ELB, GNB online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Verführung zum Ehebruch – Folgen für den Verführten
1 Mein Sohn, bewahre meine Worte, und meine Gebote birg bei dir!
2 Bewahre meine Gebote, damit du lebst, und meine Weisung wie deinen Augapfel!
3 Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Sprich zur Weisheit: Meine Schwester bist du! – und Verwandte nenne die Einsicht,
5 dass sie dich bewahre vor der fremden Frau[7]Damit kann die Frau eines andern Israeliten gemeint sein oder die Frau mit einer fremden Religion., vor der Ausländerin, die ihre Worte glatt macht. –
6 Denn durch das Fenster meines Hauses {blickte ich} , durch mein Gitter schaute ich hinaus.
7 Und ich sah unter den Unerfahrenen[8]o. Unverständigen; o. Einfältigen, bemerkte unter den Söhnen einen Jüngling ohne Verstand,
8 der geht über die Straße hin zu ihrer Ecke, den Weg zu ihrem Haus betritt er
9 in der Dämmerung, am Abend des Tages, beim Anbruch[9]T. ; so in Anlehnung an Kap.20,20; Mas. T. : in der Pupille der Nacht der Nacht und bei Dunkelheit.
10 Da siehe, eine Frau kommt ihm entgegen im Hurenkleid und mit verstecktem {Plan im} Herzen. –
11 Leidenschaftlich ist sie und unbändig, zu Hause haben ihre Füße keine Ruhe[10]w. lassen ihre Füße sich nicht nieder.
12 Bald ist sie draußen, bald auf den Plätzen, und neben jeder Ecke lauert sie.
13 Da greift sie ihn, da küsst sie ihn, wird unverschämt[11]w. macht ihr Gesicht unverschämt und sagt zu ihm:
14 Zu Heilsopfern[12]o. Friedensopfern; o. Abschlussopfern; o. Gemeinschaftsopfern war ich verpflichtet, heute habe ich meine Gelübde erfüllt.
15 Darum bin ich ausgezogen, dir entgegen, um dein Gesicht zu suchen, und ich habe dich gefunden.
16 Mit Decken habe ich mein Bett bedeckt, mit buntem ägyptischem Leinen.
17 Ich habe mein Lager benetzt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18 Komm, wir wollen an Liebe uns berauschen bis zum Morgen, wollen schwelgen in Liebkosungen.
19 Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist weggegangen, fort auf weite Reise.
20 Den Beutel mit dem Geld nahm er in seine Hand, am Tag des Vollmondes {erst} kommt er nach Haus.
21 Sie verleitet ihn durch ihr vieles Überreden, mit ihren glatten Lippen reißt sie ihn fort.
22 Er folgt ihr augenblicklich[1]LXX: Er folgt ihr ahnungslos, so wie ein Stier zur Schlachtung geht, wie in die Fessel hüpft der Hirsch[2]so mit anderer Vokalisierung in Anlehnung an LXX, die syr. und aram. Üs. ; Mas. T. : wie die Fußfesseln zur Zucht des Narren {dienen},
23 bis ein Pfeil die Leber ihm zerreißt; wie ein Vogel sich ins Fangnetz stürzt und nicht weiß, dass es um sein Leben geht. –
24 Nun denn, ihr Söhne, hört auf mich und horcht auf die Worte meines Mundes!
25 Nicht schweife dein Herz ab zu ihren Wegen, verirre dich nicht auf ihre Pfade!
26 Denn viele sind die Erschlagenen, die sie gefällt hat, und zahlreich alle, die sie ermordete.
27 Ein Weg zum Scheol ist ihr Haus, der hinabführt[3]w. Wege zum Scheol sind ihr Haus, die hinabführen zu den Kammern des Todes.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Lass dich nicht verführen!
1 Mein Sohn, denk an meine Worte! Hüte meine Anweisungen wie einen Schatz!
2 Wenn du leben willst, dann gib auf sie acht wie auf dein eigenes Auge.
3 Behalte meine Weisungen immer bei dir, wie einen Ring an deinem Finger, schreibe sie dir tief ins Herz!
4 Betrachte die Weisheit als deine Schwester und die Einsicht als deine beste Freundin.
5 Sie werden dich fernhalten von der Frau eines anderen, von der Fremden, die so schmeichelhaft reden kann.
6 Eines Tages stand ich am Fenster meines Hauses und schaute hinaus.
7 Auf der Straße sah ich viele junge, noch unerfahrene Leute. Unter ihnen fiel mir ein Bursche auf, der gänzlich ohne Verstand sein musste.
8 Er ging die Gasse entlang, an deren Ecke eine gewisse Frau wohnte, und näherte sich ihrem Haus.
9 Der Abend war schon der Nacht gewichen, es war dunkel geworden.
10 Da sah ich sie, sie ging auf ihn zu, gekleidet wie eine Prostituierte. Sie wusste genau, was sie wollte.
11 Sie war so waghalsig und hemmungslos, dass es sie nicht im Hause hielt.
12 Mal sah man sie auf dem Marktplatz, mal auf den Straßen, dann wieder stand sie an irgendeiner Ecke und wartete.
13 Sie ging also auf den jungen Mann zu, legte ihm die Arme um den Hals, küsste ihn, blickte ihm herausfordernd in die Augen und sagte:
14 »Ich musste Gott heute ein Dankopfer bringen, das ich ihm versprochen hatte; das Fleisch für das Opfermahl habe ich mit nach Hause gebracht.
15 Deshalb bin ich herausgekommen. Ich wollte dich immer schon kennenlernen. Da bist du nun!
16 Ich habe mein Bett mit weichen, bunten Tüchern aus Ägypten bezogen,
17 mit Essenzen von Myrrhe, Aloë und Zimt habe ich es besprengt.
18 Komm mit! Wir lieben uns die ganze Nacht bis morgen früh, wir wollen einander genießen!
19 Der Mann ist nicht zu Hause, er macht gerade eine lange Reise.
20 Er hat genug Geld mitgenommen und kommt frühestens in vierzehn Tagen wieder.«
21 Mit solchen Worten redet sie auf ihn ein und schließlich hat sie ihn überredet.
22 Er folgt ihr – wie ein Ochse, der zum Schlachtplatz geführt wird. Mit Ketten an den Füßen geht er seiner Strafe entgegen, dieser unverbesserliche Narr!
23 Er weiß nicht, dass es um sein Leben geht – bis ein Pfeil ihm die Leber durchbohrt, bis er gefangen im Netz hängt wie ein Vogel.
24 Deshalb hört mir jetzt zu, ihr jungen Männer! Merkt euch, was ich euch sage:
25 Lasst euch nicht von einer solchen Frau den Kopf verdrehen, folgt ihr nicht auf ihren schlimmen Wegen!
26 Sie hat schon viele Männer ruiniert und nicht wenige sind ihretwegen ums Leben gekommen.
27 Ihr Haus ist ein Zugang zur Totenwelt. Wer zu ihr geht, betritt den kürzesten Weg ins Grab.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart