ELB, GNB online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Gottes großes Angebot zu einem Neubeginn im Exil

1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

2 Was habt ihr, dass ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf?

3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr[4]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht[5]s. Anm. zu Kap.17,19!

4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie {allein} soll sterben.

5 Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

6 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau {zur Zeit ihrer} Absonderung[6]o. Ausscheidung; d. i. die Monatsregel nicht naht

7 und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners[7]so üs. LXX; Mas. T. : »sein Pfand, die Schuld«, das könnte meinen: das Pfand für seine Schuldforderung zurückgibt, keinen Raub begeht[8]w. {wer} Raub nicht raubt, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt,

8 auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhält, rechtes Gericht übt[9]w. zuverlässigen Rechtsspruch fällt zwischen Mann und Mann,

9 in meinen Ordnungen lebt[10]w. geht und meine Rechtsbestimmungen hält, um {sie} getreu zu befolgen: Gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, Herr[4]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. –

10 Zeugt er aber einen gewalttätigen[11]w. räuberischen Sohn, der Blut vergießt und eines von diesen {Dingen} tut[12]T. ; Mas. T. : und – wehe! – {etwas} von einem von diesen {Dingen} tut –

11 er selbst aber hat alles das nicht getan –, wenn {der} sogar auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten unrein macht,

12 den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reißt, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Gräuel verübt,

13 auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: Sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Gräuel hat er verübt: Er muss getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein.

14 Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht {sie} und tut nicht desgleichen:

15 Er isst nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein,

16 und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht[1]w. raubt keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung,

17 er hält seine Hand vom Unrecht[2]so liest LXX entsprechend V.8; Mas. T. : vom Elenden zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt[3]w. geht in meinen Ordnungen: Der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er!

18 Sein Vater, weil er Erpressung[4]o. Gewalttat verübt, am Bruder Raub begangen[5]w. {vom} Bruder … geraubt hat und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er {allein} soll um seiner Schuld willen sterben.

19 Ihr aber sagt: Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters {mit} ? Dabei hat der Sohn {doch} Recht und Gerechtigkeit geübt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er!

20 Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters {mit} tragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes {mit} tragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen[6]o. die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm sein.

21 Wenn aber der Gottlose[7]o. der Ungerechte umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: Leben soll er {und} nicht sterben.

22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.

23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen[8]o. des Ungerechten, spricht der Herr, Herr[9]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn, nicht {vielmehr} daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?

24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Gräueln, die der Gottlose[7]o. der Ungerechte verübt hat – tut er es, sollte er leben? –: An all seine gerechten Taten[10]w. Gerechtigkeiten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

25 Aber ihr sagt: »Der Weg des Herrn ist nicht recht.« Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht {vielmehr} eure Wege nicht recht?

26 Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser {Sünden} willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat.

27 Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit[11]o. Wenn aber der Ungerechte von seiner Ungerechtigkeit, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: Er wird seine Seele am Leben erhalten.

28 Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er {und} nicht sterben. –

29 Aber das Haus Israel sagt: »Der Weg des Herrn ist nicht recht.« Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht {vielmehr} eure Wege nicht recht?

30 Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoß zur Schuld wird!

31 Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel?

32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss[2]w. des Sterbenden, spricht der Herr, Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. So kehrt um[3]so mit der aram. Üs. ; Mas. T. : wendet euch ab, damit ihr lebt!

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Niemand soll für die Schuld seiner Vorfahren büßen (Kapitel 18)

1 Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte:

2 »Was habt ihr da für ein Sprichwort im Land Israel? Ihr sagt: ›Die Väter essen unreife Trauben und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne.‹

3 So gewiss ich, der HERR, lebe: Niemand von euch, niemand in Israel wird dieses Wort noch einmal wiederholen!

4 Ich habe das Leben jedes Einzelnen in der Hand, das Leben des Sohnes so gut wie das Leben des Vaters. Alle beide sind mein Eigentum. Nur wer sich schuldig macht, muss sterben.

5 Nehmt den Fall eines Menschen, der stets das Rechte tut und sich nichts zuschulden kommen lässt:

6 Er betet nicht zu den Götzen der Leute von Israel und hält für sie auf den Bergen keine Opfermähler. Er rührt keine fremde Frau an und keine Frau, die gerade ihre Blutung hat.

7 Er beutet andere nicht aus und gibt dem armen Schuldner sein Pfand zurück. Er nimmt niemand etwas weg, sondern gibt den Hungernden zu essen und den Frierenden etwas anzuziehen.

8 Er nimmt keinen Zins, wenn er Geld ausleiht. Er unterstützt vor Gericht nicht die ungerechte Sache, sondern fällt stets ein unparteiisches Urteil.

9 Mit einem Wort: Er gehorcht meinen Geboten und tut, was recht ist. Ein solcher Mensch hat keine Schuld, er soll am Leben bleiben. Das sage ich, der HERR, der mächtige Gott.

10 Nun kann es sein, dass dieser rechtschaffene Mann einen missratenen Sohn hat, der Blut vergießt oder sonst etwas von alldem tut,

11 was sein Vater gemieden hat: auf den Bergen Opfermähler hält, mit fremden Frauen schläft,

12 die Schutzlosen unterdrückt und ausraubt, das Pfand nicht zurückgibt, sich mit den Götzen einlässt und zu ihnen betet

13 oder Geld gegen Zins leiht. Soll ein solcher Mensch am Leben bleiben? Nein! Wer solche Verbrechen begeht, muss getötet werden. Ihn trifft die gerechte Strafe.

14 Dieser verbrecherische Mensch hat vielleicht wieder einen Sohn, der die Untaten seines Vaters sieht und sich durch sein schlimmes Beispiel warnen lässt.

15 Er betet nicht zu den Götzen der Leute von Israel und hält für sie auf den Bergen keine Opfermähler; er rührt keine fremde Frau an;

16 er beutet niemand aus; er fordert kein Pfand, wenn er etwas ausleiht; er nimmt niemand etwas weg, sondern gibt den Hungernden zu essen und den Frierenden Kleidung;

17 er begeht kein Unrecht an den Schutzlosen und nimmt keinen Zins – mit einem Wort: Er gehorcht meinen Geboten und tut, was recht ist. Ein solcher Mensch muss nicht für die Schuld seines Vaters büßen; er soll am Leben bleiben.

18 Nur sein Vater, der andere erpresst und beraubt und seiner Familie ein schlechtes Beispiel gegeben hat, muss sterben.«

Jeder Mensch bereitet sich selbst sein Schicksal

19 »Ihr fragt, warum der Sohn nicht mit dem Vater bestraft wird? Weil er das Rechte getan und meine Gebote befolgt hat! Deshalb bleibt er am Leben.

20 Nur wer sich schuldig macht, muss sterben. Der Sohn soll nicht für den Vater büßen und der Vater nicht für den Sohn. Am Rechtschaffenen wird sich seine Rechtschaffenheit auswirken und am Verbrecher sein Verbrechen.

21 Wenn aber der Verbrecher umkehrt und das Böse lässt, das er getan hat, wenn er alle meine Gebote befolgt und das Rechte tut, bleibt auch er am Leben und muss nicht sterben.

22 All das Böse, das er früher getan hat, wird ihm nicht angerechnet. Weil er danach das Rechte getan hat, bleibt er am Leben.

23 Meint ihr, ich hätte Freude daran, wenn ein Mensch wegen seiner Vergehen sterben muss?«, sagt Gott, der HERR. »Nein, ich freue mich, wenn er von seinem falschen Weg umkehrt und am Leben bleibt!

24 Wenn aber der Rechtschaffene sich vom rechten Weg abwendet und Böses zu tun beginnt, dieselben Abscheulichkeiten wie der Verbrecher, soll er dann am Leben bleiben? Nein! All das Gute, das er früher getan hat, wird ihm nicht angerechnet. Weil er mir untreu geworden ist und Böses getan hat, muss er sterben.«

Gott gibt jedem noch eine Chance

25 »Nun behauptet ihr Israeliten: ›Der HERR tut uns Unrecht!‹ Hört her, ihr Leute von Israel: Bin ich es, der Unrecht tut? Seid es nicht vielmehr ihr?

26 Wenn ein Mensch, der immer das Rechte getan hat, sich davon abkehrt und Unrecht tut und daraufhin stirbt, dann stirbt er wegen des Unrechts, das er getan hat.

27 Und wenn ein Mensch, der immer Böses getan hat, sich davon abkehrt und das Rechte tut, dann rettet er dadurch sein Leben.

28 Wenn er zur Besinnung kommt und umkehrt, wenn er mit allem Unrecht Schluss macht, dann soll er am Leben bleiben und nicht sterben.

29 Und da sagen die Leute von Israel: ›Der HERR tut uns Unrecht!‹ Tue ich Unrecht, ihr Leute von Israel, oder tut es ihr?

30 Jeder Einzelne von euch bekommt das Urteil, das er mit seinen Taten verdient hat. Das sage ich, der HERR, der mächtige Gott! Kehrt also um und macht Schluss mit allem Unrecht! Sonst verstrickt ihr euch immer tiefer in Schuld.

31 Trennt euch von allen Verfehlungen! Schafft euch ein neues Herz und eine neue Gesinnung! Warum wollt ihr unbedingt sterben, ihr Leute von Israel?

32 Ich habe keine Freude daran, wenn ein Mensch wegen seiner Vergehen sterben muss. Das sage ich, der HERR, der mächtige Gott. Also kehrt um, damit ihr am Leben bleibt!«

Videos zu Hesekiel 18 (ELB, GNB)