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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Der Kochtopf über dem Feuer

1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir im neunten Jahr, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats:

2 Menschensohn, schreibe dir den Namen des Tages auf, ebendieses Tages! An ebendiesem Tag wirft sich der König von Babel {mit seinem Heer} auf Jerusalem.

3 Und rede ein Gleichnis zu dem widerspenstigen Haus, und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Setze den Topf auf, setze {ihn} auf, und gieße auch Wasser hinein!

4 Lege seine {Fleisch} stücke zusammen hinein, lauter gute Stücke, Lende und Schulter; auserlesene Knochen fülle ein!

5 Nimm auserlesene Schafe, und schichte auch ringsherum die Holzstücke[1]So hat wahrscheinlich in Entsprechung zu V.10 der Text ursprünglich gelautet; Mas. T. : die Knochen darunter; lass seine {Fleisch} stücke sieden[2]So mit zwei hebr. Handschr. ; Mas. T. : lass sein Sieden sieden, o. lass seine Siedestücke sieden; auch seine Knochen sollen darin kochen! –

6 Darum, so spricht der Herr, Herr: Wehe, Stadt der Blutschuld! Topf, an dem sein Rost ist und dessen Rost nicht von ihm abgeht! Stück für Stück leere ihn aus, ohne dass darüber das Los gefallen ist.[3]o. Stück für Stück hat man sie (die Stadt) leergemacht, ohne dass über sie (die Bewohner) das Los gefallen ist.

7 Denn ihr Blut[4]d. i. das Blut, das in der Stadt vergossen wurde ist in ihrer Mitte; sie hat es auf den kahlen Felsen getan, sie hat es nicht auf die Erde gegossen, dass man es mit Staub bedecken könnte.

8 Um Zorn heraufzuführen, um Rache zu üben, habe ich ihr Blut auf den kahlen Felsen getan, damit es nicht bedeckt wird. –

9 Darum, so spricht der Herr, Herr: Wehe, Stadt der Blutschuld! Auch ich werde den Holzstoß groß machen.

10 Häufe das Holz, zünde das Feuer an, koche das Fleisch gar, und schütte die Brühe weg[5]so mit LXX; Mas. T. : und lass salben den Salbentopf, und die Knochen sollen angebrannt werden!

11 Und stelle ihn leer auf seine Kohlen, damit seine Bronze heiß wird und glüht und seine Unreinheit in ihm schmilzt, sein Rost abgeht!

12 Vergebliche Mühe![6]T. ; Mas. T. : Mit Mühsal hat er müde gemacht. Sein vieler Rost geht nicht von ihm ab. Ins Feuer mit seinem Rost![7]o. {Auch} im Feuer {bleibt} sein Rost. –

13 Wegen deiner schändlichen[8]o. unzüchtigen Unreinheit, weil ich dich reinigte, du aber nicht rein wurdest, so wirst du {nun} von deiner Unreinheit nicht mehr rein werden, bis ich meinen Grimm an dir gestillt habe.

14 Ich, der Herr, habe geredet. Es kommt, und ich tue es; ich lasse nicht nach; ich bin {deinetwegen} nicht betrübt[9]w. nicht fließt (d. h. weint) {mein Auge} und lasse es mich nicht gereuen. Nach deinen Wegen und nach deinen Taten richte ich[10]so mit einigen hebr. Handschr. ; Mas. T. : richten sie dich, spricht der Herr, Herr[11]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn.

Der Tod von Hesekiels Frau: Keine Trauer über Jerusalem

15 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

16 Menschensohn, siehe, ich nehme die in deinen Augen Begehrenswerte[12]o. die Lust deiner Augen von dir weg durch plötzlichen Tod[13]o. durch einen Schlag. Du aber sollst nicht klagen und nicht weinen, und keine Träne soll dir kommen.

17 Stöhne bewegungslos, Totenklage stell nicht an; binde dir deinen Kopfbund um, und zieh deine Schuhe an deine Füße! Deinen Bart sollst du nicht verhüllen und Brot der Trauer[14]so mit der aram. Üs. und Vulg. ; Mas. T. : der Menschen nicht essen!

18 Und ich redete zum Volk am Morgen, und am Abend starb meine Frau. Und ich tat am Morgen, wie mir befohlen war.

19 Da sprach das Volk zu mir: Willst du uns nicht mitteilen, was uns das bedeuten soll, dass du {so} handelst?

20 Da sagte ich zu ihnen: Das Wort des Herrn geschah zu mir so:

21 Sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich entweihe mein Heiligtum, den Stolz eurer Macht[15]o. den Stolz eures Schutzes; d. h. den Schutz, auf den ihr stolz seid, das in euren Augen Begehrenswerte[1]o. die Lust eurer/ihrer Augen und das Verlangen eurer Seele. Und eure Söhne und eure Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen.

22 Dann werdet ihr tun, wie ich getan habe: den Bart werdet ihr nicht verhüllen und Brot der Trauer[2]so mit der aram. Üs. und Vulg. ; Mas. T. : der Menschen nicht essen,

23 und eure Kopfbunde werden auf euren Köpfen {bleiben} und eure Schuhe an euren Füßen. Ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern werdet dahinschwinden in euren[3]o. wegen eurer Sünden und seufzen einer zum andern hin.

24 So wird Hesekiel für euch zum Wahrzeichen werden; nach allem, was er getan hat, werdet ihr tun. Wenn es kommt, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

25 Und du, Menschensohn, siehe, an dem Tag, da ich ihre Zuflucht[4]o. ihr Burgheiligtum, eigentlich: ihre Bergfestung wegnehme von ihnen, die Freude ihrer Pracht, das in ihren Augen Begehrenswerte[1]o. die Lust eurer/ihrer Augen und die Sehnsucht ihrer Seelen, ihre Söhne und ihre Töchter;

26 an jenem Tag wird ein Entkommener zu dir kommen, um es deine Ohren vernehmen zu lassen.

27 An jenem Tag wird dein Mund geöffnet werden vor dem Entkommenen, und du wirst reden und nicht mehr stumm sein. So sollst du ihnen zu einem Wahrzeichen werden; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Jerusalem, der Topf auf dem Feuer

1 Im neunten Jahr unserer Verbannung, am 10. Tag des 10. Monats, erging das Wort des HERRN an mich, er sagte:

2 »Du Mensch, schreib dir das Datum des heutigen Tages auf! Heute hat der König von Babylon die Stadt Jerusalem eingeschlossen.

3 Deinen verbannten Landsleuten aber, diesem widerspenstigen Volk, sollst du ein Gleichnis vortragen, sag zu ihnen: ›So spricht der HERR, der mächtige Gott: Den Topf aufs Feuer! Wasser hinein!

4 Das Fleisch zerlegen! Die Stücke in den Topf, lauter gute Stücke von Lende und Schulter! Dazu Knochenstücke voller Mark!

5 Alles nur von ausgesuchten Schafen! Unter dem Topf das Holz aufschichten! Tüchtig sieden lassen! Die Knochen gut auskochen!‹

6 So spricht der HERR, der mächtige Gott: ›Weh der blutbefleckten Stadt! Weh dem rostigen Topf, dessen Rost nicht mehr zu entfernen ist! Ein Stück ums andere fischt man aus ihm heraus, ohne das Los zu werfen – wie es gerade kommt!

7 Du Stadt, in der unschuldige Menschen ermordet wurden! Auf dem nackten Felsen hat man Blut vergossen und es nicht einmal mit Erde bedeckt.

8 Es soll auch nicht zugedeckt werden, damit es nach Rache schreit. Es soll das Strafgericht über dich herbeirufen!‹

9-10 So spricht der HERR, der mächtige Gott: ›Weh der blutbefleckten Stadt! Ich schichte jetzt den Holzstoß auf, zünde das Feuer an und koche das Fleisch so lange, bis die Brühe ganz verkocht ist und die Knochen verkohlen.

11 Ich lasse den leeren Topf in der Glut, bis er selber glüht, damit der ganze Rost, alles, was ihn verunreinigt, ausgebrannt wird.

12 Aber das ist vergebliche Mühe: Er ist so über und über mit Rost bedeckt, dass auch die Feuersglut ihn nicht reinigen kann.

13 Ich wollte dich reinigen, Jerusalem, aber du warst nicht rein zu bekommen. Nun sollst du unrein bleiben, damit ich meinen ganzen Zorn an dir stillen kann.

14 Ich sehe nicht mehr über deine Verbrechen hinweg; ich habe kein Mitleid mit dir, ich lasse mich nicht umstimmen. Dich trifft die verdiente Strafe für dein böses Tun. Das sagt der HERR, der mächtige Gott.‹«

Ein Trauerfall als Zeichen für den Fall Jerusalems

15 Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte:

16 »Du Mensch, ich nehme dir dein Liebstes, die Freude deiner Augen, durch einen jähen Tod. Aber du darfst keine Totenklage halten und keine Tränen vergießen.

17 Sitze starr und reglos und stöhne; aber unterlass alle Trauerbräuche: Behalte den Turban auf und lege die Schuhe nicht ab, verhülle nicht das Gesicht und iss nichts von dem Brot, das die Nachbarn dir bringen.«

18-19 Am selben Abend starb meine Frau und am anderen Morgen verhielt ich mich so, wie der HERR es mir befohlen hatte. Die Leute fragten mich: »Warum machst du das? Was hat das zu bedeuten?« Und ich erklärte es ihnen.

20 Ich sagte zu ihnen: »Das Wort des HERRN ist an mich ergangen, er hat zu mir gesagt:

21 ›Sag zu den Leuten von Israel: So spricht der HERR, der mächtige Gott: Gebt acht! Ich entweihe mein Heiligtum, auf das ihr so stolz seid, auf das ihr euer ganzes Vertrauen setzt, die Freude eurer Augen und das Ziel eurer Sehnsucht. Ich gebe es der Schändung und Vernichtung preis. Eure Söhne und Töchter aber, die ihr in Jerusalem zurückgelassen habt, werden durchs Schwert umkommen.

22 Dann werdet ihr genauso handeln wie Ezechiël jetzt: Ihr werdet euer Gesicht nicht verhüllen und kein Trauerbrot von den Nachbarn annehmen.

23 Ihr werdet den Turban auf dem Kopf behalten und die Schuhe an den Füßen. Ihr werdet keine Totenklage halten und keine Tränen vergießen. Nur wortlos stöhnen werdet ihr, einer wie der andere; unter den Folgen eurer Verfehlungen werdet ihr dahinsiechen.

24 Mein Prophet Ezechiël ist ein Zeichen für euch: Genauso wie er werdet ihr euch verhalten. Wenn es eintrifft, werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin, der mächtige Gott.‹«

25 Weiter sagte der HERR zu mir: »Du Mensch, an dem Tag, an dem ich den Leuten von Israel ihre Zuflucht, ihre Freude, das Ziel ihrer Sehnsucht nehme und ihre Söhne und Töchter dazu,

26 an jenem Tag wird ein Flüchtling zu dir kommen und dir darüber berichten.

27 Dann wird deine Zunge gelöst werden, du wirst mit ihm reden können und nicht länger stumm sein. So mache ich dich für die Leute von Israel zu einem Zeichen, an dem sie erkennen, dass ich der HERR bin.«

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