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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Zwei Unheilsworte über Ägypten – Zwei verlorene Kriege gegen Babel

1 Was als Wort des Herrn zu dem Propheten Jeremia geschah gegen[7]o. über die Nationen:

2 Über Ägypten: Gegen[7]o. über die Heeresmacht des Pharao Necho, des Königs von Ägypten, die zu Karkemisch war, am Strom Euphrat, die Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:

3 Rüstet Kleinschild und Langschild und rückt heran zum Kampf!

4 Spannt die Pferde an und besteigt die Reitpferde[8]Andere üs. : und sitzt auf, ihr Reiter! Und stellt euch auf mit Helmen, schärft die Lanzen, zieht die Panzer an!

5 Warum sehe ich sie bestürzt zurückweichen? Und ihre Helden sind zerschlagen, und sie ergreifen die Flucht und sehen sich nicht um – Schrecken ringsum!, spricht der Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn.

6 Der Schnelle soll nicht entfliehen und der Held nicht entkommen; nach Norden zu, am Ufer des Stromes Euphrat, sind sie gestürzt und gefallen.

7 Wer ist es, der heraufsteigt wie der Nil, wie Ströme wogt sein Wasser?

8 Ägypten steigt herauf wie der Nil, und wie Ströme wogt sein Wasser, und es spricht: Ich will hinaufsteigen, will die Erde bedecken, die Städte zugrunde richten und ihre Bewohner.

9 Steigt hinauf[2]o. Bäumt euch auf, ihr Pferde, fahrt wie toll[3]w. führt euch wie toll auf; vgl. Kap.25,16, ihr Wagen! Und ausziehen sollen die Helden, Kusch und Put, die den Schild fassen, und die Luditer[4]Put und Lud waren nordafrikanische Völkerschaften., die den Bogen fassen {und} spannen!

10 Aber dieser Tag gehört dem Herrn, dem Herrn der Heerscharen, ein Tag der Rache, sich zu rächen an seinen Gegnern. Fressen wird das Schwert und sich sättigen und sich satt trinken an ihrem Blut. Denn der Herr, der Herr der Heerscharen, hat ein Schlachtopfer im Land des Nordens, am Strom Euphrat {bereitet}[5]Gemeint ist die Schlacht bei Karkemisch (605 v. Chr. ) , wo der Pharao Necho die Schlacht gegen Babel verlor..

11 Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, du Jungfrau, Tochter Ägyptens! Vergeblich häufst du die Heilmittel auf; es ist keine heilende Haut[6]w. kein Überzug. – Gemeint ist die Hautschicht, die eine heilende Wunde überzieht. für dich da.

12 Die Nationen haben deine Schande gehört, und die Erde ist voll von deinem Klagegeschrei. Denn ein Held ist über den andern gestürzt, sie sind beide miteinander gefallen.

13 Das Wort, das der Herr zum Propheten Jeremia redete über die Ankunft Nebukadnezars, des Königs von Babel, um das Land Ägypten zu schlagen:

14 Verkündigt es in Ägypten und lasst es hören in Migdol und lasst es hören in Nof und in Tachpanhes! Sagt: Stell dich auf und rüste dich! Denn das Schwert frisst alles rings um dich her.

15 Warum sind deine Starken niedergeworfen? Keiner hielt stand, denn der Herr hat sie niedergestoßen.

16 Er hat viele stürzen lassen. Ja, einer fiel über den andern, und sie sagten: Auf, und lasst uns zurückkehren zu unserm Volk und zu unserm Geburtsland vor dem gewalttätigen Schwert!

17 Man rief dort: Der Pharao, der König von Ägypten, ist ein »Getöse«[7]d. h. jemand, der sich mit viel Aufwand brüstet, das den rechten Zeitpunkt hat vorübergehen lassen![8]Andere üs. mit LXX und Vulg. : Gebt dem Pharao … den Namen »Getöse, das den rechten Zeitpunkt hat vorübergehen lassen«.

18 So wahr ich lebe, spricht der König[9]w. ist der Ausspruch des Königs, Herr der Heerscharen ist sein Name: Wie der Tabor unter den Bergen und wie der Karmel am Meer wird er[10]d. h. der alle anderen überragende König von Babel kommen!

19 Mach dir das Gepäck zur Wegführung {zurecht} , du Bewohnerin, Tochter Ägyptens! Denn Nof wird zur Wüste[11]w. zum Schreckensort werden und verbrannt, ohne Bewohner.

20 Eine sehr schöne junge Kuh ist Ägypten. Eine Bremse kommt von Norden geflogen, sie kommt.

21 Auch seine Söldner in seiner Mitte sind wie gemästete Kälber. Ja, auch sie wandten sich um und sind allesamt geflohen, haben nicht standgehalten. Denn der Tag ihres Unglücks ist über sie gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22 Sein[12]Gemeint ist Ägypten. Geräusch ist wie das Geräusch der Schlange[13]w. ist wie die Schlange, die davoneilt. Denn sie[1]Gemeint sind wohl die Chaldäer. ziehen mit Heeresmacht einher und kommen über Ägypten[2]w. es mit Beilen, wie Holzhauer.

23 Sie haben seinen Wald umgehauen, spricht der Herr[3]w. ist der Ausspruch des Herrn, – ja, unerforschlich ist es[4]Andere üs. : obgleich er undurchdringlich ist. Denn sie sind mehr als die Heuschrecken, und ohne Zahl sind sie.

24 Die Tochter Ägyptens ist zuschanden geworden, sie ist in die Hand des Volkes aus dem Norden gegeben.

25 Es spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich suche heim den Amon von No[5]d. h. von Theben, wo der Gott Amon verehrt wurde, den Pharao und Ägypten, seine Götter und seine Könige, ja, den Pharao und die auf ihn vertrauen.

26 Und ich gebe sie in die Hand derer, die nach ihrem Leben trachten, und zwar in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, und in die Hand seiner Knechte. Später aber soll es {wieder} bewohnt werden wie in den Tagen der Vorzeit, spricht der Herr[3]w. ist der Ausspruch des Herrn.

Ein Trostwort für Israel im Exil

27 Du aber, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und sei nicht niedergeschlagen, Israel! Denn siehe, ich will dich retten aus der Ferne und deine Nachkommen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Und Jakob wird zurückkehren und ruhig und sicher sein, und niemand wird ihn aufschrecken.

28 Du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht!, spricht der Herr[3]w. ist der Ausspruch des Herrn. Denn ich bin mit dir. Denn allen Nationen, zu denen ich dich vertrieben habe, werde ich ein Ende machen, aber dir werde ich nicht ein Ende machen, sondern dich mit Maßen[6]w. nach dem Recht züchtigen und dich keineswegs ungestraft lassen.

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

Gerichtsworte gegen fremde Völker Kapitel 46,1–51,64

1 Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia geschehen ist wider die Völker.

Über Ägypten: Die Niederlage bei Karkemisch (vgl. Jes 19,1-25; Hes 29,1–32,32)

2 Über Ägypten. Wider das Heer des Pharao Necho, des Königs von Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:

3 Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit!

4 Spannt Rosse an und lasst Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und schärft die Spieße und zieht Panzer an!

5 Wie kommt’s aber, dass ich sehe, dass sie verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurück. Schrecken um und um!, spricht der HERR.

6 Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.

7 Wer ist’s, der emporsteigt wie der Nil und dessen Wasser wogen wie Ströme?

8 Ägypten steigt empor wie der Nil, und seine Wasser wogen wie Ströme. Es sprach: »Ich will emporsteigen, das Land bedecken und die Städte verderben samt denen, die darin wohnen.«

9 Bäumt euch, ihr Rosse, rast dahin, ihr Wagen, zieht aus, ihr Helden, Kusch und Put, die den Schild führen, und die Schützen aus Lud!

10 Denn dies ist der Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der Vergeltung, dass er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie müssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom.

11 Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Ägypten! Aber es ist umsonst, dass du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht heil.

12 Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, dein Heulen erfüllt die Erde; denn ein Held ist über den andern gefallen und liegen beide miteinander darnieder.

Die Babylonier fallen ein

13 Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Ägyptenland zu schlagen:

14 Verkündigt’s in Ägypten und sagt’s an in Migdol, sagt’s an in Memphis und Tachpanhes und sprecht: Stell dich auf und rüste dich! Denn schon hat das Schwert gefressen, was um dich her ist.

15 Wie geht’s zu, dass dein Gewaltiger zu Boden fiel? Er hielt nicht stand, weil der HERR ihn stieß.

16 Er macht, dass ihrer viele fallen, dass einer mit dem andern darniederliegt. Da sprachen sie: Wohlauf, lasst uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert!

17 Nennt den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: »Lärm, der seine Zeit versäumt hat«.

18 So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth heißt: Er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.

19 Pack dir Sachen für die Verbannung, du thronende Tochter Ägypten; denn Memphis wird wüst und verbrannt werden, dass niemand darin wohnen wird.

20 Ägypten ist wie eine schöne junge Kuh; die Hornisse von Norden stürzt sich auf sie.

21 Auch die Söldner in seiner Mitte sind wie gemästete Kälber; auch sie müssen sich wenden, sie fliehen miteinander und halten nicht stand; denn der Tag ihres Unheils kommt über sie, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22 Ägyptens Stimme zischt wie eine fliehende Schlange, wenn jene anrücken mit Heeresmacht. Mit Äxten kommen sie über Ägypten wie die Holzhauer.

23 Sie hauen seinen Wald um, der unermesslich ist, spricht der HERR; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen kann.

24 Die Tochter Ägypten wird zuschanden; sie ist dem Volk aus dem Norden in die Hände gegeben.

25 Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten samt seinen Göttern und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen,

26 dass ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und seiner Großen. Aber danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der HERR.

Trostwort an Israel

27 Aber du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dich erretten aus fernen Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, dass Jakob zurückkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und niemand soll ihn schrecken.

28 Fürchte dich nicht, du mein Knecht Jakob, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Ich will mit allen Völkern ein Ende machen, unter die ich dich verstoßen habe; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Ich will dich mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

Videos zu Jeremia 46,2 (ELB, LUT)