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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Hiskias Krankheit und Genesung – Sein Loblied an seinen Retter
1 In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sagte zu ihm: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben!
2 Da wandte Hiskia sein Gesicht zur Wand und betete zu dem Herrn.
3 Und er sprach: Ach, Herr! Denke doch daran, dass ich vor deinem Angesicht in Treue[2]o. Wahrheit; o. Zuverlässigkeit und mit ungeteiltem Herzen gelebt habe[3]w. gegangen bin und dass ich getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia weinte sehr.
4 Da geschah das Wort des Herrn zu Jesaja:
5 Geh hin und sage zu Hiskia: So spricht der Herr, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen! Siehe, ich will zu deinen Tagen fünfzehn Jahre hinzufügen.
6 Und aus der Hand des Königs von Assur will ich dich und diese Stadt retten und will diese Stadt beschirmen.
7 Und dies wird dir das Zeichen vom Herrn sein, dass der Herr dieses Wort, das[4]o. diese Sache, die er geredet hat, tun wird:
8 Siehe, ich lasse den Schatten {der Sonnenuhr um so viele} Stufen zurückkehren, wie die Sonne von den Stufen an der Sonnenuhr des Ahas {bereits} abwärts gegangen ist, zehn Stufen zurück[5]so mit der griech. , aram. und syr. Üs. ; ähnlich Qu. ; Mas. T. : den Schatten der Stufen, der an den Stufen des Ahas durch die Sonne hinabgegangen ist, zurückgehen, zehn Stufen. Da kehrte die Sonne zehn Stufen zurück, an den Stufen, die sie abwärts gegangen war.
9 Aufzeichnung Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit genesen war.
10 Ich sagte: In der Mitte meiner Tage soll ich hingehen zu den Pforten des Scheols. Ich bin beraubt des Restes meiner Jahre.
11 Ich sagte: Ich werde Jah nicht sehen, Jah im Land der Lebendigen, auch nicht Menschen mehr erblicken bei den Bewohnern des Totenreiches[6]w. bei den Bewohnern des Aufhörens; einige Handschr. und die aram. Üs. lesen: bei den Bewohnern der Welt.
12 Meine Hütte ist abgebrochen und wurde von mir weggenommen[7]w. aufgedeckt; o. enthüllt. – Andere üs. mit Textänderung: wurde zusammengerollt wie ein Hirtenzelt. Wie ein Weber habe ich mein Leben zu Ende gewebt[1]w. aufgerollt: Vom Kettgarn[2]d. i. die Kette, mit der das Gewebe am Webgestell festgehalten wurde schnitt er mich los. Vom Tag bis zur Nacht wirst du ein Ende mit mir machen!
13 Ich schrie um Hilfe[3]T. in Anlehnung an die aram. Üs. ; Mas. T. : ich glättete {meine Seele} ; d. h. ich beruhigte mich; andere üs. mit Qu. : ich wurde glatt; d. h. mager bis zum Morgen, {aber} wie ein Löwe, so zerbrach er alle meine Gebeine. Vom Tag bis zur Nacht wirst du ein Ende mit mir machen!
14 Wie eine Schwalbe, eine Drossel[4]nach anderen: ein Schwan, o. ein Kranich, so zwitscherte ich, ich gurrte wie die Taube. Verschmachtend {blickten} meine Augen zur Höhe: Herr, ich bin in Bedrängnis! Tritt als Bürge für mich ein!
15 Was soll ich reden, nachdem er zu mir gesprochen und es selbst ausgeführt hat?[5]Die aram. Üs. liest: Was soll ich reden, was ihm sagen? Er selbst hat es ausgeführt. Ich will {dich} loben alle meine Jahre trotz[6]T. ; Mas. T. : Ich wandle … trotz, o. wegen der Betrübnis meiner Seele,
16 Herr! {Ich will dich loben} wegen derer, die leben, und für alles, worin mein Geist lebt. Und du machst mich gesund und erhältst mich am Leben.
17 Siehe, zum Heil wurde mir bitteres Leid: Du, du hast liebevoll meine Seele von der Grube der Vernichtung zurückgehalten[7]so mit LXX und der Vulg. ; Mas. T. : Du hingst {in Liebe} an meiner Seele mehr als an der Grube der Vernichtung, denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen.
18 Denn der Scheol preist dich nicht, der Tod lobsingt dir {nicht} ; die in die Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf deine Treue[8]o. Wahrheit; o. Zuverlässigkeit.
19 Der Lebende, der Lebende, der preist dich, wie heute ich: Der Vater erzählt den Kindern von deiner Treue[8]o. Wahrheit; o. Zuverlässigkeit.
20 Der Herr {war bereit} , mich zu retten. Und wir wollen das Saitenspiel erklingen lassen alle Tage unseres Lebens im Haus des Herrn.
21 Und Jesaja sagte, man solle einen Feigenkuchen {aus} Feigenfrüchten nehmen und ihn auf dem Geschwür verstreichen, damit er genese.
22 Da sprach Hiskia: Was ist das Zeichen, dass ich in das Haus des Herrn hinaufgehen werde[9]Vermutlich gehört V.22 zwischen V.6 und 7 sowie V.21 zwischen V.8 und 9.?
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Gott erhört Hiskijas Gebet (2 Kön 20,1-11)
1 Damals wurde Hiskija todkrank. Der Prophet Jesaja, der Sohn von Amoz, kam zu ihm und sagte: »Der HERR schickt mich zu dir und lässt dir sagen: ›Bereite dich auf dein Ende vor! Du wirst von diesem Krankenlager nicht wieder aufstehen.‹«
2 Hiskija drehte sich zur Wand und betete:
3 »Ach, HERR, denk doch daran, dass ich dir immer treu war! Ich habe dir mit ganzem Herzen gehorcht und stets getan, was dir gefällt.« Hiskija brach in Tränen aus und weinte laut.
4 Da erging das Wort des HERRN an Jesaja; er erhielt den Befehl:
5 »Kehr um und sag zu Hiskija: ›Der HERR, der Gott deines Ahnherrn David, lässt dir sagen: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich gebe dir noch fünfzehn Jahre dazu
6 und werde dich und diese Stadt vor dem Assyrerkönig retten; ich werde Jerusalem beschützen.
7 Ich will dir ein Zeichen geben, an dem du erkennen kannst, dass ich meine Zusage wahr mache:
8 Ich lasse den Schatten auf der Treppe, die König Ahas gebaut hat, um zehn Stufen zurückgehen.‹« Und der Schatten ging um zehn Stufen zurück.
Das Gebet Hiskijas
9 Als König Hiskija von seiner Krankheit genesen war, schrieb er folgendes Gebet nieder:
10 »Ich sagte in meiner Not: ›Jetzt, im allerbesten Alter, stehe ich am Tor der Totenwelt und darf mein Leben nicht zu Ende leben!
11 Hier, in der Welt der Lebenden, darf ich den HERRN nicht länger sehen; dort, wo alles zu Ende ist, erblicke ich keinen Menschen mehr.
12 Das Haus, in dem ich lebe, wird abgebrochen und weggetragen wie ein Hirtenzelt. Wie ein Weber, der sein Tuch einrollt, so habe ich mein Leben ausgewebt; nun wird es vom Webstuhl abgeschnitten. Tag und Nacht fühle ich mein Ende nahen.
13 Morgens bin ich wie zerschlagen und denke: Er zermalmt meine Knochen wie ein Löwe. Ja, Tag und Nacht fühle ich mein Ende nahen.
14 Wie eine Schwalbe piepst meine Stimme, mein Klagen tönt wie das Gurren der Taube. Mit müden Augen starre ich zum Himmel. Ich kann nicht mehr, Herr! Tritt du für mich ein!
15 Doch was richte ich mit Worten bei ihm aus? Er hat getan, was er mir angekündigt hat. In bitterem Leid verbring ich meine Jahre und schleppe mich Schritt für Schritt dahin.
16 Ach, Herr, erhalte mich am Leben!‹
17 Mein bitterer Schmerz hat sich in Glück verwandelt! In herzlicher Liebe hast du mich umfangen und mein Leben vor dem Grab bewahrt; denn alle meine Schuld hast du genommen und sie weit hinter dich geworfen.
18 Dort unten bei den Toten preist dich niemand; wer tot ist, dankt dir nicht mit Liedern. Wer schon ins Grab gesunken ist, hofft nicht mehr auf deine Treue.
19 Allein die Lebenden danken dir, so wie ich dir heute danke. Die Väter sagen es ihren Kindern: Auf dich ist Verlass.
20 Der HERR ließ sich erbitten und half mir! Darum lasst uns singen und ihn preisen vor seinem Tempel, solange wir leben.«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart