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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium)

Weg Israels vom Sinai bis Kadesch

1 Dies sind die Worte, die Mose zu ganz Israel geredet hat jenseits des Jordan, in der Wüste, in der Steppe[1]o. Ebene; hebr. Araba; die Niederung, die zu beiden Seiten des Jordan und des Toten Meeres liegt und sich bis zum Golf von Akaba hin erstreckt, Suf gegenüber, zwischen Paran und Tofel, Laban, Hazerot und Di-Sahab.

2 Elf Tage sind es vom Horeb, auf dem Weg zum Gebirge Seïr, bis Kadesch-Barnea.

3 Und es geschah im vierzigsten Jahr, im elften Monat, am Ersten des Monats, da redete Mose zu den Söhnen Israel nach allem, was ihm der Herr für sie geboten hatte,

4 nachdem er Sihon, den König der Amoriter, der in Heschbon wohnte[2]o. thronte; d. h. herrschte, geschlagen hatte und Og, den König von Baschan, der in Aschtarot {und} in Edreï wohnte[2]o. thronte; d. h. herrschte.

5 Jenseits des Jordan, im Land Moab, fing Mose an, dieses Gesetz auszulegen, indem er sprach:

6 Der Herr, unser Gott, redete zu uns am Horeb und sprach: Lange genug seid ihr an diesem Berg geblieben.

7 Wendet euch, brecht auf[3]w. reißt euch {die Zeltpflöcke} heraus und zieht zum Gebirge der Amoriter und zu allen ihren Nachbarn in der Ebene[1]hebr. Araba; die Niederung, die zu beiden Seiten des Jordan und des Toten Meeres liegt und sich bis zum Golf von Akaba hin erstreckt, auf dem Gebirge, in der Niederung[4]hebr. Schefelah; d. i. der Küstenstreifen zwischen Jafo und Gaza und im Süden und an der Küste des Meeres, in das Land der Kanaaniter und zum Libanon, bis an den großen Strom, den Euphratstrom!

8 Siehe, ich habe das Land vor euch dahingegeben. Geht hinein und nehmt das Land in Besitz, von dem der Herr euren Vätern, Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, {es} ihnen und ihren Nachkommen nach ihnen zu geben!

9 Und in jener Zeit sprach ich zu euch: Ich allein kann euch nicht tragen.

10 Der Herr, euer Gott, hat euch zahlreich werden lassen, und siehe, ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge.

11 Der Herr, der Gott eurer Väter, füge zu euch {noch} tausendmal {so viel} , wie ihr seid, hinzu und segne euch, wie er zu euch geredet hat!

12 Wie könnte ich allein eure Bürde und eure Last und euren Rechtsstreit tragen?

13 Bringt weise und verständige und anerkannte[5]w. und {für den Dienst als befähigt} erkannte Männer für eure Stämme, dass ich sie als Oberhäupter über euch einsetze!

14 Und ihr antwortetet mir und sagtet: Gut ist die Sache, die zu tun du angekündigt hast.

15 Und ich nahm die Oberhäupter eurer Stämme, weise und anerkannte[5]w. und {für den Dienst als befähigt} erkannte Männer, und setzte sie als Oberhäupter über euch ein, als Oberste über Tausend und Oberste über Hundert und Oberste über Fünfzig und Oberste über Zehn und als Verwalter für eure Stämme[6]o. entsprechend euren Stämmen.

16 Und ich gebot euren Richtern in jener Zeit: Hört {die Streitsachen} zwischen euren Brüdern und richtet gerecht zwischen einem Mann und seinem Bruder und dem Fremden bei ihm!

17 Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören. Ihr sollt euch vor niemandem fürchten, denn das Gericht ist Gottes Sache. Die Sache aber, die zu schwer für euch ist, bringt vor mich, dass ich sie höre!

18 So gebot ich euch in jener Zeit all die Dinge, die ihr tun solltet.

19 Und wir brachen auf vom Horeb und zogen durch diese ganze große und schreckliche Wüste, die ihr gesehen habt auf dem Weg zum Gebirge der Amoriter, wie der Herr, unser Gott, es uns geboten hatte; und wir kamen bis Kadesch-Barnea.

20 Und ich sagte zu euch: Ihr seid bis zu dem Gebirge der Amoriter gekommen, das der Herr, unser Gott, uns gibt.

21 Siehe, der Herr, dein Gott, hat das Land vor dir dahingegeben. Zieh hinauf, nimm in Besitz, wie der Herr, der Gott deiner Väter, zu dir geredet hat! Fürchte dich nicht und sei nicht niedergeschlagen!

