ELB, GNB online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

1 Der Gerechte kommt um, aber es gibt keinen, der es zu Herzen nimmt. Und die treuen Männer[2]w. Männer der Treue, o. Männer der Gnade werden hinweggerafft, ohne dass jemand es beachtet. Ja, vor der Bosheit wird der Gerechte hinweggerafft;

2 er geht ein zum Frieden. Sie ruhen auf ihren Lagerstätten, {jeder, } der seinen geraden {Weg} geht.

3 Ihr aber, tretet hierher, Kinder der Zauberin, Brut des Ehebrechers und der Hure!

4 Über wen macht ihr euch lustig? Über wen reißt ihr das Maul auf {und} streckt die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Verbrechens, eine Brut der Lüge,

5 die ihr brünstig geworden seid bei den Terebinthen[3]LXX: bei den Götzen, unter jedem grünen Baum, die ihr Kinder in den Tälern schlachtet unterhalb der Felsspalten?

6 An den glatten {Steinen} des Bachtales ist dein Teil. Sie, sie sind dein Los. Auch hast du ihnen Trankopfer ausgegossen, hast ihnen Speisopfer aufgetragen. Sollte ich mich dabei beruhigen?[4]o. Sollte ich deshalb Mitleid haben? – Manche nehmen an, dieser Satz habe ursprünglich am Ende von V.7 gestanden.

7 Auf einem hohen und erhabenen Berg schlugst du dein Lager auf. Auch stiegst du dort hinauf, um Schlachtopfer zu opfern[5]w. zu schlachten.

8 Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du deine {Zeichen der} Erinnerung. Denn von mir abgewendet[6]w. von mir hinweg hast du dein Lager aufgedeckt, hast es bestiegen und breit gemacht, und du hast dir {Hurenlohn} von ihnen ausgehandelt[7]so lautete der Text vielleicht ursprünglich; Mas. T. : abgeschnitten; du liebtest ihr Lager, sahst ihre Blöße[8]w. sahst ihre Hand; d. i. ein verhüllender Ausdruck für das Geschlechtsteil.

9 Du zogest mit Öl zum König[9]hebr. melech klingt an »Moloch« an und mehrtest deine wohlriechenden Salben. Du sandtest deine Boten in die Ferne und tief hinab bis zum Scheol.

10 Durch deinen weiten Weg bist du müde geworden, {doch} du sagtest nicht: Es ist umsonst! Du fandest Belebung deiner Kraft, darum bist du nicht schwach geworden.

11 Und wen hast du gescheut und gefürchtet, dass du gelogen hast und nicht an mich dachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen und {meine Augen} verhüllt[10]So lesen LXX und Vulg. ; Mas. T. : und {zwar} von Ewigkeit her? Doch mich fürchtest du nicht.

12 Ich, ich werde deine Gerechtigkeit verkünden; und deine Machwerke, sie werden dir nichts nützen.

13 Wenn du um Hilfe schreist, sollen dich deine {Götzen} haufen retten! Aber ein Wind wird sie allesamt entführen, ein Hauch {sie} hinwegnehmen. Wer sich aber bei mir birgt, wird das Land erben und meinen heiligen Berg in Besitz nehmen.

Friede den Bußfertigen, kein Friede den Unbußfertigen

14 Und er sagt: Macht Bahn, macht Bahn[11]w. Schüttet auf, schüttet auf; d. h. eine Straße! Bahnt[12]w. Räumt auf; d. h. durch Beseitigung der Hindernisse einen Weg! Beseitigt {jedes} Hindernis aus dem Weg meines Volkes!

15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligen[1]w. und heilig wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.

16 Denn nicht ewig rechte ich, und nicht für immer zürne ich; denn ihr {Lebens} hauch würde vor mir[2]T. ; Mas. T. : der {Lebens} hauch würde von mir weg verschmachten und die Menschenseelen[3]w. Lebensodem. – Das hebr. Wort steht in der Mehrzahl., die ich ja gemacht habe.

17 Wegen der Sünde seiner Habsucht[4]w. Wegen der Schuld {, nämlich wegen} seines ungerechten Gewinns zürnte ich und schlug es, indem ich mich verbarg und erzürnt war; doch es ging abtrünnig auf dem Weg seines Herzens.

18 Seine Wege habe ich gesehen und werde es heilen. Und ich werde es leiten und ihm Tröstungen gewähren und seinen Trauernden

19 die Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede den Fernen und den Nahen!, spricht der Herr. Ich will es heilen. –

20 Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer. Denn es kann nicht ruhig sein, und sein Wasser wühlt Kot und Schlamm auf.

21 Kein Friede den Gottlosen!, spricht mein Gott. –

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Gegen den Götzendienst der Israeliten

1 Der HERR sagt: »Die wenigen, die noch das Recht achten und mir die Treue halten, gehen zugrunde und niemand macht sich etwas daraus; sie kommen um und keiner kümmert sich darum. Aber ich nehme sie hinweg, damit sie nicht länger unter der Gewalt des Unrechts leiden müssen. Sie gehen ein in meinen Frieden,

2 die ewige Ruhe wird ihnen zuteil. Das ist der Lohn ihrer Treue.

3 Ihr aber, ihr Götzendiener, empfangt euer Urteil! Ihr beleidigt mich mit eurer Zauberei und Hurerei!

4 Und dann spottet ihr noch über mich, reißt euer großes Maul auf und streckt mir die Zunge heraus! Wisst ihr nicht, wen ihr da herausfordert, ihr Lügenbrut?

5 Unter jedem großen Baum hurt ihr zu Ehren eurer Götzen, und drunten in den Tälern, unter überhängenden Felsen, schlachtet ihr ihnen die eigenen Kinder!

6 Den Steinen im Bachbett opfert ihr Speise- und Trankopfer; dafür werdet ihr jetzt unter ihnen begraben. Oder meint ihr im Ernst, dass ich mir das alles gefallen lasse?

7 Israel, du Hure! Auf jedem Berggipfel schlägst du dein Hurenlager auf und feierst deine Opfermähler.

8 An der Innenseite deiner Türen und Türpfosten bringst du magische Zeichen an. Mich verlässt du und besteigst im Dienst fremder Götter deine Hurenlager; du liebst dieses schamlose Treiben und lässt dich dafür bezahlen.

9 Dem Götzen Melech opferst du kostbares duftendes Öl. Bis in die Totenwelt schickst du deine Boten.

10 Alles versuchst du, um Rat und Hilfe zu finden. Du willst nicht einsehen, dass es vergebliche Mühe ist. Immer wieder schöpfst du neue Hoffnung.

11 Vor wem hast du denn solche Angst, dass du meinst, mich betrügen zu müssen? Nach mir fragst du nicht, um mich kümmerst du dich nicht. Ich habe lange Zeit schweigend zugesehen. Deshalb hast du gedacht, mit mir brauchtest du nicht mehr zu rechnen.

12 Aber ich werde aufdecken, was deine Taten wert sind. Alle deine Vorkehrungen werden dich nicht retten.

13 Schrei doch zu deinen Götzen, damit sie dir helfen! Ein Windhauch genügt, um sie wegzublasen. Die aber, die von mir allein Hilfe erwarten, werden das Land Israel besitzen; sie werden auf meinem heiligen Berg wohnen.«

Gottes Hilfe für die Zerschlagenen

14 Der HERR sagt: »Ebnet den Weg! Bahnt die Straße! Schafft vor meinem Volk alle Hindernisse beiseite!«

15 Er, der hohe und erhabene Gott, der Heilige, dessen Thron ewig steht, sagt: »Ich wohne in der Höhe, in unnahbarer Heiligkeit. Aber ich wohne auch bei den Gedemütigten und Verzagten, ich gebe ihnen Hoffnung und neuen Mut!

16 Ich klage nicht länger an, ich lasse meinem Zorn nicht unbegrenzt freien Lauf. Sonst würde mein Volk, das ich doch geschaffen habe, völlig zugrunde gehen.

17 Ich war zornig und bestrafte sie, weil sie in ihrer Habgier schwere Schuld auf sich geladen hatten. Ich wandte mich von ihnen ab und ließ Unheil über sie hereinbrechen, das sie selbst verschuldet hatten.

18 Denn ich habe genau gesehen, wie sie es trieben. Aber jetzt richte ich sie wieder auf und führe sie. Als Entschädigung für das, was sie erlitten haben, gebe ich ihnen Freude und Trost.

19 Ich sorge dafür, dass sie mich mit Lobliedern preisen können. Allen schenke ich Glück und Frieden: denen, die in der Nähe leben, und denen, die noch in der Ferne zerstreut sind. Ich mache alles wieder gut. Ich, der HERR, sage es.

20 Die Menschen aber, die sich gegen mich auflehnen, sind wie die unruhigen Meereswogen, die Schlamm und Schmutz aufwühlen.

21 Wer nichts von mir wissen will, findet keinen Frieden, sondern stürzt sich ins Unglück.« Das sagt mein Gott.

Videos zu Jesaja 57,2 (ELB, GNB)