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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Die Gerechtigkeit kommt aus dem Glauben, nicht aus dem Gesetz

1 Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert, denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?

2 Nur dies will ich von euch wissen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens?

3 Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?

4 So Großes habt ihr vergeblich erfahren? Wenn es wirklich vergeblich {ist} !

5 Der euch nun den Geist darreicht und Wunderwerke[4]o. Machttaten; griech. dynamis unter euch wirkt, {tut er es} aus Gesetzeswerken oder aus der Kunde des Glaubens?

6 Ebenso wie Abraham Gott glaubte und es ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde.

7 Erkennt daraus: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne!

8 Die Schrift aber, voraussehend, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: »In dir werden gesegnet werden alle Nationen.«

9 Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet.

10 Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!«

11 Dass aber durch[5]w. im (d. h. in der Kraft des) Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn »der Gerechte wird aus Glauben leben[6]o. der aus Glauben Gerechte wird leben«.

12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: »Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.«

13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!« –,

14 damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Nationen kam, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.

Das Gesetz hebt die Glaubensverheißungen nicht auf

15 Brüder, ich rede nach Menschenart: Selbst eines Menschen rechtskräftig festgelegtes Testament hebt niemand auf[7]o. setzt niemand außer Kraft oder fügt etwas hinzu.

16 Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft[8]w. seinem Samen. Er spricht nicht: »und seinen[9]w. den Nachkommen[10]w. Samen (Mehrzahl)«, wie bei vielen, sondern wie bei einem: »und deinem Nachkommen[11]w. Samen (Einzahl)«, {und} der ist Christus.

17 Dies aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das vierhundertdreißig Jahre später entstandene Gesetz nicht ungültig, sodass die Verheißung unwirksam geworden wäre.

18 Denn wenn das Erbe aus {dem} Gesetz {kommt} , so {kommt es} nicht mehr aus {der} Verheißung; dem Abraham aber hat Gott {es} durch Verheißung geschenkt.

19 Was {soll} nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt – bis der Nachkomme[1]w. Same käme, dem die Verheißung galt –, angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers.

20 Ein[2]w. Der Mittler aber ist nicht {Mittler} von einem; Gott aber ist {nur} einer.

21 Ist denn das Gesetz gegen die Verheißungen Gottes? Auf keinen Fall! Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, {dann} wäre wirklich die Gerechtigkeit aus {dem} Gesetz.

22 Aber die Schrift hat alles unter {die} Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus Glauben an Jesus Christus[3]o. Glauben Jesu Christi den Glaubenden gegeben wird.

23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter {dem} Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der offenbart werden sollte.

24 Also ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt werden.

25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Erzieher;

26 denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in[4]o. an Christus Jesus.

27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen.

28 Da ist nicht Jude noch Grieche[5]s. Anm. zu Röm1,16, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau[6]w. Männliches und Weibliches; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.

29 Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft[1]w. Same {und} nach {der} Verheißung Erben.

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

Die Gerechtigkeit aus Glauben

1 O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?

2 Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?

3 Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden?

4 Habt ihr denn so vieles vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war!

5 Der euch nun den Geist darreicht und wirkt solche Taten unter euch, tut er’s durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?

6 So hat doch »Abraham Gott geglaubt, und es wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit« (1. Mose 15,6).

7 Erkennt also: Die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.

8 Die Schrift aber hat zuvor gesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum hat sie Abraham zuvor verkündigt (1. Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.«

9 So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.

10 Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!«

11 Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben« (Habakuk 2,4).

12 Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« (3. Mose 18,5).

13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns – denn es steht geschrieben (5. Mose 21,23): »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt« –,

14 auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

15 Brüder und Schwestern, ich will nach menschlicher Weise reden: Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestätigt ist, noch setzt man etwas hinzu.

16 Nun sind die Verheißungen Abraham zugesagt und seinem Nachkommen. Es heißt nicht: »und den Nachkommen«, als wären viele gemeint, sondern es gilt einem: »und deinem Nachkommen« (1. Mose 22,18) , welcher ist Christus.

17 Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben wurde, sodass die Verheißung zurückgenommen würde.

18 Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt.

Der Sinn des Gesetzes

19 Was soll dann das Gesetz? Es wurde hinzugefügt um der Übertretungen willen, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gilt; verordnet wurde es von Engeln durch die Hand eines Mittlers.

20 Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer.

21 Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.

22 Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben.

23 Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und eingeschlossen, bis der Glaube offenbart werden sollte.

24 So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden.

Befreiung zur Gotteskindschaft

25 Da nun der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.

26 Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.

28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

29 Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verheißung Erben.

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