ELB, LUT online lesen
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
1 Wenn du umkehrst, Israel, spricht der Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, zu mir umkehrst[2]o. dann kehre zu mir um! und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht entfernst, dann brauchst du nicht mehr umherzuschweifen!
2 Und wenn du schwörst: So wahr der Herr lebt! – in Wahrheit[3]o. Treue, in Recht[4]d. i. in gerechtem Verhalten und in Gerechtigkeit –, dann werden die Nationen sich in ihm[5]Andere lesen mit Textänderung: in dir segnen[6]d. h. {mit seinem Namen} Segen wünschen und sich in ihm[5]Andere lesen mit Textänderung: in dir rühmen.
3 Denn so spricht der Herr zu den Männern von Juda und zu Jerusalem: Pflügt euch Neuland[7]w. Brecht einen Neubruch für euch und sät nicht unter die Dornen!
4 Beschneidet euch für den Herrn und entfernt die Vorhäute eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer und unauslöschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten!
Babel, der Feind aus dem Norden – Jeremias Leiden an seiner Gerichtsvision
5 Verkündigt es in Juda und lasst es in Jerusalem hören und sagt: Stoßt ins Horn auf dem Land! Ruft aus voller Kehle und sagt: Versammelt euch und lasst uns in die befestigten Städte ziehen!
6 Richtet ein Feldzeichen auf nach Zion hin! Flieht, bleibt nicht stehen! Denn ich bringe Unglück von Norden her und einen großen Zusammenbruch.
7 Ein Löwe steigt herauf aus seinem Dickicht, und ein Zerstörer der Nationen bricht auf. Er zieht von seinem Ort aus, um dein Land zur Wüste zu machen, deine Städte verfallen, sind ohne Bewohner.
8 Darum gürtet euch Sacktuch um, klagt und jammert! Denn die Glut des Zornes des Herrn hat sich nicht von uns abgewandt.
9 Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, da wird das Herz[8]d. h. der Mut des Königs und das Herz[8]d. h. der Mut der Obersten vergehen. Und die Priester werden sich entsetzen und die Propheten erstarrt sein.
10 Da sprach ich[9]Mehrere alte Üs. lesen: Da sprachen sie: Ach, Herr, Herr! Fürwahr, bitter getäuscht hast du dieses Volk und Jerusalem, als du sprachst: Ihr werdet Frieden haben! – und {nun} dringt {uns} das Schwert bis an die Seele.
11 In jener Zeit wird diesem Volk und Jerusalem gesagt werden: Ein heißer Wind von den kahlen Höhen[10]o. Karawanenwegen in der Wüste kommt {gerade} wegs zur Tochter meines Volkes, nicht zum Worfeln und nicht zum Läutern, {sondern}
12 ein Wind, stärker als dieser, wird {von} mir kommen. Nun will auch ich Gerichtsurteile über sie sprechen.
13 Siehe, wie Wolken zieht er herauf, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler seine Pferde. Wehe uns! Denn wir sind überwältigt.
14 Wasche dein Herz rein von Bosheit, Jerusalem, damit du gerettet wirst! Wie lange sollen deine heillosen Pläne in deinem Innern schlummern[11]w. die Nacht über bleiben?
15 Denn eine Stimme berichtet von Dan her und verkündet Unheil[12]o. Ja, horch! Ein Bote von Dan – und einer, der Unheil verkündet vom Gebirge Ephraim aus.
16 Ruft es den Nationen ins Gedächtnis, siehe, verkündet es Jerusalem[13]Andere üs. mit Änderung des Textes: Ruft es ins Gedächtnis, meldet es in Juda, verkündet es in Jerusalem: Belagerer kommen aus einem fernen Land und lassen ihre Stimme erschallen gegen die Städte Judas!
17 Wie Wächter auf dem Feld sind sie ringsumher gegen Jerusalem[1]w. gegen sie. Denn gegen mich ist es widerspenstig gewesen, spricht der Herr[2]w. ist der Ausspruch des Herrn.
18 Dein Weg und deine Taten haben dir das gebracht; das ist deine Bosheit[3]d. h. die Folge deiner Bosheit, dass es bitter ist und bis an dein Herz dringt.
19 Meine Eingeweide, meine Eingeweide[4]d. i. der Sitz der Gefühle! Ich muss mich winden. Die Wände meines Herzens! Es tobt in mir mein Herz. Ich kann nicht schweigen. Denn du, meine Seele, hörst den Schall des Horns, Kriegsgeschrei;
20 Zusammenbruch über Zusammenbruch wird ausgerufen. Denn das ganze Land ist überwältigt. Plötzlich sind meine Zelte überwältigt, meine Zeltdecken in einem Augenblick.
21 Wie lange muss ich das Feldzeichen sehen, den Schall des Horns hören? –
22 Denn mein Volk ist närrisch, mich kennen sie nicht. Törichte Kinder[5]w. Söhne sind sie und unverständig. Weise sind sie, Böses zu tun; aber Gutes zu tun, verstehen sie nicht. –
23 Ich schaue die Erde, und siehe, sie ist wüst und leer, und zum Himmel, und sein Licht ist nicht da.
24 Ich schaue die Berge, und siehe, sie beben, und alle Hügel schwanken.
25 Ich schaue, und siehe, kein Mensch ist da; und alle Vögel des Himmels sind entflohen.
26 Ich schaue, und siehe, das Fruchtland[6]hebr. Karmel ist eine Wüste; und alle seine Städte sind niedergerissen vor dem Herrn, vor der Glut seines Zornes.
27 Denn so spricht der Herr: Öde soll das ganze Land werden; doch will ich nicht ein Ende {mit ihm} machen.
28 Darum wird die Erde trauern, und der Himmel oben schwarz werden. Denn ich habe es geredet, ich habe beschlossen, und ich habe es nicht bereut und werde nicht davon ablassen[7]w. umkehren.
29 Vor dem Geschrei der Reiter und Bogenschützen flieht jede Stadt; sie[8]d. h. die Bewohner gehen ins Dickicht und ersteigen die Felsen. Jede Stadt ist verlassen, und kein Mensch wohnt {mehr} darin.
30 Und du, Überwältigte, was wirst du tun? Wenn du dich auch in Karmesin kleidest, wenn du mit goldenem Schmuck dich schmückst, wenn du deine Augen mit Schminke vergrößerst[9]w. aufreißt; vergeblich machst du dich schön. Die Liebhaber verschmähen dich, sie trachten dir nach dem Leben.
31 Denn eine Stimme wie die von einer Kreißenden höre ich, das Klagegeschrei[10]so mit LXX; Mas. T. : Bedrängnis wie von einer Erstgebärenden, die Stimme der Tochter Zion. Sie seufzt, sie breitet ihre Hände aus: Wehe mir! Denn meine Seele erliegt den Mördern.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
1 Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine gräulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen,
2 und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig schwörst: »So wahr der HERR lebt«, dann werden Völker sich Segen wünschen durch ihn und sich seiner rühmen.
3 Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
4 Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf dass nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, sodass niemand löschen kann.
Der Feind aus dem Norden
5 Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: »Blast die Posaune im Lande!« Ruft mit voller Stimme und sprecht: »Sammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen!«
6 Richtet ein Zeichen auf: Nach Zion! Flieht und säumet nicht! Denn ich bringe von Norden Unheil herzu und großen Jammer.
7 Es steigt herauf der Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, sodass niemand darin wohnt.
8 Darum zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des HERRN will sich nicht von uns wenden.
9 Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken sein.
10 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr getäuscht, als du sagtest: »Es wird Friede bei euch sein«, wo doch das Schwert uns ans Leben geht!
11 Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: »Es kommt ein heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.«
12 Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten.
13 Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren!
14 So wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?
15 Horch, Kunde kommt von Dan her und eine böse Botschaft vom Gebirge Ephraim.
16 Sagt an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas.
17 Sie lagern sich um Jerusalem her wie die Wächter auf dem Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR.
18 Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, dass es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt.
19 Wie ist mir so weh, so weh! Ich winde mich. Mein Herz pocht in meiner Brust. Ich kann nicht schweigen; denn den Hall der Posaune habe ich gehört, den Lärm der Feldschlacht;
20 Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört.
21 Wie lange soll ich noch das Feldzeichen sehen und der Posaune Hall hören?
22 Aber mein Volk ist toll, mich kennen sie nicht. Töricht sind sie und ohne Einsicht; weise sind sie genug, Übles zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht.
Das Chaos kehrt zurück
23 Ich sah das Land, und siehe, es war wüst und leer, sah zum Himmel, und er war finster.
24 Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten und alle Hügel wankten.
25 Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen.
26 Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn.
27 Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen.
28 Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab’s geredet, ich hab’s beschlossen, und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.
29 Alle Städte fliehen vor dem Geschrei der Reiter und Schützen. Sie sind in die dichten Wälder gelaufen und in die Felsen gestiegen. Alle Städte stehen verlassen, sodass niemand darin wohnt.
30 Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Deine Freier verschmähen dich. Sie trachten dir nach dem Leben.
31 Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Zion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muss vergehen vor den Würgern.
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart