ELB, LUT online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Zweite Rede des Zofar: Kurze Freude der Gottlosen vor ihrem Untergang
1 Und Zofar von Naama antwortete und sagte:
2 Darum geben meine beunruhigenden Gedanken mir Antwort, und deswegen bin ich innerlich erregt[2]T. ; Mas. T. : und deswegen ist mein Drängen in mir:
3 Eine Mahnung, mir zur Schande, höre ich, aber Geist aus meiner Einsicht lässt mich antworten[3]Andere üs. , teilweise mit LXX: und Wind ohne Einsicht gibst du mir zur Antwort.
4 Hast du nicht von jeher das erkannt, seitdem {Gott} Menschen auf die Erde gesetzt hat,
5 dass der Jubel der Gottlosen von kurzer Dauer und die Freude des Ruchlosen für einen Augenblick war?
6 Stiege auch seine Hoheit bis zum Himmel hinauf, und rührte sein Haupt an die Wolken,
7 gleich seinem Kot vergeht er auf ewig. Die ihn gesehen haben, sagen: Wo ist er?
8 Wie ein Traum verfliegt er, und man findet ihn nicht, und er wird weggescheucht wie eine Vision in der Nacht.
9 Das Auge hat ihn erblickt, doch nun nicht mehr, und seine Stätte gewahrt ihn nicht mehr.
10 Seine Söhne müssen die Geringen gütig stimmen[4]o. müssen bei Geringen betteln und seine Hände sein Vermögen zurückgeben.
11 Waren seine Glieder {auch} voll seiner Jugendkraft, so liegt sie {nun} mit ihm im Staub.
12 Wenn das Böse auch in seinem Mund süß schmeckte, er es verbarg unter seiner Zunge,
13 es aufsparte und nicht fahren ließ und es zurückhielt unter seinem Gaumen,
14 so hat sich seine Speise {doch} in seinen Eingeweiden verwandelt. Viperngalle[5]Bitteres und Giftiges sind im Altertum Synonyme. ist in seinem Innern.
15 Reichtum hat er verschlungen, doch erbricht er ihn {wieder}: Aus seinem Bauch treibt Gott ihn heraus.
16 Viperngift sog er ein; die Zunge der Giftschlange bringt ihn um.
17 Nicht sehen darf er die Bäche, die flutenden Ströme von Honig und Milch[6]w. dicke Milch, o. Sahne, o. Butter.
18 Den Ertrag gibt er zurück und darf ihn nicht verschlingen. An dem Reichtum, den er erwarb[7]w. Gemäß dem Reichtum, seinem Eintausch, darf er sich nicht freuen.
19 Denn die Geringen hat er misshandelt, verlassen. Häuser[8]w. Ein Haus hat er an sich gerissen und wird sie[9]w. es nicht ausbauen[10]Andere üs. mit Vulg. : Das Haus, das er nicht gebaut, hat er an sich gerissen.
20 Denn er kannte keine Ruhe in seinem Innern; mit seinem Kostbarsten wird er nicht entrinnen.
21 Vor seiner Fressgier gab es kein Entrinnen[11]w. keinen Entronnenen; darum wird sein Wohlstand keinen Bestand haben.
22 In der Fülle seines Überflusses wird er in Bedrängnis geraten; die Hand jedes Notleidenden wird über ihn kommen[12]Mit LXX, Vulg. und 4 griech. Handschr. üs. andere: die ganze Gewalt des Unheils wird über ihn kommen.
23 Es wird geschehen: Um seinen Bauch zu füllen, wird Gott[13]w. er die Glut seines Zorns gegen ihn senden und {sie} auf ihn regnen lassen, auf seinen Körper[14]o. als seine Speise. – Wortbedeutung unsicher; LXX: und Verderben lässt er auf ihn regnen.
24 Flieht er vor eisernen Waffen, durchbohrt ihn der Bogen aus Bronze.
25 Er[15]d. i. der Bogenschütze zückt {den Pfeil} , da tritt er {schon} aus dem Rücken hervor[1]d. h. aus dem Rücken des Getroffenen und das blitzende Eisen[2]w. der Blitz aus seiner Galle! Er geht dahin, Schrecken über ihm![3]Andere üs. mit LXX und Vulg. : Schrecken gehen über ihn hin.
26 Alle Finsternis ist aufgespart für seine aufgesparten {Schätze}[4]LXX: ist aufgespart für ihn. Ein Feuer, das nicht angefacht ist, wird ihn fressen. Übel wird es dem ergehen, der[5]o. was in seinem Zelt übrig geblieben ist.
27 Der Himmel wird seine Schuld enthüllen, und die Erde wird sich gegen ihn erheben.
28 Der Ertrag seines Hauses muss fortgehen, wird zerrinnen[6]w. ist ein Sturzbach am Tag seines[7]d. i. Gottes Zorns.
29 Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott und das ihm von Gott zugesprochene Erbe.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Zofars zweite Rede (vgl. Kap 15,1-35; Kap 18,1-21)
1 Da antwortete Zofar von Naama und sprach:
2 Darum muss ich antworten, und deswegen kann ich nicht schweigen;
3 denn ich muss hören, wie man mich schmäht und tadelt, aber der Geist aus meiner Einsicht lehrt mich antworten.
4 Weißt du nicht, dass es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind,
5 dass das Frohlocken der Gottlosen nicht lange währt und die Freude des Ruchlosen nur einen Augenblick?
6 Wenn auch sein Hochmut in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,
7 so wird er doch für immer vergehen wie sein Kot, und die ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?
8 Wie ein Traum wird er verfliegen und nicht mehr zu finden sein und wie ein Nachtgesicht verschwinden.
9 Das Auge, das ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen, und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.
10 Seine Söhne werden bei den Armen betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.
11 Sind auch seine Gebeine voll Jugendkraft, so müssen sie sich doch mit ihm in den Staub legen.
12 Wenn ihm auch das Böse in seinem Munde wohlschmeckt, dass er es birgt unter seiner Zunge,
13 dass er es hegt und nicht loslässt und es zurückhält in seinem Gaumen,
14 so wird sich doch seine Speise verwandeln in seinem Leibe und wird Otterngift in seinem Bauch.
15 Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien, und Gott treibt sie aus seinem Bauch heraus.
16 Er wird Otterngift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.
17 Er wird nicht sehen die Ströme noch die Bäche, die mit Honig und Milch fließen.
18 Er wird erwerben und doch nichts davon genießen und über seine eingetauschten Güter nicht froh werden.
19 Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.
20 Denn sein Wanst konnte nicht voll genug werden; mit seinem köstlichen Gut wird er nicht entrinnen.
21 Nichts entging seiner Fressgier; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.
22 Wenn er auch die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; alle Gewalt der Mühsal wird über ihn kommen.
23 Es soll geschehen: Damit er genug bekommt, wird Gott den Grimm seines Zorns über ihn senden und wird über ihn regnen lassen seine Schrecknisse.
24 Flieht er vor dem eisernen Harnisch, so wird ihn der eherne Bogen durchbohren!
25 Es dringt das Geschoss aus seinem Rücken, der Blitz des Pfeiles aus seiner Galle; Schrecken fahren über ihn hin.
26 Alle Finsternis ist für ihn aufgespart. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das keiner angezündet hat, und wer übrig geblieben ist in seiner Hütte, dem wird’s schlimm ergehen.
27 Der Himmel wird seine Schuld enthüllen, und die Erde wird sich gegen ihn erheben.
28 Die Flut wälzt sein Haus fort, Regengüsse am Tage seines Zorns.
29 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das Gott ihm zugesprochen hat.
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart