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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
1 Tu auf, Libanon, deine Torflügel, dass Feuer deine Zedern frisst!
2 Heule, Wacholder, weil die Zeder gefallen ist, weil die Herrlichen verwüstet sind! Heult, Eichen Baschans, weil der unzugängliche Wald dahingesunken ist!
3 Horch, das Geheul der Hirten, weil ihre Herrlichkeit verwüstet ist! Horch, das Gebrüll der Junglöwen, denn die Pracht des Jordan ist verwüstet!
Gerichtswort über die verantwortungslosen Machthaber
4 So spricht der Herr, mein Gott: Weide die Schlachtschafe[1]o. die zur Schlachtung bestimmte Schafherde,
5 deren Käufer[2]o. Besitzer sie schlachten, ohne es zu büßen[3]o. ohne sich schuldig zu fühlen; oder wenn sie sie verkaufen, sagen[4]w. {ein jeder} sagt: Gepriesen sei der Herr[5]o. Dank sei dem Herrn, ich bin nun reich! Und keiner von deren Hirten[6]das sind die Hirten der Käufer bzw. der Besitzer der Schafe hat mit ihnen Mitleid.
6 Wahrhaftig, ich werde kein Mitleid haben mit den Bewohnern des Landes[7]o. der Erde, spricht der Herr[8]w. ist der Ausspruch des Herrn. Und siehe, ich lasse die Menschen, einen jeden, in die Hand seines Nächsten und in die Hand seines Königs geraten; die werden das Land[9]o. die Erde in Stücke schlagen, und ich werde {sie} nicht aus ihrer Hand befreien[10]w. herausreißen.
7 Und ich weidete die Schlachtschafe[1]o. die zur Schlachtung bestimmte Schafherde der Schafhändler.[11]so in Anlehnung an LXX; Mas. T. : die Schlachtschafe, fürwahr, die elendesten der Schafe! Und ich nahm mir zwei Stäbe: den einen nannte ich »Freundlichkeit«, und den anderen nannte ich »Verbindung«, und ich weidete die Schafe.
8 Und ich tilgte die drei Hirten[12]o. drei der Hirten in einem Monat aus. Und meine Seele wurde ungeduldig über sie, und auch ihre Seele wurde meiner überdrüssig.
9 Da sagte ich: Ich will euch nicht mehr weiden. Was stirbt, mag sterben, und was verkommt, mag verkommen; und die übrig bleiben, sollen eines des anderen Fleisch fressen!
10 Und ich nahm meinen Stab »Freundlichkeit« und zerbrach ihn, um meinen Bund ungültig zu machen, den ich mit allen Völkern geschlossen hatte.
11 So wurde er an jenem Tag ungültig gemacht. Und es erkannten die Schafhändler[13]so in Anlehnung an LXX; Mas. T. : Und so erkannten die elendesten der Schafe, die auf mich[14]o. die auf mein Zeichen achteten, dass es des Herrn Wort war.
12 Und ich sagte zu ihnen: Wenn es recht ist in euren Augen, gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, lasst es bleiben! Und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Silber {schekel}.
13 Da sprach der Herr zu mir: Wirf ihn dem Töpfer[15]o. dem Einschmelzer hin, den herrlichen Wert, den ich ihnen wert bin! Und ich nahm die dreißig Silber {schekel} und warf sie in das Haus des Herrn dem Töpfer[15]o. dem Einschmelzer hin.
14 Dann zerbrach ich meinen zweiten Stab »Verbindung«, um die Bruderschaft zwischen Juda und Israel ungültig zu machen.
15 Und der Herr sprach zu mir: Nimm dir noch einmal Gerät eines Hirten {und verhalte dich wie ein} törichter {Hirte}.
16 Denn siehe, ich lasse einen Hirten im Land aufstehen: Um die verkommenden {Tiere} kümmert er sich nicht, das Versprengte[16]so in Anlehnung an die alten Üs. ; andere legen ein Wort zugrunde, das sich üs. ließe als »das Blökende«; die Bedeutung des hebr. Wortes ist nicht gesichert sucht er nicht, und das Zerbrochene heilt er nicht, das Gesunde[17]w. das Stehende versorgt er nicht, aber das Fleisch des Fetten isst er und zerreißt {sogar} ihre Klauen.
17 Wehe dem nichtigen Hirten, der die Schafe verlässt! Das Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm verdorre, ja, verdorre, und sein rechtes Auge erlösche, ja, erlösche[18]w. werde ausdruckslos, ja, ausdruckslos!
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Die Entmachtung der Völker und ihrer Herrscher
1 Öffne deine Tore, Libanon, damit das Feuer bei dir eindringen und deine Zedern verzehren kann!
2 Heult, ihr Zypressen, weil die Zedern gestürzt, weil die mächtigsten der Bäume dahin sind! Heult, ihr Eichen von Baschan, weil der Sturm den dichten Wald niedergelegt hat!
3 Hört, wie die Völkerhirten klagen, weil ihre herrlichen Weiden vernichtet sind! Hört, wie der Löwe brüllt, weil sein Versteck, der Buschwald am Jordan, verwüstet ist!
Eine Zukunftsvision: Der gute Hirt wird abgelehnt
4 Der HERR, mein Gott, sagte zu mir: »Weide die Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind!
5 Ihre Besitzer töten sie und machen sich kein Gewissen daraus; sie verkaufen sie und sagen: ›Gepriesen sei der HERR! Wir haben ein gutes Geschäft gemacht!‹ Und auch ihre Hirten gehen schonungslos mit der Herde um.«
6 Der HERR sagt: »Auch ich werde die Bewohner der Erde nicht mehr verschonen. Ich liefere jeden der Hand seiner Mitmenschen und seines Königs aus. Mögen diese die ganze Erde verwüsten, ich werde niemand aus ihrer Hand retten.«
7 Ich folgte dem Befehl des HERRN und weidete die Schafe, die von den Viehhändlern zum Schlachten bestimmt waren. Ich nahm mir zwei Hirtenstöcke, den einen nannte ich »Freundschaft«, den andern »Bruderschaft«, und damit weidete ich die Schafe.
8 Ich entfernte die drei schlechten Hirten in einem einzigen Monat. Aber ich verlor die Geduld mit den Schafen, denn sie wollten nichts von mir wissen.
9 Ich sagte: »Ich will nicht mehr euer Hirte sein! Wer unbedingt sterben will, soll eben sterben; wer in die Irre gehen will, soll in die Irre gehen; und der Rest mag sich gegenseitig auffressen.«
10 Darauf zerbrach ich den Stock mit Namen »Freundschaft« und hob damit den Waffenstillstand auf, den ich zugunsten Israels mit allen Völkern ringsum geschlossen hatte.
11 Die Wirkung war sofort zu spüren, und die Viehhändler, die gesehen hatten, wie ich den Stab zerbrach, erkannten, dass ich im Auftrag des HERRN gehandelt hatte.
12 Ich sagte zu ihnen: »Wenn ihr wollt, gebt mir jetzt meinen Lohn, wenn nicht, verzichte ich darauf.« Da zählten sie mir 30 Silberstücke ab und gaben sie mir.
13 Darauf sagte der HERR zu mir: »Diese stolze Summe bin ich ihnen also wert! Wirf das Silber dem Schmelzer hin!« Ich nahm die 30 Silberstücke und warf sie im Tempel dem Mann hin, der das Gold und das Silber einschmilzt.
14 Dann zerbrach ich meinen zweiten Stock mit Namen »Bruderschaft« und hob damit den Bruderbund zwischen Juda und Israel auf.
15 Weiter sagte der HERR zu mir: »Rüste dich noch einmal als ein Hirt aus, aber spiele jetzt einen schlechten Hirten!
16 Denn ich werde einen Völkerhirten im Land auftreten lassen, der das Gegenteil eines guten Hirten ist: Die Verirrten sucht er nicht; auf die kläglichen Schreie der Bedrängten hört er nicht; hat ein Tier das Bein gebrochen, so schient er es nicht; er kümmert sich nicht darum, ob die Tiere Weide und Wasser haben. Die besten Tiere der Herde schlachtet er für sich selbst und reißt ihnen in seiner Gier sogar die Klauen auf.
17 Weh dem Hirten, der keiner ist, der die Herde im Stich lässt! Der rechte Arm soll ihm abgehackt, das rechte Auge ihm ausgestochen werden! Sein Arm sei verkrüppelt, sein Auge sei erblindet!«
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart