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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Hiobs verzweifelte Klage

1 Danach öffnete Hiob seinen Mund und verfluchte seinen Tag.

2 Und Hiob begann und sagte:

3 Vergehen[1]o. Verloren gehen; o. Umkommen soll der Tag, an dem ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: Ein Junge[2]w. Ein Mann; o. Ein männlicher Nach[A>komme

4 Dieser Tag sei Finsternis! Gott in der Höhe soll nicht nach ihm fragen, und kein Licht soll über ihm glänzen!

5 Dunkel und Finsternis sollen ihn für sich fordern, Regenwolken sollen sich über ihm lagern, Verfinsterungen des Tages ihn erschrecken[3]T. ; Mas. T. : sie sollen ihn erschrecken wie Bitterkeiten des Tages!

6 Diese Nacht – Dunkelheit ergreife sie! Sie freue sich nicht unter den Tagen des Jahres[4]Andere üs. mit einigen alten Üs. : Sie reihe sich nicht ein unter die Tage des Jahres, in die Zahl der Monate komme sie nicht!

7 Siehe, diese Nacht sei unfruchtbar, kein Jubel soll in sie hineinkommen!

8 Es sollen sie die verwünschen, die den Tag verfluchen, die fähig[5]o. fertig; o. bereit sind, den Leviatan[6]d. i. ein Meeresungeheuer; nach anderen das Krokodil zu reizen!

9 Verfinstert seien die Sterne ihrer Dämmerung; sie hoffe auf Licht, und da sei keines; und sie schaue nicht die Wimpern[7]o. Strahlen der Morgenröte!

10 Denn sie hat die Pforte meines Mutterschoßes nicht verschlossen und Unheil nicht vor meinen Augen verborgen.

11 Warum starb ich nicht von Mutterleib an[8]LXX und Vulg. : im Mutterleib, verschied ich nicht, als ich aus dem Schoß hervorkam?

12 Weshalb kamen Knie mir entgegen und wozu Brüste, dass ich sog?

13 Denn dann läge ich {jetzt} da und wäre still. Ich schliefe – dann hätte ich Ruhe –

14 mit Königen und Ratgebern der Erde, die sich Trümmerstätten[9]Die Bedeutung des Wortes ist unklar; gemeint sind wahrscheinlich ehemals prächtige, dann aber verfallene Grabmäler. erbauten,

15 oder mit Obersten, die Gold hatten, die ihre Häuser mit Silber füllten.

16 Oder wie eine verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht da, wie Kinder, die das Licht nie erblickt haben.

17 Dort lassen die Gottlosen ab vom Toben, und dort ruhen die, deren Kraft erschöpft ist.

18 Sorglos sind {dort} die Gefangenen allesamt, sie hören nicht mehr die Stimme des Treibers.

19 Klein und Groß sind dort gleich[10]w. {Ob} klein oder groß – dort ist er {nur einer}, und der Knecht ist frei von seinem Herrn.

20 Warum gibt er dem Mühseligen Licht und Leben den Verbitterten[11]w. denen, die bitterer Seele sind

21 – {denen} , die auf den Tod warten, und er ist nicht da, und die nach ihm graben mehr als nach verborgenen Schätzen,

22 die sich bis zum Jubel freuen würden, Wonne hätten, wenn sie das Grab fänden –,

23 dem Mann, dem sein Weg verborgen ist und den Gott von allen Seiten eingeschlossen hat?

24 Denn {noch} vor meinem Brot kommt mein Seufzen, und wie Wasser ergießt sich mein Schreien.

25 Denn ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und wovor mir bangte, das kam über mich.

26 Ich hatte {noch} keine Ruhe und hatte {noch} keinen Frieden, und ich konnte {noch} nicht ausruhen – da kam ein Toben.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Ijobs Klage: Wozu noch leben?

1-2 Ijob selbst brach schließlich das Schweigen. Er verfluchte den Tag seiner Geburt und sagte:

3 »Versunken und vergessen soll er sein, der Tag, an dem ich einst geboren wurde, und auch die Nacht, die sah, wie man mich zeugte!

4 Gott, mach doch diesen Tag zu Finsternis! Streich ihn aus dem Gedächtnis, du dort oben, und lass ihn niemals mehr das Licht erblicken!

5 Er war das Eigentum der Dunkelheit; sie fordere ihn zurück, erschrecke ihn mit Sonnenfinsternis und dichten Wolken!

6 Auch jene Nacht – das Dunkel soll sie holen, damit sie nicht im Jahreslauf erscheint, wenn man die Monate und Tage zählt.

7 Mach sie zu einer unfruchtbaren Nacht, in der kein Jubelruf erklingen kann.

8 Die Zaubermeister sollen sie verwünschen, die fähig sind, die Tage zu verfluchen, und ohne Furcht den großen Drachen wecken.

9 Kein Morgenstern soll ihr den Tag ankünden; das Licht, auf das sie wartet, bleibe aus; kein Strahl der Morgenröte soll sie treffen!

10 Sie hat den Schoß der Mutter nicht versperrt und sie ist schuld an meinem ganzen Leid.

11 Wär ich doch gleich bei der Geburt gestorben oder, noch besser, schon im Leib der Mutter!

12 Warum hat sie mich auf den Schoß genommen und mich an ihren Brüsten trinken lassen?

13 Ich läge jetzt ganz still in meinem Grab, ich hätte meine Ruhe, könnte schlafen,

14 zusammen mit den Königen und Ratsherrn, die Pyramiden für sich bauen ließen,

15 und mit den Fürsten, die im Reichtum schwammen, in ihren Häusern Gold und Silber häuften.

16 Wie eine Fehlgeburt wär ich verscharrt, wie Kinder, die die Sonne niemals sahen.

17 Im Grab kann auch der Böse nicht mehr toben, der müde Fronarbeiter ruht dort aus.

18 Auch die Gefangenen sind dort in Frieden, sie hören nicht mehr, wenn die Wächter schreien.

19 Ob Groß, ob Klein, dort sind sie alle gleich, der Sklave ist dort frei von seinem Herrn.

20 Warum gibt Gott den Menschen Licht und Leben, ein Leben voller Bitterkeit und Mühe?

21 Sie warten auf den Tod, doch der bleibt aus. Sie suchen ihn viel mehr als alle Schätze.

22 Sie freuen sich auf ihren letzten Hügel und jubeln beim Gedanken an ihr Grab.

23 Wohin mein Leben führt, ist mir verborgen, mit einem Zaun hält Gott mich eingeschlossen.

24 Nur unter Stöhnen esse ich mein Brot, mein Klagen hört nicht auf, es fließt wie Wasser.

25 Hab ich vor etwas Angst, so trifft es mich. Wovor ich zittere, das kommt bestimmt.

26 Ich habe keinen Frieden, keine Ruhe, nur Plage über Plage fällt mich an.«

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