soll Sühnung für ihn erwirken mit dem Widder des Schuldopfers, und es wird ihm vergeben werden.
17 Und wenn jemand[7]w. eine Seele sündigt und irgendetwas von all dem tut, was der Herr zu tun verboten hat[9]w. eines von allen Geboten des Herrn tut, die nicht getan werden dürfen – hat er es auch nicht erkannt, dann ist er {doch} schuldig und soll seine Schuld tragen.
18 Er soll[10]o. und hatte er es nicht erkannt und ist schuldig geworden und hat Schuld auf sich geladen, dann soll er nach deiner Schätzung einen Widder ohne Fehler, vom Kleinvieh, zum Priester bringen für das Schuldopfer. Und der Priester soll für ihn Sühnung erwirken wegen seines Versehens, das er begangen hat, ohne es zu erkennen; und es wird ihm vergeben werden.
19 Ein Schuldopfer ist es; er ist auf jeden Fall am Herrn schuldig geworden.
20 Und der Herr redete zu Mose:
21 Wenn jemand[7]w. eine Seele sündigt und Untreue gegen den Herrn begeht, dass er seinem Nächsten ein anvertrautes Gut ableugnet oder ein Darlehen oder etwas Geraubtes, oder er hat von seinem Nächsten etwas erpresst,
22 oder er hat Verlorenes gefunden und leugnet es ab, und er schwört falsch oder irgendetwas von allem, was ein Mensch tun mag, sich darin zu versündigen:
23 Dann soll es geschehen, wenn er gesündigt hat und schuldig geworden ist, dass er zurückerstatte das Geraubte, das er geraubt, oder das Erpresste, das er erpresst hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut worden ist, oder das Verlorene, das er gefunden hat,
24 oder {etwas} von all dem, worüber er falsch geschworen hat; und er soll es erstatten[1]w. unversehrt o. vollständig machen nach seiner {vollen} Summe und ein Fünftel davon noch hinzufügen. Wem es gehört, dem soll er es geben am Tag seines Schuldopfers.
25 Und dem Herrn soll er sein Schuldopfer bringen: einen Widder ohne Fehler vom Kleinvieh, nach deiner Schätzung, als Schuldopfer zum Priester.
26 Und der Priester soll Sühnung für ihn erwirken vor dem Herrn, und es wird ihm vergeben werden wegen irgendetwas von allem, was er getan hat, darin schuldig zu werden.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
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Weitere Bestimmungen für das Sühneopfer
1 Ein Sühneopfer wird auch in den folgenden Fällen erforderlich: wenn jemand unter einem Fluch steht, weil er einem öffentlichen Aufruf zur Zeugenaussage nicht Folge leistete und verschwieg, was er gesehen oder gehört hat;
2 wenn jemand etwas Unreines berührt, zum Beispiel das Aas von irgendeinem Tier, und das erst später bemerkt;
3 wenn jemand etwas Unreines berührt, das an einem Menschen ist oder von einem Menschen herrührt, und das erst später bemerkt;
4 wenn jemand unbedacht einen Meineid schwört, gleichgültig, ob es zu seinem Vorteil oder Nachteil ist, und er erst später darauf aufmerksam wird.
5 In diesen Fällen muss der Schuldige, ob Mann oder Frau, zum Priester gehen und vor ihm bekennen, was er getan hat.
6 Darauf muss er zur Wiedergutmachung dem HERRN ein Schaf oder eine Ziege opfern, und zwar soll es ein weibliches Tier sein. Mit diesem Sühneopfer bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und befreit ihn von seiner Schuld.
7 Ist der Schuldige zu arm, um ein Schaf oder eine Ziege zu geben, so soll er dem HERRN stattdessen zwei Turteltauben oder zwei andere Tauben darbringen, eine als Sühneopfer und eine als Brandopfer.
8 Der Priester nimmt zuerst die zum Sühneopfer bestimmte Taube, bricht ihr das Genick, trennt aber den Kopf nicht ab,
9 und sprengt etwas von ihrem Blut an die Altarwand. Das restliche Blut presst er am Fuß des Altars aus. So gehört es sich für ein Sühneopfer.
10 Danach opfert der Priester die zweite Taube nach den Vorschriften für das Brandopfer. Auf diese Weise bringt er die Sache wieder ins Reine und der HERR vergibt dem Schuldigen seine Verfehlung.
11 Ist der Schuldige auch noch zu arm, um zwei Tauben aufzubringen, so soll er dem HERRN stattdessen 1/10 Efa (gut 1 Kilo) Weizenmehl darbringen. Er darf jedoch weder Öl darüber gießen noch Weihrauch dazutun, weil es ein Sühneopfer und kein Speiseopfer ist.
12 Der Priester nimmt eine Handvoll von dem Mehl und verbrennt diesen Teil auf dem Altar im Anschluss an die übrigen Opfergaben, als ein Zeichen dafür, dass das ganze Opfer dem HERRN gehört. So gehört es sich für ein Sühneopfer.
13 Auf diese Weise bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und der HERR vergibt dem Schuldigen seine Verfehlung. Das übrige Mehl gehört dem Priester wie beim Speiseopfer.
Anweisungen für das Wiedergutmachungsopfer
14 Der HERR gab Mose noch weitere Anweisungen:
15 Wenn jemand ohne böse Absicht versäumt, die Abgaben für den HERRN zu entrichten und dadurch schuldig wird, muss er dem HERRN als Wiedergutmachungsopfer einen fehlerfreien Schaf- oder Ziegenbock darbringen. Das Tier muss so viele Silberstücke wert sein, wie du festlegst; als Maßeinheit gilt das Gewicht des Heiligtums.
16 Die Abgaben, die der Betreffende schuldig geblieben ist, muss er dem Priester abliefern und muss noch einen Aufschlag von einem Fünftel dazugeben. Mit dem Opfer bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und der HERR vergibt dem Betreffenden seine Verfehlung.
17 Wenn jemand unbeabsichtigt gegen irgendein Gebot des HERRN verstößt und etwas Verbotenes tut, so hat er damit Schuld auf sich geladen, auch wenn es ohne Wissen geschehen ist.
18-19 Er muss dafür dem Priester als Wiedergutmachungsopfer einen fehlerfreien Schaf- oder Ziegenbock bringen, dessen Wert du festlegst. Damit bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und der HERR vergibt die Schuld. Das Opfer dient als Wiedergutmachung, denn der Betreffende hat sich gegen den HERRN vergangen, auch wenn es unwissend geschehen ist.
20 Der HERR gab Mose noch eine Anweisung:
21-22 Es kann sein, dass jemand für seinen Mitbürger etwas aufbewahrt, von ihm geliehen, ihm geraubt oder von ihm erpresst hat oder etwas gefunden hat, das dem anderen gehört. Wenn er das ableugnet und die Lüge – in diesen oder weiteren Fällen – auch noch mit einem Eid bekräftigt, dann vergeht er sich gegen den HERRN.
23-24 Wenn er auf diese Weise schuldig geworden ist, muss er dem anderen sein Eigentum zurückgeben oder es ersetzen und muss zu dem vollen Betrag noch ein Fünftel hinzufügen. Die Erstattung muss an dem Tag erfolgen, an dem er für seine Schuld das Wiedergutmachungsopfer darbringt.
25 Dieses Opfer besteht in einem fehlerfreien Schaf- oder Ziegenbock, dessen Wert du festlegst. Er gibt das Tier dem Priester
26 und der Priester bringt damit die Sache vor dem HERRN wieder ins Reine. Dann vergibt der HERR dem Betreffenden die Schuld, die er auf sich geladen hat.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart