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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Gerichtsworte und Zeichenhandlungen: Das Schwert des Herrn

1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

2 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Süden, und rede[7]w. lass {deine Worte} herabfließen, o. lass {die Rede} strömen zum Mittag hin und weissage gegen den Wald der Gegend im Südland[8]hebr. Negev; d. i. die übliche Bezeichnung für den Süden Palästinas!

3 Und sage zum Wald des Südlandes: Höre das Wort des Herrn! So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden; das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht verlöschen, und vom Süden bis zum Norden werden alle Gesichter durch sie versengt.

4 Und alles Fleisch soll sehen, dass ich, der Herr, es angezündet habe. Es wird nicht erlöschen.

5 Und ich sprach: Ach, Herr, Herr! Sie sagen von mir: Redet er nicht in Gleichnissen?

6 Und das Wort des Herrn geschah zu mir:

7 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Jerusalem, und rede[7]w. lass {deine Worte} herabfließen, o. lass {die Rede} strömen gegen die Heiligtümer und weissage gegen das Land Israel!

8 Und sprich zu dem Land Israel: So spricht der Herr: Siehe, ich will an dich und werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen; und ich werde aus dir den Gerechten und den Ungerechten[9]o. den Gottlosen ausrotten!

9 Weil ich aus dir den Gerechten und den Ungerechten[9]o. den Gottlosen ausrotten will, darum soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch vom Süden bis zum Norden.

10 Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der Herr, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder {dahin} zurückkehren.

11 Und du, Menschensohn, stöhne! Mit brechenden Hüften und mit bitterem {Schmerz} sollst du vor ihren Augen stöhnen!

12 Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen: »Weswegen stöhnst du?«, dann sollst du sagen: »Wegen der kommenden Nachricht[1]w. Wegen der Nachricht, weil sie kommt.« Und jedes Herz wird zerschmelzen, und alle Hände werden erschlaffen, und jeder Geist wird verzagen, und alle Knie werden von Wasser triefen. Siehe, es kommt und geschieht, spricht der Herr, Herr[2]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn.

13 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

14 Menschensohn, weissage! Und du sollst sagen: So spricht der Herr: Sage: Ein Schwert, ein Schwert, geschärft und auch geschliffen!

15 Damit es ein Schlachten anrichtet, ist es geschärft; damit es blitzt, ist es geschliffen. – Oder sollen wir uns freuen {und sagen}: Das Zepter meines Sohnes verwirft alles Holz?[3]o. Oder sollen wir uns freuen? Die für meinen Sohn bestimmte Rute verachtet jedes {andere} Holz. –

16 Und man hat es zum Schleifen gegeben, um es mit der Faust zu packen. Geschärft ist es, das Schwert, es ist geschliffen, damit man es in die Hand eines Mörders gibt.

17 Schreie um Hilfe und heule, Menschensohn! Denn es richtet sich gegen mein Volk, es {richtet sich} gegen alle Fürsten Israels: Sie sind dem Schwert verfallen samt meinem Volk. Darum schlag dir auf die Hüften!

18 Denn die Probe ist gemacht. Und warum sollte es, wenn du sogar das Zepter[4]o. die Rute; vgl. Anm. zu V.15 verwirfst, nicht geschehen[5]So konnte der Text vor der Festlegung durch die Masoreten verstanden werden; Mas. T. lautet jetzt: Und warum – wenn sogar das verachtende Zepter nicht sein wird??, spricht der Herr, Herr[2]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. –

19 Und du, Menschensohn, weissage und schlag die Hände zusammen! Da verdoppelt sich das Schwert, {ja} verdreifacht sich[6]so mit Vulg. ; Mas. T. : da verdoppelt sich das Schwert, {und zwar} sein Drittel, ein Schwert der Erschlagenen ist es, [7]so mit anderer Wortabtrennung bei zwei Wörtern. Mas. T. : ein Schwert des erschlagenen Gewaltigenein gewaltiges Schwert der Erschlagenen[7]so mit anderer Wortabtrennung bei zwei Wörtern. Mas. T. : ein Schwert des erschlagenen Gewaltigen, das tief in sie eindringt[8]o. das sie umkreist.

20 Damit das Herz verzagt und viele zum Stürzen gebracht werden[9]so in Anlehnung an LXX und Vulg. ; Mas. T. : und es die Anstöße zahlreich macht, bringe ich an all ihre Tore das Schlachten[10]so mit LXX; die Bedeutung des im Mas. T. stehenden Wortes ist unbekannt des Schwertes! Wehe! Zum Blitzen ist es gemacht, zum Schlachten geschärft[11]T. ; Mas. T. : verhüllt; nach anderen: gezückt.

21 [12]so mit LXX und Vulg. ; Mas. T. : Sammle dich, wende dich nach rechts, lass legen, wende dich nach linksErweise deine Schärfe, {und} wende dich nach rechts, wende dich nach links[12]so mit LXX und Vulg. ; Mas. T. : Sammle dich, wende dich nach rechts, lass legen, wende dich nach links, wohin deine Schneide {gerade} gerichtet ist!

22 Und auch ich will meine Hände zusammenschlagen und meinen Grimm stillen. Ich, der Herr, habe geredet.

Das Schwert des Königs von Babel

23 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

24 Und du, Menschensohn, mache dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommt! Von einem Land sollen sie beide ausgehen. [13]Andere nehmen als ursprünglichen Text an: Und je einen Wegweiser sollst du am Anfang eines jeden Weges anbringen – damit das Schwert komme –: »Rabba der Söhne Ammon« und »Juda, das {nur noch} in Jerusalem befestigt ist«.Und setze[14]w. rode einen Wegweiser, an den Anfang des Weges zur Stadt setze[14]w. rode {ihn} !

25 Du sollst einen Weg machen, damit das Schwert kommt nach Rabba der Söhne Ammon und nach Juda, das {nur noch} in Jerusalem befestigt ist.[1]Andere nehmen als ursprünglichen Text an: Und je einen Wegweiser sollst du am Anfang eines jeden Weges anbringen – damit das Schwert komme –: »Rabba der Söhne Ammon« und »Juda, das {nur noch} in Jerusalem befestigt ist«.

26 Denn der König von Babel bleibt am Kreuzweg stehen, am Anfang der beiden Wege, um das Losorakel zu befragen; er schüttelt die Pfeile, befragt die Terafim, beschaut die Leber.

27 In seiner Rechten ist das Losorakel »Jerusalem«, dass er Sturmböcke aufstellt, den Mund öffnet mit Geschrei[2]so mit LXX; Mas. T. : mit Mord, die Stimme erhebt mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke gegen die Tore aufstellt, Belagerungswälle aufschüttet und Belagerungstürme baut. –

28 In ihren Augen[3]d. i. in den Augen der Jerusalemer aber ist es ihnen wie ein falsches Orakel – sie haben ja die heiligsten Eide[4]w. Eide der Eide –; er aber bringt {ihre} Schuld in Erinnerung, damit sie gefasst werden.

29 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr eure Schuld in Erinnerung bringt, indem eure Verbrechen offenbar werden, sodass eure Sünden in allen euren Taten gesehen werden, weil ihr angezeigt worden seid[5]w. genannt worden seid; möglich ist auch: weil {eure Sünden} von euch genannt worden sind, werdet ihr mit {harter} Hand gefasst werden.

30 Und du, erschlagener Gottloser[6]T. ; Mas. T. : Und du, entweihter Gottloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe[7]w. der Strafe des Endes, o. der Schuld des Endes; das hieße dann: der Schuld, die das Ende herbeiführt!

31 So spricht der Herr, Herr: Weg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Nichts bleibt, wie es ist[8]w. Dies {bleibt} nicht dies. Das Niedrige soll erhöht und das Hohe erniedrigt werden!

32 Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es[9]d. i. Jerusalem; vgl. V.27. Auch das bleibt nicht – bis der kommt[10]o. Auch das geschieht nicht, bis der kommt, dem das Recht gehört[11]o. dem das Gericht zusteht; dem gebe ich es.

Das Unheilswort über Ammon

33 Und du, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, Herr, über die Söhne Ammon und über ihr Höhnen. Und sprich: Schwert, Schwert, zum Schlachten gezückt, zum Fressen geschliffen, damit es als Blitz dreinfährt,

34 um dich[12]d. i. das Schwert, während man dir Nichtiges schaut, während man dir Lüge wahrsagt, an die Hälse der {tödlich} verwundeten Gottlosen zu legen, deren Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe[7]w. der Strafe des Endes, o. der Schuld des Endes; das hieße dann: der Schuld, die das Ende herbeiführt!

35 Stecke es wieder in seine Scheide! An dem Ort, wo du geschaffen bist, in dem Land deiner Herkunft, werde ich dich richten.

36 Und ich werde meinen Zorn über dich ausgießen, das Feuer meines Grimms gegen dich anfachen; und ich werde dich in die Hand roher[13]w. viehischer Männer geben, die Verderben schmieden.

37 Du wirst dem Feuer zum Fraß {gegeben} werden, dein Blut wird mitten im Land sein; an dich wird nicht mehr gedacht werden. Denn ich, der Herr, habe geredet.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Feuer und Schwert über Jerusalem

1 Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte:

2 »Du Mensch, blicke drohend auf den Wald im Süden und kündige ihm mein Strafgericht an!

3 Sag zu ihm: ›So spricht der HERR, der mächtige Gott: Ich werde ein Feuer in dir anzünden, das alle deine Bäume verzehrt, die grünen so gut wie die dürren. Niemand kann es löschen und alle, die in dem Wald leben, vom Süden bis zum Norden, werden von den Flammen versengt.

4 Alle Welt soll erkennen, dass ich, der mächtige Gott, diesen Brand gelegt habe. Er wird nicht erlöschen, bis alles niedergebrannt ist.‹«

5 Ich erwiderte: »Ach HERR, mein Gott, sie werden mir vorhalten, dass ich wieder einmal in Rätseln rede!«

6 Da erging an mich das Wort des HERRN:

7 »Du Mensch, blicke drohend in Richtung Jerusalem und kündige dem Tempel und dem ganzen Land mein Strafgericht an!

8-9 Sag zum Land Israel: ›So spricht der HERR: Ich sehe nicht länger zu! Ich ziehe mein Schwert und vernichte alle deine Bewohner, die Guten genauso wie die Bösen, vom Süden bis zum Norden.

10 Alle Welt soll erkennen, dass ich, der HERR, mein Schwert gezogen habe. Es wird nicht in seine Scheide zurückkehren, bis alle Bewohner des Landes vernichtet sind.‹

11 Du, Mensch, aber stöhne! Du sollst vor aller Augen zusammenbrechen und vor Schmerz unaufhörlich stöhnen.

12 Und wenn sie dich fragen: ›Was stöhnst du so?‹, dann antworte: ›Weil ich das Unheil kommen sehe! Alle werden entsetzt und verzagt sein; wie gelähmt lassen sie die Hände sinken und können das Wasser nicht mehr halten. Der HERR, der mächtige Gott, hat gesagt: Es wird mit Sicherheit eintreffen!‹«

Ein Lied vom strafenden Schwert

13 Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte:

14 »Du Mensch, kündige den Leuten von Israel mein Strafgericht an! Sag zu ihnen: ›So spricht der HERR: Das Schwert kommt über euch, das Schwert, es ist bereit, die Klinge blitzt!

15-16 Zum Schlachten hat man es gewetzt, es funkelt hell, es glänzt und blitzt. Der Waffenschmied hat es geschärft, dem Schlächter gebt es in die Hand! Sagt nicht: Wir haben Grund, uns zu freuen; denn unser König verlacht alle anderen Herrscher!

17-18 Ich habe ihn geprüft: Dieser König wird keinen anderen mehr verlachen!‹ Du Mensch, schreie und heule laut! Schlag dir auf die Hüften! Denn das Schwert richtet sich gegen mein Volk und alle seine Führer. Alle ohne Ausnahme fallen ihm zum Opfer.

19-20 Schlag zornig die Hände zusammen, du Mensch, und kündige mein Strafgericht an: ›Das Schwert verdoppelt seine Wucht, es wirbelt, kreist, die Schläge prasseln; in allen Städten wütet es. Die Leichen türmen sich empor, den Tapfersten entfällt der Mut. Der HERR hat dieses Schwert geschickt; er hielt es lange wohlverwahrt, für diesen Tag ist es bereit, nun soll es treffen wie der Blitz.

21 Auf, Schwert, schlag drein, nach links, nach rechts! Gehorche, wie die Hand dich führt!

22 Auch ich werde die Hände zusammenschlagen und meinem Zorn freien Lauf lassen. Das sage ich, der HERR.‹«

Das Los fiel auf Jerusalem

23 Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte:

24 »Du Mensch, zeichne die beiden Wege auf, die das Heer des Königs von Babylonien einschlagen kann. Sie gehen beide vom selben Punkt aus. An der Gabelung sollst du zwei Wegweiser aufstellen,

25 einen nach Rabba, der Hauptstadt der Ammoniter, den anderen nach Juda mit der als uneinnehmbar geltenden Stadt Jerusalem.

26 Schon steht der babylonische König an der Wegscheide und befragt das Orakel. Er schüttelt die Pfeile, die ihm als Lose dienen, und beschaut die Leber der Opfertiere.

27 Jetzt hat er das Los ›Jerusalem‹ gezogen, mit der rechten Hand hält er es hoch. Er ist entschlossen, mit seinem Heer gegen die Stadt zu ziehen. Er wird das Kriegsgeschrei gegen sie anstimmen, einen Wall um sie aufschütten, Angriffsrampen gegen ihre Mauern vortreiben und die Tore mit Rammböcken berennen.

28 Die Leute von Juda bilden sich ein, es sei ein Lügenorakel, das ihm fälschlich Erfolg verheißt. Denn man hat ihnen heilige Eide geschworen, dass dies nicht geschehen werde. Aber das Orakel spricht die Wahrheit; es hat ihre Vergehen an den Tag gebracht, damit sie endlich bestraft werden.

29 Darum sage ich, der HERR, der mächtige Gott, zu den Leuten von Juda: ›Ihr seid überführt: Eure Schuld ist aufgedeckt, euer Ungehorsam und eure Auflehnung liegen offen zutage. Jetzt werdet ihr mit harter Hand gepackt!‹

30-31 Zu dir aber, dem Herrscher Israels, dem eidbrüchigen Schurken, sagt der HERR, der mächtige Gott: ›Der Tag der Abrechnung ist da! Herunter mit Turban und Kronreif! Deine Herrschaft hat ein Ende! Der Mächtige wird gestürzt, der Machtlose erhöht!

32 In Trümmer lege ich Jerusalem, in Trümmer, in Trümmer! Nie zuvor hat man so etwas erlebt. Der Mann ist schon unterwegs, der in meinem Auftrag das Strafgericht vollzieht.‹«

33 Weiter befahl mir der HERR: »Du Mensch, kündige den Ammonitern mein Strafgericht an; denn mich, den mächtigen Gott, haben sie verhöhnt! Sag ihnen in meinem Auftrag: ›Das Schwert kommt über euch, das Schwert, es funkelt hell, es glänzt und blitzt, zum Schlachten ist es ausgesandt!‹

34 Während eure Lügenorakel euch noch Rettung verheißen, ist das Schwert schon an eure Hälse gesetzt, ihr schändlichen Verbrecher! Der Tag der Abrechnung ist gekommen!

35 Doch dann zurück in deine Scheide, Schwert! Auch mit dir, meinem Strafwerkzeug, will ich abrechnen, im Land deiner Herkunft, an dem Ort, an dem ich dich geschaffen habe.

36 Ihr sollt meinen ganzen Zorn zu spüren bekommen, wie ein verzehrendes Feuer wird er euch treffen. Ich gebe euch in die Hand roher Männer, die sich aufs Morden verstehen.

37 Das Feuer soll euch verzehren; euer eigenes Land soll euer Blut trinken. Euer Andenken soll völlig ausgelöscht werden. Ich habe es gesagt, ich, der HERR.«

Videos zu Hesekiel 21 (ELB, GNB)