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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Bileams Segen: Erster und zweiter Spruch
1 Und Bileam sagte zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre, und stelle mir hier sieben Stiere bereit und sieben Widder!
2 Und Balak tat es, wie Bileam gesagt hatte; und Balak und Bileam opferten einen Stier und einen Widder auf jedem Altar.
3 Und Bileam sagte zu Balak: Stelle dich neben dein Brandopfer! Ich aber will hingehen; vielleicht wird der Herr mir entgegenkommen, und was er mich sehen lassen wird, das werde ich dir berichten. Und er ging hin auf eine kahle Höhe.
4 Und Gott kam dem Bileam entgegen; und der sagte zu ihm: Die sieben Altäre habe ich hergerichtet und auf jedem Altar einen Stier und einen Widder geopfert.
5 Und der Herr legte ein Wort in den Mund Bileams und sprach: Kehre zu Balak zurück, und so sollst du reden!
6 Und er kehrte zu ihm zurück; und siehe, er stand neben seinem Brandopfer, er und alle Obersten von Moab.
7 Da begann er seinen Spruch und sprach: Aus Aram hat Balak mich hergeführt, von den Bergen des Ostens der König von Moab: Komm, verfluche mir Jakob! Ja, komm und verwünsche Israel!
8 Wie soll ich verfluchen, wen Gott nicht verflucht, und wie verwünschen, wen der Herr nicht verwünscht hat?
9 Denn vom Gipfel der Felsen sehe ich es, und von den Höhen herab schaue ich es; siehe, ein Volk, das abgesondert wohnt und sich nicht zu den Nationen rechnet.
10 Wer könnte zählen den Staub Jakobs, und der Zahl nach, den vierten Teil Israels[1]mit Textänderung: und wer die Zehntausende Israels berechnen? Meine Seele sterbe den Tod der Aufrichtigen, und mein Ende sei gleich dem ihren!
11 Da sagte Balak zu Bileam: Was hast du mir da angetan! Meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich holen lassen, und siehe, du hast sie sogar noch gesegnet!
12 Und er antwortete und sagte: Muss ich nicht darauf achten, das zu reden, was der Herr in meinen Mund legt?
13 Und Balak sagte zu ihm: Komm doch mit mir an eine andere Stelle, von wo aus du es sehen kannst! Nur den äußersten {Teil} von ihm wirst du sehen, und du wirst es nicht ganz sehen. Und verfluche es mir von dort aus!
14 Und er nahm ihn mit zu dem Feld der Späher, auf den Gipfel des Pisga; und er baute sieben Altäre und opferte einen Stier und einen Widder auf jedem Altar.
15 Und er sagte zu Balak: Stelle dich hier neben dein Brandopfer, und ich, ich will dort {dem Herrn} begegnen.
16 Und der Herr kam dem Bileam entgegen und legte ein Wort in seinen Mund und sprach: Kehre zu Balak zurück, und so sollst du reden!
17 Und er kam zu ihm, und siehe, er stand neben seinem Brandopfer und die Obersten von Moab bei ihm. Und Balak sagte zu ihm: Was hat der Herr geredet?
18 Da begann er seinen Spruch und sprach: Stehe auf, Balak, und höre! Horche auf mich, Sohn des Zippor!
19 Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lügt, noch der Sohn eines Menschen, dass er bereut. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht halten?
20 Siehe, zu segnen habe ich empfangen; er hat gesegnet, und ich kann es nicht wenden[2]o. und hat er gesegnet, so kann ich es nicht wenden.
21 Er erblickt kein Unrecht[3]o. kein Unheil in Jakob und sieht kein Verderben in Israel; der Herr, sein Gott, ist mit ihm, und Königsjubel ist in ihm.
22 Gott ist es, der es[4]w. sie aus Ägypten geführt. Es hat {Kraft} wie die Hörner des Büffels.
23 Denn es gibt keine Zauberei gegen Jakob und keine Wahrsagerei gegen Israel[5]o. es ist keine Zauberei in Jakob und keine Wahrsagerei in Israel. Jetzt wird zu Jakob und zu Israel gesagt: Was hat Gott gewirkt![6]o. Zu seiner Zeit wird zu Jakob und zu Israel gesagt werden, was Gott wirkt.
24 Siehe, ein Volk; wie eine Löwin steht es auf, und wie ein Löwe erhebt es sich. Es legt sich nicht nieder, bis es die Beute verzehrt und das Blut der Erschlagenen getrunken hat!
25 Da sagte Balak zu Bileam: Willst du es schon nicht verfluchen, dann sollst du es auch nicht segnen.[7]w. Gar nicht verfluchen sollst du es, gar nicht segnen sollst du es!
26 Und Bileam antwortete und sagte zu Balak: Habe ich nicht zu dir geredet und gesagt: Alles, was der Herr reden wird, das werde ich tun?
27 Und Balak sagte zu Bileam: Komm doch, ich will dich an eine andere Stelle mitnehmen! Vielleicht wird es in den Augen Gottes recht sein, dass du es mir von dort aus verfluchst.
28 Und Balak nahm den Bileam mit auf den Gipfel des Peor, der hinunterblickt über die Fläche der Wildnis[1]o. die Fläche von Jeschimon; d. i. das untere Jordantal.
29 Und Bileam sagte zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre, und stelle mir hier sieben Stiere und sieben Widder bereit!
30 Und Balak tat, wie Bileam gesagt hatte; und er opferte einen Stier und einen Widder auf jedem Altar.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
1 Bileam sagte zum König: »Lass sieben Altäre errichten und dann sieben Stiere und sieben Schafböcke zum Opfer bereitstellen.«
2 Balak ließ alles nach Bileams Wunsch vorbereiten und die beiden opferten auf jedem Altar einen Stier und einen Schafbock als Brandopfer.
3 Dann sagte Bileam zu Balak: »Bleib du hier bei deinem Opfer; ich will dort hinübergehen und sehen, ob der HERR mir erscheint. Ich werde dir dann sagen, was er mir offenbart hat.« Bileam ging auf eine kleine unbewaldete Anhöhe.
4 Dort erschien ihm Gott und Bileam sagte zu ihm: »Ich habe dir sieben Altäre gebaut und auf jedem einen Stier und einen Schafbock als Opfer dargebracht.«
5 Der HERR wies Bileam an, was er sagen sollte, und schickte ihn zu Balak zurück.
6 Der König stand noch bei seinem Opfer und auch die führenden Männer der Moabiter waren bei ihm.
7 Da begann Bileam zu sprechen: »Vom Osten her, vom Aramäerland und seinen Bergen, rief mich König Balak und er befahl: ›Du sollst das Jakobsvolk mit einem schweren Fluch belegen! Verwünschen sollst du dieses Israel!‹
8 Wie kann ich dieses Volk verwünschen, wenn Gott, der HERR, es nicht verwünschen will? Wie soll ich es verfluchen können, solange er nicht selbst den Fluch ausspricht?
9 Hier von der Höhe aus kann ich sie sehen, von diesem Felsengipfel aus erkenne ich: Sie sind ein Volk von ganz besonderer Art, das sich mit andern Völkern nicht vermischt.
10 Kein Mensch kann diese Jakobsleute zählen, wie Staub bedecken sie die Erde, die Scharen Israels, die vielen Tausend. Sie sind ein Volk, das stets das Rechte tut. Ich möchte, dass ich einmal so wie sie in Gottes Frieden sterben könnte!«
11 Empört rief Balak: »Warum hast du mir das angetan? Ich habe dich holen lassen, damit du meine Feinde verfluchst, und nun segnest du sie!«
12 Aber Bileam erwiderte: »Ich kann nichts anderes sagen, als was der HERR mir in den Mund legt.«
Gott lässt sich nicht bestechen
13 Balak sagte zu Bileam: »Komm jetzt mit mir zu einer anderen Stelle, von der aus du das ganze Volk sehen kannst. Von hier siehst du nur den Rand ihres Lagers. Verfluche sie mir von dort aus!«
14 Er nahm Bileam mit zum Späherplatz auf dem Gipfel des Berges Pisga. Auch dort errichtete er sieben Altäre und opferte auf jedem einen Stier und einen Schafbock.
15 »Bleib du hier bei deinem Opfer «, sagte Bileam, »ich will nach dort drüben gehen und sehen, ob der HERR mir begegnet.«
16 Der HERR erschien Bileam und wies ihn an, was er sagen sollte.
17 Als Bileam zu Balak und den führenden Moabitern zurückkam, fragte ihn der König: »Was hat der HERR dir aufgetragen?«
18 Bileam begann: »Hör mir gut zu jetzt, Balak, Zippors Sohn!
19 Du darfst nicht meinen, Gott sei wie ein Mensch! Er lügt nicht und er ändert niemals seinen Sinn. Denn alles, was er sagt, das tut er auch. Verspricht er etwas, hält er es gewiss.
20 Er gab mir Weisung, dieses Volk zu segnen; und wenn er segnen will, kann ich’s nicht ändern.
21 Es bleibt dabei: Kein Unglück wird sie treffen, kein Unheil wird in Israel zu sehen sein. Der HERR steht ihnen bei, er ist ihr Gott; er ist ihr König, dem ihr Jubel gilt.
22 Er hat sie aus Ägypten hergebracht und streitet für sie wie ein wilder Stier.
23 Mit Zauberei und mit Beschwörungsformeln ist gegen dieses Volk nichts auszurichten. Darum zeigt man auf Israel und sagt: ›Sieh doch, was Gott für sie getan hat!‹
24 Ein Löwe gibt nicht eher Ruhe, als bis er seine Beute eingefangen und seines Opfers Blut getrunken hat. So stark und fürchterlich ist dieses Volk!«
25 König Balak rief: »Wenn du sie schon nicht verfluchen kannst, dann brauchst du sie doch nicht gleich zu segnen!«
26 Aber Bileam erwiderte: »Ich habe dir doch gesagt: Ich werde genau das sagen, was der HERR mir aufträgt.«
Der dritte Versuch endet wie die vorhergehenden
27 »Komm«, sagte Balak zu Bileam, »ich will dich noch an eine dritte Stelle führen! Vielleicht erlaubt Gott, dass du sie mir von dort aus verfluchst.«
28 Er nahm Bileam mit auf den Gipfel des Berges Pegor. Von dort aus kann man direkt in die Jordanebene hinunterschauen.
29 »Baue mir hier sieben Altäre«, sagte Bileam, »und richte mir sieben Stiere und sieben Schafböcke als Opfer her.«
30 Balak tat es und opferte auf jedem Altar einen Stier und einen Schafbock.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart