ELB, GNB online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Nehemias Vollmacht für den Bau der Mauer Jerusalems – Besichtigung der Mauer und Entschluss zum Bauen
1 Und es geschah im Monat Nisan[8]Wird die Regierungszeit Arthasastas vom Kislew als dem ersten Monat an gerechnet, so liegen die Ereignisse aus Kap.2 ca. 5 Monate nach denen aus Kap.1, im zwanzigsten Jahr des Königs Artahsasta[2]Ergänze mit 2,1: des Königs Arthasasta (griech. Artaxerxes). In der Zeitangabe werden die Regierungsjahre des Königs wahrscheinlich vom Kislew als dem Monat des Regierungsantritts an gerechnet. , als Wein vor ihm {stand}[9]mehrere LXX-Handschr. : als Wein vor mir stand; d. h. als ich für den Wein zu sorgen hatte, da nahm ich den Wein und gab ihn dem König. Ich war aber nie traurig vor ihm gewesen[1]mehrere LXX-Handschr. : Ich war aber traurig vor ihm.
2 Und der König sagte zu mir: Warum {sieht} dein Gesicht so traurig {aus} ? Du bist {doch} nicht etwa krank? {Nein, } das ist es nicht, sondern ein trauriges Herz! Da bekam ich einen furchtbaren Schrecken.
3 Und ich sagte zum König: Der König lebe ewig! Warum sollte mein Gesicht nicht traurig {aussehen} , wo doch die Stadt, die Begräbnisstätte meiner Väter, verödet daliegt und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind?
4 Und der König sagte zu mir: Um was also bittest du? Da betete[2]o. flehte ich zu dem Gott des Himmels
5 und sagte {dann} zum König: Wenn es dem König gefällt, und wenn dein Knecht wohlgefällig vor dir ist, so wollest du mich nach Juda senden zu der Stadt der Gräber meiner Väter, damit ich sie {wieder} aufbaue!
6 Da sagte der König zu mir – und die Königin saß neben ihm –: Wie lange wird deine Reise dauern, und wann wirst du zurückkehren? Und es war wohlgefällig vor dem König, sodass er mich sandte, und ich gab ihm eine Zeit[3]w. Festsetzung an.
7 Und ich sagte zum König: Wenn es dem König gefällt, dann gebe man mir Briefe an die Statthalter jenseits des Stromes[4]d. i. westlich des Euphrat {mit} , damit sie mich durchziehen lassen, bis ich nach Juda komme,
8 dazu einen Brief an Asaf, den Hüter über den Forst des Königs, damit er mir Holz gibt, dass ich die Tore der Burg, die zum {Tempel} haus gehört, aus Balken bauen kann und für die Mauer der Stadt und für das Haus, in das ich einziehen will. Und der König gewährte es mir, weil die gute Hand meines Gottes über mir war[5]w. entsprechend der guten Hand meines Gottes über mir.
9 Und ich kam zu den Statthaltern jenseits des Stromes[4]d. i. westlich des Euphrat und gab ihnen die Briefe des Königs. – Der König aber hatte Heeroberste und Reiter mit mir gesandt. –
10 Und als Sanballat, der Horoniter, und Tobija, der ammonitische Knecht, {davon} hörten, bereitete es ihnen großen Verdruss[6]w. missfiel es ihnen mit großem Missfallen, dass ein Mensch gekommen war, um das Wohl der Söhne Israel zu suchen.
11 Und ich kam nach Jerusalem und war drei Tage dort.
12 Und ich machte mich bei Nacht auf, ich und einige wenige Männer mit mir. Ich hatte aber keinem Menschen mitgeteilt, was mein Gott mir ins Herz gegeben hatte, für Jerusalem zu tun. Und es war kein Tier bei mir, außer dem {Reit} tier, auf dem ich ritt.
13 So zog ich nachts durch das Taltor hinaus, in Richtung auf die Drachenquelle und das Aschentor[7]o. Misttor. Und ich untersuchte die Mauern von Jerusalem, die niedergerissen, und ihre Tore, die vom Feuer verzehrt waren.
14 Und ich zog hinüber zum Quelltor und zum Königsteich. Als aber für das {Reit} tier unter mir kein Raum {mehr} da war durchzukommen,
15 stieg ich bei Nacht das Bachtal hinauf und untersuchte die Mauer. Und ich kam wieder herein durch das Taltor. So kehrte ich zurück.
16 Die Vorsteher aber hatten nicht erkannt, wohin ich gegangen war und was ich getan hatte. Denn ich hatte den Juden und den Priestern und den Edlen[8]w. den Freigeborenen und den Vorstehern und dem Rest, der an dem Werk mitarbeiten sollte, bis dahin nichts mitgeteilt.
17 Nun sagte ich zu ihnen: Ihr seht das Unglück, in dem wir sind, dass Jerusalem verödet daliegt und seine Tore mit Feuer verbrannt sind. Kommt und lasst uns die Mauer Jerusalems {wieder} aufbauen, damit wir nicht länger geschmäht werden können[9]w. damit wir nicht länger {für unsere Nachbarn} eine Schmach sind!
18 Und ich berichtete von der Hand meines Gottes, die gütig über mir {gewaltet hatte} , und auch von den Worten des Königs, die er zu mir geredet hatte. Da sagten sie: Wir wollen uns aufmachen und bauen! Und sie stärkten ihre Hände zum Guten.
19 Als aber Sanballat, der Horoniter, und Tobija, der ammonitische Knecht, und Geschem, der Araber, {davon} hörten, spotteten sie über uns und verachteten uns und sagten: Was ist das für eine Sache, die ihr da tun wollt? Wollt ihr euch gegen den König empören?
20 Da gab ich ihnen zur Antwort und sagte zu ihnen: Der Gott des Himmels, er lässt es uns gelingen. Und wir, seine Knechte, wollen uns aufmachen und bauen. Ihr aber habt weder Anteil noch Anrecht, noch Gedenken in Jerusalem.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Der Mundschenk des Königs wagt eine Bitte. . .
1 Es war an einem Tag im Monat Nisan, im 20. Regierungsjahr des Königs Artaxerxes. Der Wein war bereitgestellt und ich nahm den Becher, füllte ihn und reichte ihn dem König. Ich war bei ihm sehr gut angeschrieben.
2 Der König sagte zu mir: »Warum siehst du so schlecht aus? Du bist doch nicht etwa krank? Nein, das ist es nicht – irgendetwas macht dir das Herz schwer!« Der Schreck fuhr mir in die Glieder.
3 Dann antwortete ich: »Der König möge ewig leben! Kann ich denn fröhlich aussehen? Die Stadt, in der meine Vorfahren begraben sind, ist verwüstet und ihre Tore sind vom Feuer zerstört.«
4 Darauf fragte mich der König: »Und was ist deine Bitte?« Ich schickte ein Stoßgebet zum Gott des Himmels
5 und sagte zum König: »Mein König, wenn es dir gut erscheint und wenn du deinem Diener Vertrauen schenkst, dann lass mich doch nach Judäa gehen in die Stadt, in der meine Vorfahren begraben sind, damit ich sie wieder aufbauen kann!«
. . . und erhält Vollmachten für Jerusalem
6 Der König, neben dem die Königin saß, fragte mich: »Wie lange würde deine Reise dauern? Wann könntest du wieder hier sein?« Ich nannte ihm eine Zeit und er war einverstanden.
7 Dann sagte ich noch zu ihm: »Mein König, wenn es dir recht ist, dann möge man mir amtliche Schreiben mitgeben an die Statthalter der Westprovinz, damit sie mich nach Judäa durchreisen lassen.
8 Außerdem brauche ich ein amtliches Schreiben an Asaf, den königlichen Oberforstverwalter. Er soll mir Bauholz geben für die Tore der Verteidigungsanlage beim Tempel, für die Stadtmauer und für das Haus, in dem ich wohnen werde.« Der König gewährte es mir, denn die gütige Hand meines Gottes stand mir bei.
9 Für die Reise gab mir der König eine Leibwache von Offizieren und Reitern mit. Als ich zu den Statthaltern der Westprovinz kam, übergab ich ihnen die Briefe des Königs.
10 Sanballat, der Horoniter, und der Ammoniter Tobija, sein Bevollmächtigter, gerieten in heftigen Zorn, weil einer kam, der den Israeliten helfen wollte.
Vorbereitungen zum Wiederaufbau der Stadtmauer
11 Als ich in Jerusalem ankam, wartete ich zunächst drei Tage.
12 Dann begab ich mich in der Nacht auf Erkundung, nahm aber nur wenige Männer mit. Ich hatte noch keinem Menschen gesagt, was mein Gott mir ins Herz gegeben hatte und was ich für die Stadt tun wollte. Ich nahm auch keine Reittiere mit außer dem einen, auf dem ich ritt.
13 So ritt ich bei Nacht durch das Taltor und von dort aus südwärts in Richtung Drachenquelle bis zum Misttor. Ich untersuchte genau, wie weit die Mauern Jerusalems eingerissen und die Tore verbrannt waren.
14 Dann wandte ich mich nach Norden zum Quelltor und zum Königsteich. Weil ich an der Mauer entlang mit meinem Reittier nicht mehr weiterkam,
15 ritt ich noch ein Stück unten im Tal weiter, um mir ein Bild vom Zustand der Mauer zu machen. Dann kehrte ich um und kam durch das Taltor wieder zurück.
16 Die Ratsherren der Stadt wussten nicht, wohin ich gegangen war und was ich vorhatte. Denn bis dahin hatte ich keinem der Juden etwas von meinen Plänen mitgeteilt, weder den Priestern noch den Männern der ersten Familien und den Ratsherren noch allen übrigen, die mit der Sache zu tun hatten.
17 Nun aber sagte ich zu ihnen: »Ihr seht selbst die trostlose Lage, in der wir stecken. Jerusalem ist ein Trümmerhaufen und die Stadttore sind verbrannt. Kommt, lasst uns die Mauer wieder aufbauen, damit diese Schande aus der Welt geschafft wird!«
18 Ich erzählte ihnen auch, wie die gütige Hand meines Gottes mir geholfen und was der König mir gewährt hatte. Da sagten sie: »Ja, ans Werk, bauen wir sie auf!« Und sie machten sich mit Eifer an die Vorbereitungen zu dem wichtigen Unternehmen.
19 Als Sanballat, Tobija und der Araber Geschem von unserer Absicht hörten, machten sie sich über uns lustig und sagten: »Da habt ihr euch etwas Großes vorgenommen! Ein bisschen zu groß für euch! Wollt ihr euch am Ende noch gegen den König auflehnen?«
20 Ich ließ ihnen ausrichten: »Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen. Wir, seine Diener, machen uns ans Werk und bauen die Mauer auf. Euch aber geht Jerusalem nichts an; denn ihr habt hier weder Grundbesitz noch irgendeinen Rechtsanspruch, ihr habt euch auch nie um die Stadt verdient gemacht!«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart