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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Abimelechs Brudermord und Königtum

1 Und Abimelech, der Sohn Jerubbaals, ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter. Und er redete zu ihnen und zur ganzen Sippe vom Haus des Vaters seiner Mutter und sagte:

2 Redet doch vor den Ohren aller Bürger[4]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem: Was ist besser für euch: dass siebzig Männer über euch herrschen, alle Söhne Jerubbaals, oder dass {nur} ein Mann über euch herrscht? Und bedenkt, dass ich euer Gebein und euer Fleisch bin!

3 Da redeten die Brüder seiner Mutter über ihn vor den Ohren aller Bürger[4]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem all diese Worte. Und ihr Herz neigte sich Abimelech zu, denn sie sagten {sich}: Er ist unser Bruder.

4 Und sie gaben ihm siebzig {Schekel} Silber aus dem Haus des Baal-Berit[2]d. h. Bundes-Baal. Und Abimelech kaufte sich damit ehrlose und leichtfertige Männer; die folgten ihm nach.

5 Und er kam in das Haus seines Vaters, nach Ofra, und erschlug seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann auf einem Stein. Es blieb aber Jotam übrig, der jüngste Sohn Jerubbaals, denn er hatte sich versteckt.

6 Und alle Bürger[4]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem und die ganze Bewohnerschaft des Millo[5]w. das ganze Haus Millo; Millo (w. Aufschüttung) ist eine Befestigungsanlage versammelten sich und gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Denkmals-Terebinthe[6]Manche nehmen an, dass es ursprünglich hieß: bei der Mazzeba-Terebinthe, die in Sichem {steht}.

Jotams Fabel und Rede gegen Abimelech

7 Und man berichtete es Jotam. Da ging er hin und stellte sich auf den Gipfel des Berges Garizim, und er erhob seine Stimme, rief und sagte zu ihnen: Hört auf mich, Bürger[4]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem, dann wird Gott auf euch hören!

8 Einst gingen die Bäume hin, einen König über sich zu salben. Und sie sagten zum Olivenbaum: Sei König über uns!

9 Da sagte ihnen der Olivenbaum: Sollte ich meine Fettigkeit aufgeben, die Götter und Menschen an mir in Ehren halten, und sollte ich hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

10 Und die Bäume sagten zum Feigenbaum: Komm du, sei König über uns!

11 Da sagte ihnen der Feigenbaum: Sollte ich meine Süßigkeit aufgeben und meine gute Frucht, und sollte ich hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

12 Und die Bäume sagten zum Weinstock: Komm du, sei König über uns!

13 Da sagte ihnen der Weinstock: Sollte ich meinen Most aufgeben, der Götter und Menschen erfreut, und sollte ich hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

14 Und alle Bäume sagten zum Dornstrauch: Komm du, sei König über uns!

15 Da sagte der Dornstrauch zu den Bäumen: Wollt ihr in Wahrheit[1]o. Treue mich zum König über euch salben, so kommt, bergt euch in meinem Schatten! Wenn aber nicht, so gehe Feuer aus vom Dornstrauch, das fresse die Zedern des Libanon! –

16 Und nun, wenn ihr in Wahrheit[1]o. Treue und Aufrichtigkeit gehandelt habt, als ihr Abimelech zum König gemacht habt, und wenn ihr Gutes getan habt an Jerubbaal und an seinem Haus und wenn ihr ihm getan habt nach dem Tun seiner Hände –

17 denn mein Vater hat für euch gekämpft und sein Leben eingesetzt[2]w. seine Seele von {sich} geworfen und euch der Hand Midians entrissen;

18 ihr aber habt euch heute gegen das Haus meines Vaters erhoben und seine Söhne erschlagen, siebzig Mann auf einem Stein, und habt Abimelech, den Sohn seiner Sklavin, zum König gemacht über die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem, weil er euer Bruder ist –,

19 wenn ihr also an diesem Tag in Wahrheit[1]o. Treue und Aufrichtigkeit an Jerubbaal und an seinem Haus gehandelt habt, dann habt eure Freude an Abimelech, und auch er soll seine Freude an euch haben!

20 Wenn aber nicht, so gehe Feuer von Abimelech aus und fresse die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem und die Bewohnerschaft des Millo[4]w. das ganze Haus Millo; Millo (w. Aufschüttung) ist eine Befestigungsanlage! Und es gehe Feuer aus von den Bürgern[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem und von der Bewohnerschaft des Millo[4]w. das ganze Haus Millo; Millo (w. Aufschüttung) ist eine Befestigungsanlage und fresse Abimelech!

21 Und Jotam floh und entwich und ging nach Beer und blieb dort wohnen {aus Furcht} vor seinem Bruder Abimelech.

Abimelechs Ende

22 Und Abimelech herrschte über Israel drei Jahre.

23 Da sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem. Und die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem handelten treulos an Abimelech,

24 damit die Gewalttat an den siebzig Söhnen Jerubbaals {auf ihn} zurückkäme und ihr Blut auf ihren Bruder Abimelech gelegt würde, der sie erschlagen hatte, und auf die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem, die seine Hände gestärkt hatten, seine Brüder zu erschlagen.

25 Und die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem legten {Wegelagerer in} einen Hinterhalt gegen ihn auf den Höhen der Berge; die beraubten jeden, der an ihnen auf dem Weg vorüberzog. Das wurde dem Abimelech berichtet.

26 Und Gaal, der Sohn Ebeds, kam mit seinen Brüdern, und sie zogen durch Sichem. Und die Bürger[3]w. {Grund} besitzer, o. Herren von Sichem vertrauten ihm.

27 Und sie gingen aufs Feld hinaus und hielten Lese in ihren Weinbergen und kelterten. Und sie hielten ein Freudenfest und gingen in das Haus ihres Gottes, aßen und tranken und fluchten dem Abimelech.

28 Und Gaal, der Sohn Ebeds, sagte: Wer ist Abimelech und wer Sichem, dass wir {ihm} dienen sollten? Ist er nicht der Sohn Jerubbaals und Sebul sein Statthalter? Dient {lieber} den Männern Hamors, des Vaters von Sichem! Warum sollten gerade wir ihm dienen?

29 Hätte ich nur dieses Volk unter meiner Hand, so wollte ich Abimelech {schon} beseitigen, und ich würde zu Abimelech sagen[5]so mit LXX; Mas. T. : und er sagte zu Abimelech: Vermehre {doch} dein Heer und zieh aus!

30 Als nun Sebul, der Oberste der Stadt, die Worte Gaals, des Sohnes Ebeds, hörte, da entbrannte sein Zorn.

31 Und er sandte Boten zu Abimelech mit List[6]Manche üs. mit Textänderung: zu Abimelech nach Aruma und {ließ ihm} sagen: Siehe, Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Sichem gekommen, und siehe, sie wiegeln die Stadt gegen dich auf.

32 Und nun, mache dich in der Nacht auf, du und das {Kriegs} volk, das bei dir ist, und lege dich auf dem Feld in einen Hinterhalt!

33 Und es geschehe am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, dann mache dich früh auf und überfalle die Stadt! Siehe, wenn er und das {Kriegs} volk, das bei ihm ist, gegen dich herausziehen, dann tu ihm, wie deine Hand es finden wird[1]d. h. das, wozu du in der Lage bist!

34 Da machten sich Abimelech und das ganze {Kriegs} volk, das bei ihm war, in der Nacht auf und legten sich in vier Abteilungen gegen Sichem in einen Hinterhalt.

35 Und Gaal, der Sohn Ebeds, ging hinaus und trat an den Eingang des Stadttores. Da machten sich Abimelech und das {Kriegs} volk, das bei ihm war, aus dem Hinterhalt auf.

36 Als nun Gaal das {Kriegs} volk sah, sagte er zu Sebul: Siehe, {Kriegs} volk kommt von den Höhen der Berge herab. Sebul aber sagte zu ihm: Den Schatten der Berge siehst du als Männer an.

37 Doch Gaal beharrte darauf[2]w. fuhr fort weiterzureden und sagte: Sieh doch, {Kriegs} volk kommt von der Höhe des Landes[3]w. vom Nabel des Landes, o. der Erde; wahrscheinlich eine Bezeichnung des Berges Garizim als eines heiligen Ortes herab, und eine Abteilung kommt aus der Richtung von Elon-Meonenim[4]d. h. Terebinthe der Zauberer.

38 Da sagte Sebul zu ihm: Wo ist nun dein Maul, mit dem du sagtest: Wer ist Abimelech, dass wir ihm dienen sollten? Ist das nicht das {Kriegs} volk, das du verachtet hast? Zieh doch jetzt aus und kämpfe mit ihm!

39 Da zog Gaal hinaus, vor den Bürgern[5]w. den {Grund} besitzern, o. den Herren von Sichem her, und kämpfte mit Abimelech.

40 Und Abimelech jagte ihn, sodass er vor ihm floh. Und viele fielen {und lagen} erschlagen bis an den Eingang des Tores.

41 Und Abimelech blieb in Aruma. Sebul aber vertrieb Gaal und seine Brüder, sodass sie nicht mehr in Sichem blieben.

42 Und es geschah am andern Tag, da ging das Volk aufs Feld hinaus. Das berichtete man Abimelech.

43 Da nahm er das {Kriegs} volk und teilte es in drei Abteilungen und legte sich auf dem Feld in einen Hinterhalt. Und er sah, und siehe, das Volk kam aus der Stadt heraus. Da erhob er sich gegen sie und schlug sie.

44 Und Abimelech und die Abteilungen, die bei ihm waren, brachen hervor und stellten sich an den Eingang des Stadttores. Die beiden {anderen} Abteilungen aber fielen über alle her, die auf dem Feld waren, und erschlugen sie.

45 Und Abimelech kämpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Und er nahm die Stadt ein, und das Volk, das darin war, erschlug er. Und er riss die Stadt nieder und bestreute sie mit Salz[6]als Zeichen bleibender Verwüstung.

46 Als das alle Bürger von Migdal-Sichem[7]o. alle Herren des Turms von Sichem hörten, gingen sie in das Kellergewölbe des Hauses des Gottes Berit[8]o. des Bundesgottes; vgl. Kap.8,33.

47 Und es wurde dem Abimelech berichtet, dass alle Bürger von Migdal-Sichem[7]o. alle Herren des Turms von Sichem sich versammelt hätten.

48 Da stieg Abimelech auf den Berg Zalmon, er und das ganze {Kriegs} volk, das bei ihm war. Und Abimelech nahm eine Axt[9]w. die Äxte in seine Hand und hieb einen Ast vom Baum ab, hob ihn auf und legte ihn auf seine Schulter. Und er sagte zu dem Volk, das bei ihm war: Was ihr mich habt tun sehen, schnell, macht es wie ich!

49 Da hieb auch das ganze Volk, jeder seinen Ast ab, und sie folgten Abimelech, legten {alles} auf das Kellergewölbe und steckten das Kellergewölbe über ihnen in Brand. So starben auch alle Leute von Migdal-Sichem, etwa tausend Männer und Frauen.

50 Dann zog Abimelech nach Tebez und belagerte Tebez und nahm es ein.

51 Es war aber ein starker Turm mitten in der Stadt, und dahin flohen alle Männer und Frauen, alle Bürger[1]w. {Grund} besitzer, o. Herren der Stadt. Und sie schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach des Turmes.

52 Und Abimelech kam an den Turm und kämpfte gegen ihn. Und er trat an den Eingang des Turmes, um ihn mit Feuer zu verbrennen.

53 Da warf eine Frau einen oberen Mühlstein auf Abimelechs Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel.

54 Da rief er schnell nach dem Burschen, seinem Waffenträger, und sagte zu ihm: Zieh dein Schwert und töte mich, damit man nicht von mir sagt: Eine Frau hat ihn erschlagen! Und sein Bursche durchbohrte ihn, dass er starb.

55 Und als die Männer von Israel sahen, dass Abimelech tot war, da gingen sie, jeder an seinen Ort.

56 So ließ Gott die Bosheit Abimelechs, die er an seinem Vater verübt hatte, indem er seine siebzig Brüder erschlug, {auf ihn} zurückkommen.

57 Und die ganze Bosheit der Männer von Sichem ließ Gott auf ihren Kopf zurückkommen. So kam über sie der Fluch Jotams, des Sohnes Jerubbaals.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Abimelech will König werden

1 Abimelech, der Sohn Gideons, ging eines Tages nach Sichem zu den kanaanitischen Verwandten seiner Mutter. Er rief die ganze Sippe zusammen und sagte zu den versammelten Männern:

2 »Fragt doch einmal die Leute von Sichem, was ihnen lieber ist: wenn alle siebzig Söhne Gideons zusammen über sie herrschen oder wenn ein einziger Mann ihr König ist. Macht ihnen deutlich, dass ich von ihrem Fleisch und Blut bin!«

3 Die Brüder seiner Mutter machten sich zu Abimelechs Fürsprechern und trugen die Sache allen Bürgern Sichems vor. Diese ließen sich für Abimelech gewinnen, denn sie sagten sich: »Er gehört zu uns, er ist unser Bruder!«

4 Sie gaben ihm 70 Silberstücke aus dem Tempelschatz ihres Gottes, der den Namen » Baal des Bundes« trug. Mit diesem Geld warb Abimelech einen Trupp von Männern an, die nichts zu verlieren hatten und vor nichts zurückschreckten; die wurden sein Gefolge.

5 Mit ihnen zog er nach Ofra zum Haus seines Vaters, überfiel seine Brüder und tötete alle siebzig auf einem einzigen Felsblock. Nur Gideons jüngster Sohn Jotam kam mit dem Leben davon, weil er sich versteckt hatte.

6 Daraufhin versammelten sich die Bürger von Sichem und die Besatzung der Festung, zogen vor die Stadt zu der Eiche mit dem Denkstein und machten Abimelech zu ihrem König.

Jotams Fabel – Kritik am Königtum

7 Als das Jotam erfuhr, stieg er auf den Gipfel des Berges Garizim und rief zu ihnen hinunter: »Hört mich an, ihr Leute von Sichem – wenn ihr wollt, dass Gott euch hört!

8 Einst kamen die Bäume zusammen, um sich einen König zu wählen. Sie sagten zum Ölbaum: ›Sei du unser König!‹

9 Aber der Ölbaum erwiderte: ›Soll ich vielleicht aufhören, kostbares Öl zu spenden, mit dem Götter und Menschen geehrt werden? Soll ich über den Bäumen thronen?‹

10 Da sagten die Bäume zum Feigenbaum: ›Sei du unser König!‹

11 Doch der Feigenbaum erwiderte: ›Soll ich vielleicht aufhören, süße Feigen zu tragen? Soll ich über den Bäumen thronen?‹

12 Da sagten sie zum Weinstock: ›Sei du unser König!‹

13 Doch der erwiderte: ›Soll ich aufhören, Wein zu spenden, der Götter und Menschen erfreut? Soll ich über den Bäumen thronen?‹

14 Schließlich sagten sie zum Dornstrauch: ›Sei du unser König!‹

15 Und der Dornstrauch erwiderte: ›Wenn ihr mich wirklich zu eurem König machen wollt, dann bückt euch und sucht Schutz unter meinem Schatten! Sonst wird Feuer von meinen Dornen ausgehen, das sogar die Zedern des Libanons verbrennt!‹«

16 Nachdem Jotam diese Geschichte erzählt hatte, fuhr er fort: »Meint ihr wirklich, dass es recht von euch war, Abimelech zu eurem König zu machen? Habt ihr vergessen, was ihr Gideon und seiner Familie verdankt?

17 Mein Vater hat sein Leben für euch aufs Spiel gesetzt, um euch aus der Hand der Midianiter zu retten.

18 Ihr aber habt euch gegen seine Söhne erhoben und habt sie alle ermordet, siebzig auf einem Stein, und habt den Sohn seiner Sklavin zum König von Sichem gemacht, nur weil er euer Stammesbruder ist.

19 Wenn das alles recht war und ihr heute an Gideon und seiner Familie redlich gehandelt habt, dann wünsche ich euch, dass ihr mit Abimelech glücklich werdet und er mit euch.

20 Wenn es aber unrecht war, dann soll von Abimelech Feuer ausgehen und euch alle, die Bürger von Sichem und die Besatzung der Festung, verzehren! Und von den Bürgern von Sichem und der Besatzung der Festung soll ein Feuer ausgehen, das Abimelech verzehrt!«

21 Als Jotam zu Ende gesprochen hatte, floh er vor seinem Bruder Abimelech nach Beer und blieb dort.

Spannungen zwischen Abimelech und den Bürgern von Sichem

22 Als Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,

23 ließ Gott Feindschaft ausbrechen zwischen ihm und den Bürgern von Sichem; die Leute von Sichem lehnten sich gegen ihn auf.

24 Abimelech sollte nämlich von der Strafe getroffen werden, die er durch den grausamen Mord an seinen 70 Brüdern auf sich gezogen hatte, und auch die Bürger von Sichem sollten dafür bestraft werden, dass sie ihm die Mittel verschafft hatten, seine Brüder umzubringen.

25 Um Abimelech zu schädigen, legten sich die Männer von Sichem in den Bergen rings um ihre Stadt auf die Lauer und raubten jeden aus, der auf den Straßen vorbeizog. Das wurde Abimelech gemeldet.

26 Um diese Zeit kam Gaal, der Sohn Ebeds, mit seinem Anhang nach Sichem und gewann das Vertrauen der Bürger.

27 Als sie die Weinlese gehalten und neuen Wein gekeltert hatten, feierten sie ein großes Freudenfest im Tempel ihres Gottes. Sie aßen und tranken und schimpften auf Abimelech.

28 Gaal rief ihnen zu: »Wer ist schon Abimelech? So einem sollen wir dienen, eine Stadt wie Sichem? Er ist ein Sohn des Israeliten Gideon, und diesen Sebul hat er als seinen Aufpasser über uns eingesetzt! Dient lieber den Nachkommen Hamors, des Gründers dieser Stadt. Warum sollen wir uns Abimelech unterwerfen?

29 Wenn nur die Leute von Sichem mir folgten, ich würde schnell mit Abimelech fertig! Ich würde ihn auffordern: ›Ruf deine Truppe zusammen und stell dich zum Kampf!‹«

30 Als der Stadtkommandant Sebul hörte, wie Gaal das Volk aufhetzte, wurde er zornig.

31 Er schickte heimlich Boten zu Abimelech und ließ ihm sagen: »Gaal, der Sohn Ebeds, ist mit seinen Brüdern nach Sichem gekommen. Sie wiegeln die Leute gegen dich auf!

32 Komm deshalb im Schutz der Nacht mit deinen Truppen und halte dich in der Nähe der Stadt versteckt.

33 Bei Sonnenaufgang überfällst du die Stadt, und wenn Gaal dir mit seinen Leuten entgegenzieht, kannst du mit ihm abrechnen.«

34 Abimelech zog in der Nacht mit seinen Truppen herbei und versteckte sie in vier Abteilungen rings um die Stadt.

35 Als Gaal am Morgen ins Stadttor trat, brachen Abimelech und seine Männer aus ihren Verstecken hervor.

36 Gaal sah sie und sagte zu Sebul: »Da kommen ja Krieger von den Bergen herab!« »Du hältst die Schatten am Berghang für Menschen«, erwiderte Sebul.

37 Aber Gaal sagte: »Doch, da kommen Krieger den › Nabel der Erde‹ herab, und eine Abteilung kommt auf dem Weg, der an der Orakeleiche vorbeiführt.«

38 Da sagte Sebul zu ihm: »Wo bleibt nun dein großes Maul? Du hast gesagt: ›Wer ist schon Abimelech? So einem sollten die Leute von Sichem dienen?‹ Nun, da sind die Männer, von denen du so verächtlich geredet hast. Jetzt tritt an und kämpfe gegen Abimelech!«

39 Gaal führte die Männer von Sichem in den Kampf.

40 Abimelech aber trieb ihn zurück, sodass er sich in die Stadt flüchten musste. Auf dem Weg bis zum Tor erschlugen die Krieger Abimelechs viele von den Männern der Stadt.

41 Abimelech kehrte nach Aruma zurück und blieb dort. Sebul aber vertrieb Gaal und seine Brüder aus Sichem.

Abimelech erobert und zerstört Sichem

42 Schon am nächsten Tag nahmen die Männer von Sichem ihre Raubzüge wieder auf. Als Abimelech davon erfuhr,

43 teilte er seine Leute in drei Abteilungen und legte jede in einen Hinterhalt in der Nähe der Stadt. Als er die Männer von Sichem aus der Stadt kommen sah, brachen er und seine Leute hervor und vernichteten sie.

44 Im Einzelnen war es so abgelaufen: Er selbst stürmte mit einer Abteilung das Stadttor und sperrte den Durchgang; die beiden anderen Abteilungen fielen vor der Stadt über die Männer von Sichem her und erschlugen sie.

45 Dann griff Abimelech die Stadt an. Den ganzen Tag kämpfte er um sie. Als er sie eingenommen hatte, tötete er alle Bewohner. Er zerstörte die Stadt und streute Salz auf die Trümmer.

46 Als die Insassen der Burg von Sichem merkten, dass die Stadt eingenommen war, flüchteten sie sich in das unterirdische Gewölbe im Tempel des Bundesgottes.

47 Abimelech wurde gemeldet, dass sie sich alle dort zusammendrängten.

48 Darauf ging er mit seinen Männern auf den Berg Zalmon, hieb mit der Axt einen Ast ab und nahm ihn auf die Schulter. »Was ihr gesehen habt, das macht mir nach, aber schnell«, sagte er zu seinen Männern.

49 Da hieb jeder einen Ast ab und trug ihn hinter Abimelech zur Burg. Sie schichteten die Äste über dem Gewölbe auf und zündeten sie an. So kamen auch die Insassen der Burg alle ums Leben, ungefähr 1000 Männer und Frauen.

Abimelechs Ende

50 Darauf zog Abimelech vor die Stadt Tebez, belagerte und eroberte sie.

51 In der Mitte der Stadt lag eine stark befestigte Burg. Dorthin flohen alle Bewohner, Männer und Frauen. Sie verriegelten das Tor und stiegen auf das flache Dach.

52 Abimelech versuchte die Burg zu erobern. Er näherte sich dem Tor und wollte Feuer daran legen,

53 da warf eine Frau ihm den Mahlstein einer Handmühle auf den Kopf und verwundete ihn tödlich.

54 Abimelech rief seinem Waffenträger zu: »Zieh dein Schwert und töte mich! Sonst wird es heißen: Eine Frau hat ihn umgebracht!« Der Waffenträger durchbohrte ihn mit dem Schwert, sodass er starb.

55 Als die Israeliten sahen, dass Abimelech tot war, liefen sie auseinander und jeder kehrte nach Hause zurück.

56 So ließ Gott das Böse, das Abimelech mit dem Mord an seinen Brüdern seinem Vater angetan hatte, auf ihn selbst zurückfallen.

57 Auch die Männer von Sichem hatte Gott die Folgen ihres bösen Tuns spüren lassen. Der Fluch war in Erfüllung gegangen, den Jotam, der Sohn Gideons, über sie ausgesprochen hatte.

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