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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Erste Rede des Elifas: Kein Leiden ohne Schuld – Kein Schuldloser vor Gott

1 Und Elifas von Teman antwortete und sagte:

2 Wenn man ein Wort an dich versucht, wird es dich ermüden[1]o. verstimmen? Aber Worte zurückhalten, wer könnte das?

3 Siehe, du hast viele zurechtgebracht, und ermattete Hände hast du gestärkt.

4 Den Stürzenden richteten deine Worte auf, und wankende Knie hast du stark gemacht.

5 Doch nun kommt es an dich, und es ermüdet[2]o. verstimmt dich; es trifft dich, und du bist bestürzt.

6 Ist nicht deine {Gottes} furcht deine Zuversicht, die Vollkommenheit deiner Wege deine Hoffnung[3]so mit anderer Wortfolge; Mas. T. : Ist nicht deine {Gottes} furcht deine Zuversicht, deine Hoffnung und die Vollkommenheit deiner Wege?

7 Bedenke doch: Wer ist {je} als Unschuldiger umgekommen, und wo sind Rechtschaffene vertilgt worden?

8 So wie ich es gesehen habe: Die Unheil pflügen und Mühsal säen, die ernten es.

9 Vom Odem Gottes kommen sie um, und vom Hauch seiner Nase vergehen sie.

10 Das Brüllen des Löwen und die Stimme des Junglöwen {sind verstummt} , und die Zähne der jungen Löwen sind ausgebrochen.

11 Der Löwe kommt um aus Mangel an Beute, und die Jungen der Löwin werden zerstreut.

12 Ein Wort stahl sich zu mir, und mein Ohr vernahm ein Geflüster davon.

13 In beunruhigenden Gedanken {, wie sie} aus Visionen in der Nacht {entstehen} , wenn tiefer Schlaf auf Menschen fällt,

14 kam Schrecken und Zittern über mich, und durchschauerte alle meine Gebeine.

15 Und ein Hauch fuhr an meinem Gesicht vorbei, das Haar an meinem Leib sträubte sich.

16 Da stand jemand[4]w. er, und ich erkannte sein Aussehen nicht, eine Gestalt war vor meinen Augen, ein leises Wehen und eine Stimme hörte ich:

17 Sollte ein Mensch gerechter sein als Gott oder ein Mann reiner als sein Schöpfer?

18 Siehe, {selbst} seinen Knechten vertraut er nicht, und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last;

19 wie viel mehr denen, die in Lehmhäusern wohnen {und} deren Grund im Staub ist! Wie Motten werden sie zertreten.

20 Vom Morgen bis zum Abend werden sie zerschmettert. Ohne einen Namen[5]T. ; d. h. ohne männliche Nachkommen und somit ohne bleibendes Andenken; Mas. T. : ohne dass man {die Aufmerksamkeit} darauf richtet kommen sie um auf ewig.

21 Nicht wahr? Wird ihr Zeltstrick an ihnen losgerissen, so sterben sie, und {zwar} nicht in Weisheit.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Der erste Freund: Befolge deinen eigenen Rat!

1 Jetzt nahm Elifas von Teman das Wort:

2 »Erträgst du es, wenn ich dir etwas sage? Ich kann beim besten Willen nicht mehr schweigen!

3 Du hast doch viele Menschen unterwiesen und schlaff gewordene Hände stark gemacht.

4 Wenn jemand strauchelte, du halfst ihm auf, den weichen Knien gabst du Halt und Kraft.

5 Jetzt, wo du selber dran bist, wirst du schwach und kannst dem Unglück nicht ins Auge sehen.

6 Hast du nicht Gott zu jeder Zeit geehrt? War nicht dein Leben frei von jedem Tadel? Dann könntest du doch Mut und Hoffnung haben!

7 Denk einmal nach: Ging je ein Mensch zugrunde, der treu und ehrlich war und ohne Schuld?

8 Ich kann nur sagen, was ich selber sah: Da pflügen Leute auf dem Feld der Bosheit, sie säen Unheil – und das ernten sie!

9 Die solches tun, erregen Gottes Zorn, der sie hinwegfegt wie ein heißer Sturm.

10 Die Unheilstifter brüllen wie die Löwen, doch Gott bricht ihnen alle Zähne aus.

11 Sie gehen ein wie Löwen ohne Beute und ihre Kinder werden weit zerstreut.

Beuge dich unter das allgemeine Menschenlos!

12 Ganz heimlich ist ein Wort zu mir gekommen, wie leises Flüstern drang es an mein Ohr,

13 so wie ein Traum den Menschen überfällt und ihm die Ruhe seines Schlafes raubt.

14 Das Grauen packte mich, ließ mich erschaudern, ich zitterte vor Angst an allen Gliedern.

15 Ein kalter Hauch berührte mein Gesicht, die Haare sträubten sich mir vor Entsetzen.

16 Vor meinen Augen sah ich etwas stehen, doch konnt’ ich nicht erkennen, was es war, und eine leise Stimme hörte ich:

17 ›Wie kann ein Mensch vor seinem Gott bestehen? Wie kann er schuldlos sein vor seinem Schöpfer?

18 Gott traut nicht einmal seinen eigenen Dienern, selbst seinen Engeln wirft er Fehler vor.

19 Meinst du, er traute dem Geschöpf aus Lehm, das aus dem Staub hervorgegangen ist, das man zerdrücken kann wie eine Motte?‹

20 Am Morgen munter, sind sie abends tot, sie gehen dahin für immer, unbeachtet.

21 Wenn Gott die Seile ihres Zeltes löst, ist ihre Zeit vorbei, sie müssen fort.

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