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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Zweite Rede des Elifas: Er rügt Hiob wegen des unangemessenen Redens gegen Gott – Unheil für den Gottlosen
1 Und Elifas von Teman antwortete und sagte:
2 Wird {etwa} ein Weiser windige Erkenntnis zur Antwort geben, oder wird er sein Inneres mit Ostwind füllen?
3 Wird er mit nutzlosen Worten streiten[8]o. zurechtweisen oder mit Reden, mit denen er nicht hilft?
4 Ja, du zerstörst die Gottesfurcht und beschneidest die Andacht vor Gott.
5 Denn deine Schuld belehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen.
6 Dein Mund verdammt dich und nicht ich; und deine Lippen sagen gegen dich aus.
7 Bist du als erster der Menschen geboren, oder bist du vor den Hügeln hervorgebracht worden?
8 Hörst du im Rat Gottes zu, und reißt du die Weisheit an dich?
9 Was hast du erkannt, das wir nicht erkannt hätten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre[1]w. {Was} verstehst du, und dies ist nicht bei uns?
10 Unter uns sind auch Alte, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater.
11 Sind dir die Tröstungen Gottes zu wenig oder ein Wort, das sanft mit dir {verfuhr} ?
12 Was reißt dein Herz dich hin, und was rollen[2]w. zwinkern, o. blinzeln {böse} deine Augen,
13 dass du dein Schnauben gegen Gott kehrst und {solche} Reden aus deinem Mund hast hervorgehen lassen?
14 Was ist der Mensch, dass er rein dastehen könnte, und der von einer Frau Geborene, dass er gerecht wäre?
15 Siehe, {selbst} auf seine Heiligen vertraut er nicht, und der Himmel ist nicht rein in seinen Augen,
16 wie viel weniger der Abscheuliche und Verdorbene, der Mann, der Unrecht trinkt wie Wasser!
17 Ich will dir verkünden, höre mir zu! Und was ich geschaut habe, will ich erzählen,
18 was die Weisen mitgeteilt und nicht verhehlt haben von ihren Vätern her[3]Viele üs. mit leicht veränderter Wortabtrennung: was die Weisen mitgeteilt und ihre Väter ihnen nicht verhehlt haben –
19 ihnen allein war das Land gegeben, und kein Fremder zog in ihrer Mitte umher –:
20 All seine Tage quält sich der Gottlose in Angst, und eine {kleine} Zahl von Jahren ist dem Gewalttätigen aufbewahrt.
21 Der Ton des Schreckens {gellt} in seinen Ohren, im Frieden kommt der Verwüster über ihn.
22 Er glaubt nicht daran, aus der Finsternis zurückkehren zu können, und er ist ausersehen[4]Andere üs. mit T. : aufbewahrt für das Schwert.
23 Er irrt umher nach Brot – wo {ist es} ? Er hat erkannt, dass sich neben ihm {schon} ein finsterer Tag bereithält.
24 Not und Bedrängnis schrecken ihn, sie überwältigen ihn[5]w. sie überwältigt ihn wie ein König, der zum Sturm bereit ist.
25 Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt, und dem Allmächtigen gegenüber hat er sich überheblich gebärdet.
26 Mit {hartem} Nacken rannte er gegen ihn an, mit der Dicke seiner Schildbuckel.
27 Denn er hat sein Gesicht bedeckt mit seinem Fett und Speck an der Lende angesetzt,
28 und er bewohnte zerstörte Städte, Häuser, in denen man nicht wohnen soll, die zu Steinhaufen bestimmt waren.
29 Er wird nicht reich, und sein Vermögen hat keinen Bestand; und nicht neigt sich zur Erde seine Ähre[6]Wortbedeutung unbekannt; andere: sein Besitz; LXX: sein Schatten.
30 Er entweicht der Finsternis nicht; seine Triebe[7]w. seinen Sprössling dörrt die Flamme aus, [8]Andere üs. mit LXX: und vom Wind verweht wird seine Blüteund er muss weichen beim Hauch seines[9]d. h. Gottes Mundes[8]Andere üs. mit LXX: und vom Wind verweht wird seine Blüte.
31 Er verlasse sich nicht auf Nichtiges, er wird irregeführt; denn Nichtiges wird sein Eintausch dafür sein.
32 Wenn sein Tag noch nicht da ist, so erfüllt es sich {schon}[10]Andere üs. : so wird er ihm voll ausgezahlt; vgl. V.31; und sein Spross wird nicht grün.
33 Wie der Weinstock stößt er seine unreifen Trauben ab, und wie der Olivenbaum wirft er seine Blüte ab.
34 Denn die Schar des Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer frisst die Zelte der Bestechung.
35 Sie sind schwanger mit Mühsal und gebären Unrecht, und ihr Inneres bereitet Verrat.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Der erste Freund: Kein Mensch ist schuldlos
1 Da sagte Elifas von Teman:
2-3 »Das alles, Ijob, ist doch nichts als Wind! Was du da von dir gibst, sind leere Worte! Hat einer wirklich Weisheit und Verstand, wird er nicht sinnlos oder unnütz reden.
4 Du untergräbst das Fundament des Glaubens, machst frommes Leben ganz und gar unmöglich!
5 Es ist die Schuld, die dich so reden lässt, auch wenn du sie mit schlauen Worten leugnest.
6 Dein eigener Mund verurteilt dich, nicht ich; du selbst belastest dich mit jedem Wort.
7 Bist du als erster Mensch geboren worden? Warst du schon da, als Gott die Berge schuf?
8 Gehörtest du zu seiner Ratsversammlung und bist in seine Pläne eingeweiht?
9 Von welchen Dingen weißt du mehr als wir? Was kennst du, das uns fremd geblieben ist?
10 Im Kreis der Weisen gibt’s ergraute Männer, die älter wurden als dein eigener Vater.
11 Du lehnst es ab, wenn Gott dich trösten will, wenn wir statt seiner ruhig mit dir reden.
12 Warum nur regst du dich so schrecklich auf und lässt so wütend deine Augen rollen?
13 Du richtest deinen Ärger gegen Gott und klagst ihn an mit lästerlichen Worten.
14 Meinst du im Ernst, es gäbe einen Menschen, der rein und schuldlos ist vor seinem Gott?
15 Nicht einmal seinen Engeln kann er trauen, und auch der Himmel ist für ihn nicht rein.
16 Der Mensch gar ist abscheulich und verdorben; das Unrecht ist ihm ebenso alltäglich, wie wenn er einen Becher Wasser trinkt.
17 Ich will dich unterweisen, hör mir zu! Was ich gesehen habe, sag ich dir.
18 Von weisen Leuten hab ich es gelernt und diese hatten es von ihren Vätern.
19 Das Land gehörte ihnen noch allein, kein Fremder konnte sie von Gott abbringen.
20 Der skrupellose Unterdrücker zittert sein Leben lang aus Angst vorm letzten Tag.
21 In seinen Ohren gellen Schreckensstimmen; im tiefsten Frieden wartet er auf Räuber;
22 er hofft nicht mehr, dem Dunkel zu entrinnen; das Schwert scheint über seinem Kopf zu schweben;
23 schon sieht er Geier seinen Leichnam fressen. Er weiß, der Untergang ist ihm gewiss; der Tag der Finsternis
24 stürzt ihn in Schrecken; verzweiflungsvolle Angst rückt auf ihn zu, bereit zum Angriff wie ein starker König.
25 So geht’s dem Mann, der seine Fäuste ballt, Gott, dem Gewaltigen, den Krieg erklärt.
26-27 Weil er von Kraft und von Gesundheit strotzt, nimmt er den großen, schweren Schild zur Hand und macht den Nacken steif zum Sturm auf Gott.
28 Er zieht in Häuser, die verlassen wurden, baut Städte auf, die Trümmer bleiben sollten, und fürchtet nicht den Fluch, der darauf lastet. So trotzt er Gott und fordert ihn heraus.
29 Was solch ein Mensch besitzt, ist nicht von Dauer; er wird hier auf der Erde niemals reich;
30 der dunklen Totenwelt entgeht er nicht. Er gleicht dem Baum: Das Feuer frisst die Zweige, am Ende fegt ihn Gottes Atem fort.
31 Wer sich mit falschen Werten selber täuscht, darf nicht enttäuscht sein über falschen Lohn.
32 Noch vor der Zeit verwelkt er wie ein Zweig und trägt nie wieder frisches, grünes Laub.
33 Er bringt sich um den Lohn, so wie ein Weinstock, der seine Trauben unreif fallen lässt, und wie ein Ölbaum, der die Blüten abstößt.
34 So fruchtlos bleibt die ganze böse Sippschaft und ihre Häuser wird das Feuer fressen, denn mit Bestechung wurden sie gebaut.
35 Mit unheilvollen Plänen gehn sie schwanger, und Unglück ist es, was sie dann gebären; Enttäuschung bringen sie hervor, sonst nichts!«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart