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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Zweites Lied: Der Knecht Gottes bringt Heil für alle

1 Hört auf mich, ihr Inseln, und horcht auf, ihr Völkerschaften, {die ihr} von fern her {seid} ! Der Herr hat mich berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Schoß an meinen Namen genannt.

2 Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, hält mich versteckt im Schatten seiner Hand. Und er hat mich zu einem geschärften Pfeil gemacht, hat mich verborgen in seinem Köcher.

3 Und er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel, an dem[1]o. durch den ich mich verherrlichen werde. –

4 Ich aber sagte: Umsonst habe ich mich abgemüht, vergeblich und für nichts meine Kraft verbraucht. Doch mein Recht ist bei dem Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. –

5 Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm[2]so mit Qu. , einigen hebr. Handschr. und zwei alten Üs. ; Mas. T. : damit Israel nicht gesammelt werde – und ich bin geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott ist meine Stärke geworden –,

6 ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich {auch} zum Licht der Nationen, {dass} meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde[3]o. der Nationen, mein Heil zu sein bis an die Enden der Erde.

Gott stellt Zion wieder her

7 So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem ganz und gar[4]w. {von jeder} Seele Verachteten, zu dem Verabscheuten der Nation[5]so mit Qu. ; Mas. T. : zu dem, der die Seele verachtet und die Nation verabscheut, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, {auch} Oberste, und sie werden sich niederwerfen um des Herrn willen, der treu ist, {um} des Heiligen Israels {willen} , der dich erwählt hat.

8 So spricht der Herr: Zur Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhört, und am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich zum Bund des Volkes machen, das Land aufzurichten, die verödeten Erbteile auszuteilen,

9 den Gefangenen zu sagen: Geht hinaus!, {und} zu denen, die in Finsternis sind: Kommt ans Licht[6]w. Zeigt euch, o. Werdet sichtbar! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein.

10 Sie werden nicht hungern und nicht dürsten, und weder Wüstenglut[7]w. die Sonnenhitze; nach anderen: die Fata Morgana noch Sonne wird sie treffen. Denn ihr Erbarmer wird sie leiten und wird sie zu Wasserquellen führen.

11 Alle meine Berge will ich zum Weg machen, und meine Straßen werden hoch dahinführen.

12 Siehe, diese kommen von fern her, und siehe, die von Norden und von Westen und jene aus dem Land Sewenim[8]so mit Qu. ; Sewenim ist eine jüdische Kolonie bei Syene (Assuan) im südlichen Ägypten; Mas. T. : Sinim (ein bisher unbekanntes Land, vielleicht China?).

13 Juble, du Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, und über seine Elenden erbarmt er sich.

14 Zion sagt: Verlassen hat mich der Herr, der Herr hat mich vergessen.

15 Vergisst {etwa} eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen.

16 Siehe, in {meine} beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor mir.

17 Deine Erbauer[1]so mit Qu. und Vulg. ; Mas. T. : Deine Söhne eilen herbei, deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen aus dir fort.

18 Erhebe ringsum deine Augen und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir! So wahr ich lebe, spricht der Herr[2]w. ist der Ausspruch des Herrn, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuck {stück} anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut.

19 Denn deine Trümmerstätten, deine verödeten Orte und dein zerstörtes Land – ja, nun wird es dir[3]w. wirst du zu eng werden vor {Menge an} Bewohnern; und die dich verschlangen, werden fernbleiben.

20 Die Kinder deiner Kinderlosigkeit[4]d. h. die Kinder, die der Kinderlosen gehören werden werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng. Mach mir Platz, dass ich wohnen kann!

21 Da wirst du in deinem Herzen sagen: Wer hat mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt und unfruchtbar, in der Verbannung und abtrünnig[5]w. abgewichen. – Nach anderen: gefangen gehalten! Und diese, wer hat sie großgezogen? Siehe, ich war ja allein übrig geblieben; diese {also} , wo waren sie?

22 So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich werde meine Hand zu den Nationen hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Söhne auf den Armen[6]w. im Gewandbausch; d. i. die Falte des Obergewandes, die man auch als Tasche benutzte bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden.

23 Und Könige werden deine Betreuer sein und ihre Fürstinnen deine Ammen. Sie werden sich vor dir niederwerfen mit dem Gesicht zur Erde und den Staub deiner Füße lecken. Da wirst du erkennen, dass ich der Herr bin; die auf mich hoffen, werden nicht beschämt werden.

24 Kann man einem Helden die Beute nehmen, oder kann der Gefangene eines Gewaltigen[7]so mit Qu. , Vulg. und der syr. Üs. ; Mas. T. : eines Gerechten entkommen?

25 Ja, so spricht der Herr: Auch der Gefangene des Helden wird {ihm} genommen, und die Beute des Gewaltigen wird entkommen. Wer dich angreift, den werde ich angreifen[8]Das Wort bedeutet einen Angriff mit Vorwürfen in einem Rechtsstreit.; und deine Söhne werde ich retten.

26 Ich werde deine Unterdrücker speisen mit ihrem eigenen Fleisch, und von ihrem Blut sollen sie trunken werden wie von Most. Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der Herr, dein Retter bin, und der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Eine neue Aufgabe für den Bevollmächtigten Gottes

1 Hört her, ihr Menschen am Rand der Erde, ihr Völker in der Ferne! Schon als ich noch im Leib meiner Mutter war, hat der HERR mich in seinen Dienst gerufen und meinen Namen bekannt gemacht.

2 Er hat mir eine Zunge gegeben, die scharf ist wie ein Schwert, und er hält seine schützende Hand über mich. Er hat mich zu einem sicher treffenden Pfeil gemacht und verwahrt mich in seinem Köcher.

3 Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Bevollmächtigter, Israel, an dir will ich meine Herrlichkeit sichtbar machen.«

4 Ich aber dachte: »Ich habe mich vergeblich abgemüht. Ich habe meine ganze Kraft erschöpft und nichts erreicht. Doch der HERR wird mir zu meinem Recht verhelfen und meine Mühe belohnen.«

5 Und nun hat der HERR zu mir gesprochen, er, der mich schon im Mutterleib dazu bestimmt hat, ihm zu dienen und die Nachkommen Jakobs, das Volk Israel, zu sammeln und zu ihm zurückzuführen. Bei ihm bin ich angesehen, er gibt mir Kraft.

6 Er hat zu mir gesagt: »Es ist zu wenig, dass du als mein Bevollmächtigter nur die Stämme Israels wieder zu Ansehen bringst und alle zurückführst, die von den Nachkommen Jakobs übrig geblieben sind. Ich mache dich auch zum Licht für die anderen Völker, damit alle Menschen auf der Erde durch dich meine rettende Hilfe erfahren.«

Wiederholte Zusage der Befreiung

7 Der HERR, der Befreier Israels und sein heiliger Gott, sagt zu dem Volk, das verachtet und von allen verabscheut wird, das den Tyrannen dienen muss: »Könige werden mit ansehen, wie du befreit wirst, und sie werden vor dir aufstehen. Fürsten werden sich vor dir niederwerfen.« Das wird geschehen, weil der HERR sein Wort hält, weil der heilige Gott Israels dich erwählt hat.

Gott rettet seinen Bevollmächtigten und sein Volk

8 Der HERR sagt zu seinem Bevollmächtigten: »Wenn die Zeit kommt, dass ich mich über dich erbarme, erhöre ich dich; wenn der Tag deiner Rettung da ist, helfe ich dir. Ich bewahre dich vor dem Untergang und mache dich zum Friedensbringer für mein Volk. Du sollst das verödete Land wieder bewohnbar machen und als bleibenden Besitz neu verteilen.

9 Zu den Gefangenen wirst du sagen: ›Ihr seid frei!‹, und zu denen, die im Dunkeln leben: ›Kommt ans Licht!‹ Es wird ihnen unterwegs an nichts fehlen, wie den Schafen, die noch auf den kahlsten Höhen Weide finden.

10 Sie werden weder Hunger noch Durst leiden, die Glut der Sonne und der heiße Wüstenwind werden sie nicht quälen; denn ich führe sie und bringe sie zu erfrischenden Quellen, weil ich es gut mit ihnen meine.

11 Alle Berge, die ihnen im Wege sind, ebne ich ein; feste Straßen schütte ich für sie auf.

12 Seht doch, mein Volk kommt von weit her: aus dem Norden, aus dem Westen und aus dem südlichsten Ägypten!«

13 Freut euch, Himmel und Erde; jubelt, ihr Berge! Denn der HERR hilft seinem Volk, er hat Erbarmen mit den Unterdrückten.

Gott liebt sein Volk wie eine Mutter

14 Die Zionsstadt klagt: »Der HERR hat mich verlassen, mein Gott hat mich vergessen!«

15 Doch der HERR sagt: »Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!

16 Jerusalem, ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet; deine Mauern sind mir stets vor Augen.

17 Die Leute, die dich wieder aufbauen werden, sind schon unterwegs; die Feinde, die dich zerstört und verwüstet haben, müssen abziehen.

18 Sieh doch, was rings um dich her geschieht! Schon versammeln sich die Menschen, die in dir wohnen werden, sie kommen zu dir. So gewiss ich, der HERR, lebe: Du wirst dich über sie freuen und stolz auf sie sein, du wirst dich mit ihnen schmücken wie eine Braut mit dem Hochzeitsschmuck.

19 In Trümmern lagst du und dein Land ringsum war verwüstet und menschenleer; aber bald werden so viele kommen, dass du sie nicht mehr fassen kannst. Von denen, die dich zerstört haben, wird man weit und breit nichts mehr sehen.

20 Du warst wie eine kinderlose Frau; aber bald werden deine Kinder zu dir sagen: ›Uns ist es zu eng hier; schaff uns mehr Platz, damit wir wohnen können!‹

21 Dann wirst du fragen: ›Wer hat alle diese Kinder für mich geboren? Meine eigenen hat man mir geraubt, neue konnte ich nicht mehr gebären; ich war verbannt und verstoßen. Wer hat diese alle für mich großgezogen? Ich war doch ganz allein übrig geblieben. Wo kommen sie her?‹«

22 Der HERR, der mächtige Gott, sagt: »Sieh her, ich hebe die Hand und stelle mein Feldzeichen auf, sodass die Völker es sehen. Dann werden sie deine Söhne und Töchter auf ihre Arme und Schultern heben und herbeibringen.

23 Könige werden dich hüten, Fürstinnen werden dich wie Ammen versorgen. Mit dem Gesicht auf der Erde müssen sie dich ehren und dir den Staub von den Füßen küssen. Dann wirst du sehen, dass ich, der HERR, für dich da bin und dass niemand enttäuscht wird, der mir vertraut.«

24 »Kann man einem Starken seine Beute wegnehmen?«, fragst du. »Kann man die Opfer eines Tyrannen aus dem Kerker befreien?«

25 Der HERR sagt: »Genau das wird geschehen: Die Gefangenen des Tyrannen werden befreit und dem Starken wird seine Beute entrissen. Ich selbst kämpfe gegen deine Feinde, ich selbst werde deine Kinder befreien.

26 Deine Unterdrücker sollen sich gegenseitig umbringen und in einem Blutrausch sich selbst vernichten. Dann werden alle Menschen erkennen: Ich, der HERR, der starke Gott Jakobs, bin dein Retter und dein Befreier.«

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