22 Da tratet ihr alle zu mir und sagtet: Lasst uns Männer vor uns hersenden, dass sie das Land für uns erkunden und uns Bericht erstatten über den Weg, auf dem wir hinaufziehen, und über die Städte, zu denen wir kommen sollen!

23 Und die Sache war gut in meinen Augen. Und ich nahm zwölf Männer von euch, je einen Mann für den Stamm.

24 Und sie wandten sich und zogen ins Gebirge hinauf, und sie kamen bis zum Tal Eschkol und kundschafteten es[1]d. h. das Land aus.

25 Und sie nahmen von den Früchten des Landes in ihre Hand und brachten {sie} zu uns herab. Und sie erstatteten uns Bericht und sagten: Das Land ist gut, das der Herr, unser Gott, uns gibt.

26 Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen und wart widerspenstig gegen den Befehl des Herrn, eures Gottes.

27 Und ihr murrtet in euren Zelten[2]Mit Umstellung zweier Buchstaben lesen andere: ihr verleumdetet euren Gott und sagtet: Weil der Herr uns hasst, hat er uns aus dem Land Ägypten herausgeführt, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, damit sie uns vernichten.

28 Wohin ziehen wir? Unsere Brüder haben unser Herz verzagt gemacht, indem sie sagten: Ein Volk, größer und höher gewachsen[3]LXX: zahlreicher als wir, Städte, groß und bis an den Himmel befestigt, und sogar Enakitersöhne haben wir dort gesehen!

29 Da sagte ich zu euch: Erschreckt nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen!

30 Der Herr, euer Gott, der vor euch herzieht, er wird für euch kämpfen nach allem, was er in Ägypten vor euren Augen für euch getan hat,

31 und in der Wüste, wo du gesehen hast, dass der Herr, dein Gott, dich getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr gezogen seid, bis ihr an diesen Ort kamt.

32 Aber trotzdem[4]w. In dieser Sache hatte niemand von euch Vertrauen in den Herrn, euren Gott,

33 der auf dem Weg vor euch herzog, um euch einen Ort auszusuchen, damit ihr euch lagern konntet: bei Nacht im Feuer, damit ihr auf dem Weg sehen konntet, auf dem ihr zoget, und bei Tag in der Wolke.

34 Der Herr aber hatte den Lärm eurer Reden gehört. Da wurde er zornig und schwor:

35 Wenn irgendjemand unter diesen Männern, {von} dieser bösen Generation, das gute Land sehen wird, das ich euren Vätern zu geben geschworen habe[5]Der Satz ist eine hebr. Schwurformel, deren zweite Hälfte nicht ausgesprochen wurde.!

36 Nur Kaleb, der Sohn des Jefunne, er soll es sehen, und ihm und seinen Söhnen werde ich das Land geben, das er betreten hat, dafür, dass er dem Herrn treu nachgefolgt ist[6]w. {die Nachfolge} hinter dem Herrn her erfüllt hat. –

37 Auch gegen mich wurde der Herr zornig euretwegen und sprach: Auch du sollst nicht dort hineinkommen!

38 Josua, der Sohn des Nun, der vor dir steht, er soll dorthin kommen! Ihn stärke, denn er soll es Israel als Erbe austeilen! –

39 Und eure {kleinen} Kinder, von denen ihr sagtet: »Sie werden zur Beute werden!«, und eure Söhne, die heute weder Gutes noch Böses kennen, sie sollen dorthin kommen, und ihnen werde ich es geben, und sie sollen es in Besitz nehmen.

40 Ihr aber, wendet euch und brecht auf[7]w. reißt euch {die Zeltpflöcke} heraus zur Wüste, auf dem Weg zum Schilfmeer!

41 Da antwortetet ihr und sagtet zu mir: Wir haben gegen den Herrn gesündigt! Wir wollen hinaufziehen und kämpfen nach allem, was der Herr, unser Gott, uns geboten hat. Und ihr gürtetet ein jeder seine Waffen um und hieltet es für ein Leichtes, ins Gebirge hinaufzuziehen.

42 Da sprach der Herr zu mir: Sprich zu ihnen: Zieht nicht hinauf und kämpft nicht, denn ich bin nicht in eurer Mitte; damit ihr nicht vor euren Feinden geschlagen werdet!

43 So redete ich zu euch, aber ihr hörtet nicht. Und ihr wart widerspenstig gegen den Befehl des Herrn und handeltet vermessen und zogt in das Gebirge hinauf.

44 Da zogen die Amoriter aus, die auf jenem Gebirge wohnten, euch entgegen und jagten euch nach, wie es die Bienen tun, und zersprengten euch in Seïr bis nach Horma.

45 Und ihr kehrtet zurück und weintet vor dem Herrn. Aber der Herr hörte nicht auf eure Stimme und neigte sein Ohr nicht zu euch. –

46 Und ihr bliebet in Kadesch viele Tage; eben die Zeit[1]w. entsprechend den Tagen, die ihr {dort} bliebet.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

MOSE REDET: RÜCKBLICK UND ERMAHNUNGEN (1,1–4,43)

Mose hält Rückschau

1 In diesem Buch ist aufgeschrieben, was Mose zum ganzen Volk Israel gesprochen hat, in der Steppe östlich des Jordans, in der Nähe von Suf, zwischen Paran und Tofel, Laban, Hazerot und Di-Sahab. –

2 Vom Berg Horeb über das edomitische Bergland bis nach Kadesch-Barnea sind es elf Tagereisen. –

3 Im 40. Jahr nach dem Aufbruch von Ägypten, am 1. Tag des 11. Monats, sagte Mose den Israeliten alles, was der HERR ihm für sie aufgetragen hatte.

4 Zuvor hatte Mose die beiden Könige östlich des Jordans besiegt: Sihon, den König der Amoriter, der in Heschbon regierte, und Og, den König von Baschan, der in Aschtarot und Edreï regierte.

5 Dort im Land Moab verkündete Mose dem Volk das Gesetz des HERRN. Er begann:

6 Als wir schon längere Zeit am Berg Horeb waren, hat der HERR, unser Gott, zu uns gesagt: »Ihr seid jetzt lange genug hier gewesen.

7 Macht euch auf und zieht in das Land Kanaan zu den Amoritern, die im Bergland wohnen, und zu ihren Nachbarvölkern in der Jordanniederung, im westlichen Hügelland, in der südlichen Steppe und in der Küstenebene, ja bis zum Libanongebirge und zum Eufratstrom im Norden.

8 Dieses ganze Land übergebe ich euch. Zieht hinein und nehmt es in Besitz! Es ist das Land, das ich euren Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid zugesagt habe, als bleibenden Besitz für sie und ihre Nachkommen.«

Wie Mose Richter einsetzte (Ex 18,13-27)

9 Dort am Berg Horeb sagte ich zu euch: »Ich kann die Last, für euch verantwortlich zu sein, nicht mehr allein tragen.

10 Der HERR, euer Gott, hat euch so zahlreich werden lassen wie die Sterne am Himmel.

11 Und mein Wunsch ist, dass er, der schon eure Vorfahren beschützt hat, euch auch weiterhin segnet und euch noch tausendmal so zahlreich werden lässt, genau wie er euch das zugesagt hat.

12 Ich kann die Last nicht allein tragen, sie ist mir zu schwer; und ich kann auch nicht selbst alle eure Streitfälle schlichten.

13 Bestimmt aus jedem Stamm eine Reihe von Männern mit Verstand und Erfahrung, die ich als Oberhäupter über euch einsetzen kann.«

14 Ihr gabt mir zur Antwort: »Dein Vorschlag ist gut, wir sind damit einverstanden!«

15 Ich wählte also in allen Stämmen erfahrene Männer aus, machte sie zu Aufsehern und setzte sie ein über jeweils tausend, hundert, fünfzig und zehn von euch.

16 Ich übertrug ihnen das Richteramt und befahl ihnen: »Untersucht jeden Streitfall zwischen zwei Israeliten oder zwischen einem Israeliten und einem Fremden, der bei euch lebt, und entscheidet, wer im Recht ist.

17 Urteilt unparteiisch! Hört die kleinen Leute genauso an wie die vornehmen und einflussreichen und lasst euch von niemand einschüchtern; denn Gott selbst wacht über das Recht. Ist euch ein Fall zu schwierig, so kommt zu mir, damit ich ihn entscheide.«

18 Damals gab ich euch auch alle Anweisungen, die ihr befolgen sollt.

Wie Mose Kundschafter ausschickte (Num 13,1-33)

19 Wir folgten also dem Befehl des HERRN, unseres Gottes, und machten uns vom Berg Horeb aus auf den Weg in das Bergland der Amoriter. Wir zogen durch die große gefährliche Wüste, an die ihr euch gut erinnert, und kamen bis nach Kadesch-Barnea.

20 Dort sagte ich zu euch: »Wir stehen jetzt vor dem Bergland der Amoriter, das der HERR für euch bestimmt hat.

21 Er hat das Land in eure Gewalt gegeben. Zieht also hinauf und nehmt es in Besitz! Der HERR, der Gott eurer Vorfahren, hat es euch zugesprochen. Habt keine Angst, lasst euch nicht abschrecken!«

22 Aber ihr alle kamt zu mir und sagtet: »Wir wollen ein paar Männer vorausschicken, die das Land erkunden. Sie sollen uns sagen, welchen Weg wir am besten einschlagen und was für Städte wir dort antreffen.«

23 Ich fand den Vorschlag gut und wählte zwölf Männer aus, von jedem Stamm einen.

24 Sie machten sich auf den Weg ins Bergland und erkundeten es bis zum Traubental.

25 Sie brachten Proben von den Früchten des Landes mit und berichteten, was sie gesehen hatten. »Es ist ein gutes Land«, sagten sie, »das der HERR, unser Gott, uns geben will.«

26 Aber ihr widersetztet euch dem Befehl des HERRN, eures Gottes, und wolltet nicht in das Land ziehen.

27 Ihr begannt zu meutern und sagtet zueinander in euren Zelten: »Der HERR hasst uns! Er hat uns aus Ägypten herausgeführt, um uns den Amoritern auszuliefern, damit sie uns vernichten.

28 Worauf lassen wir uns da ein! Unsere Kundschafter haben uns allen Mut genommen. Sie haben uns berichtet, dass die Bewohner des Landes stärker und zahlreicher sind als wir und die Mauern ihrer Städte bis zum Himmel reichen. Und was sie erst von den Anakitern erzählt haben!«

29 Ich sprach euch Mut zu und sagte: »Habt doch keine Angst vor ihnen!

30 Der HERR, euer Gott, wird vor euch herziehen und für euch kämpfen. Ihr habt erlebt, was er in Ägypten für euch getan hat;

31 und durch die Wüste hat er euch getragen wie ein Vater sein Kind, den ganzen langen Weg bis hierher.«

32 Aber obwohl er all das für euch getan hat, hattet ihr kein Vertrauen zum HERRN, eurem Gott –

33 zu ihm, der doch vor euch hergezogen war, um die Lagerplätze auszusuchen und euch den Weg zu zeigen, bei Tag in einer Wolke und bei Nacht in einer Feuersäule!

Wie das Volk für seinen Unglauben bestraft wurde (Num 14,20-45)

34 Als der HERR hörte, was ihr da sagtet, wurde er zornig und schwor:

35 »Keiner von diesen Männern, keiner aus dieser ganzen widerspenstigen Generation wird das gute Land zu sehen bekommen, das ich ihren Vorfahren zugesagt habe.

36 Nur Kaleb, der Sohn von Jefunne, wird das Land betreten; ihm und seinen Nachkommen gebe ich das Gebiet, das er erkundet hat. Denn er ließ sich nicht beirren und hat mir vertraut.«

37 Sogar auf mich wurde der HERR euretwegen zornig und sagte zu mir: »Auch du wirst das Land nicht betreten!

38 Dein Diener Josua, der Sohn Nuns, wird hineinkommen. Ihm mach Mut, denn er soll es als Erbbesitz unter die Israeliten verteilen.«

39 Und zum ganzen Volk sagte der HERR: »Eure kleinen Kinder, die noch nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden können, die werden in das Land hineinkommen. Ihr habt gesagt: ›Sie werden den Feinden in die Hände fallen‹ – aber gerade ihnen werde ich das Land geben, sie werden es in Besitz nehmen.

40 Ihr aber kehrt jetzt um und zieht wieder in die Wüste, dem Schilfmeer zu!«

41 Da sagtet ihr zu mir: »Wir haben unrecht getan, wir waren dem HERRN ungehorsam. Doch jetzt wollen wir in das Land hinaufziehen und es erobern, wie der HERR, unser Gott, es uns befohlen hat.« Jeder nahm seine Waffen und ihr wolltet sofort losziehen.

42 Aber der HERR ließ euch durch mich warnen. »Fallt nicht in das Land ein«, sagte er, »versucht nicht, es zu erobern! Ich werde nicht mit euch gehen und ihr werdet von euren Feinden geschlagen.«

43 Ich sagte euch das, aber ihr hörtet nicht darauf. Ihr widersetztet euch dem HERRN und zogt in eurem Übermut ins Bergland hinauf.

44 Da stellten sich euch die Amoriter entgegen, die dort wohnten, besiegten euch und jagten euch vom Bergland Seïr bis nach Horma, wie ein Bienenschwarm trieben sie euch vor sich her.

45 Dann kehrtet ihr um und weintet vor dem HERRN und wolltet ihn umstimmen, aber er hörte euch nicht.

46 Ihr bliebt dann lange Zeit in der Oase Kadesch.

Videos zu 5. Mose 1,12 (ELB, GNB)