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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Verkündigung und Verfolgung in Thessalonich

1 Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist waren, kamen sie nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war.

2 Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein und unterredete sich an drei Sabbaten mit ihnen aus den Schriften,

3 indem er eröffnete und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und dass dieser der Christus ist; der Jesus, den ich euch verkündige.

4 Und einige von ihnen ließen sich überzeugen und gesellten sich zu Paulus und Silas und eine große Menge von den anbetenden[1]»Anbetende« wurden gottesfürchtige Nichtjuden genannt, die sich zur Synagoge hielten, ohne Proselyten im strengen Sinn (vgl. Anm. zu Mt23,15) zu werden. Griechen und nicht wenige der vornehmsten Frauen.

5 Die Juden aber wurden eifersüchtig und nahmen einige böse Männer vom Gassenpöbel zu sich, machten einen Volksauflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie traten vor das Haus Jasons und suchten sie unter das Volk zu führen.

6 Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und einige Brüder vor die Obersten der Stadt[2]w. Politarchen; Titel der obersten Beamten in Thessalonich und riefen: Diese, die den Erdkreis aufgewiegelt haben, sind auch hierher gekommen,

7 die hat Jason beherbergt; und diese alle handeln gegen die Verordnungen des Kaisers, da sie sagen, dass ein anderer König sei: Jesus.

8 Sie beunruhigten aber die Volksmenge und die Obersten der Stadt, die dies hörten.

9 Und nachdem sie von Jason und den Übrigen Bürgschaft genommen hatten, ließen sie sie frei.

Verkündigung und Verfolgung in Beröa

10 Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als {auch} Silas nach Beröa; die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden.

11 Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielt.

12 Viele nun von ihnen glaubten, und von den griechischen vornehmen Frauen und Männern nicht wenige.

13 Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und beunruhigten und erregten die Volksmengen.

14 Da sandten aber die Brüder sogleich den Paulus fort, dass er nach dem Meer hin ging. Aber sowohl Silas als {auch} Timotheus blieben dort.

15 Die aber den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und als sie für Silas und Timotheus Befehl empfangen hatten, dass sie sobald wie möglich zu ihm kommen sollten, reisten sie ab.

Paulus in Athen

16 Während aber Paulus sie in Athen erwartete, wurde sein Geist in ihm erregt, da er die Stadt voll von Götzenbildern sah.

17 Er unterredete sich nun in der Synagoge mit den Juden und mit den Anbetern[1]»Anbetende« wurden gottesfürchtige Nichtjuden genannt, die sich zur Synagoge hielten, ohne Proselyten im strengen Sinn (vgl. Anm. zu Mt23,15) zu werden. und auf dem Markt an jedem Tag mit denen, die gerade herbeikamen.

18 Aber auch einige der epikureischen und stoischen Philosophen[3]Anhänger griech. Philosophenschulen griffen ihn an; und einige sagten: Was will wohl dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter[4]w. Dämonen zu sein, weil er das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte.

19 Und sie ergriffen ihn, führten ihn zum Areopag[5]ein dem griech. Kriegsgott Ares geweihter Hügel in Athen, wo sich auch der athenische Gerichtshof befand und sagten: Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der du redest?

20 Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere Ohren. Wir möchten nun wissen, was das sein mag.

21 Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues zu sagen und zu hören.

22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Männer von Athen[1]w. Männer, Athener, ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung den Göttern sehr ergeben[2]w. dem Dämonendienst ergebener {als andere} seid.

23 Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Einem unbekannten Gott. [3]andere Handschr. : Den ihr nun, ohne ihn zu kennen, verehrt, denWas ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das[3]andere Handschr. : Den ihr nun, ohne ihn zu kennen, verehrt, den verkündige ich euch.

24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind,

25 auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt.

26 Und er hat aus einem[4]andere Handschr. : aus einem Blute jede Nation der Menschen[5]o. das ganze Menschengeschlecht gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat,

27 dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden, obwohl er ja[6]o. der ja wirklich nicht fern ist von jedem von uns.

28 Denn in ihm leben wir und bewegen uns und sind wir, wie auch einige eurer Dichter[7]Gemeint ist wahrscheinlich hauptsächlich der griech. Dichter Aratus; er lebte im 3. Jh. v. Chr. in Zilizien, also in des Paulus Heimat. Der Satz findet sich auch bei dem stoischen Philosophen Kleanthes. gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht.

29 Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei.

30 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen,

31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er {dazu} bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten.

32 Als sie aber von Totenauferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören.

33 So ging Paulus aus ihrer Mitte fort.

34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit[8]Mitglied des Gerichtshofes; vgl. Anm. zu V.19, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Der Konflikt in Thessalonich

1 Über Amphipolis und Apollonia kamen Paulus und Silas nach Thessalonich. Dort gab es eine jüdische Gemeinde,

2 und nach seiner Gewohnheit ging Paulus in ihre Synagoge. An drei aufeinanderfolgenden Sabbaten sprach er zu den Versammelten. Er ging von den Heiligen Schriften aus,

3 half ihnen, sie zu verstehen, und wies ihnen daraus nach, dass der versprochene Retter leiden und sterben und danach vom Tod auferstehen musste. »Und dieser versprochene Retter«, sagte Paulus, »ist Jesus. Den verkündige ich euch.«

4 Von den Juden ließen sich nur wenige überzeugen; aber von den Griechen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten, schloss sich eine große Anzahl Paulus und Silas an, darunter auch viele einflussreiche Frauen.

5 Da wurden die Juden von Eifersucht gepackt. Sie holten sich ein paar Männer, die auf dem Markt herumlungerten und zu allem fähig waren, brachten mit ihrer Hilfe einen Volksauflauf zustande und versetzten die ganze Stadt in Aufregung. Mit der Volksmenge zogen sie vor das Haus Jasons und wollten Paulus und Silas herausholen, um sie vor die Volksversammlung zu stellen.

6 Als sie die beiden dort nicht fanden, schleppten sie Jason und einige andere Brüder vor die Stadtobersten und riefen: »Die Leute, die in der ganzen Welt Unruhe stiften, sind in unsere Stadt gekommen!

7 Jason hat sie in sein Haus aufgenommen. Allesamt verletzen sie die Gesetze des Kaisers und behaupten, ein anderer sei König, nämlich Jesus.«

8 Mit diesen Worten versetzten sie die Volksmenge und die Stadtobersten in große Aufregung.

9 Jason und die anderen Christen mussten eine Kaution stellen, bevor man sie wieder freiließ.

Kurzer Aufenthalt in Beröa

10 Noch in der Nacht brachten die Brüder Paulus und Silas auf den Weg nach Beröa. Auch dort gingen die beiden bei der ersten Gelegenheit in die Synagoge.

11 Die Juden in Beröa waren aufgeschlossener als die in Thessalonich. Sie nahmen die Botschaft mit großer Bereitwilligkeit auf und studierten täglich die Heiligen Schriften, um zu sehen, ob das, was Paulus sagte, auch zutraf.

12 Viele von ihnen kamen zum Glauben, auch viele einflussreiche Griechen, Frauen wie Männer.

13 Als die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus auch in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, kamen sie und brachten mit ihren Hetzreden auch hier die Volksmenge gegen ihn auf.

14 Deshalb schickten die Brüder Paulus schnell weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus blieben in Beröa.

15 Die Brüder, die Paulus das Geleit gaben, brachten ihn bis nach Athen, dann kehrten sie zurück. Für Silas und Timotheus gab Paulus ihnen die Anweisung mit, sie sollten so bald wie möglich nachkommen.

Paulus in Athen

16 Während Paulus in Athen auf die beiden wartete, war er im Innersten empört, weil die Stadt voll von Götzenbildern war.

17 Er redete in der Synagoge zu den Juden und zu denen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten, und er sprach jeden Tag mit den Leuten, die er auf dem Marktplatz antraf.

18 Darunter waren auch Philosophen der epikureischen und stoischen Richtung, die mit ihm diskutierten. Einige von ihnen meinten: »Was will dieser Schwätzer eigentlich?« Andere sagten: »Er scheint irgendwelche fremden Götter zu verkünden.« Paulus hatte ihnen nämlich die Gute Nachricht von Jesus und der Auferstehung verkündet.

19 Sie nahmen ihn mit zum Areopag und wollten Näheres erfahren. »Uns interessiert deine Lehre«, sagten sie.

20 »Manches klingt sehr fremdartig und wir würden gerne genauer wissen, was es damit auf sich hat.«

21 Denn die Athener und die Fremden in Athen kennen keinen besseren Zeitvertreib, als stets das Allerneueste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.

Paulus spricht auf dem Areopag

22 Paulus trat in die Mitte des Areopags und sagte: »Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass es euch mit der Religion sehr ernst ist.

23 Ich bin durch eure Stadt gegangen und habe mir eure heiligen Stätten angesehen. Dabei habe ich auch einen Altar entdeckt mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt.

24 Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was darin lebt. Als Herr über Himmel und Erde wohnt er nicht in Tempeln, die ihm die Menschen gebaut haben.

25 Er ist auch nicht darauf angewiesen, von den Menschen versorgt zu werden; denn er selbst gibt ihnen das Leben und alles, was sie zum Leben brauchen.

26 Er hat aus einem einzigen Menschen die ganze Menschheit hervorgehen lassen, damit sie die Erde bewohnt. Für jedes Volk hat er im Voraus bestimmt, wie lange es bestehen und in welchen Grenzen es leben soll.

27 Und er hat gewollt, dass die Menschen ihn suchen, damit sie ihn vielleicht ertasten und finden könnten. Denn er ist ja jedem von uns ganz nahe.

28 Durch ihn leben wir doch, regen wir uns, sind wir! Oder wie es einige eurer Dichter ausgedrückt haben: ›Wir sind sogar von seiner Art.‹

29 Wenn wir Menschen aber von Gottes Art sind, dann dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche den Bildern aus Gold, Silber und Stein, die von Menschen mit ihrer Erfindungskraft und Kunstfertigkeit geschaffen wurden!

30 Nun, Gott ist bereit, mit Nachsicht über das hinwegzusehen, was ihr bisher aus reiner Unwissenheit getan habt. Jetzt aber fordert er alle Menschen überall auf, umzudenken und einen neuen Anfang zu machen.

31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit ein gerechtes Gericht halten will, und zwar durch den Mann, den er dazu bestimmt hat. Ihn hat er vor aller Welt dadurch ausgewiesen, dass er ihn vom Tod auferweckt hat.«

Geteiltes Echo auf die Rede

32 Als sie Paulus von der Auferstehung reden hörten, lachten ihn einige aus; andere sagten: »Darüber musst du uns ein andermal mehr erzählen.«

33 Als Paulus darauf die Versammlung verließ,

34 schlossen sich ihm ein paar Männer an und kamen zum Glauben, darunter Dionysius, der dem Areopag angehörte, außerdem eine Frau namens Damaris.

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