ELB, LUT online lesen

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Hiobs früheres Glück, Gottes Segen und Anerkennung seitens der Menschen

1 Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte:

2 Dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, da Gott mich behütete! –

3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien, als ich bei seinem Licht durch die Finsternis ging;

4 wie ich war in den Tagen meiner Jugend, als über meinem Zelt Gottes Rat[15]o. traute Gemeinschaft {waltete} ,

5 als der Allmächtige noch mit mir war, meine Söhne[16]o. meine Knechte mich umgaben;

6 als meine Schritte sich in Dickmilch badeten, und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoss!

7 Ging ich durch das Tor in die Stadt hinauf, stellte ich meinen Sitz auf dem {öffentlichen} Platz auf.

8 Sahen mich {dann} die jungen Männer, so verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen[1]o. traten zur Seite (um Platz zu machen).

9 Die Obersten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund.

10 Die Stimme der führenden Männer[2]w. Fürsten verstummte[3]w. verbarg sich, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.

11 Hörte {mich} ein Ohr, so pries es mich glücklich, und sah {mich} ein Auge, so legte es Zeugnis für mich ab.

12 Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die[4]o. die Waise und den, der keinen Helfer hatte.

13 Der Segenswunsch des Mutlosen[5]o. des Verlorenen kam auf mich, und das Herz der Witwe ließ ich jauchzen.

14 Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, mich bekleidete wie ein Oberkleid und Kopfbund mein Recht.

15 Auge[6]w. Beide Augen wurde ich dem Blinden, und Fuß[7]w. beide Füße dem Lahmen war ich!

16 Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.

17 Und ich zerschmetterte die Kinnladen des Übeltäters, und seinen Zähnen entriss ich[8]T. ; Mas. T. : aus seinen Zähnen warf ich die Beute.

18 Und ich sagte {mir}: Zusammen mit meinem Nest werde ich verscheiden und wie der Phönix {meine} Tage zahlreich machen.[9]Andere üs. : Bei meinem Nest (d. h. im Beisein der Familie) werde ich verscheiden und wie den Sand {meine} Tage zahlreich machen.

19 Meine Wurzel wird geöffnet sein zum Wasser hin, und der Tau wird auf meinem Gezweig übernachten.

20 Meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen in meiner Hand wird sich verjüngen[10]w. mein Bogen … wird {Kraft} folgen lassen. – Andere üs. : mein Bogen … wird {Pfeil auf Pfeil} folgen lassen.

21 Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat.

22 Hatte ich geredet, so[11]w. Nach meinem Wort sagte man nichts mehr {dagegen} , und auf sie träufelte meine Rede.

23 Und sie warteten auf mich wie auf Regen und sperrten ihren Mund auf {wie} nach Spätregen.

24 Lächelte ich denen zu, die kein Vertrauen hatten, dann nahmen sie das Leuchten meines Gesichts auf[12]w. so ließen sie das Leuchten meines Gesichts nicht fallen.

25 Ich wählte für sie den Weg aus und saß als Haupt und thronte wie ein König unter der Kriegsschar wie einer, der Trauernde tröstet.

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

Hiobs früheres Glück

1 Und Hiob hob abermals an mit seinem Spruch und sprach:

2 O dass ich wäre wie in den früheren Monden, in den Tagen, da Gott mich behütete,

3 da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich in seinem Licht durch die Finsternis ging!

4 Wie war ich in der Blüte meines Lebens, als Gottes Freundschaft mein Zelt beschützte,

5 als der Allmächtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her,

6 als ich durch Milch schritt und die Felsen mir Ölbäche ergossen!

7 Wenn ich ausging zum Tor der Stadt und meinen Platz auf dem Markt einnahm,

8 dann sahen mich die Jungen und verbargen sich scheu, und die Alten standen vor mir auf und blieben stehen,

9 die Oberen hörten auf zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund,

10 die Fürsten hielten ihre Stimme zurück, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.

11 Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich glücklich, und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.

12 Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und die Waise, die keinen Helfer hatte.

13 Der Segen des Verlassenen kam über mich, und ich erfreute das Herz der Witwe.

14 Gerechtigkeit war mein Kleid, und wie Mantel und Turban umhüllte mich das Recht.

15 Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.

16 Ich war ein Vater der Armen, und der Sache des Unbekannten nahm ich mich an.

17 Ich zerbrach die Kinnbacken des Ungerechten und riss ihm den Raub aus den Zähnen.

18 Ich dachte: Ich werde in meinem Nest verscheiden und meine Tage so zahlreich machen wie Sand am Meer;

19 meine Wurzel reiche zum Wasser hin, und der Tau bleibe auf meinen Zweigen;

20 meine Ehre bleibe immer frisch bei mir, und mein Bogen sei immer stark in meiner Hand.

21 Sie hörten mir zu und warteten und schwiegen vor meinem Rat.

22 Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie nieder.

23 Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf wie nach Spätregen.

24 Wenn ich ihnen zulachte, so glaubten sie es kaum, und das Licht meines Angesichts tröstete die Trauernden.

25 Ich bestimmte ihren Weg und saß obenan und thronte wie ein König über der Schar, als einer, der die Trauernden tröstet.

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