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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Hohe Berufung der Erlösten

1 Legt nun ab alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid[4]w. Heucheleien und Neidereien und alles üble Nachreden,

2 und seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der vernünftigen[5]o. geistigen. – Da der griech. Ausdruck »logikos« von logos (= Wort) abgeleitet ist, übersetzen andere: wortgemäß; oder, wegen der Anspielung auf das Wort »Logos«: der unverfälschten Milch des Wortes, unverfälschten Milch – damit ihr durch sie wachset zur Rettung[6]o. zum Heil –,

3 wenn ihr {wirklich} geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist!

4 Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar,

5 lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!

6 Denn es ist in der Schrift enthalten: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt[7]o. auf ihn vertraut, wird nicht zuschanden werden.«

7 Euch nun, die ihr glaubt, {bedeutet er} die Kostbarkeit; für die Ungläubigen aber {gilt}: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein[8]w. zum Haupt der Ecke geworden«,

8 und: »ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Anstoßes {zur Sünde} «. Da sie nicht gehorsam sind, stoßen sie sich an dem Wort[9]o. Da sie dem Worte nicht gehorsam sind, stoßen sie sich, wozu sie auch bestimmt[10]w. gesetzt worden sind.

9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden[11]o. Fähigkeiten; o. Vollkommenheiten; o. Großtaten dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat;

10 die ihr einst »nicht ein Volk« wart, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr »nicht Barmherzigkeit empfangen hattet«, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt.

Verhalten in der Welt

11 Geliebte, ich ermahne {euch} als Beisassen[12]Menschen ohne das volle Bürgerrecht des Landes, in dem sie wohnen und Fremdlinge[13]o. Nichtbürger; d. h. Menschen, die vorübergehend in einem fremden Land wohnen, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet,

12 und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!

13 Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen; sei es dem König als Oberherrn

14 oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun!

15 Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt –

16 als Freie und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Sklaven Gottes.

17 Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König!

Christus als Vorbild der Sklaven

18 Ihr Haussklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren[1]w. Gebietern (griech. despotes) unter, nicht allein den guten und milden[2]o. gütigen; o. freundlichen, sondern auch den verkehrten!

19 Denn das ist Gnade, wenn jemand wegen des Gewissens vor Gott[3]o. um der Gottesgewissheit willen Leiden erträgt, indem[4]o. sofern er zu Unrecht leidet.

20 Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr als solche ausharrt, die sündigen und {dafür} geschlagen werden? Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist Gnade bei Gott.

21 Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel[5]o. Vorbild hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt;

22 der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden,

23 der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet;

24 der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat[6]o. der unsere Sünden an seinem Leib selbst auf dem Holz auf sich geladen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen[7]o. Wunden ihr geheilt worden seid.

25 Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

Das neue Gottesvolk

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede

2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch sie wachset zum Heil,

3 da ihr schon geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.

4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.

5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

6 Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«

7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar. Für die aber, die nicht glauben, ist er »der Stein, den die Bauleute verworfen haben; der ist zum Eckstein geworden« (Psalm 118,22)

8 und »ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Jesaja 8,14). Sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind.

9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht;

10 die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).

Das Verhalten in der Welt

11 Ihr Lieben, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,

12 und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Völkern, damit die, die euch als Übeltäter verleumden, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.

13 Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten

14 oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.

15 Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr durch Tun des Guten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft –

16 als Freie und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als Knechte Gottes.

17 Ehrt jedermann, habt die Brüder und Schwestern lieb, fürchtet Gott, ehrt den König!

Mahnungen an die Sklaven

18 Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.

19 Denn das ist Gnade, wenn jemand um des Gewissens willen vor Gott Übel erträgt und Unrecht leidet.

20 Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr für Missetaten Schläge erduldet? Aber wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott.

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen;

22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;

23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet;

24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Videos zu 1. Petrus 2,1 (ELB, LUT)