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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Psalm 77

1 Dem Chorleiter. Nach Jedutun[1]vgl. 1Chr16,41.42; 25,1.3. Von Asaf. Ein Psalm.

2 Meine Stimme {ruft} zu Gott, und ich will schreien! Meine Stimme {ruft} zu Gott, dass er mir Gehör schenke.

3 Am Tag meiner Bedrängnis suchte ich den Herrn. Meine Hand war des Nachts ausgestreckt und ließ nicht ab[2]w. erschlaffte nicht. Meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden.

4 Denke ich an Gott, so stöhne ich. Sinne ich nach, so verzagt[3]o. fühlt sich kraftlos mein Geist. //

5 Du hieltest {offen} die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete nicht.

6 Ich durchdachte die Tage vor alters. Der Jahre der Urzeit gedachte ich[4]Ergibt sich durch andere Versteilung mit LXX. Mas. T. zieht »ich gedachte« zum folgenden Vers..

7 Ich sann nach[5]mit LXX; Mas. T. : Mein Saitenspiel des Nachts; in meinem Herzen überlegte ich, und es forschte mein Geist.

8 Wird der Herr auf ewig verwerfen und künftig keine Gunst mehr erweisen?

9 Ist seine Gnade für immer zu Ende? Hat das Wort[6]d. h. die Zusage (Verheißung) aufgehört von Generation zu Generation?

10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? //

11 Da sprach ich: Das ist mein Schmerz[7]w. mein Durchbohrtsein, dass sich die Rechte des Höchsten geändert hat.

12 Ich will gedenken der Taten Jahs; ja, deiner Wunder von alters her will ich gedenken.

13 Ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen.

14 Gott! Dein Weg ist im Heiligtum[8]o. in Heiligkeit. Wer ist ein so großer Gott wie unser[9]So ergänzt mit LXX und syr. Üs. Gott?

15 Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Stärke kundgetan unter den Völkern.

16 Du hast dein Volk erlöst mit {deinem} Arm, die Söhne Jakobs und Josefs. //

17 Dich sahen die Wasser, Gott, dich sahen die Wasser: Sie bebten; ja, es erzitterten die Fluten[10]o. Tiefe.

18 Die Wolken ergossen Wasser, das Gewölk ließ eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin und her.

19 Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind[11]w. in dem Rad. Blitze erleuchteten die Welt. Es zitterte und bebte die Erde.

20 Durch das Meer {führt} dein Weg und deine Pfade durch große Wasser. Doch deine Fußspuren erkannte niemand.

21 Wie eine Herde hast du dein Volk geleitet durch die Hand Moses und Aarons.

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

Trost aus Gottes früheren Taten

1 Ein Psalm Asafs, vorzusingen, für Jedutun.

2 Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich.

3 In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; / meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

4 Ich denke an Gott – und bin betrübt; ich sinne nach – und mein Geist verzagt. Sela.

5 Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

6 Ich gedenke der uralten Zeiten, der längst vergangenen Jahre.

7 Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel / und rede mit meinem Herzen, mein Geist muss forschen.

8 Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen?

9 Ist’s denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für immer ein Ende?

10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen? Sela.

11 Ich sprach: Darunter leide ich, dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

12 Darum gedenke ich an die Taten des HERRN, ja, ich gedenke an deine früheren Wunder

13 und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach.

14 Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?

15 Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

16 Du hast dein Volk erlöst mit starkem Arm, die Kinder Jakobs und Josefs. Sela.

17 Die Wasser sahen dich, Gott, / die Wasser sahen dich und ängstigten sich, ja, die Tiefen tobten.

18 Die dicken Wolken gossen Wasser, / die Wolken donnerten, und deine Pfeile fuhren einher.

19 Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und wankte.

20 Dein Weg ging durch das Meer / und dein Pfad durch große Wasser; doch niemand sah deine Spur.

21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.

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