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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Die Zehn Gebote
1 Und Mose rief ganz Israel herbei und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Ordnungen und die Rechtsbestimmungen, die ich heute vor euren Ohren rede! Lernt sie und achtet darauf, sie zu tun!
2 Der Herr, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen.
3 Nicht mit unsern Vätern hat der Herr diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute hier alle am Leben sind.
4 Von Angesicht zu Angesicht hat der Herr auf dem Berg mitten aus dem Feuer mit euch geredet –
5 ich stand zwischen dem Herrn und euch zu jener Zeit, um euch das Wort des Herrn zu verkünden; denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und stieget nicht auf den Berg –, indem er sprach:
6 Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe.
7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir[5]s. die Anmerkungen zu 2Mo20,3. –
8 Du sollst dir kein Götterbild[6]d. i. ein aus Stein gehauenes o. aus Holz geschnitztes Bild machen, irgendein Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.
9 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und an der dritten und vierten {Generation} von denen, die mich hassen,
10 der aber Gnade erweist Tausenden[7]o. Tausenden {von Generationen}, denen, die mich lieben und meine Gebote halten. –
11 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht zu Nichtigem[8]o. zu Falschem; o. zu Lügenhaftem aussprechen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem[8]o. zu Falschem; o. zu Lügenhaftem ausspricht. –
12 Beachte den Sabbattag, um ihn heilig zu halten, so wie der Herr, dein Gott, es dir geboten hat!
13 Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun;
14 aber der siebte Tag ist Sabbat für den Herrn, deinen Gott. Du sollst {an ihm} keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und all dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore {wohnt} , damit dein Sklave und deine Sklavin ruhen wie du.
15 Und denke daran, dass du Sklave warst im Land Ägypten und dass der Herr, dein Gott, dich mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt hat! Darum hat der Herr, dein Gott, dir geboten, den Sabbattag zu feiern. –
16 Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie der Herr, dein Gott, {es} dir geboten hat, damit deine Tage lange währen und damit es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt! –
17 Du sollst nicht töten. –
18 Und du sollst nicht ehebrechen. –
19 Und du sollst nicht stehlen. –
20 Und du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen. –
21 Und du sollst die Frau deines Nächsten nicht begehren. Und du sollst dich nicht gelüsten lassen nach dem Haus deines Nächsten {noch} nach seinem Feld noch nach seinem Knecht noch nach seiner Magd {noch} nach seinem Rind noch nach seinem Esel noch nach irgendetwas, das deinem Nächsten {gehört}.
22 Diese Worte redete der Herr auf dem Berg zu eurer ganzen Versammlung mitten aus dem Feuer, dem Gewölk und dem Dunkel mit gewaltiger Stimme und fügte nichts hinzu. Und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.
Mose als Mittler zwischen Gott und Israel
23 Und es geschah, als ihr die Stimme mitten aus der Finsternis hörtet, während der Berg im Feuer brannte, da tratet ihr zu mir heran, alle Oberhäupter eurer Stämme und eure Ältesten,
24 und sagtet: Siehe, der Herr, unser Gott, hat uns seine Herrlichkeit und seine Größe sehen lassen, und wir haben seine Stimme mitten aus dem Feuer gehört. An diesem Tag haben wir gesehen, dass Gott mit dem Menschen reden kann und der am Leben bleibt.
25 Und nun, wozu sollen wir sterben? Denn dieses große Feuer wird uns verzehren. Wenn wir die Stimme des Herrn, unseres Gottes, noch weiter hören, dann werden wir sterben.
26 Denn wer ist unter allen Sterblichen[1]w. wer {ist unter} allem Fleisch, der die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer hätte reden hören wie wir und wäre am Leben geblieben?
27 Tritt du hinzu und höre alles, was der Herr, unser Gott, sagen wird. Und du, du sollst alles zu uns reden, was der Herr, unser Gott, zu dir reden wird, und wir wollen es hören und tun.
28 Und der Herr hörte die Stimme eurer Worte, als ihr zu mir redetet. Da sprach der Herr zu mir: Ich habe die Stimme der Worte dieses Volkes gehört, die sie zu dir geredet haben. Sie haben recht geredet mit allem, was sie gesagt haben.
29 Möge doch diese ihre Gesinnung bleiben[2]o. Möge doch dieses ihr Herz sein, mich allezeit zu fürchten und alle meine Gebote zu halten, damit es ihnen und ihren Kindern ewig gut geht!
30 Geh, sage zu ihnen: Kehrt in eure Zelte zurück!
31 Du aber bleibe hier bei mir stehen! Und ich will all die Gebote und die Ordnungen und die Rechtsbestimmungen zu dir reden, die du sie lehren sollst, damit sie sie tun in dem Land, das ich ihnen gebe, es in Besitz zu nehmen. –
32 Achtet nun darauf, zu tun, wie der Herr, euer Gott, {es} euch geboten hat! Weicht nicht {davon} ab zur Rechten noch zur Linken!
33 Auf dem ganzen Weg, den der Herr, euer Gott, euch geboten hat, sollt ihr gehen, damit ihr lebt und es euch gut geht und ihr eure Tage verlängert in dem Land, das ihr in Besitz nehmen werdet.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Die Zehn Gebote (Ex 20,1-17)
1 Mose rief ganz Israel zusammen und sagte: Volk Israel, höre die Gebote und Weisungen des HERRN, die ich euch allen jetzt verkünde! Lernt sie auswendig und befolgt sie genau.
2 Der HERR, unser Gott, hat am Berg Horeb mit uns einen Bund geschlossen.
3 Dieser Bund galt nicht nur unseren Vorfahren, die gestorben sind; er gilt uns allen, die wir heute als Lebende hier stehen.
4 Auge in Auge hat er dort auf dem Berg aus dem Feuer zu euch gesprochen.
5 Ihr seid allerdings nicht auf den Berg gestiegen, weil ihr euch vor dem Feuer gefürchtet habt. Deshalb stellte ich mich zwischen den HERRN und euch und gab euch weiter, was der HERR mir sagte. Und das hat er gesagt: [1]
6 Ich bin der HERR, dein Gott! Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt, ich habe dich aus der Sklaverei befreit.
7 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. [-/2]
8 Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen. Mach dir kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer.
9 Wirf dich nicht vor ihnen nieder und bete sie nicht an. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein leidenschaftlich liebender Gott und erwarte auch von dir ungeteilte Liebe. Wenn sich jemand von mir abwendet, dann ziehe ich dafür noch seine Nachkommen zur Rechenschaft bis in die dritte und vierte Generation.
10 Wenn mich aber jemand liebt und meine Gebote befolgt, dann erweise ich auch seinen Nachkommen Liebe und Treue, und das über Tausende von Generationen hin. [2/3]
11 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird jeden bestrafen, der das tut. [3/4]
12 Halte den Ruhetag am siebten Tag der Woche, so wie es der HERR, dein Gott, befohlen hat. Er ist für dich ein heiliger Tag, der dem HERRN gehört.
13 Sechs Tage in der Woche sollst du arbeiten und alle deine Tätigkeiten verrichten;
14 aber der siebte Tag ist der Ruhetag des HERRN, deines Gottes. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, auch nicht dein Sohn oder deine Tochter, dein Sklave oder deine Sklavin, dein Rind, dein Esel oder ein anderes von deinen Tieren und auch nicht der Fremde, der bei dir lebt. An diesem Tag sollen dein Sklave und deine Sklavin genauso ausruhen können wie du.
15 Denke daran, dass du selbst in Ägypten ein Sklave warst und der HERR, dein Gott, dich mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort in die Freiheit geführt hat. Deshalb befiehlt er dir, den Tag der Ruhe einzuhalten. [4/5]
16 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. So hat der HERR, dein Gott, es dir befohlen; und wenn du das tust, wirst du lange leben und es wird dir gut gehen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt. [5/6]
17 Du sollst nicht morden. [6/7]
18 Du sollst nicht die Ehe brechen. [7/8]
19 Du sollst nicht stehlen. [8/9]
20 Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen. [9-10/10]
21 Du sollst nicht versuchen, die Frau deines Mitmenschen an dich zu bringen. Du sollst überhaupt nichts begehren, was deinem Mitmenschen gehört: sein Haus und seinen Grundbesitz, seinen Sklaven, sein Rind, seinen Esel oder sonst irgendetwas, was deinem Mitmenschen gehört.
Mose erinnert an die Antwort des Volkes (Ex 20,18-21)
22 Diese Gebote gab euch der HERR am Berg Horeb. Eure ganze Gemeinde war versammelt und hörte, wie er sie mit lauter Stimme verkündete, aus dem Feuer und der dunklen Wolke heraus. Dies sind die Grundgebote; er schrieb sie auf zwei Steintafeln und gab die Tafeln mir.
23 Als ihr damals den Berg in Flammen saht und die Stimme aus dem Dunkel heraus hörtet, kamen alle eure Stammesoberhäupter und Ältesten zu mir
24 und sagten: »Der HERR, unser Gott, hat uns heute seine Größe und Herrlichkeit sehen lassen und wir haben aus dem Feuer seine Stimme gehört. Wir haben staunend erfahren, dass Gott zu Menschen sprechen kann, ohne dass sie deshalb sterben müssen.
25 Aber wir haben Angst, dass uns dieses große Feuer doch noch verzehren wird. Wenn wir die Stimme des HERRN, unseres Gottes, noch länger hören, werden wir es gewiss nicht überleben.
26 Noch kein sterblicher Mensch hat so wie wir die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer reden hören und ist am Leben geblieben.
27 Deshalb geh du jetzt hin, höre alles, was der HERR, unser Gott, sagt, und teile es uns mit. Wir werden darauf hören und alles befolgen.«
28 Da sagte der HERR zu mir: »Ich habe gehört, worum das Volk dich gebeten hat. Es ist gut, was sie sagen.
29 Wenn sie nur immer so gesinnt bleiben! Wenn sie mich nur immer so ernst nehmen und meine Gebote befolgen! Dann wird es ihnen und ihren Nachkommen stets gut gehen.
30 Sag ihnen, sie sollen in ihre Zelte zurückkehren.
31 Du aber tritt her zu mir! Ich will dir alle die Gesetze, Gebote und Rechtsbestimmungen sagen, die du ihnen einprägen sollst und nach denen sie leben sollen in dem Land, das ich ihnen gebe.«
32 Befolgt also sorgfältig alles, was der HERR, euer Gott, euch befohlen hat. Weicht nicht davon ab!
33 Bleibt genau auf dem Weg, den er euch mit seinen Geboten gewiesen hat. Dann werdet ihr am Leben bleiben und es wird euch gut gehen und ihr werdet immer in dem Land wohnen können, das ihr jetzt in Besitz nehmt.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart