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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Gegen die Führer des Volkes Juda
1 Wehe der Widerspenstigen und Befleckten, der gewalttätigen Stadt!
2 Sie hat auf keine Stimme gehört, keine Zurechtweisung angenommen; auf den Herrn hat sie nicht vertraut, ihrem Gott hat sie sich nicht genaht.
3 Ihre Obersten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen, ihre Richter sind Wölfe am Abend, die nichts für den Morgen übrig lassen.
4 Ihre Propheten sind leichtfertig, treulose Männer; ihre Priester entweihen das Heiligtum, tun dem Gesetz[7]o. der Weisung Gewalt an.
5 Der Herr ist gerecht in ihrer Mitte, er tut kein Unrecht; Morgen für Morgen stellt er sein Recht ans Licht[8]LXX: gibt er sein Recht als Licht, es bleibt nicht aus. Aber der Ungerechte kennt keine Scham.
Juda ist durch das Schicksal der Völker nicht klüger geworden
6 Ich habe Nationen ausgerottet, ihre Zinnen sind verödet; ich habe ihre Straßen verwüstet, sodass niemand hindurchzieht; ihre Städte sind verheert, sodass niemand da ist, kein Bewohner mehr.
7 Ich sprach: Gewiss wirst du mich fürchten, wirst Zurechtweisung annehmen! Und ihre Wohnung würde nicht ausgerottet werden – alles, was ich über sie verhängt habe[9]LXX: Und es würde ihr nichts aus den Augen schwinden, alles, was ich ihr anbefohlen habe.. Jedoch sie gingen {nur noch} früher daran, verschlimmerten alle ihre Taten.
Endzeitliches Heil für die Völker und Juda
8 Darum wartet auf mich, spricht der Herr[10]w. ist der Ausspruch des Herrn, auf den Tag, an dem ich mich aufmache zur Beute[11]LXX: an dem ich mich als Zeuge (Ankläger) erhebe! Denn mein Rechtsspruch ist es, die Nationen zu versammeln, die Königreiche zusammenzubringen, um mein Strafgericht[12]w. meine Verwünschung über sie auszugießen, die ganze Glut meines Zorns, denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde[13]o. das ganze Land verzehrt werden.
9 Dann aber werde ich den Völkern andere, reine Lippen geben, damit sie alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig[14]w. mit einer Schulter, o. Schulter an Schulter dienen.
10 Von jenseits der Ströme Kusch werden sie mir meine Anbeter, meine zerstreute Schar[1]w. die Tochter meiner Zerstreuten, als Opfergabe darbringen.
11 An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr all deiner Taten zu schämen, durch die du den Bruch mit mir vollzogen hast. Denn dann werde ich deine hochmütigen Prahler aus deiner Mitte wegnehmen, und du wirst künftig nicht mehr überheblich sein auf meinem heiligen Berg.
12 Und ich werde in deiner Mitte ein demütiges[2]o. elendes und geringes Volk übrig lassen, und sie werden beim Namen des Herrn Zuflucht suchen.
13 Der Rest Israels wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden, und in ihrem Mund wird keine trügerische Zunge gefunden werden, sondern sie werden weiden und lagern, und niemand wird sie aufschrecken.
14 Juble, Tochter Zion, jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!
15 Der Herr hat deine {Straf} gerichte weggenommen, deinen Feind weggefegt. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte, du wirst kein Unglück mehr sehen.
16 An jenem Tag wird in Jerusalem gesagt werden: Fürchte dich nicht, Zion, lass deine Hände nicht erschlaffen!
17 Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel.
18 Die fern von der Festversammlung Trauernden sammle ich – sie sind ja von dir[3]o. mit Textkorr. : sammle ich weg von denen, die sie schlagen –, um meinetwillen tragen sie Schmach[4]T. ; der Mas. T. ist hier kaum verständlich.
19 Siehe, zu jener Zeit werde ich an denen handeln, die dich unterdrücken. Ich werde das Hinkende retten und das Vertriebene werde ich zusammenbringen. Und ich werde sie zum Lobpreis und zum Namen machen in jedem Land ihrer Schande.
20 In jener Zeit werde ich euch herbeiholen und zu {jener} Zeit euch sammeln. Denn ich werde euch zum Namen und zum Lobpreis machen unter allen Völkern der Erde, wenn ich euer Geschick vor euren Augen wenden werde, spricht der Herr.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Gericht über Jerusalem
1 Weh der widerspenstigen, befleckten, tyrannischen Stadt!
2 Sie will nicht gehorchen noch sich zurechtweisen lassen; sie will auf den HERRN nicht trauen noch sich zu ihrem Gott halten.
3 Ihre Oberen sind brüllende Löwen und ihre Richter Wölfe der Steppe, die nichts bis zum Morgen übrig lassen.
4 Ihre Propheten sind leichtfertig und voll Trug; ihre Priester entweihen das Heiligtum und deuten das Gesetz freventlich.
5 Der HERR ist gerecht in ihrer Mitte und tut kein Arges. Er bringt alle Morgen sein Recht ans Licht; es bleibt nicht aus. Aber der Frevler kennt keine Scham.
6 Ich habe Völker ausgerottet, ihre Burgen verwüstet und ihre Gassen so leer gemacht, dass niemand darauf geht; ihre Städte sind zerstört, dass niemand mehr darin wohnt.
7 Ich sprach: Mich sollst du fürchten und dich zurechtweisen lassen –, so würde ihre Wohnung nicht ausgerottet und nichts von allem kommen, womit ich sie heimsuchen wollte. Aber sie sind eifrig dabei, alles Böse zu tun.
8 Darum wartet auf mich, spricht der HERR, bis auf den Tag, an dem ich als Kläger auftrete; denn mein Recht ist es, Völker zu versammeln und Königreiche zusammenzubringen, um meinen Zorn über sie auszuschütten, ja, alle Glut meines Grimmes; denn alle Welt soll durch meines Eifers Feuer verzehrt werden.
Das kommende Heil
9 Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen und ihm einträchtig dienen.
10 Von jenseits der Ströme von Kusch werden meine Anbeter in der Zerstreuung mir Geschenke bringen.
11 Zur selben Zeit wirst du dich all deiner Taten nicht mehr zu schämen brauchen, mit denen du dich gegen mich empört hast; denn dann will ich deine stolzen Prahler von dir tun, und du wirst dich nicht mehr überheben auf meinem heiligen Berge.
12 Ich will in dir übrig lassen ein armes und geringes Volk; die werden auf des HERRN Namen trauen.
13 Und diese Übriggebliebenen in Israel werden nichts Böses tun noch Lüge reden, und man wird in ihrem Munde keine betrügerische Zunge finden, sondern sie sollen weiden und lagern ohne alle Furcht.
14 Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem!
15 Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.
16 Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken!
17 Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein.
18 Wie an einem festlichen Tage nehme ich von dir hinweg das Unheil, dass du seinetwegen keine Schmach mehr trägst.
19 Siehe, zur selben Zeit will ich mit allen denen ein Ende machen, die dich bedrängen, und will den Hinkenden helfen und die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet.
20 Zur selben Zeit will ich euch heimbringen und euch zur selben Zeit sammeln; denn ich will euch zu Lob und Ehren bringen unter allen Völkern auf Erden, wenn ich euer Geschick wenden werde vor euren Augen, spricht der HERR.
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart