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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
Gegen falsche Propheten und Prophetinnen: 13,1–23
1 Das Wort des HERRN erging an mich:
2 Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Propheten Israels, die prophezeien, und sag zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen heraus prophezeien: Hört das Wort des HERRN!
3 So spricht GOTT, der Herr: Weh den törichten Propheten, die nur ihrem eigenen Geist folgen und nichts geschaut haben!
4 Wie Schakale in Ruinen sind deine Propheten, Israel.
5 Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen. Ihr habt keine Mauer für das Haus Israel errichtet, damit es im Kampf am Tag des HERRN standhalten kann.
6 Sie haben nichtige Visionen und falsche Orakel, sie, die da sagen: Spruch des HERRN - obwohl der HERR sie nicht gesandt hat. Trotzdem warten sie darauf, dass er das Wort erfüllt.
7 Ist es nicht so, dass ihr nichtige Visionen geschaut, falsche Orakel verkündet und dabei gesagt habt: Spruch des HERRN - obwohl ich gar nicht gesprochen hatte?
8 Darum - so spricht GOTT, der Herr: Weil ihr nichtige Worte gemacht habt und falsche Visionen hattet, siehe, darum gehe ich gegen euch vor - Spruch GOTTES, des Herrn.
9 Meine Hand wird gegen die Propheten sein, die nichtige Visionen haben und falsche Orakel verkünden. Sie gehören nicht in die Gemeinschaft meines Volkes und sollen nicht im Verzeichnis des Hauses Israel verzeichnet sein; sie werden nicht in das Land Israel kommen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich GOTT, der Herr, bin.
10 Gerade deshalb, weil sie mein Volk in die Irre führen und Heil verkünden, wo es kein Heil gibt, weil das Volk eine Mauer aufrichtet und jene sie mit Tünche bestreichen,
11 deshalb sag denen, die sie mit Tünche bestreichen: Sie wird einstürzen. Es kommt ein Wolkenbruch und ihr, ihr Hagelsteine, sollt herabfallen und ein Sturmwind bricht los
12 und siehe, schon stürzt die Mauer ein. Wird man dann nicht zu euch sagen: Wo ist jetzt die Tünche, die ihr aufgetragen habt?
13 Darum - so spricht GOTT, der Herr: Ich lasse in meinem Zorn einen Sturmwind losbrechen, in meinem Groll wird ein Wolkenbruch kommen, in meinem Zorn ein verheerender Hagelschlag.
14 Ich reiße die Mauer ein, die ihr mit Tünche bestrichen habt, ich lasse sie zu Boden stürzen und ihr Fundament wird bloßgelegt. Und wenn sie einstürzt, werdet ihr darin umkommen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
15 Ich vollende meinen Zorn an der Mauer und an denen, die sie mit Tünche bestrichen haben, und ich sage euch: Die Mauer ist weg und weg sind die, die sie bestrichen haben,
16 die Propheten Israels, die über Jerusalem prophezeien und ihm eine Heilsvision schauen, obwohl es kein Heil gibt - Spruch GOTTES, des Herrn.
17 Du, Menschensohn, richte dein Gesicht auf die Töchter deines Volkes, die aus ihrem eigenen Herzen heraus prophetisch reden! Sprich als Prophet gegen sie!
18 Sag: So spricht GOTT, der Herr: Weh den Frauen, die Zauberbinden für alle Handgelenke nähen und Schleier für Köpfe jeder Größe anfertigen, um damit auf Menschenjagd zu gehen! Meint ihr, ihr könnt in meinem Volk Menschen jagen und Menschen zu eurem Vorteil Leben zusprechen?
19 Ihr habt mich entweiht bei meinem Volk für ein paar Handvoll Gerste und für ein paar Bissen Brot: Ihr habt Menschen den Tod zugesprochen, die nicht sterben sollten, und Menschen das Leben zugesprochen, die nicht am Leben bleiben sollten; ihr habt mein Volk belogen, das auf Lügen hört.
20 Darum - so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich gehe gegen eure Zauberbinden vor, mit denen ihr die Menschen jagt wie Vögel, ich reiße sie von euren Armen und lasse die Menschen frei, die ihr gefangen habt wie Vögel.
21 Ich reiße eure Schleier herunter und befreie mein Volk aus eurer Hand. Sie sollen nicht länger zur Jagdbeute in eurer Hand werden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
22 Weil ihr dem Herzen des Gerechten durch Lüge Kummer bereitet habt, während ich ihm kein Leid zufügen wollte, und weil ihr die Hände des Frevlers stark macht, sodass er nicht umkehrt von seinem bösen Weg, um sein Leben zu retten,
23 darum sollt ihr keine nichtigen Visionen mehr haben und keine Orakel mehr verkünden. Ich werde mein Volk aus eurer Hand befreien. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Gottes Gerichtshandeln an den Friedenspropheten
1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:
2 Menschensohn, weissage über die Propheten Israels, die da weissagen, und sage zu denen, {die} aus ihrem {eigenen} Herzen {weissagen}: Hört das Wort des Herrn!
3 So spricht der Herr, Herr: Wehe den törichten[2]o. gottlosen Propheten, die ihrem {eigenen} Geist nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben!
4 Wie Füchse in den Trümmerstätten sind deine Propheten geworden, Israel.
5 In die Risse seid ihr nicht getreten, und die Mauer habt ihr nicht vermauert um das Haus Israel her, um standzuhalten im Kampf am Tag des Herrn.
6 Sie schauen Nichtiges und Lügenwahrsagung, die da sagen: »Ausspruch des Herrn«, obwohl der Herr sie nicht gesandt hat; und {dabei} erwarten sie, dass er {ihr} Wort eintreffen lässt.
7 Habt ihr {da} nicht ein nichtiges Gesicht geschaut, und habt ihr nicht Lügenwahrsagung gesprochen, als ihr sagtet: »Ausspruch des Herrn«, wo ich doch nicht geredet habe?
8 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr Nichtiges redet und Lüge schaut, darum, siehe, will ich an euch, ist der Ausspruch des Herrn, Herrn.
9 Und ich werde meine Hand gegen die Propheten ausstrecken[3]so mit LXX; Mas. T. : Und meine Hand wird gegen die Propheten sein, die Nichtiges schauen und Lüge wahrsagen. Im Kreis meines Volkes sollen sie nicht sein, und im Verzeichnis des Hauses Israel werden sie nicht aufgeschrieben sein, und in das Land Israel werden sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.
10 Deshalb, ja deshalb, weil sie mein Volk irreführen und sagen: Friede!, obwohl kein Friede da ist – und baut es eine Wand, siehe, sie bestreichen sie mit Tünche –,
11 sage zu den Tünchestreichern: Sie soll fallen! Es kommt ein überschwemmender Regen. Und ihr Hagelsteine, ihr werdet fallen, und ein Sturmwind wird {sie} spalten;
12 und siehe, die Mauer fällt. Wird man euch nicht sagen: Wo ist das Getünchte, das ihr getüncht habt? –
13 Darum, so spricht der Herr, Herr: So lasse ich einen Sturmwind losbrechen in meinem Grimm, und ein überschwemmender Regen wird durch meinen Zorn kommen und Hagelsteine durch {meinen} Grimm zur Vernichtung.
14 Und ich breche die Mauer ab, die ihr mit Tünche bestrichen habt, und lasse sie zu Boden stürzen, dass ihr Grund bloßgelegt wird; und sie[4]d. i. die Stadt Jerusalem soll fallen, und ihr werdet in ihrer[4]d. i. die Stadt Jerusalem Mitte umkommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
15 Und so werde ich meinen Grimm vollenden an der Mauer und an denen, die sie mit Tünche bestreichen. Und ich werde zu euch sagen: Die Mauer gibt es nicht {mehr} , und die, die sie tünchten, gibt es nicht {mehr} ,[5]Die syr. Üs. liest: Und man wird sagen: Wo ist die Mauer und wo sind die, die sie tünchten?
16 die Propheten Israels, die über Jerusalem weissagen und für es Visionen des Friedens schauen, obwohl kein Friede da ist, spricht der Herr, Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn.
17 Und du, Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Töchter deines Volkes, die aus ihrem {eigenen} Herzen weissagen. Und weissage gegen sie
18 und sage: So spricht der Herr, Herr: Wehe denen, die Binden zusammennähen[6]wahrscheinlich für magische Praktiken für alle Handgelenke[7]so mit einigen hebr. Handschr. , der aram. und syr. Üs. ; Mas. T. : für alle meine Handgelenke und Kopfhüllen machen für Köpfe[6]wahrscheinlich für magische Praktiken jedes Wuchses[1]w. die Kopfhüllen für den Kopf jedes Wuchses machen, um Seelen[2]Mit »Seele« ist die ganze Person des Menschen gemeint. zu fangen! Seelen wollt ihr fangen bei meinem Volk und {andere} Seelen für euch {selbst} am Leben erhalten?[3]Einen Fragesatz überliefert die aram. Üs. ; Mas. T. bietet einen Aussagesatz.
19 Und ihr entweiht mich bei meinem Volk für {einige} Hände voll Gerste und für {einige} Bissen Brot, indem ihr Seelen[2]Mit »Seele« ist die ganze Person des Menschen gemeint. tötet, die nicht sterben sollten, und Seelen[2]Mit »Seele« ist die ganze Person des Menschen gemeint. am Leben erhaltet, die nicht leben sollten; indem ihr mein Volk anlügt, das auf Lügen hört! –
20 Darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an eure Binden, in denen[4]w. wo ihr die Seelen[2]Mit »Seele« ist die ganze Person des Menschen gemeint. wie Vögel[5]w. als Vögel fangt, und will sie von euren Armen wegreißen. Und ich lasse die Seelen[2]Mit »Seele« ist die ganze Person des Menschen gemeint. los, die ihr fangt, die Seelen[6]Andere üs. : als Freigelassene, dass sie wegfliegen.
21 Und ich reiße eure Kopfhüllen weg und rette mein Volk aus eurer Hand, damit sie in eurer Hand nicht mehr zur Jagdbeute werden. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
22 Weil ihr das Herz des Gerechten {mit} Lüge verzagt macht, obwohl ich ihm doch keinen Schmerz zugefügt habe, und weil ihr die Hände des Gottlosen stärkt, damit er nicht von seinem bösen Weg umkehrt, sich am Leben zu erhalten,
23 darum sollt ihr nicht {mehr} Nichtiges schauen und nicht länger Wahrsagerei treiben. Und ich werde mein Volk aus eurer Hand retten, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Gegen die falschen Propheten
1 Und des HERRN Wort geschah zu mir:
2 Du Menschenkind, weissage gegen die Propheten Israels, die da weissagen, und sprich zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen »Höret des HERRN Wort!«:
3 So spricht Gott der HERR: Weh den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen und nichts geschaut haben!
4 O Israel, deine Propheten sind wie die Füchse in den Trümmern!
5 Ihr seid nicht in die Bresche getreten und habt keine Mauer errichtet um das Haus Israel, damit es fest steht im Kampf am Tage des HERRN.
6 Ihre Gesichte sind nichtig, und ihr Weissagen ist Lüge. Sie sprechen: »Der HERR hat’s gesagt«, und doch hat sie der HERR nicht gesandt, und sie warten darauf, dass er ihr Wort erfüllt.
7 Ist’s nicht vielmehr so: Eure Gesichte sind nichtig, und euer Weissagen ist lauter Lüge? Und ihr sprecht doch: »Der HERR hat’s geredet«, wo ich doch nichts geredet habe.
8 Darum, so spricht Gott der HERR: Weil ihr Trug geredet und Lüge geschaut habt, siehe, darum will ich an euch, spricht Gott der HERR.
9 Und meine Hand soll über die Propheten kommen, die Trug reden und Lüge schauen. Sie sollen in der Gemeinschaft meines Volks nicht bleiben und in das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden und ins Land Israels nicht kommen – und ihr sollt erfahren, dass ich Gott der HERR bin.
10 Weil sie mein Volk verführen und sagen: »Friede!«, wo doch kein Friede ist, und weil sie, wenn das Volk sich eine Wand baut, sie mit Kalk übertünchen,
11 so sprich zu den Tünchern, die mit Kalk tünchen: »Die Wand wird einfallen!« Denn es wird ein Platzregen kommen und Hagel wie Steine fallen und ein Wirbelwind losbrechen.
12 Siehe, da wird die Wand einfallen. Was gilt’s? Dann wird man zu euch sagen: Wo ist nun der Anstrich, den ihr darüber getüncht habt?
13 Darum, so spricht Gott der HERR: Ich will einen Wirbelwind losbrechen lassen in meinem Grimm und einen Platzregen in meinem Zorn und Hagel wie Steine im Grimm, um alles zu vernichten.
14 So will ich die Wand niederreißen, die ihr mit Kalk übertüncht habt, und will sie zu Boden stoßen, dass man ihren Grund sehen soll. Wenn sie fällt, sollt ihr auch darin umkommen. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
15 Und ich will meinen ganzen Grimm an der Wand auslassen und an denen, die sie mit Kalk übertüncht haben, und will zu euch sagen: Hier ist weder Wand noch Tüncher.
16 Das sind die Propheten Israels, die Jerusalem weissagen und predigen »Friede!«, wo doch kein Friede ist, spricht Gott der HERR.
Gegen falsche Prophetinnen
17 Und du, Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Töchter deines Volks, die aus eigenem Antrieb als Prophetinnen auftreten, und weissage gegen sie
18 und sprich: So spricht Gott der HERR: Weh euch, die ihr Binden näht für alle Handgelenke und Mützen für Köpfe jeder Größe, um Seelen damit zu fangen! Wollt ihr Seelen fangen in meinem Volk und Seelen für euch am Leben erhalten?
19 Ihr entheiligt mich bei meinem Volk für eine Hand voll Gerste und einen Bissen Brot, dadurch dass ihr Seelen tötet, die nicht sterben sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten, durch euer Lügen unter meinem Volk, das gern auf Lügen hört.
20 Darum, so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will über eure Binden kommen, mit denen ihr die Seelen fangt wie Vögel, und will sie von euren Armen reißen und die Seelen, die ihr wie Vögel gefangen habt, befreien.
21 Und ich will eure Mützen wegreißen und mein Volk aus eurer Hand erretten, dass ihr sie nicht mehr fangen könnt. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
22 Weil ihr das Herz der Gerechten durch Lügen betrübt, die ich nicht betrübt habe, und die Hände der Gottlosen stärkt, damit sie sich von ihrem bösen Wandel nicht bekehren, um ihr Leben zu retten:
23 Darum sollt ihr nicht mehr Trug schauen und wahrsagen, sondern ich will mein Volk aus euren Händen erretten und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart