ELB, LUT online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
1 Auf meinen Posten will ich treten und auf den Wall mich stellen und will spähen, um zu sehen, was er mit mir reden wird und was für eine Antwort ich auf meine Klage[1]w. auf meine Vorhaltung; o. auf meinen Einwand erhalte. –
2 Und der Herr erwiderte mir und sprach: Schreib die Vision auf, und zwar deutlich auf die Tafeln, damit man es geläufig lesen kann[2]o. damit es lesen kann, wer vorüberläuft. o. damit der Lesenden keine Zeit verliert.
3 Denn die Vision gilt erst für die festgesetzte Zeit, und sie strebt[3]o. lautet auf das Ende hin und lügt nicht. Wenn sie sich verzögert, warte darauf; denn kommen wird sie, sie wird nicht ausbleiben.
4 Siehe, die {verdiente} Strafe für den, der nicht aufrichtig ist[4]T. ; Mas. T. : Siehe, aufgeblasen, nicht aufrichtig ist seine Seele in ihm!! Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben[5]o. durch seine Treue; o. in seiner Wahrheit. – LXX: aus meiner Treue, o. aus Glauben zu mir leben.
5 Wie viel weniger wird der Gewalttätige, der Treulose, der anmaßende Mann[6]T. ; Mas. T. : Und noch dazu ist der Wein ein Treuloser, ein anmaßender Mann, und er wird nicht; die Habakuk-Rolle von Qu. überliefert statt »Wein« »Reichtum« zum Ziel kommen, er, der seinen Schlund[7]o. seine Seele weit aufsperrt wie der Scheol und der wie der Tod ist und nie sich satt frisst! Und er rafft an sich alle Nationen und sammelt zu sich alle Völker.
Weherufe über Nebukadnezar
6 Werden nicht diese alle über ihn ein Spottlied[8]w. einen Spruch anheben, wobei sie mit Rätselfragen auf ihn anspielen[9]so mit der Habakuk-Rolle von Qu. ; Mas. T. : ein Sprichwort anheben und eine Anspielung, Rätselfragen? Und man wird sagen: Weh dem, der aufhäuft, was nicht sein ist – wie lange noch? – und der Pfandschuld auf sich lädt!
7 Werden nicht plötzlich {solche} aufstehen, die dir Zins auferlegen[10]o. die dich beißen, und {solche} aufwachen, die dich zittern lassen? Da wirst du ihnen zur Beute werden.
8 Weil du selbst viele Nationen ausgeraubt hast, werden alle übrigen Völker dich ausrauben wegen der Blutschuld an den Menschen und wegen der Vergewaltigung des Landes, der Stadt und all ihrer Bewohner.
9 Weh dem, der unrechten Gewinn macht – {zum} Unheil für sein Haus! –, um sein Nest in der Höhe anzulegen, um sich {damit} vor der Hand des Unheils zu retten!
10 Zur Schande für dein Haus hast du die Ausrottung[11]w. ein stückweises Abreißen, o. eine Verstümmelung vieler Völker beschlossen und so gegen dich selbst[12]o. gegen dein Leben; w. deine Seele gesündigt.
11 Ja, der Stein schreit um Hilfe aus der Mauer, und der Sparren gibt ihm Antwort aus dem Holzwerk.
12 Weh dem, der eine Stadt mit Blut baut und eine Ortschaft auf Unrecht gründet!
13 Siehe, {kommt das} nicht von dem Herrn der Heerscharen, dass {dann} Völker fürs Feuer sich abmühen und Völkerschaften für nichts sich plagen? –
14 Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt.
15 Weh dem, der anderen[13]w. seinem Nächsten zu trinken gibt, indem er berauschendes Gift[14]T. ; Mas. T. : indem er dein Gift beimischt und sie auch trunken macht, um sich ihre Blöße anzuschauen!
16 Du hast an Schande dich gesättigt statt an Ehre. So trinke denn auch du und zeige deine Vorhaut! Der Becher der Rechten des Herrn kommt {nun} zu dir, und schimpfliche Schande {kommt} über deine Herrlichkeit.
17 Denn die Gewalttat am Libanon wird dich bedecken und die Vernichtung[15]o. Misshandlung; w. Verwüstung der Tiere wird dich zerschmettern[16]so mit LXX und der syr. Üs. ; Mas. T. : die Verwüstung der Tiere, die sie erschreckt wegen der Blutschuld an den Menschen und wegen der Vergewaltigung des Landes, der Stadt und all ihrer Bewohner.
18 Was nützt ein Götterbild {und} dass sein Bildner es geschnitzt hat? {Was nützt} ein gegossenes Bild und ein Lügenlehrer {und} dass der Bildner seines Gebildes darauf vertraut, während er doch stumme Götzen anfertigt?
19 Weh dem, der zum Holz sagt: Wache auf!, zum schweigenden Stein: Erwache! Der sollte wahrsagen[1]w. lehren? Gewiss, er ist mit Gold und Silber überzogen, doch fehlt seinem Inneren jeglicher Odem.
20 Der Herr aber ist in seinem heiligen Palast. Schweige[2]o. Still vor ihm, ganze Erde!
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Gottes Antwort
1 Auf meiner Warte will ich stehen und mich auf meinen Turm stellen und Ausschau halten und sehen, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe.
2 Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du schaust, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft!
3 Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben.
4 Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
5 Aber der Reichtum betrügt den stolzen Mann, dass er nicht bleibt. Er sperrt seinen Rachen auf wie das Reich des Todes und ist wie der Tod, der nicht zu sättigen ist: Er rafft an sich alle Völker und sammelt zu sich alle Nationen.
Wehe den Unterdrückern
6 Was gilt’s aber? Diese alle werden einen Spruch über ihn machen und ein Lied und ein Sprichwort sagen: Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut – wie lange wird’s währen? – und häuft viel Pfänder bei sich auf!
7 Wie plötzlich werden aufstehen, die dich beißen, und erwachen, die dich peinigen! Und du musst ihnen zum Raube werden.
8 Denn du hast viele Völker beraubt. So werden dich wieder berauben alle übrigen Völker um des Menschenblutes willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin wohnen.
9 Weh dem, der unrechten Gewinn macht zum Unglück seines Hauses, auf dass er sein Nest in der Höhe baue, um dem Unheil zu entrinnen!
10 Aber dein Ratschlag wird zur Schande deines Hauses geraten; denn du hast zu viele Völker zerschlagen und damit gegen dein Leben gesündigt.
11 Denn auch die Steine in der Mauer werden schreien, und die Sparren am Gebälk werden ihnen antworten.
12 Weh dem, der die Stadt mit Blut baut und richtet die Stadt auf mit Unrecht!
13 Wird’s nicht so vom HERRN Zebaoth geschehen: Woran die Völker sich abgearbeitet haben, muss mit Feuer verbrennen, und wofür die Leute sich müde gemacht haben, das muss verloren sein? –
14 Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
15 Weh dem, der seinen Nächsten trinken lässt und seinen Grimm beimischt und ihn trunken macht, dass er seine Blöße sehe!
16 Du hast dich gesättigt mit Schande und nicht mit Ehre. So trinke du nun auch, dass du taumelst! Denn an dich wird der Kelch in der Rechten des HERRN kommen und Schande über deine Ehre.
17 Denn der Frevel, den du am Libanon begangen, wird über dich kommen, und die vernichteten Tiere werden dich schrecken um des Menschenblutes willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin wohnen.
18 Was hilft ein Bild? Sein Meister hat’s gebildet. Was hilft ein gegossenes Bild, ein falscher Lehrer? Sein Meister verlässt sich auf sein Werk, obgleich er stumme Götzen macht.
19 Weh dem, der zum Holz spricht: »Wach auf!«, und zum stummen Steine: »Steh auf!« Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, er ist mit Gold und Silber überzogen, und kein Odem ist in ihm.
20 Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart